Part 17

02-06-14

 

Love of an angel

       Part 17

 

Old fairytales and truth

 

 

Zögernd schritt ich über die trostlose Ebene und bei jedem Schritt hatte ich den Eindruck, dass das Geräusch gegeneinander prallender Waffen meinen Kopf zum Explodieren bringen würde. Nur mühsam gelang es mir diesen Lärm so weit zurück zu drängen, das ich wieder klar denken konnte. Je weiter ich mich in der Ebene fortbewegte desto lauter wurde es und ich wusste nur zu gut weshalb.

Ich mag mich in Gehenna befinden, aber diese Welt ist das Spiegelbild Assias. Die Kehrseite der Medaille und alles was in der Welt der Menschen geschieht zeigt seine Auswirkungen unweigerlich auch hier. Ebenso ist es umgekehrt, jede Veränderung Gehennas wirkt sich auf Assia aus und als ich diese Ebene in Schutt und Asche legte wäre es ein Wunder gewesen wenn es gerade Gehenna unbeschadet überstanden hätte. Meine Erinnerung an diesen Ort ist so klar als wäre das alles erst Gestern passiert und nicht vor all den Jahrhunderten in denen ich nicht wusste wer ich wirklich war. Hier war es passiert. Hier waren meine Kräfte zum ersten Mal voll erwacht und tausende Unschuldige verloren ihr Leben...

Es kommt mir wie gestern vor das ich einer Übermacht Engel gegenübergestanden habe und alles verlor was mir je lieb und teuer gewesen ist. Es war der schrecklichste Tag in meinem Leben und ich hatte ihn ebenso schnell wieder vergessen wie er gekommen war...

„Shao?“ Erschrocken zuckte ich zusammen als Anael mich ansprach.

„Alles in Ordnung mit dir?“ Lächelnd sah ich sie an. Sie wusste nicht wer oder was ich war, aber sie hatte mir ohne zu Zögern ihre Seele anvertraut, damit ich sie zu der Person zurückbringe, die sie einst über alles geliebt hat. Das sie sich jetzt in mitten der Hölle befindet und das für sie lebensgefährlich sein kann scheint sie nicht im Geringsten zu stören. Die Seele eines Engels und ich spaziere damit einfach in der Gegend herum als wäre es das Normalste auf der Welt. Dabei ist ihre Aura so stark, das sie eigentlich jeden Dämon im Umkreis der nächsten fünfzig Meilen anlocken dürfte. Vielleicht sollte ich mir langsam aber sicher mal Gedanken darüber machen wie ich diese Aura unkenntlich mache. Ansonsten wird es bestimmt bald Ärger geben.

„Könnte besser sein.“ Als ich ihren erschrockenen Gesichtsausdruck bemerkte korrigierte ich mich schnell.

„Geht schon, es ist nichts Ernstes.“ Nur etwas von dem vielleicht unser Leben abhängt, aber egal. Es sieht nicht so aus als würde sie mir glauben, aber sie ließ es dabei bewenden. Stattdessen sah sie sich weiter um. Ich frage mich was sie an dieser Ebene so fasziniert...

Was mache ich überhaupt hier? Anstatt zu zusehen so schnell wie möglich nach Sheol zu kommen gehe ich mit der Seele eines Engels spazieren. Kann ich denn nicht ein einziges Mal zu erst an mich denken?! Warum muss ich mich andauernd in die Sachen Anderer einmischen?! Ich bin doch zur Hälfte ein Dämon! Warum gelingt mir dann nicht mich dementsprechend zu verhalten? Das kann doch nicht so schwer sein!

Ein leichter Windhauch streifte meine Wange und wäre nicht dieser merkwürdige Geruch gewesen der ihn begleitete hätte ich ihn nicht weiter beachtet, aber das hier ist die Hölle und damit kann hinter jedem noch so unscheinbaren Detail eine tödliche Falle stecken.

Aufmerksam beobachtete ich die dunkle Wolke, die sich allmählich Anael näherte. Es kann harmlos sein oder auch nicht. Die Zielstrebigkeit mit der sich dieses Ding bewegte machte allerdings ziemlich schnell deutlich, das es keineswegs so harmlos war wie ich angenommen hatte und Anael hatte noch gar nichts bemerkt. Interessiert drehte sie einen Stein nach dem Anderen um und signalisierte mir immer wieder das sie mir etwas zeigen wollte. Misstrauisch warf ich einen Blick auf die Wolke und bemerkte gerade noch rechtzeitig ein Aufblitzen in ihrem Inneren.

„Anael! Paß auf!“ Sie drehte sich und erstarrte als sie die Wolke sah. Keine zwei Sekunden später schrie sie als wäre jemand dabei ihre Seele in ihre Einzelteile zu legen. Ohne zu zögern rannte ich los und warf mich zwischen sie und die Wolke. Keine Sekunde zu spät, denn im selben Augenblick spürte ich schon wie mich etwas glühendes durchbohrte. Fluchend zog der Angreifer seine Waffe zurück als er merkte, das er sein eigentliches Ziel verfehlt hatte. Zu meinem Glück schien diese Waffe ausschließlich auf die Absorbierung von Astralkräften und -wesen ausgelegt zu sein. Ich kam mit einem Kratzer davon. Außer einem Brennen an der Stelle wo er mich getroffen hatte war keine weitere Verletzung festzustellen. Mühsam zwang ich meinen Körper dazu sich wieder aufzurichten und konnte somit gerade noch verhindern, das sich Anael schützend vor mich stellte. Ich zwang sie ihre Astralform aufzugeben und wieder in meinem Innern Schutz zu suchen. Es war unnötig ihr zu sagen, das ich sie in Schlaf versetzen würde. Sie wusste, das es besser für uns beide war wenn sie sich ab jetzt nicht mehr einmischte, wenigstens nicht solange wir uns noch in der Hölle befanden.

„Du beschützt die Seele eines Engels?!“ Die Stimme, die jetzt aus der Wolke drang war dumpf und drohend. Es ist doch immer dasselbe. Ich schaffe es nicht einziges Mal an den Schwierigkeiten vorbei zugehen. Na ja, wenigstens ist Anael in Sicherheit. Um sie muss ich mir erst mal keine Sorgen mehr machen. Und was ist mit mir?

„Was dagegen?“ Tja, eigentlich wäre es gesünder gewesen den Mund zu halten, aber..

„Allerdings! Diese Seele gehört mir!“ Bitte, was habe ich gesagt. Jetzt geht es wieder los. Auf geht’s! Bringen wir uns mal wieder in Lebensgefahr. Man hat ja sonst kein Hobby.

„Sagt wer?“ Mag sein, das sich diese Wolke für unbesiegbar hält, aber ich kämpfe auf mir vertrautem Terrain. Dieser Kampf wird zu meinen Gunsten ausgehen, soviel steht schon mal fest. Schon seit einiger Zeit ist mir aufgefallen, das sich die Mächte der Hölle, die sich jeder Dämon zu eigen machen kann sich seit meiner Ankunft in Gehenna wie ein schützendes Netz um mich legten. Das merkte zwar auch mein Gegner als sein Angriff auf den gegen ihn gerichteten Schutzwall prallte und somit seine Wirkung verlor, aber das hielt ihn nicht davon ab es immer wieder zu probieren. Dabei war dieser Schutzwall noch simpel, er ließ lediglich seine Angriffe im Nichts verpuffen. Ein etwas stärkerer Kreis und sein Angriff würde mit der doppelten Wirkung auf ihn zurück geschleudert werden.

Nachdem mein Gegenüber sich von der anfänglichen Überraschung und meiner deutlich sichtbaren Gelassenheit erholt hatte versuchte er es erneut. Dieses Mal wesentlich stärker. Es kostete mich nicht sonderlich viel Mühe all seine Angriffe abzuwehren. Was immer er auch tat, es war so leicht vorherzusehen, das es schon fast keinen Spaß mehr machte. Es langweilte mich, das die Attacken immer gleich ausfielen, obwohl sie mit jedem Mal stärker wurden. Vielleicht war das auch der Grund warum ich unaufmerksam wurde und er mich erwischte. Fluchend zog ich mich etwas zurück um herauszufinden wie groß die Wunde war. Sie entpuppte sich als harmloser Kratzer, aber die Angriffe hatten plötzlich ein ganz anderes Muster bekommen und ich hatte nicht mehr die Zeit herauszufinden wie man diese umgehen konnte. Der nächste Angriff traf mich so unvorbereitet, das ich es nicht mehr schaffte ihn abzublocken. Sein Schwert (inzwischen hatte er die Waffe gewechselt) steckte bereits in meinem Körper. Triumphierend zog er es zurück und setzte zu einem neuen Angriff, als ich plötzlich einen wohlvertrauten Gegenstand in meiner Hand spürte. Stimmt, ich besitze ja auch so was. Na warte, jetzt wird es richtig lustig.

Ehe er sich versah blockte ich ihn ab und griff meinerseits an. Das überraschte ihn so sehr, das es keine zwei Minuten dauerte ihn zu überrumpeln.

„Und? Was machst du jetzt?“ Ich hatte meinen Gegner zwischen zwei Felsen eingekeilt und ihm somit jede Chance genommen zur Seite oder nach hinten auszuweichen. Es gab für ihn nur noch eine Chance, den Weg nach vorn und damit musste er an mir vorbei.

„Dich töten!“ Hui, da klingt aber jemand sehr überzeugt. Mal sehen wie lange noch. Lachend warf ich ihm einen Windstoß entgegen, der die Masse der Wolke erheblich minderte.

