Chapter 03

02-03-01

Moon Shadows


A new beginning


Langsam wacht eine junge Frau auf. Ihr Blick ist immer noch verschwommen aber klärt sich von Minute zu Minute. Ihre Haare sind voller Kirschblüten, die auch ihren Körper fast vollständig bedecken. Ihr Blick verliert sich in den mit Blüten überfüllten Zweigen der Kirschbäume unter denen sie liegt. Sie scheinen im Dunkel der Nacht fast zu leuchten. Wo war sie? Wie war sie hierhin gekommen? Vorsichtig setzte sie sich auf und ließ ihren Blick prüfend über die Umgebung streifen. Das hier war nicht der Palast...

Als sie zum nächtlichen Sternenzelt hinaufsah erstarrte sie. An dem Punkt wo sonst immer der blaue Planet zu sehen war befand sich nun der Mond. Ihr wurde schwindelig. Die Erde? Sie war auf der Erde?!

Mühsam versuchte sie sich an das zu erinnern was passiert war, aber außer an ein paar Worte ihrer Tante konnte sie sich kaum an etwas erinnern. Was hatte sie ihr noch mal gesagt?

°°°Bitte achte auch weiterhin auf meine Tochter. Sie wird deine Hilfe bestimmt eines Tages wieder brauchen.°°° Damals hatte sie genickt und geschworen diesen Pakt nie zu brechen. Sie erinnerte sich an das dankbare Lächeln ihrer Tante und die Tränen die ihre Augen füllten. Doch weder an ihren Namen noch an ihr Gesicht konnte sie sich genau erinnern. Nur das kurz darauf die Macht des Silberkristalls freigesetzt worden ist. Was auch den Tod des Besitzers bedeutete. Also war die Königin des Mondes tot. Ihre Feinde hatten sie besiegt.

Sie erinnerte sich daran geweint zu haben und einen Namen gerufen zu haben, doch alles war in einem grellen Lichtblitz untergegangen. Sie hatte das Bewußtsein verloren und dann noch einmal die Stimme ihrer Tante vernommen.

°°°Es tut mir leid, das ihr so leidet mußtet. Hoffentlich gewährt euch euer nächstes Leben mehr Frieden. Besonders für dich meine Nichte tut es mir leid. Ich kann dir noch kein neues Leben schenken. Du wirst schlafen bis zu jenem Tag an dem meine Tochter dich brauchen wird. Ich muß einen Teil deiner Erinnerung versiegeln damit du nicht noch mehr leidest und doch wirst du die Einzige sein die sich klar an diese Ereignisse erinnern wird. Bitte verzeih mir diese törichte Tat. Ich möchte einfach nur sicher gehen, daß all dies nicht noch einmal wiederholen wird. Schlafe nun und ich hoffe zu tiefst, daß es niemals nötig sein wird dich zu wecken. Es tut mir so leid.°°° Damals hätte sie so gerne geantwortet, das sie alles verstand, das es ihr nichts ausmachte diesen Weg zu gehen und das sie sich deshalb nicht so quälen solle, aber sie war unfähig auch nur den kleinsten Finger zu bewegen. Dann wurde sie von einem warmen Licht eingehüllt und versank in der Dunkelheit.

Sie war also wieder erwacht, was nur bedeuten konnte, das eine neue Gefahr bestand mit der ihre Cousine nicht alleine fertig werden würde. Sie mußte also sie und die Anderen finden. Dabei wußte sie noch nicht einmal wo sie überhaupt anfangen sollte zu suchen. Vielleicht waren die Anderen auch noch gar nicht erwacht. Egal, sie würde sie finden.

Die letzten Kirschblüten abschüttelnd stand sie auf und ging in das Dunkel der Nacht ohne zu wissen wohin ihr Weg sie führen würde.


Drei Monate später:

Sie hatte ihre Cousine gefunden. Sie war bereits erwacht und kämpfte gegen die finsteren Mächte von einst. Was sie in Erstaunen versetzte. Denn soweit sie sich zurück erinnern konnte hatte ihre Cousine früher nie gekämpft. Dafür war ihr Wesen viel zu sanft. Anscheinend hat sich mehr verändert als es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Zum Glück kämpfte sie nicht allein sondern hatte Hilfe von den anderen Kriegern. Auch wenn selbst die nicht immer allein aus den verschiedensten brenzligen Situationen herauskamen. Aber in diesem Fall tauchte scheinbar aus dem nichts ein Mann namens Tuxedo Kamen auf und rettete ihnen somit regelmäßig das Leben.

