Blue Wind - Epilog

Blue Wind

   Epilog

 

 

10 Jahre später war das einst so friedliche Magnolia Reich unter der Herrschaft seines neuen Königs zu einer Kriegernation herangewachsen und vergrößerte sich immer weiter. Die einst verfeindeten Königreiche Hedar und Sinesis hatten sich aufgrund der neuen Bedrohung verbündet, um den immer mächtiger werdenden Feind die Stirn bieten zu können.

 

* * * * *

 

Alder, der einstige Kronprinz des hedarischen Reiches regierte sein Reich nun schon seit über sieben Jahren gemeinsam mit seiner Königin Lydia - Parzia, der Inkarnation der Göttin Parzia, die ein Garant für den Sieg darstellte, egal welchen Krieg ihr Reich auch führen mochte. Aus dieser Verbindung gingen bisher vier Kinder hervor, die ihren Eltern in nichts nachstanden. Sie alle hatten von ihren Eltern nur das Beste geerbt und jedes andere Königreich riss sich darum durch Heirat eine Allianz mit den Hedar zu erlangen. Doch das Königspaar weigerte sich strikt ihre Kinder zum Spielball der politischen Macht zu machen.

 

* * * * *

 

Der Herrscher des Sinesis-Reiches, Aznador der einst einen langen Krieg gegen das Hedar-Reich geführt hatte, war zu einem der wichtigsten Freunden und Verbündeten der Hedar geworden. Er beherrschte sein Reich nun schon seit fast fünfzehn Jahren und ihm zur Seite stand eine Königin, deren Geschichte noch heute von den Dichtern besungen wird. Eine Frau von den Inseln, die einst als Gefangene in den Palast gekommen war und dort schon bald zur ersten Mätresse des Kronprinzen aufstieg, bevor er dieser endgültig zu seiner Königin machte. Die Feinde des Sinesis-Reiches fürchten sie fast ebenso sehr wie ihren Gemahl. Die Beiden galten als unschlagbar auf dem Schlachtfeld. Ihre Kinder, ebenfalls alle bereits im heiratsfähigen Alter waren begehrte Heiratskandidaten, doch wie schon das Hedar-Reich weigerten sich auch die Herrscher von Sinesis ihre Kinder zum Zweck einer politischen Allianz zu opfern. Bisher hatten zwei der Kronprinzessinnen und drei der Kronprinzen aus Liebe geheiratet. Die Machthaber der anderen Königshäuser widmeten ihre Aufmerksamkeit nun umso mehr den beiden jüngsten Mitgliedern des Königshauses, die immer noch nicht bereit waren ihr Ehegelübte abzugeben.

 

* * * * *

 

Der inzwischen schon vier Jahre andauernde Krieg fast sämtlicher Königreiche und den meisten der carabischen Inseln hatten bereits unzählige Opfer gefordert. Selbst die Priester waren machtlos. All ihre Warnungen wurden in den Wind geschlagen und ihre Macht reichte bei Weitem nicht, um dem Magnolia-Reich oder irgendeinem andern Königshaus zu imponieren. Entweder sie fügten sich den Wünschen ihrer jeweiligen Machthaber oder sie mussten mit der Verbannung oder dem Tod rechnen. Zwar hatte ein Teil der Magie wieder Einzug in die Welt der Königreiche gehalten, doch war diese viel zu schwach als das sie die Menschen hätte erreichen können.

Die normalen Menschen, die unter dem Krieg mehr litten als jeder andere, flehten immer mehr um Gnade und Erlösung vor den unzähligen Kämpfen. Es wurde sogar so schlimm, das die Legenden der Winde von neuem belebt wurden und immer mehr Menschen der Meinung waren sie hätten einer dieser sagenumwobenen Helden gesehen wie dieser auf dem Schlachtfeld sein Leben riskierte um die zu retten, die dort ansonsten sinnlos ihr Leben verloren hätten.

 

* * * * *

 

Der blaue Wind, der einst von Aznador gefangen genommen war hatte sich bisher auf Befehl des Rates der Winde aus den Kämpfen herausgehalten, aber seit gut einem halben Jahr häuften sich die Berichte über eine junge Frau mit langen, blauen Haaren, die über das Schlachtfeld ritt wie der Teufel immer dicht gefolgt von einem starken Kämpfer mit dunkler Haut und einem schwarzen Panther. Kein Gegner, der diese drei je erblickt hatte lebte lange genug, um zu erfahren von wem er niedergestreckt worden. Doch Gerüchten zu Folge kämpften diese Drei auf Seiten des Hedar- und des Sinesis-Reiches.