„Wirklich? Das will ich sehen.“ Mit einer einladenden Handbewegung gab ich ihm den Weg frei und erwartet seinen Angriff. Noch während er auf mich zu stürmte wusste ich bereits mit Sicherheit, das dieser Dämon, wer immer es auch sein mochte nicht die geringste Chance haben würde. Er hatte diesen Kampf bereits in dem Moment verloren als er mich herausgeforderte.

Regen auf den dunklen Straßen...
HEY NOW!

Das ich so plötzlich anfing zu singen irritierte ihn zusehends, aber ich konnte einfach nicht anders. Es war so leicht...

Ein Schirm, der dich plötzlich schützt...
Gemeinsam mit ihm kehrst du zurück...

Ich könnte den ganzen Tag so weitermachen. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht Komplexe?

Ein Abschied im Flur...
HEY YOU!

Unser erster Hit und ich singe ihn in der Hölle, während ich gegen einen Dämon kämpfe?

Dein Freund ist ein Dämon und muss deshalb sterben!

Ich muss krank oder völlig durchgeknallt sein. Vielleicht auch beides?

Verzweifelt rennst du hinaus in die Dunkelheit.
Der Wind trägt deine Tränen durch die Nacht!

Oder will ich einfach nur beweisen, das er kein Gegner für mich ist?

 

Never give away!

“Hey, was soll das?!”

Begreifst du es nicht?

„Hör auf zu singen!“

 

 

Never give away from you!

“Konzentrier dich gefälligst auf den Kampf!” Tue ich das nicht?

Der Mond scheint hell gefesselter Engel, stirb
and call it destiny!

“WAS?!” Überrascht? Dann warte erst mal den restlichen Text ab.

Never give away!
Begreifst du es nicht?

Ich bin zu stark für dich.

 

Never give away from you!

Ein Feuerball?

Sei verflucht und verrecke im rostigen Stacheldraht!

Lächerlich!

Der Regen fällt und du hörst
HEY NOW!

DAS hier ist ein Feuerball!

Was ist los mit dir?
Warum weinst du?

Steh auf! Verdammt komm schon, Das kann dich doch nicht schon geschafft haben.

Wer hat dir das angetan?
PAIN YOU?

Ich bin noch nicht fertig mit dir.

Wer steckt dahinter?
Sag es mir, ich sterbe nicht!

Das wirst du sein. Glaub mir!

Es bringt nichts seinen Problemen davonzulaufen!
Du musst dich ihnen stellen um zu siegen!

Hast du denn Mumm dazu?
Stellst du dich mir oder rennst du davon?

Never give away!
Begreifst du es nicht?

Ich bin kein Gegner für dich. Sieh endlich ein das du keine Chance hast.

 

Never give away from you!
Der Mond scheint hell gefesselter Engel, stirb
and call it destiny!
 

Gibst du auf?

Never give away!
Begreifst du es nicht?

Nein?

 

Never give away from you!
Sei verflucht und verrecke im rostigen Stacheldraht!


Du hast es ja so gewollt. Eine Energiesalve warf ihn gegen die nächste Steinwand vor der er regungslos liegen blieb.

„Wer bist du?“ Lachend sah ich zu ihm hinunter.

„Dein Gegner.“

„Das kann nicht alles sein! Kein Wesen in Gehenna kann mich so zu richten!“ Ich ließ ihm die Chance aufzustehen.

Never give away!
Begreifst du es nicht?

Du irrst dich.

 

Never give away from you!
Der Mond scheint hell gefesselter Engel, stirb
and call it destiny!


Ich nehme diesen Kampf ernst, aber…

Never give away!
Begreifst du es nicht?

... du hast trotzdem keine Chance.

 

Never give away from you!
Sei verflucht und verrecke im rostigen Stacheldraht!
 

Ich bin zu stark für dich.

 

Never give away!
Begreif es endlich!
Never give away from you!
Das tu nichts tun kannst, um ihre Seele vor mir zu retten.
Du bist verloren.

Never give away!
Hast du es begriffen?
Never give away from you!
Der Mond scheint hell auf deinem Grab.

It’s over!

Du wurdest verdammt!

 

„Shao! NICHT!“ Ich erstarrte mitten in der Bewegung als Kiras Stimme über die Ebene hallte. Das Schwert hoch erhoben stand ich über einem in sich zusammengekauerten Dämon, dessen Körper nicht eine einzige unversehrte Stelle mehr aufwies. Wir beide waren blutüberströmt, wobei der Großteil des Blutes das an mir klebte nicht mein eigenes war. Wütend starrte ich Kira an, der inzwischen meine Handgelenke festhielt, damit ich den geplanten Schlag nicht doch noch ausführen konnte. Mein Blick fiel auf das blutende, zuckende Etwas auf dem Boden und mein Drang es einfach zu töten wurde von Minute zu Minute stärker. Würde Kira mich nicht so energisch festhalten müsste ich jetzt nicht mühselig gegen dieses Verlangen ankämpfen.

Nur ein Schlag.

Ein kurzes Niedersausen der Klinge.

Es wäre so einfach...

„Shao! Laß es sein!“ Ich spürte wie sich der Druck gegen meine Handgelenke verstärkte. Widerwillig gab ich nach und ließ zu, das Kira mir mein Schwert abnahm.

„Wieso?“ Er ließ sich durch meinen finsteren Blick nicht im Geringsten beeindrucken.

„Das fragst du noch?! Weißt du denn gar nicht was du in Begriff warst zu tun?! Ich erkenne dich kaum noch.“ Ich stieß ein kehliges Lachen aus bevor ich ihm das Schwert wieder abnahm.

„Ich hatte lediglich vor einer Schlange den Kopf abzuschlagen.“ Leider verhinderte er auch diesen Schlag noch ehe ich den Dämon treffen konnte. Ich riss mich von ihm los und ließ meine Waffe verschwinden.

„Ich hoffe, das dir ebenfalls klar ist was du da tust Kira-chan.“ Meine Stimme glich einem Eishauch und zum ersten Mal konnte ich so etwas wie Furcht in seinen Augen erkennen, wenn auch nur kurz. Ehe er die Chance bekam mir zu antworten tauchten sowohl Setsuna als auch Kurai auf. Wobei sich Letztere mit einem völlig bestürzten Gesichtsausdruck neben den auf dem Boden kauernden Dämon kniete und beruhigend auf diesen einredete. Es mag ihr nicht aufgefallen sein, aber noch bevor sie in Sichtweite gekommen war hatte dieser Dämon seine Gestalt verändert.

Vorher war er ein ernstzunehmender Gegner gewesen. Groß, männlich, dunkel gekleidet und für Dämonen niederen Rangs ziemlich gefährlich. Jetzt hatte er die Gestalt einen dunkelhaarigen, wimmernden Mädchens angenommen, das so zerbrechlich wirkte, das es selbst mir für einen kurzen Augenblick leid tat. Nur die silbervioletten Augen gaben noch einen kleinen Hinweis darauf, das dieser Dämon mit Vorsicht zu genießen war.

Wie nicht anderes zu erwarten war ich jetzt natürlich die Hauptschuldige, die ihre Mordlust an armen, hilflosen Dämonen ausleben musste. Ich ließ die gesamte Predigt über mich ergehen ohne meinen vorherigen Gegner aus den Augen zu lassen. Auf seinem Gesicht lag ein zufriedenes Grinsen, das sich jedes Mal in ein Wimmern verwandelte sobald Kurai ihm wieder ihre Aufmerksamkeit zuwandte. Nur als sich schließlich Setsuna ebenfalls in die Sache einmischte wurde es mir zur bunt. Meine Geduld hatte Grenzen und das schien außer Kira niemand zu ahnen.

„Wie konntest du nur?“ Mit einem Achselzucken ignorierte ich die Frage die Setsuna mir soeben gestellt hatte. Ich hatte keine Lust mich verteidigen zu müssen nur weil ich mich der Situation entsprechend verhalten hatte.

„Bitte, euer Hoheit, ich habe Angst. Sie hat mich völlig ohne Grund angegriffen.“ Ich wirbelte herum.

„Wie war das?!“ Erschrocken sahen die großen mit Tränen gefüllten Augen zu mir auf. Resigniert gab ich es auf diesem Dämon drohen zu wollen. Er hatte es geschafft sie alle um den Finger zu wickeln. Solange er diese Gestalt beibehielt würde ich ihm kein Härchen krümmen können ohne mich mit der Herrscherin Gehennas anlegen zu müssen.

„Sieht so aus, als würdet ihr mich hier nicht mehr brauchen.“ Ich machte auf dem Absatz kehrt nur um im selben Augenblick ein merkwürdiges Kribbeln im Nacken zu verspüren. Ein kurzer Blick zurück zeigte mir, das alle Blicke auf mir lagen. Alle, bis auf einen. In der Hand des Dämons befand sich inzwischen wieder eine Klinge, die mit einer blitzartigen Bewegung auf Setsuna zusauste.

„Setsuna paß auf!“ Ehe er überhaupt reagiert hatte stand ich zwischen ihm und der Klinge. Der Schutzschild, den ich errichtet hatte hielt sie in der Schwebe und ich war entsetzt zu sehen aus was diese Klinge bestand. Dieses Metall war einzig und allein dafür geschaffen worden einem Engel seine gesamten Astralkräfte zu entziehen und es gibt nur einen Dämon, der diese Waffe mit Perfektion beherrschte, Abezethibou treuster Diener der Erzdämonen und gleichzeitig der gefährlichste Gegner eines Engel. Nur würde mir niemand glauben, das dieses zierliche Mädchen einer der gefährlichsten Dämonen der Hölle ist. Es sei denn ich beweise es. Wütend griff ich nach dem Kragen des Mädchens und zog es vom Boden hoch. Hinter mir fiel die todbringende Klinge zu Boden und verschwand, als wäre sie niemals dort gewesen.