Bis jetzt hatte sie sich weitläufig im Hintergrund gehalten war aber immer bereit notfalls einzugreifen. Nur war das Dank dieses Tuxedo Kamen überflüssig. Wahrscheinlich war es sogar besser so. Ihr Erscheinen würde viel zu viele Fragen aufwerfen und sie wollte, daß sich ihre Cousine von selbst an die Vergangenheit erinnerte. Sollte es eines Tages aber dennoch nötig werden, dann würde sie sich lediglich als ein weiterer Sailor Senshi zu erkennen geben. Ihre wahre Identität wollte sie solange wie möglich geheim halten.

Die Sailor Senshis kamen bisher ziemlich gut zurecht und so mußte sie sich keine Sorgen um sie machen. Statt dessen hatte sie es geschafft sich einen glaubwürdigen Deckmantel zu zulegen in dem sie in der Künstleragentur eines großen Fernsehsenders angefangen hatte und sich dank des mehr als großzügigen Gehalts eine annehmbare Wohnung gesucht hatte. Zu dem verschaffte ihr dieser Job mehr Informationen als sie je irgendwo anders herbekommen hätte. Da sie als Organisationstalent galt landete so wieso fast alles Wesentliche auf ihrem Schreibtisch. Man kann auch sagen, daß alle Fäden bei ihr zusammen liefen. Sehr schnell war sie zu einem der Top Manager der Agentur aufgestiegen und konnte sich ihre Arbeitszeiten frei einteilen. In dieser Woche hatte sie Urlaub und konnte so endlich ein paar Nachforschungen anstellen. Diese Welt war immer noch neu für sie und sie liebte es nach und nach ihre Geheimnisse zu erforschen.

Momentan verfolgte sie allerdings die Sailor Senshis. Nicht, das sie nicht genau wüßte, wer sie in ihrer menschlichen Identität waren. Es interessierte sie einfach nur was diese in ihrem Alltag taten und außerdem war sie fasziniert von diesem Tuxedo Kamen. Er kam ihr sehr bekannt vor. Wer verbarg sich hinter dieser Maske?

Genüßlich schlenderte sie die Straße entlang als sie auf der gegenüberliegenden Seite die drei Sailor Senshis entdeckte. Schon wieder auf dem Weg in eine Spielhalle. Manche Dinge ändern sich einfach nie. Nur zu gut erinnerte sie sich an die Abende die sie mit ihnen verbracht hatte und Mars regelmäßig um ihr letztes Hemd erleichterte.

Kurz bevor die Drei die Spielhalle betreten konnten wurde Usagi, das Mädchen mit den blonden Zöpfen und die Wiedergeburt ihrer Cousine von einem jungen Mann aufgehalten, der sich freundlich mit ihr unterhielt. Ihre Reaktion machte allerdings deutlich, daß es auch nur so aussah. Anscheinend war das was er sagte gar nicht mal so freundlich, denn sie stapfte schließlich stocksauer an ihm vorbei in die Spielhalle. Die Beiden anderen Senshis folgten ihr kopfschüttelnd.

Der junge Mann hatte ihr Interesse geweckt. Seine Statur und sein Auftreten kamen ihr mehr als nur bekannt vor. Vorsichtig nahm sie ihre Sonnenbrille ab und musterte ihn. Netterweise wollte es der Zufall, das er genau in diesem Moment die Straße und auf sie zukam. Ihre Vermutung wurde bestätigt. Diese tiefblauen Augen und die kurzen, schwarzen Haare waren unverkennbar. Er war es. Der Erdenprinz Endimion war also ebenfalls wiedergeboren worden. Nur wieso war er dann nicht mit ihrer Cousine zusammen? Die Beiden hatten sich doch einst ewige Liebe und Treue geschworen. Sollen sie das etwa alles vergessen haben? Irgend etwas stimmte da nicht. Sicher, ihre Tante hatte ihr gesagt, daß sie die Einzige sein würde, sie sich an alles erinnern konnte, aber trotzdem. Selbst mit nur einem Teil ihrer Erinnerungen sollten die Beiden in der Lage sein sich zu finden. Vor allem wenn man bedenkt was das damals für ein Streß war.

Er ging ohne sie weiter zu beachten vorbei und dieses Profil kannte sie ebenfalls nur zu genau. Er war Tuxedo Kamen! Also erinnerte er sich. Sonst würde er den Sailor Senshis wohl kaum helfen. Das gab dem ganzen vollkommen neuen Aspekt. Kann ja noch heiter werden.

Lächelnd ließ sie in ihrer Hand einen kleinen Luftgeist entstehen der von nun an über ihn wachen sollte. Die Sailors besaßen inzwischen auch jeweils einen solchen Beobachter, der er ihre Arbeit ungemein erleichterte. Sie würden sie ohnehin nicht entdecken, dafür waren ihre magischen Kräfte viel zu gering. Zufrieden setzte sie ihre Sonnenbrille wieder auf und ging weiter.