 

* * * * *

 

Im bisherigen Verlauf des Krieges fiel der Halbbruder des hedarischen Königs, Siaferm einer tödlichen Intrige zum Opfer. Sein lebloser Körper wurde von einem der Wüstenvölker dicht an der Grenze zum Magnolia-Reich gefunden. Er war als Botschafter und Unterhändler dort gewesen, doch man hatte ihn noch bevor er sein Anliegen hatte vortragen können hinterrücks niedergestreckt. Es gab keinerlei Beweise dafür, dass das Herrscherhaus des Magnolia-Reiches für dieses Attentat verantwortlich war, aber der Verdacht lag nahe. Mit Siaferm verlor das Hedar-Reich einen seiner besten Strategen und es dauerte sehr lange, bis sich das hedarische Heer von diesem Schlag erholt hatte.

 

* * * * *

 

Der Morgen dämmerte bereits als sich die in einen dunklen Mantel gehüllte Gestalt durch das gemeinsame Lager des sinesischen und hedarischen Heeres schlich. Es herrschte noch die allmorgendliche Stille vor dem nächsten Kampf und die Gestalt war geschickt genug, dass keine der Wachen sie bemerkte. Die meisten Zelte ließ diese Gestalt ohnehin unberührt hinter sich. Doch manchmal stoppte sie an einem, um einen kleinen Gegenstand oder eine Schriftrolle dort zurückzulassen, deren Bedeutung nur der jeweilige Besitzer des Zeltes begreifen würde. Fast wäre es der geheimnisvollen Gestalt auch gelungen das Lager unbemerkt zu verlassen, aber der Besitzer des letzten Zeltes, das sie besuchte war schon lange wach und beobachtet stirnrunzelnd den Schatten vor seiner Zeltwand ehe er nach seinem Schwert griff und der Person die dort draußen herumschlich auflauerte. Noch ehe diese sich versah hatte er sie gepackt und in eine entlegene Ecke des Lagers geschleift wo er der wild um sich schlagenden Gestalt die Kapuze vom Kopf zog.

„Ihr seid es also doch!“

„Auh! Aznador lasst mich los!“ Erleichtert folgte er ihrem Wunsch und war überrascht, das der blaue Haarschopf, der sich ansonsten immer so ungebändigt um den Kopf seiner Besitzerin wellte, ordentlich zu einem Zopf zusammengebunden war.

„Der blaue Wind kämpft also tatsächlich auf unserer Seite.“ Aznador konnte es immer noch nicht fassen. Das bedeutete, dass sie auf die Unterstützung fast aller Winde zählen konnten und damit hätten sie diesen Krieg so gut wie gewonnen.

„Seit um Himmelswillen leise.“ Ihr Blick flackerte nervös von rechts nach links, aber keine der Wachen schien etwas von ihrer Unterhaltung mitzubekommen. Erleichtert atmete der blaue Wind auf und entspannte sich ein klein wenig.

„Aznador ich bin kein Wind mehr.“

„WAS?“ Sie drückte ihm eine Hand auf den Mund damit er nicht noch lauter wurde.

„Leise!“ Ärgerlich befreite er sich von ihrer Hand und funkelte sie aufgebracht an.

„Was soll das heißen ihr seid kein Wind mehr? Kara, ihr warst schon seit dem Tag an dem wir uns kennen lernten der blaue Wind.“

„Wenn ich diesen Krieg beenden will, dann kann ich nicht länger ein Wind sein. Es geht nicht anders.“ Aznador wusste bereits, das es unnötig war sie weiter mit Fragen zu bedrängen er würde von ihr keine weitere Antwort erhalten. Das war etwas was er im Laufe all der Jahre gelernt hatte. Ein Wind sagte niemals mehr als er musste.

„Und wie wollt ihr das anstellen? Einfach so in den magnolischen Palast spazieren und den König töten?“

„So ähnlich.“ Kara grinste ihn an als er entsetzt nach Luft schnappte.