„Sollte mich das beeindrucken?“ Meine Stimme war so kalt, das ich dachte die Luft um mich herum würde gefrieren.

„Wenn du mich einschüchtern willst muss dir schon was besseres einfallen lassen.“ Der entsetzte Gesichtsausdruck mit dem er mich segnete brachte mich zum Lachen. Fast kaufte ich ihm die Komödie ab.

„Meinst du es wäre so einfach mich zu töten. Also wirklich! Tss.“ Ich fixierte ihn um seine Reaktion abschätzen zu können, aber er hatte sich erstaunlich gut im Griff. Sein Gesicht war eine starre Maske. Vollkommen ruhig legte er seine Hand auf meine.

„Laß ... mich los.“ Erstaunt über diese dünne Stimme brauchte ich einen Moment bis mir wieder einfiel, das er ja seine Gestalt gewechselt hatte auf alle anderen wirkte er jetzt wie ein hilfloses Mädchen. Seufzend tat ich ihm den Gefallen und sah genüsslich zu wie er unsanft auf dem Hosenboden landete. Sein Blick sprach Bände. Sollten wir auch nur einen Moment lang alleine sein würde er nichts unversucht lassen um mich zu töten. Warum spiele ich dieses Spiel überhaupt? Es bringt doch nichts als Schwierigkeiten wenn ich ihn noch weiter herausfordere. Trotzdem konnte ich es nicht lassen mir Setsuna zu schnappen und bis dicht vor Abezethibou zu schleppen. Der Ärmste wusste gar nicht wie ihm geschah, geschweige denn was ich von ihm wollte.

„Sieh mal genau hin du kleiner einfältiger Dämon. Fällt dir gar nichts auf?“ Um sicher zu gehen deutete ich zwischen Setsuna und mir hin und her. Es dauerte nicht allzu lange bis bei ihm der Groschen fiel. Er wurde leichenblass und hauchte irgendetwas von vollkommen unmöglich bevor Kurai sich den ungläubigen Dämon schnappte und vor mir in Sicherheit brachte. Auch die Anderen sahen mich vollkommen verständnislos an. Na super, damit habe ich es also geschafft. Sie halten mich für vollkommen durchgeknallt. Aber ich bin selber schuld. Seit meiner Ankunft in Gehenna habe ich mich derart merkwürdig verhalten, das es selbst mir schwer fallen würde mich jetzt noch für normal zu halten.

„Ziemlich beeindruckende Vorstellung, die du hier ablieferst.“ Kira klopfte mir anerkennend auf die Schulter.

„Eben ganz Alexiels Tochter.“

„Alexiels WAS?!“ Setsuna stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Immerhin steckt er nach wie vor in dem Körper meiner Mutter. Außerdem hatte er bis jetzt nicht den geringsten Schimmer von seinem Glück.

„Oh, hatte ich etwa vergessen das zu erwähnen?“ Meine Unschuldsmiene ließ ihn völlig kalt und so erwies sich der Rückweg in den Palast als ziemlich lang. Bis dato hatte ich noch nicht mal im Ansatz geahnt wie neugierig Setsuna sein konnte. Kira beobachtete das Ganze mit einem geheimnisvollen Lächeln und hielt sich zurück. Dabei war ich mir sicher, das ihm ebenso viele Fragen auf der Seele brannten wie Setsuna. Ich beantwortete die Fragen so wie ich es für angemessen hielt und hoffte nur das ihm irgendwann mal die Puste ausgehen würde. Leider war das ein Trugschluss. Er gab nicht eine Minute Ruhe.

„Aber wie? Hey, Shao! Jetzt rück endlich mit der Sprache raus.” Das war jetzt mindestens das fünfzehnte Mal, wenn ich mich nicht verzählt habe, das er mich danach fragt wie ich es geschafft habe Alexiels Erwachen zu Überleben und wo ich in der Zwischenzeit überhaupt gesteckt hatte. Die Tatsache, das ich Alexiels Tochter bin scheint ihn im Vergleich dazu nicht halb so interessant zu sein. Resigniert stieß ich einen Seufzer aus und war mehr als erleichtert darüber, das Kira den Fragefluss seines Freundes unterbrach um mich darauf hinzuweisen, das die Wunde an meinem Arm endlich mal versorgt werden müsste. Mein Argument, das es sich dabei lediglich um einen Kratzer handelte, der sicher bald verheilen würde ließ er nicht gelten. Also tat ich ihm den Gefallen und sah mir die Wunde an. Erstaunt stieß ich einen leisen Pfiff aus. Es war noch nicht mal ein Ansatz von Heilung zu sehen. Die Wunde war nach wie vor offen und blutete leicht. Erstaunlich! Noch ehe ich etwas sagen konnte begann sich Setsuna bei mir zu entschuldigen, da er es gewesen war, der mich an dieser Stelle verletzt hatte. Nachdem die Wunde von Kira fachmännisch verbunden worden war ging die Fragerei von wieder von vorne los. Ich wollte nicht unhöflich sein, aber von Minute zu Minute wurde ich müder und müder. Kein Wunder immerhin habe ich in den letzten Tagen kaum geschlafen und dann dieser ganze Stress mit den Engeln und Dämonen, das geht echt an die Substanz. Wird Zeit das ich mich endlich ein einem Bett vergrabe und dort die nächsten vierundzwanzig Stunden zu verbringe. Ohne Störung!

„Hey Shao-chan fehlt dir was?“ Ich grinste Kira an.

„Ja, verdammt guter Sex.“ Mit einem >Ach so, also da kann ich dir bestimmt helfen< schleifte er mich hinter sich her und ließ einen inzwischen ziemlich aus der Fassung geratenen Setsuna zurück. Natürlich hatten wir keinen Sex, leider. Kira hatte lediglich die Gelegenheit genutzt mich von Setsuna wegzubringen um mir endlich einige Fragen stellen zu können von denen er meinte das die Antworten Setsuna nicht gefallen dürften. Mal abgesehen davon, das dieser sie höchstwahrscheinlich auch nicht verstehen würde. So brachte ich also die nächsten zwei Stunden in einem abgelegenen Zimmer des Palastes damit zu Kira haarklein zu erzählen was mir in der Zwischenzeit alles so wiederfahren war. Eine Chance ihm irgendwie auszuweichen hatte ich nicht. Er merkte sehr genau wann ich ihm etwas verschwieg und bohrte solange nach bis ich schließlich doch mit der Sprache rausrückte. Im Gegenzug verlagerte ich dieses Spielchen zwischendurch und stellte ihm Fragen zu allem was seine Vergangenheit und Alexiel anging. Danach war ich so fix und alle, das ich am Liebsten nur noch in ein Bett gefallen wäre, aber eines musste ich noch wissen.

„Mit was zum Henker hat mich Setsuna da eigentlich getroffen?“ Ich deutete auf den Verband an meinem Arm.

„Nanatsusaya.“ Sieh an, sieh an. Das kann mich also verletzten und meine Kräfte sind dagegen wirkungslos... interessant...

„Du siehst irgendwie so aus als würdest du dich darüber auch noch freuen.“ Freuen? Freuen?! Hat er denn gar keine Ahnung was das für mich bedeutet?! Das ist etwas von dem ich nicht zu träumen gewagt hatte. Nicht nach all dem was ich bisher über mich erfahren habe.

„Nein, das ist es nicht.“ Es gibt einen Weg endlich alles hinter mir zu lassen. Doch kann ich das von meinen Freunden verlangen? Kann ich von ihnen verlangen mich zu töten?

„Was ist es dann?“ Sein Blick lag forschend auf mir. Ich kannte dieses unnachgiebige Funkeln in seinen Augen nur zu gut.

„Willst du es wirklich wissen?“ Ich konnte sehen wir kurz davor stand ja zu sagen, aber dann wurde sein Blick misstrauisch.

„Es wird mir nicht gefallen, oder?“

„Richtig.“ Seufzend ließ er sich auf einen Stuhl sinken und sah mich wieder an.

„Ich ahne schon auf was du hinaus willst. Aber bitte.“ Er machte eine einladende Handbewegung. Ich holte tief Luft.

„Ich möchte dich bitten mich zu töten sobald das hier alles vorbei ist.“ Er sog scharf die Luft ein während sein Gesicht zusehends an Farbe verlor.

„Nanatsusaya, Alexiels Schwert, dein Körper stoß es direkt durch mein Herz und sorge dafür das ich mich nie wieder erheben werde.“ Er war so blass geworden das es mir beinahe Angst machte. Aber was sollte ich tun ihn zu trösten würde nur wie ein jämmerlicher Versuch wirken mein Vorhaben zu rechtfertigen.

„Warum? Warum willst du unbedingt sterben?“ Mitleidig sah ich ihn an.

„Nach allem was ich dir erzählt habe fragst du mich das?“ Er schüttelte traurig den Kopf.

„Nein, eigentlich nicht. Ich hatte schon so eine Ahnung, aber...“ Er zögerte kurz.

„... ich hatte gehofft du würdest es dir noch einmal anders überlegen.... mir zuliebe.“ Erstaunt sah ich ihn an.

„Shao-chan, hast du denn gar keine Ahnung davon wie viel du mir und Setsuna bedeutest?“ Nachdenklich schüttelte ich den Kopf. Er will mir doch jetzt hoffentlich nicht sagen, das er in mich verliebt ist oder?

„Du bist der erste Mensch gewesen, der sich uns ohne Vorurteile genähert hat. Sicher, anfangs haben wir uns alle Gegenseitig in den Wahnsinn getrieben, aber mit der Zeit konnte sich keiner von uns vorstellen, das es einmal einen Tag geben würde, wo du nicht plötzlich auftauchst und uns irgendwohin mitten ins Nirgendwo schleifst.“ Lächelnd sah ich ihn an. Er meinte den Tag an dem ich ihn, Sara und Setsuna buchstäblich hatte entführen lassen nur um mit ihnen zum Karneval nach Rio zu fliegen. Es war herrlich und auch nicht das letzte Mal gewesen wo wir so etwas zusammen unternommen haben. Die Beiden rächten sich natürlich in dem sie mir etwas ähnliches wiederfahren ließen. Das erste Mal waren sie dafür extra ein meine Wohnung eingebrochen und hatten mich sang und klanglos in ein wartendes Taxi verfrachtet. Natürlich erst nachdem sie mir eine Augenbinde verpasst hatten.

„Shao-chan, bitte.“ Seine Stimme klang flehend. Ich wandte den Blick ab um mich nicht von ihm beeinflussen zu lassen.

„Bitte verlang das nicht von mir.“ Seufzend sank ich vor ihm in die Knie.

„Kira-chan, kein Anderer als du kann besser nachvollziehen was es bedeutet eine Ewigkeit lang allein zu sein. Keiner weiß besser was es bedeutet nicht sterben zu können. Ich hatte gehofft du würdest mich verstehen.“ Seine braunen Augen lagen trauernd auf mir.

„Das ist es nicht. Shao-chan ich verstehe dich. Vielleicht sogar mehr als du ahnst. Es ist nur, die ganze Zeit über habe ich gedacht, wenn das alles vorbei ist könnten wir alle in unser altes Leben zurück. Du würdest wieder singen und Setsuna, Sara und ich würden wie immer zu einem euerer Konzerte kommen nur um zu sehen wie erfolgreich ihr in der Zwischenzeit mal wieder geworden seit. Danach würden wir euch hinter der Bühne besuchen und feiern. Du weißt schon, das Leben noch einmal so richtig genießen.“ Verträumt sah er zur Decke hinauf. All diese Ereignisse einfach so abschütteln und zur Normalität zurück kehren? Ich wünschte mir würde das so leicht fallen wie ihm...

„Ich denke ich kann dich verstehen Kira-chan, aber dennoch-“ Er legte mir einen Finger auf die Lippen.

„Ist schon gut. Du brauchst mich nicht noch einmal zu bitten. Ich werde dir diesen Gefallen tun, auch wenn es mir schwer fällt.“ Dankbar sah ich ihn an.

„Aber wehe...“ Er hob drohend den Finger.

„... du wagst es Setsuna etwas davon zu erzählen. Der Kleine hat schon Probleme genug.“ Lachend sprang ich auf.

„Für wie dumm hältst du mich?! Es hatte seinen guten Grund warum ich dich bat und nicht ihn.“ Schwerfällig erhob er sich ebenfalls. Mein plötzlicher Stimmungswechsel schien auf ihn abzufärben.

„Manchmal wünschte ich mir das du nicht so viel Vertrauen in mich hättest. Mein Leben wäre um so vieles einfacher.“ Das leichte Lächeln das dabei seine Mundwinkel umspielte strafte ihn lügen.

„Und langweiliger.“ Zur Strafe verpasste er mir eine Kopfnuss und nahm mich in den Schwitzkasten.

„Wann?“ Sofort wurde ich wieder ernst.

„Noch nicht. Erst müssen wir Assia retten. Danach...“ Seufzend gab er mich mit einem Ruck frei.

„Das heißt ich habe noch eine Gnadenfrist und-“ Ein satanisches Grinsen legte sich über sein Gesicht bevor er sich wieder auf mich stürzte.

„-du wirst noch eine ganze Weile unter mir zu leiden haben.“ Quiekend und kreischend versuchte ich ihm zu entkommen während er mich von Kopf bis Fuß durchkitzelte. Er nahm, es besser auf als ich gedacht hatte. Aber wer weiß wie viel Leid und Elend er im Laufe seiner Existenz schon gesehen hatte. Als Schwert Alexiels muss an ihm noch mehr Blut als an meinem Händen kleben. Was hat ihn all die Jahre dazu verleitet ihr zu folgen? Es kann nicht nur der Wunsch nach Rache gewesen sein. Rache allein kann einen nicht dazu bewegen jahrehundertlang einer bestimmten Person zu folgen ohne das sie etwas von der Existenz ihres Verfolgers weiß. Viel eher würde man dafür sorgen das diese Person in Angst und Schrecken lebt. Das weiß ich selber nur zu genau. Teils weil ich es manchmal selber so gehalten habe und anderseits weil meine Erfahrung mit den Huntern nur allzu deutlich zeigt was alles passieren kann wenn Rache einen antreibt.

„Hey, was ist los mit dir?“ Gähnend sah ich zu Kira hinauf, der mich immer noch festumschlungen hielt.

„Ach nichts, ich bin nur hundemüde.“

„Na, wenn das so ist.“ Lachend hob er mich hoch und trug mich mit stolzgeschwellter Brust einmal quer durch den gesamten Palast in sein Zimmer. Meine Proteste, das er das gefälligst sein lassen sollte nutzten mir dabei herzlich wenig. Die Aufmerksamkeit, die wir bei der ganzen Aktion auf uns zogen suchte ebenfalls nach ihresgleichen. Nur traute sich niemand Kira anzusprechen. Irgendwie immer wieder erstaunlich wie er sich unter den Dämonen behauptet. Endlich erreichtem wir sein Zimmer und er verfrachtete er mich, nachdem er mir meine Jacke ausgezogen hatte, in ein Bett und deckte mich bis unters Kinn zu. Protestierend sah ich ihn als er gehen wollte.

„Was?“ Ich zog eine Unschuldsmiene.

„Krieg ich keinen gute Nachtkuss?“ Sein Gesichtsausdruck war zum Schießen, aber er gab sich geschlagen und hauchte mir einen Kuß auf die Stirn. Ich konnte er mir nicht verkneifen ihn ein Stückchen weiter zu mir herunter zuziehen und meine Lippen auf die seinen zu drücken. Perplex sah er mich an.

„Hmm... du schmeckst süß.“ Genüsslich leckte ich mir über die Lippen.

„Unverbesserlich!“ Er tätschelte mir leicht den Kopf und verließ den Raum. Natürlich nicht ohne mich vorher noch einmal zu ermahnen auch wirklich zu schlafen. Als wenn ich dazu eine Aufforderung gebraucht hätte. Ich war dermaßen müde das ich sofort einschlief. Anael meldete sich zwar noch einmal kurz bevor ich endgültig in die ruhige Welt des Schlafes versank. Es war unheimlich angenehm zu wissen das man sich in einer Welt befand wo Engel einen unmöglich finden konnten. Warum habe ich das nicht schon viel früher getan? Warum bin ich nicht schon viel früher in die Hölle geflüchtet?

Meine Erinnerung an die unangenehme Begegnung mit Belial zeigte mir nur einen der Gründe auf warum ich mich nie näher mit dieser Tatsache befasst hatte. Der andere, weitaus wichtigere Grund war die Begegnung mit Abezethibou. Ein Handlanger der Erzdämonen war in Gehenna unterwegs nur um die Seele eines einzelnen Engels zu vernichten. Da ist doch was faul. Erzdämonen halten sich nicht mit solchen Lappalien auf. Da muss noch etwas anderes dahinter stecken. Nur was?

Oh man, und ich Hornochse habe ihm auch noch verraten wessen Tochter ich bin. Ich bin so ein Idiot! Hätte ich nicht mal darüber nachdenken können, das Abezethibou mit dieser Information direkt zu seinem Auftraggeber rennen wird nur um diesem zu erzählen was er soeben entdeckt hatte?! Im Klartext, ich habe es mal wieder geschafft mich selbst in die allergrößten Schwierigkeiten zu bringen. Spätestens wenn Astaroth oder Asmodis von der Sache Wind kriegen bin ich Freiwild. Grummelnd wälzte ich mich auf die Seite und beschloß mich erst dann wieder mit diesem Problem zu befassen wenn ich ausgeschlafen war.

Als man mich unsanft in den Rücken stieß war ich immer noch weit davon entfernt auch nur einen annähernd ausgeruhten Zustand zu erreichen, aber das schien den Störenfried nicht weiter zu stören. Genervt rang ich mich schließlich dazu durch die Augen wenigstens einen Spaltbreit zu öffnen. Rosiel! Ist ja klar. Wer auch sonst?! Kein anderer macht mir das Leben dermaßen schwer wie dieser Engel!

„Laß mich in Ruhe!“ Mit einer müden Handbewegung stieß ich ihn weg, aber er blieb hartnäckig. Ich rollte mich tiefer in die Decke ein.

„Rosiel-chan! Laß das!“ Ich konnte hören wie er sich aprupt vom Bett entfernte.

„Rosiel-chan?!“ Oh mein Gott! Diese Stimme! Ich saß plötzlich senkrecht.

„Setsuna?!“ Er wirkte aschfahl und das er dabei im Körper meiner Mutter steckte versetzte mir einen zusätzlichen Stich. Ich versuchte den Ansatz einer Erklärung aber er wich mit einem solch panischen Gesichtsausdruck vor mir zurück, das ich es nicht wagte mich noch weiter zu bewegen. Nach allem was ich von Kira erfahren hatte war sein Schock mehr als nur gerechtfertig.