„Nur ein bisschen ausgefeilter. Immerhin will ich lebend zurückkommen.“

„Den Göttern sei Dank!“ Aznador konnte nicht verhindern das er erleichtert aufatmete. Da Kara es immer eiliger zu haben schien begleitete er sie noch bis zu den Pferden und half ihr unauffällig dabei ihren eisgrauen Hengst zu satteln.

„Ach Aznador, bevor ich es vergesse.“ Gelassen zog Kara einen kleinen Dolch aus ihrem Gürtel und schnitt sich mit Ruck den gesamten Zopf ab, der über ihrem Rücken lag. Lächelnd drückte sie völlig verdutzten Aznador den wasserblauen Zopf in die Hand und schwang sich in den Sattel.

„Seht mich nicht so an. Betrachtet es als kleine Erinnerung.“ Sie gab ihrem Pferd die Sporen und ohne sich noch ein einziges Mal umzudrehen ritt sie der aufgehenden Sonne entgegen.

 

* * * * *

 

Aznador sah der sich langsam im Rot der Morgensonne auflösenden Gestalt lange hinterher und merkte gar nicht, das er bereits seit geraumer Zeit Gesellschaft hatte.

„Sie wird nicht mehr zurückkehren, oder?“ Erschrocken drehte sich Aznador um und atmete erleichtert auf als er seinen Schwiegersohn erkannte.

„Nein Demian, sie wird zurückkommen.“ Seufzend sah dieser ebenfalls, der immer kleiner werdenden Gestalt hinterher. Er hatte schon lange geahnt, dass es soweit kommen würde, aber dass es so plötzlich kam überraschte ihn dann doch.

„Deine Mutter ist eine sehr mutige Frau. Sie wird es mit Sicherheit schaffen.“ Demian lächelte seinen Schwiegervater gequält an und sah auf den Zopf in dessen Hand.

„Nein Vater, sie wird nicht mehr zurückkehren. Es wird das letzte Mal sein, das der blaue Wind reitet. Ansonsten hätte sie das niemals zurückgelassen.“ Aznadors Blick folgte dem ausgestreckten Finger seines Schwiegersohnes uns als er erkannte was dieser meinte weiteten sich seine Augen ein klein wenig.

„Das ist vollkommen unmöglich!“

„Vergiss nicht von wem du sprichst. Sie hat es meinem Vater geschenkt, als sie sich ewige Treue schwören und er hat es bis zu seinem Tod niemals abgelegt.“ Damit klopfte Demian seinem Schwiegervater freundschaftlich auf die Schulter und kehrte schweren Herzens zu den Zelten zurück, um seinen Geschwistern die traurige Nachricht zu überbringen.

Aznador stand noch lange in der aufgehenden Sonne und starrte fassungslos das geschickt geflochtene Band an, das den Zopf blauer Haare in seiner Hand zusammenhielt. Es war das Stirnband von Siaferm, einem der Brüder des hedarischen Königs und dieser hatte dieses Band auch nach seinem Wissen niemals abgelegt. Aznador hob seinen Blick und versuchte seine Tränen zu unterdrücken. Warum war ihm das bisher nie aufgefallen?

 

* * * * *

Der Krieg, den das Magnolia-Reich entfacht hatte endete mit dem Tod des dortigen Königs. Die Königin, die man aufgrund einer mysteriösen Krankheit schon seit Jahren nicht mehr außerhalb ihres Bettes angetroffen hatte gewann ihre Gesundheit innerhalb weniger Monate zurück und trat ihre Regierungsgeschäfte unterstützt von ihrem langjährigen Berate Koussai-Bai wieder an. Das durch den Krieg herrschenden Chaos wurde durch den Zusammenschluss aller Königreiche nach und nach beseitigt und eine Ära des Friedens begann. Der blaue Wind wurde niemals wieder gesehen.

F I N E


UPDATE Kurenai no Tenshi
 

ab sofort erhältlich

Volume 13

Photobucket

Werbung
 
UPDATE Convention
 
Teilnahme an folgenden
CONVENTIONS:

Dokomi
30.04. - 01.05.2016
in Düsseldorf
eigener Stand
UPDATE Fanfiction
 
Moon Shadows
Chapter 14
___________________

Secrets
wird fortgesetzt
___________________

Love of an angel
abgeschlossen
UPDATE Gallery
 
Kaze to ki no uta

Cover, Farbbilder und
Animescreenshots sind online
UPDATE Modelkits
 

Photobucket

 
Heute waren schon 94092 Besucher (241601 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=