„Du kennst diesen irren Engel?“ Ich deutete ein leichtes Nicken an, was ich im nächsten Moment sofort bereute. Ohne mir die Chance auf einer Erklärung zu geben stürmte er aus dem Raum. Fluchend wühlte ich mich aus dem Bett und nahm die Verfolgung auf.

„Setsuna! Warte!“ Er rannte nur noch schneller, als er mich bemerkte.

„Nein! Laß mich in Ruhe!“ Die Verzweiflung in seiner Stimme hätte mich fast zum Stehen gebracht, aber es war notwendig, das er mir zu hörte. Es war nicht einfach ihn einzuholen, aber schließlich schaffte ich es.

„Nicht! Laß mich los!“ Er wandt sich in meinem Griff wie ein gefangenes Tier.

„Verdammt noch mal Setsuna! Hör endlich auf damit!“ Doch ich erreichte mit meinem Versuch ihn so zur Ruhe zu bringen eher das genaue Gegenteil. Seine Wutschreie gemischt mit den Vorwürfen, das ich ja keine Ahnung hätte was ihn ihm vorginge entlockten mir ein bitteres Lachen. Eisig sah ich ihn an.

„Glaubst du das wirklich?“ Er zuckte unter meinem Blick zusammen und allmählich erschlafften seine Versuche sich zu befreien.

„Du magst glauben, das dir nichts schlimmeres mehr wiederfahren kann und ich hoffe inständig, das du damit recht hast. Aber wirf mir nie wieder vor, das ich dich nicht verstehen würde. Ich kann ich deinen Schmerz viel besser nachvollziehen als du auch nur ahnst.“ Er starrte mich fassungslos an und gab seine Gegenwehr endgültig auf.

„Shao?“ Ich vermied es ihm in die Augen zu sehen. Ich wusste auch so, das sein Blick sorgenvoll auf mir lag. Eigentlich wollte ich es vermeiden ihm überhaupt etwas über meine Vergangenheit zu erzählen, aber was hätte ich sonst tun sollen? Er würde mir nicht zu hören wenn ich versuche ihm zu erklären, das ich Rosiel eher zufällig kennengelernt habe. Sein Schmerz über Saras Verlust war zu groß, als das er bereit wäre etwas so banales zu glauben. Notgedrungen musste ich ihm mehr erzählen als ich wollte. Zu unserem Glück hatte uns noch niemand bemerkt und so war es ein leichtes unbemerkt zurück in Kiras Zimmer zu kommen. Wenn ich ihm schon eine Erklärung liefern musste, dann doch bitte nicht in aller Öffentlichkeit und erst recht nicht in diesem Aufzug. Irgendjemand hatte mich in ein blutrotes Seidennachthemd verfrachtet, das gerade mal so eben meinen Allerwertesten bedeckte. Setsuna hingegen sah aus als hätte er die letzten Stunden in einem Schönheitssalon verbracht. Das Make-up saß perfekt und die Haare sahen aus als wären sie tausend Bürstenstrichen zum Opfer gefallen. Bestimmt das Werk von Kurai und Arakune. Bei mir war eher das Gegenteil der Fall. Meine Haare standen nach allen Seiten ab und hatten sich derart ineinander verschlungen, das ich den Eindruck hatte irgendwann an diesem Tag durch einen Wirbelsturm gelaufen zu sein. Ich hoffte nur, das ich für das Kämmen nicht wieder ewig brauchen würde.

Seufzend ließ ich mich auf das Bett fallen, ohne darauf zu achten, das ich Setsuna damit Einblicke gewährte, die so manch Anderen an den Rand einer Ohnmacht getrieben hätten. Mit einer Handbewegung bedeutete ihm sich zu setzten, aber blieb konsequent stehen wobei sein Gesichtsausdruck deutlich genug verriet, was er in diesem Moment von mir dachte. Es war schon merkwürdig den Körper Alexiels vor sich zu haben und mit der gewohnten Mimik von Setsuna leben zu müssen. Ich fragte mich wie lange es wohl dauern würde ihm seinen wahren Körper zurück zu geben und ich meine Mutter endlich wieder in die Arme schließen konnte.

„Ich hoffe du hast eine Menge Zeit Setsuna-chan, das hier wird dauern.“ Keine Reaktion. Gut, dann eben nicht.

„Du erinnerst dich an meinen Mitbewohner?“ Er überlegte kurz, bevor er zögernd nickte.

„Ja, aber ich bin ihm nie begegnet.“ Mir fiel wieder ein was ich gesehen hatte kurz bevor Alexiel erwachte. Catan hatte ein Dimensionstor geöffnet um einen weiblichen Engel vor der unglaublichen Macht, die durch Alexiels Erwachen entfesselt wurde zu retten. Wie sich herausstellte war seine Mühe vergebens gewesen und er zahlte einen verdammt hohen Preis dafür.

„Vielleicht doch.“ Er sah mich erstaunt an.

„Nein, nicht das ich wüsste. Ich bin ihm nie begegnet. Ich weiß nur das er verdammt gut aussehen soll.“ Der Gedanke an Catans momentanen Zustand jagte mir kalte Schauer über den Rücken. Ich konnte die Verzweiflung in diesen klaren, blauen Augen nicht vergessen, als er mich erkannt hatte. Er hätte alles getan um mir seinen Anblick zu ersparen und war nur um so überraschter, das ich nicht vor ihm zurückwich. Rosiel hatte vorgehabt mich so loszuwerden, aber er hatte weder mit meiner noch mit Catans Willensstärke gerechnet.

„Doch, ich denke du bist ihm schon einmal begegnet. An dem Tag als Alexiel erwachte.“ Seine Augen weiteten sich etwas.

„Meinst du diesen männlichen Engel, der das Mädchen retten wollte, das Sara getötet hat?“

„Ja.“ Er wurde blaß.

„Aber wieso?! Er ist doch ein Engel, oder nicht? Du hast Engel doch noch nie leiden können! Warum lebst du dann mit einem zusammen!?“ Wenn ich das nur wüsste. Warum empfinde ich immer wieder für diejenigen, die mir den größten Schmerz meines Lebens zufügten soviel? Warum lerne ich nicht aus meinen Fehlern?

„Wenn ich damals schon gewusst hätte, das er Engel ist, dann wäre so vieles anders verlaufen... aber er hat es mir erst nach über einem Jahr erzählt. Hätte ich es früher gewusst, dann...“ Ich brach ab. Ja, was wäre wenn ich es früher gewusst hätte? Wäre ich dann immer noch einsam? Hätte ich mein Leben jemals so genossen wie in der Zeit, die er bei mir verbrachte? Was wäre aus mir geworden wenn ich von Anfang an gewusst hätte, das er ein Engel ist? Wäre ich dann hier?

„Dann wärst du wohl nicht hier.“ Überrascht, das er meine stumme Frage beantwortete sah ich ihn an. Kann es sein, das in seinem Inneren bereits mehr von meiner Mutter erwacht ist als er selbst ahnt?

„Ja, vielleicht...“ Aber kann ich mir da so sicher sein? Die enorme Zerstörungskraft von Alexiels Erwachen hätte das Siegel auf jeden Fall brechen lassen. Ich hätte keine Chance gehabt...

„Aber du solltest wissen, das ich schon sehr lange wusste was er vorhatte. Ich wusste das er seinen Vater befreien wollte und ich habe es nicht verhindert.“ Ich war auf alles gefasst, aber nicht auf diesen mitleidigen Blick in seinen Augen.

„Verstehst du? Ich wusste er würde Rosiel befreien und habe es nicht verhindert.“ Mühsam kämpfte ich gegen das Verlangen mit meinen Fäusten auf die Bettdecke zu schlagen.

„Und was soll daran so schlimm sein?“ Überrascht sah ich ihn an. Ist das wirklich noch derselbe Setsuna den ich kenne? Er wirkt so ruhig und ernst.

„Meinst du denn nicht, das ich in deiner Situation genauso gehandelt hätte? Shao, ich kenne dich lange genug um zu wissen, das du sehr genau weißt was du tust.“ Ich stieß ein verbittertes Lachen aus. Er hat doch keine Ahnung!

„Ach ja? Dann verrate mir doch bitte mal warum ich selbst als Rosiel mir sagte, das er dich töten würde um seine Schwester wiederzuerwecken ich nichts dagegen unternommen habe.“ Seine Knie begannen leicht zu zittern. Ich weiß nicht was mich dazu trieb, aber ich konnte es nicht vermeiden, das meine Stimme einen grausamen Klang annahm. Wollte ich das er mich hasste?

„Überrascht? Rosiel war die ganze Zeit über bei mir zu Hause und ich habe es keinem von euch erzählt.“ Fassungslos ließ er sich auf einen Stuhl sinken.

„Das ist nicht wahr.“ Bitter sah ich ihn an. Ich konnte sehen wie sein Weltbild allmählich zu bröckeln begann.

„Doch, es ist wahr. Hätte ich mich Rosiel in den Weg gestellt, als ich noch die Gelegenheit dazu hatte, dann wäre Sara-chan jetzt vielleicht noch am Leben.“ Ein bedrückendes Schweigen legte sich über uns, bis er zögernd das Wort ergriff.

„Nein, Sara wäre selbst dann gestorben. Wenn nicht dieses Mädchen sie getötet hätte, dann jemand anders. Alexiels Erwachen war erforderlich und dafür war ihnen jedes Mittel recht.“ Ich fragte ihn nicht wenn er damit meinte. Es war schon schwierig genug ihm den Rest der Geschichte beizubringen. Innerlich hatte ich mich schon längst damit abgefunden in der nächsten Minuten wohl einen guten Freund zu verlieren.

„Die Engel kannst du dabei außen vorlassen. Außer Rosiel freut sich niemand darüber, das Alexiel erwacht ist.“ Erstaunt sah er mich an. Ich konnte den Anflug eines Lächelns nicht vermeiden.

„Was denn? Hast du gedacht ich drehe in all der Zeit nur Däumchen und kreuze dann mal so eben im Hades auf weil mir danach ist? Also ehrlich!“ Ich ließ ihm kurz Zeit um das zu verdauen bevor ich ihm von meinem unfreiwilligen Aufenthalt in Yetzirah erzählte. Wodurch wir nachdem ich damit fertig war mal wieder bei dem Thema landeten, das ich Alexiels Tochter war. Seufzend holte ich kurz Luft bevor ich ihm das näher brachte. Wenn ich schon dabei ihn in meine Geheimnisse einzuweihen, dann direkt so weit, das ich nicht bei jedem Satz den ich von mir gab aufpassen musste mich zu verraten.

„Ich habe Kira-chan gestern noch einiges erklärt und ich denke du solltest ebenfalls davon erfahren.“ In einer ziemlich gerafften Version verschaffte ich ihm einen Einblick in alles was mir wiederfahren war bevor ich das Siegel erhielt. Er hörte mir mit immer größer werdenden Augen zu, bis sein Gesicht kaum noch Farbe zeigte. Er war so blaß geworden, das ich mir ernsthaft Sorgen machte ob er nicht im nächsten Moment vom Stuhl fallen würde.

„Und Rosiel weiß das alles ebenfalls?“ Geschockt sah ich ihn an.

„Um Himmelswillen! NEIN! Wenn er das wüsste würde er mich höchstwahrscheinlich direkt in eines seiner Versuchslabors verfrachten.” Ich lachte leise auf, als ich Setsunas entsetzen Gesichtsausdruck bemerkte.

„Er weiß es wirklich nicht. Auch wenn er sich große Mühe gegeben hat herauszufinden warum ich Engel nicht leiden kann.“ Die Erinnerung an seine gottverdammte Hartnäckigkeit und wie dicht er an die Wahrheit herangekommen war jagte mir nach wie vor Schauer über den Rücken. Aus Macht der Gewohnheit ich versuchte nach dem Kreuz zugreifen, das normalerweise vor meiner Brust baumelte, aber es war nicht mehr dort wo es hingehörte Ich ließ meine Hand wieder sinken. Stimmt ja, es ist für immer zerstört...

„Und deine Eltern?“ Er sah mich besorgt an. Fast so als bräuchte ich jetzt seinen Trost.

„Was meinst du damit?“ Ich wischte die Sehnsucht mich einfach in die Arme meiner Mutter fallen zu lassen und mich von ihr trösten zu lassen wie ein lästiges Insekt aus meinen Gedanken.

„Willst du nicht nach ihnen suchen?“ Nachdenklich betrachtete ich den Boden unter meinen Füßen. Diese Frage hatte ich mir selbst noch nicht beantwortet. Vielleicht wird es langsam Zeit sich zu entscheiden...

„Warum sollte ich? Ich weiß doch, das Alexiel meine Mutter ist.“ Er schüttelte energisch den Kopf. Die Geschwindigkeit mit der ich geantwortet hatte überraschte selbst mich, aber ich wusste bereits, das ich mich richtig entschieden hatte.

„Das meinte ich nicht. Was ist mit deinem Vater willst du ihn nicht suchen? Willst du nicht wissen was mit ihm passiert ist?“ Ich schüttelte den Kopf.

„Uriel hat mich schon etwas ähnliches gefragt, aber ich will es nicht wissen. Zum Einem, weil mir das alles schon jetzt zu viel ist und zum Andern würde ich herausfinden wer mein Vater ist, dann wären er und meine Mutter nur in unnötiger Gefahr. Eine Verbindung zwischen Engel und Dämon ist verboten so lange ich denken kann und wird auf das Grausamste bestraft.“

„Aber was ist mit dir? Du existierst doch. Werden sie nicht nach dir suchen? Sie können dich doch nicht einfach so zurücklassen.“ Seine Naivität war herrlich erfrischend. So konnte nur jemand reden, der sich noch nie mit den Zwängen des Himmels und der Hölle auseinander gesetzt hatte. Ich beneidete ihn darum, das er dieses Wissen nicht teilte.

„Glaubst du denn das wäre eine leichte Entscheidung gewesen? Das eigene Kind zurück zulassen ohne zu wissen was aus ihm werden wird? Sie hatten mich einmal in Assia zurückgelassen, weil sie wussten, das es der einzige Ort war an dem ich sicher aufwachsen konnte und sie haben es ein weiteres Mal getan, weil sie wussten, das ich dort auch weiterhin in Sicherheit war. Selbst ohne Erinnerung an das was ich war wusste ich doch wie ich mich in Assia zu verhalten hatte. An jedem anderen Ort wäre sofort aufgefallen, was ich wirklich bin. Nur in Assia konnte mein wahres ich vor den Blicken der Engel und Dämonen verborgen werden. Hätten sie mich gefunden, als ich wehrlos war, dann wäre ich für immer verloren gewesen. Deshalb haben sie mich zurückgelassen und nie wieder nach mir gesucht.“ Meine Stimme hatte bei dem letzten Satz einen bitteren klang angenommen. Erst jetzt wurde mir bewusst wie sehr ich mich trotz des Siegels immer wieder nach meinen Eltern gesehnt hatte.

„Wehrlos? Du?!“ Er sah mich mit gespieltem Erstaunen an.

„Ja. Du hast doch selbst gesehen und auch gespürt zu was Dämonen und Engel imstande sind. Wäre das Siegel noch intakt, dann wäre ich leichte Beute für sie. Für die Engel um als Laborratte zu enden und für die Dämonen um ihre Macht zu vergrößern. Egal in wessen Hände ich gefallen wäre, ich wäre nie wieder freigekommen...“ Nachdenklich stützte er seinen Kopf auf der Lehne des Stuhls ab.

„Das hört sich so an, als wärst du Rosiel... dankbar das dich verschleppt hat und das Siegel brach?“

„Meinst du? Ja, vielleicht... ein bisschen...“ Ärgerlich schob ich das Bild besorgter, goldener Augen in die hinterste Ecke meines Bewußtseins.

„Mach dir da mal keine Sorgen. Ich bin nicht sonderlich scharf darauf diesen Irren sobald wiederzusehen.“ Sein Blick gefiel mir gar nicht. Irgendetwas darin schien mir sagen zu wollen, das ich auf mich aufpassen sollte. Sollte der Geist meiner Mutter etwa doch mehr Einfluss auf Setsuna haben als ich dachte oder leide ich unter Einbildung? Bevor ich mich weiter mit dieser Frage abplagte beschloß ich lieber das Thema zu wechseln.

„Übrigens solltest du dich endlich mal auf die Socken machen oder glaubst du Sara-chan wartet ewig auf dich?“ Das war das Stichwort. Sobald es um Sara ging vergaß er alles andere um sich herum. In nur knapp zehn Minuten hatte er mir sämtliche Details von Saras Aufenthaltsort entlockt und war vor lauter Tatendrang kaum noch zu bremsen. Zu meinem Glück ließ er mir noch Zeit mich wenigstens halbwegs vernünftig anzuziehen, bevor er mich mit zu Kira und Kurai schleifte um ihnen von seinem neusten Geistesblitz zu erzählen. Er würde nach Assia gehen ohne Rücksicht auf Verluste!

Die Begeisterung bei allen Anderen und mir hielt sich in Grenzen, aber das konnte ihn nicht im geringsten Bremsen ehe wir uns versahen war er auch schon wieder verschwunden wobei er irgendetwas von Vorbereitungen treffen vor sich hinmurmelte. Das sein Körper immer noch tot in der Gegend herumlag interessierte ihn dabei nicht weiter. Immerhin lag der ja inzwischen ein einem magischen Speicher und konnte nicht verwesen solange er sich darin befand. Außerdem würde er sich in Yetzirah direkt Raphael schnappen, damit dieser ihn wiederbelebte. Wer auch immer ihm von Raphael erzählt haben mochte, er hatte keine Ahnung! Raphael würde den Teufel tun. So wie ich ihn in Erinnerung hatte wäre er zwar immer wieder bereit dazu einer Dame gegen entsprechende Entlohnung bei jeder Art von Schwierigkeiten zu helfen, aber Setsuna? Ich wage doch stark zu bezweifeln, das er selbst in diesem Körper irgendetwas bei Raphael bewirken kann. Ein harter Schlag gegen den Rücken riss mich aus meinen Gedanken.

„Kira!“ Lachend wehrte er meine Hand ab, als ich zur einer scherzhaft gemeinten Ohrfeige ansetzte.

„Reg dich ab, ich wollte nur wissen was dich so beschäftigt.“ Ärgerlich fuhr ich mir durch die Haare und verfluchte mal wieder die Tatsache, das ich vergessen hatte sie zu kämmen oder sie wenigstens zusammen zu binden.

„Dieser gottverdammte Trottel glaubt doch wirklich das es ein Kinderspiel wäre nach Yetzirah zu kommen!“ Grummelnd ballte ich meine Hände immer wieder zusammen um der Versuchung zu wiederstehen diesem Idioten einfach den Hals umzudrehen.

„Ach, das. Mach dir da mal keine Sorgen. Der kann schon auf sich aufpassen.“ Na hoffentlich spricht mein Gesichtsausdruck jetzt Bände. Das glaubt er ja wohl selber nicht.

„Sie hat recht. Er wird nicht weit kommen.“ Nicht auch noch das! Was sucht Belial schon wieder hier?

„Prinzessin!“ Überglücklich fiel er vor Kurai, die Kira begleitet hatte auf die Knie.

„Ich bin erfreut euch wiederzusehen.“ Oh bitte! Mir wird gleich schlecht.

„Was willst du hier?“ Nach Kurais freundlichem Ton zu urteilen ist sie ähnlich begeistert wie ich von seinem Auftauchen.

„Euch meine Aufwartung machen. Was denn sonst?“ Mit einem entwaffnenden Lächeln stand er wieder auf. Ich schenkte Kira einen vielsagenden Seitenblick, den er mit einem leichten Augenrollen quittierte.

„Wie ich sehe glaubt ihr mir nicht.“ Das sich sein Geigenbogen plötzlich unter meinem Kinn befand behagte mir gar nicht. Zu gut klangen all die Warnungen vor den Erzdämonen in meinem Inneren nach.

„Hmm... tatsächlich, es ist nicht zu leugnen, du bist es.“ Ärgerlich schob ich den Bogen zur Seite.

„Komm zum Thema!“ Mit gekünsteltem Entsetzen wich er vor mir zurück.

„Aber, aber was sind denn das für Manieren.“ ARGH! Ich machte eine hilfesuchende Geste in Richtung Decke bevor ich auf dem Absatz kehrt machte um dieser Scharade .zu entgegen.

„Wohin so eilig, Tochter Alexiels?“ Ich blieb wie versteinert stehen.

„Überrascht? Hast du wirklich glaubt du könntest das vor einem Erzdämon verbergen?“ Ich drehte mich betont langsam um und war mir sicher das mein Blick ausreichen würde um ihn zu töten. Doch leider können Blicke nicht wirklich töten. Das wäre zu schön.

„Woher weißt du das?“ Es war mir egal, das ich seine Vermutung bestätigte, Kurai uns zu hörte und Kira scharf die Luft einsog. Wenn Belial wusste wer ich war, dann war es ohnehin schon viel zu spät um irgendwelche Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Er lächelte mich siegesgewiss an.

„Das Blut dieses Engels in deinen Adern ist so stark, das man es selbst wenn du versuchst deine Aura zu verbergen deutlich genug spürt.“ Ich stieß ein verächtliches Schnauben aus. Wie auch immer er auf diese These kam, ich wusste, das er log. Ich konnte meine Aura komplett dämonisch erscheinen lassen wenn ich wollte. Das Einzige was mich als Engel verraten würde ist die Aura von Anael, aber seitdem sie tief in meinem Inneren schläft existiert auch dieses Problem nicht mehr.

„Anscheinend bist du nicht sonderlich erfreut über dieses Erbe.“ Sein dämliches Kichern kann er sich meinetwegen sonst wohin stecken. Wenn meine Aura wirklich so stark ist wie er behauptet, dann kann ich getrost davon ausgehen, das inzwischen sämtliche Erzdämonen über meine Anwesenheit bescheid wissen. Allerspätestens wenn er es ihnen erzählt bin ich geliefert. Und ich war mir sicher, das er das bereits erledigt hatte.

„Alexiels… Tochter?“ Kurais ungläubige Stimme lenkte ihn von mir ab.

„Aber ja Prinzessin! Sagt bloß das wisst ihr nicht.“ Er verdrehte theatralisch die Augen.

„Dabei war es doch der Gesprächsstoff schlechthin. Der inorganische Engel Alexiel ist nach Assia geflohen um dort sein Kind zu verstecken. Ein Kind, dessen Vater ein Dämon ist.“ Den letzten Satz betonte er so scharf das ich augenblicklich zusammenzuckte. Langsam aber sicher frage ich mich was dieser Kerl eigentlich nicht wußte.

„Unmöglich! Alexiel-sama hatte kein Kind!“ Kurai schrie fast.

„Bitte Prinzessin regt euch nicht so auf. Das schadet eurem Teint.“ Das dieser dämliche Spruch eher den gegenteiligen Effekt hatte hätte er sich eigentlich denken können. Abwehrend hob Belial die Hände als Kurai nach ihm schlug.

„Erinnert euch an das was man sich vor dem großen Krieg erzählt hat. Ihr wart damals noch ein Kind und könnt euch wahrscheinlich kaum noch daran erinnern.“ Wenn sie damals noch ein Kind war, dann möchte ich gar nicht wissen wie alt sie jetzt ist. Rein nach dem Äußern zu urteilen ist sie irgendetwas zwischen dreizehn und vierzehn. Es dauerte einen Moment bis sich die kleine Dämonin wieder gefangen hatte. Sie murmelte irgendetwas unverständliches woraufhin Belial zustimmend nickte.

„Ich dachte das wäre ein Märchen... eine Geschichte um Dämonen daran zu erinnern, das nichts unmöglich ist und das... das die Liebe zwischen einem Engel und Dämon nur zu Leid führt.“ Sie wirkte vollkommen verstört.

„Ihr wisst doch das es in jedem Märchen auch ein Fünkchen Wahrheit gibt. Seht sie euch an. Es müsste selbst euch auffallen wessen Tochter sie ist.“ Die letzte Bemerkung schien Kurai überhört zu haben. Stattdessen musterte sie mich noch einmal eindringlich, wobei ihre Augen mich förmlich anflehten ihr zu sagen, dass das alles eine Lüge war. Nur leider konnte ich das nicht. Ich konnte sie nicht anlügen. So sehr ich es mir in diesem Moment auch wünschte, ich konnte es nicht. Fest sah ich in die auf mich gerichteten blauen Augen.

„Tut mir leid, aber es ist die Wahrheit. Ich bin ihre Tochter.“ Ihr flehender Blick huschte von mir zu Kira. Doch auch er nickte. Es war ihr deutlich genug anzusehen, das sie die Welt nicht mehr verstand.

„Dann ist es also wahr... ...all das was man uns als Kindern erzählt wurde ist wahr?“ Ich wusste nicht was genau sie damit meinte, aber das brauchte ich auch nicht. Belial sorgte schon bald dafür das wir ebenfalls im Bilde waren. Wie sich herausstellte gab es eine Sage unter den Dämonen, die sehr viel mit Shakespeares Romeo & Julia gemein hatte. Ein Märchen über einen mächtigen Dämon, der sich über alle Hindernisse hinweg in einen nicht weniger mächtigen Engel verliebt hatte. Jahrzehnte lang war es ihnen gelungen diese Beziehung geheim zuhalten, doch als der Engel schwanger wurde war es zusehends schwieriger dies zu gewährleisten. So flohen sie schließlich nach Assia in der Hoffnung dort unerkannt leben zu können, aber die Anderen hatten längst Verdacht geschöpft. Um das Leben ihres Kindes zu schützen ließen sie es allein bei befreundeten Menschen zurück und ihre Wege trennten sich. Man sagt der Engel konnte es dem Dämon nie verzeihen, das er sie dazu gedrängt hatte ihr Kind in der Welt der Menschen zu lassen. Sie sahen sich nie wieder und ihr Kind galt als verschollen. Niemand wusste ob es noch lebte oder schon längst tot war.

Sicher, diese Sage hatte kaum etwas mit der Wirklichkeit gemein, aber das sie über all die Jahre weitergegeben worden war verursachte mir Unbehagen.

„Warum fragt ihr sie nicht einfach wie es war all die Jahre in Assia zu leben immer auf der Flucht vor den Huntern.“ Zufrieden lächelnd nahm Belial meinen entsetzten Gesichtsausdruck zur Kenntnis. Woher weiß er denn davon?! So blaß wie Kurai wurde schien sie ebenfalls zu wissen was es mit den Huntern auf sich hatte.

„Das reicht jetzt! Laß sie in Ruhe!“ Kiras kalte Stimme überraschte uns alle.

„Du hast doch sicherlich noch etwas anderes zu tun als uns mit diesen alten Geschichten zu langweilen, oder?“ Seine Stimme war wie ein scharfes Schwert, das unsere Unterhaltung abrupt durchtrennte.

„Oder solltest du es wirklich darauf anlegen alte Wunden zu öffnen?“ Seine Stimme hatte einen gefährlichen Unterton bekommen und ich fragte mich was er über Belial wissen konnte, das diesen veranlasste sich augenblicklich zurück zuziehen. Er ignorierte meinen fragenden Blick und zum ersten Mal seit langer Zeit verfluchte ich seine Sturheit. Egal, was ich jetzt auch probieren würde. Er würde sich nicht dazu herablassen mir eine Antwort zu geben. Kurai hingegen war inzwischen fast völlig in Tränen aufgelöst. Mitleidig ließ ich mich neben ihr auf die Knie fallen.

„Alles in Ordnung mit dir Kleine?“ Ihre blauen, tränengefühlten Augen sahen mich an, als würde sie durch mich hindurch jemand anderes sehen und ich wusste nur zu genau wenn.

„Nichts ist in Ordnung! Erst steckt dieser Vollidiot in Alexiel-samas Körper und jetzt muss ich mir anhören, das Shao Deshon, das Idol tausender Jugendlicher ihre Tochter sein soll.“ Dann schüttelte sie sich kurz, wie um einen Traum zu verjagen und ihr Blick war wieder ernst.

„Ich meine jeder Mensch weiß wie wenig du Engel leiden kannst! Das kann doch nur ein Scherz sein!“ Sie stürmte davon noch ehe ich irgendetwas sagen konnte. Scheiße!

„Ich glaube das ist jetzt dein Job.“ Ärgerlich sah ich in Kiras Grinsendes Gesicht.

„Kira-chan manchmal kannst du einem richtig auf die Nerven gehen.“ Frustriert richtete ich mich wieder auf und strich meine Kleidung glatt. Er verkniff sich ein weiteres Grinsen und stieß mich leicht in die Rippen.

„Also, du versuchst unsere Kleine Dämonin zu beruhigen und ich halte Setsuna davon ab Selbstmord zu begehen. Einverstanden?“ Als Erwiderung auf diesen Vorschlag ließ ich ihm ein bisschen Putz auf die Nase rieseln. Er nahm es mit Humor.

„Und vergiss nicht, sei diplomatisch!“. Ich schenkte ihm einen kalten Blick bevor ich mich auf die Suche nach Kurai machte. Verdammt ich haße es andauernd irgendjemanden etwas erklären zu müssen! Wenn das so weitergeht komme ich nie in Sheol an.

Nach einer halben Stunde hatte ich Kurai dann endlich gefunden. Es war gar nicht so einfach gewesen, da sie sich in einem Raum verschanzt hatte, der von einem äußerst mächtigen Bannkreis geschützt wurde. Etwas unsicher näherte ich mich der in sich zusammengesunken Gestalt und musste im nächsten Moment mit einem wahren Ansturm an Erdmagie ausweichen. Fassungslos sah ich die kleine Dämonin an, die sich nicht einen Millimeter bewegt hatte. War sie das? Hatte sie diesen Ansturm der Elemente zu verantworten?

„Was suchst du hier?!“ Die klare, schneidende Stimme kam von einer Felsformation über mir. Als ich den Blick hob erkannte ich, das dieser Felsen die Form einer in sich verschlungen Säule hatte auf der drei Frauen saßen, die mich mit kalten Augen musterten. Wenigstens zwei von ihnen, die dritte und älteste trug eine Augenbinde und war allem Anschein nach blind.

„Vielleicht sollten wir sie einfach vernichten?“ Misstrauisch musterte ich die Sprecherin. Ihre langen, rötlichen Haare fielen in großen, weichen Wellen bis auf den Boden. Sie sah nicht aus wie jemand, der mir gefährlich werden konnte, aber in der Hölle konnten Äußerlichkeiten täuschen. Ich war lieber vorsichtig. Ihre Augen blitzten gefährlich auf, als sie bemerkte, das ich sie aufmerksam beobachtete.

„Sachte, sachte Amber. Sie ist nicht hier um irgendjemanden Schaden zu zufügen.“ Die ruhige, sanfte Stimme der Ältesten der Drei schien ihre Wirkung nicht zu verfehlen.

„Aber Jade, was hat sie dann vor? Was will sie hier?“ Allmählich dämmerte es mir wenn ich da eigentlich vor mit hatte. Amber, Jade das waren Namen von Naturgeistern, drei Schwestern, die nur ein Drachenmeister beschwören konnte. Sollte ich richtig liegen, dann war die Jüngste im Bunde, die in einem auffälligen chinesischen Gewand steckte Achat. Das war es also, der legendäre Gottdrache, der Gehenna beschützte.

„Ich nehme an, sie hat unsere Prinzessin gesucht.“ Die blinden Augen schienen meine Richtung zu suchen und fanden schließlich ihr Ziel. Ich konnte den unsichtbaren Blick Jades beinahe körperlich auf mir spüren.

„Seltsam... ich kann nicht in deine Zukunft sehen.“

„WAS?!“ Ihre Schwestern sahen sie fassungslos an.

„Es ist undeutlich und immer in Bewegung...“ Jade ließ sich nicht stören als sie einen weiteren Versuch unternahm die Schranken der Zeit hinter sich zu lassen. Ich konnte spüren wie sich die Vibrationen in der Luft allmählich verstärkten. Langsam begann ich unsicher zu werden. Es war immer Riskant eine Weissagung durchzuführen, wenn die Sicht nicht klar genug war. Sollte sie es weiterhin versuchen könnte die Störung in den Zeitgefügen auf sie zurückgeworfen werden und ihr in mehr als nur einer Hinsicht schaden. Seufzend gab ich meine bisherige Abwehrhaltung auf. Es hatte sowieso keinen Zweck sich noch länger verstecken zu wollen. Belial würde mit seinem Wissen bestimmt nicht allzu lange hinter den Berg halten.

„Ah, das war es also.“ Es schien sie nicht im Geringsten zu stören, was meine Aura beinhaltete. Ihre Schwestern und ich beobachteten sie schweigend. Ihr Geist schien in einer anderen Welt zu versinken und erst nach fast zehn Minuten bewegte sie sich wieder, fast so als würde sie aus einer Art Trance erwachen.

„Was hast du gesehen?“ Achats neugierige Frage blieb vorerst unbeantwortet, da Jade sich erst wieder sammeln musste. Mühsam setzte sie sich wieder auf und fuhr sich mit einer Hand durch das Gesicht. Unter ihrer Augenbinde begann es verräterisch zu glitzern.

„Deine Zukunft ist sehr undeutlich...“ Sie rang nach Atem. Anscheinend hatte sie dieser Ausflug durch das feine Gewebe der Zeit mehr Kraft gekostet, als es sonst der Fall war.

„... ich konnte nur eines klar erkennen.“ Sie überlegte ob sie noch weitersprechen sollte, aber das Drängen ihrer Schwestern und meine Teilnahmslosigkeit ließ es nicht zu, das sie schwieg. Sie hatte eine Vision gehabt und musste sie nun aussprechen. Das war das Los all jener, die in die Zukunft blicken konnten. Hatten sie die Zukunft erst einmal gesehen mussten sie davon berichten, fast so als wäre es eine Art innerer Zwang.

„Nun denn, Tochter des Himmels und der Hölle höre was ich gesehen habe.“ Überrascht stellte ich fest, das sich keine der Schwestern über meine Herkunft zu wundern schien. Vielleicht lag es daran, das sie Naturgeister waren und damit eine ganz andere Bindung zu den einzelnen Mächten hatten.

„Deine Zukunft mag ungewiss sein, aber einige Ereignisse waren dennoch klar und deutlich zu erkennen. Liebe, Leid und Tod. Alle drei werden dich dein Leben lang begleiten und dich letztendlich vernichten.“ Damit erzählte sie mir auch nicht sonderlich viel Neues. An dieser Weissagung war nichts, was ich nicht schon bereits wusste.

„Noch kannst du dein Schicksal vielleicht abwenden. Wähle einen anderen Weg und du wirst glücklich werden. Es hängt von dir ab.“ Die sanfte Stimme von Jade verstummte und ließ ein bedrückendes Schweigen zurück. Mit dem letzten Teil ihrer Prophezeiung war es wie mit all den Anderen. Kein normaler Mensch versteht, was damit gemeint ist! Eigentlich war das auch unnötig. Wenn man krampfhaft versuchte sein Schicksal zu ändern schlug es nur noch unterbitterlicher zu und ich hatte meine Entscheidung schon längst getroffen. Es gab für mich kein zurück mehr. Ich hatte meinen Weg bereits gewählt und wenn er zu einem Abgrund führt...

Nun ja, ich habe Flügel, oder nicht?

 

 

02-09-13

 

 

Next: Part 18 – Ezechiel

 

 




WAH! Sorry! Ich hab mal wieder ewig gebraucht, aber die letzten Wochen... ähm... Monate *hüstel* waren etwas stressig und da blieb leider nicht allzu Zeit zum Weiterschreiben übrig. Aber ich hoffe das Warten hat sich gelohnt.

 

 

Erläuterungen:

>Hey now<

Mit diesem Song erklomm White demon feather, kurz nachdem Shao zur Band gestoßen war,  in einer atemberaubenden Geschwindigkeit die Erfolgsleiter. Der Sänger ist Kaze und der Rest der Band kommt erst im Refrain als Chorus hinzu. Der Text stammt aus Shaos Feder, während Shion die passenden Melodie dazu komponierte.

Er ist einer der Songs auf dem Album für das White demon feather in Part 01 Platin erhält. Allerdings wurde dieser Song nur aus einem einzigen Grund mit auf diese Scheibe gepresst und zwar auf vielfachen Wunsch der Fans, da alle anderen Platten auf denen sich dieser Song befindet inzwischen restlos ausverkauft sind. Und das obwohl die Singel schon damals Platin erhielt und das dazugehörige Video weltweit zu einem Dauerbrenner wurde.

Mit diesem Song begann quasi die Laufbahn der Band (es war ihr allererster Song!), obwohl anfangs niemand so recht daran geglaubt hatte, das der Song ein solcher Hit werden würde. (Am Allerwenigsten die Band selbst!)

 

Die Melodie stammt aus einem der Fushigi Yuugi Soundtracks und zwar der Song von Amiboshi und Suboshi >Never get away<. Mir hat dieses Lied von Anfang gut gefallen und nebenbei passt es auch noch hervorragend zur Band. Der englische Refrain ist fast derselbe wie im Original, den Rest des Textes ist komplett geändert.

Vergleicht er bei Gelegenheit mal mit dem Original und sagt mir wie es euch gefallen hat.

UPDATE Kurenai no Tenshi
 

ab sofort erhältlich

Volume 13

Photobucket

Werbung
 
UPDATE Convention
 
Teilnahme an folgenden
CONVENTIONS:

Dokomi
30.04. - 01.05.2016
in Düsseldorf
eigener Stand
UPDATE Fanfiction
 
Moon Shadows
Chapter 14
___________________

Secrets
wird fortgesetzt
___________________

Love of an angel
abgeschlossen
UPDATE Gallery
 
Kaze to ki no uta

Cover, Farbbilder und
Animescreenshots sind online
UPDATE Modelkits
 

Photobucket

 
Heute waren schon 93812 Besucher (237351 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=