Das Wetter war herrlich und ideal um in einem Park zu dösen. Nebenbei konnte sie sich so auch unbemerkt ansehen was ihre Schützlinge so trieben. In den Gläsern ihrer Sonnenbrille ließ sie einfach das ablaufen was ihre Luftgeister sahen. Es tat sich allerdings nichts besonders und so ließ sie es schließlich bleiben. Sollte es einen Notfall geben wäre sie so wieso sofort darüber informiert.

Beim vor sich hin dösen fiel ihr dann aber doch noch etwas ein. Wo war die Garde des Prinzen? Sie waren doch sonst immer in seiner Nähe. Vielleicht erinnern sie sich ja auch nicht an ihr vergangenes Leben. So wäre es dann auch kein Wunder das er allein ist. Das mußte die Erklärung sein. Sie merkte wie sie langsam müde wurde und versuchte dennoch sich weiter an die Garde des Erdenprinzen zu erinnern, aber alles blieb verschwommen. Dann eben nicht.

Ihr wurde kalt und zwar verdammt kalt. Als sie allmählich ihre Augen öffnete sah sie um sich herum nur noch Schwärze. Entnervt nahm sie die Sonnenbrille ab und blinzelte irritiert. Es ist schon dunkel?! Sie hatte den gesamten Nachmittag verschlafen?! Kaum zu fassen. Früher wäre ihr das nie passiert. Wenigstens hatte sie ihre Ruhe.

Sie rappelte sich auf. Langsam wurde es Zeit wieder nach Hause zu gehen. Außerdem bekam sie langsam Hunger. Kaum war sie aus dem Park raus fing es prompt an zu regnen. Wenigstens war es noch warm und daher ganz erfrischend. Trotzdem beeilte sie sich, da sie schließlich nicht ganz naß werden wollte. Wahrscheinlich wäre es dabei besser gewesen nicht dauernd Ausschau nach einem Taxi zu halten, denn prompt lief sie gegen etwas Hartes. Der Aufprall warf sie zu Boden und jetzt war sie wirklich vollkommen durchnäßt. Ihr Blick striff suchend über die nähere Umgebung, aber weit und breit war nichts zu entdecken gegen das man hätte laufen können. Nur wieso lag sie dann auf dem Boden? Vor ihr begann etwas zu brummeln.

“Oh shit! Bitte entschuldigen sie vielmals! Ich habe sie nicht gesehen!“ Es kam keine Reaktion. Gut, dann eben nicht. Leicht gefrustet stand sie auf. Die Klamotten konnte sie vorerst vergessen. Merkwürdig, warum lag der Typ denn immer noch auf dem Boden.

“Hey, ist mit ihnen alles in Ordnung?“ Da er sich immer noch nicht regte kniete sie sich schließlich entnervt neben ihn.

“Hallo! Ich rede mit dir!“ Immer noch nichts. So schlimm konnte der Sturz doch gar nicht gewesen sein. Zur Vorsicht sah sie lieber nach und drehte ihn um. Ihr schlug eine Alkoholfahne entgegen die ihresgleichen suchte. Aber das Gesicht das nun vor ihr lag kam ihr verdammt bekannt vor. Da war gar kein Zweifel mehr möglich. Das hier ist Jadeit! Eigentlich sollte der doch am Besten wissen wie viel er verträgt und das war nicht viel. Vorerst konnte man also davon absehen ihn wachbekommen zu wollen. Wenn er schlief, dann schlief er. Ihn einfach so liegen lassen konnte sie ihn allerdings auch nicht.

“Na dann Kumpel komm mal mit ansonsten holst du dir noch eine Erkältung.“ Gott sei Dank mußte sie ihn nicht tragen, denn im Gegensatz zu den Sailor Senshis verfügte sie über ihre vollen Kräfte. Ein klein wenig Konzentration und schon schwebte er in der Luft. Damit es dann doch nicht zu sehr auffiel stellte sie sich so unter ihn, daß es aussah als würde er sich auf ihn stützen.

“Fast so wie in alten Zeiten meinst du nicht?“ Er reagierte immer noch nicht. Endlich tauchte dann auch mal ein Taxi auf und sie konnte ihn ohne größere Probleme auf den Rücksitz verfrachten. Erleichtert ließ sie sich auf den Beifahrersitz sinken. Das wäre geschafft.

“Hat wohl etwas zu tief ins Glas geschaut.“ Er wies kurz hinter sich und sie nickte kaum merklich. Knapp nannte sie dem Fahrer ihre Adresse und sie fuhren los.

“Ähm. Miss ich mache besser die Heizung an sonst holen sie sich noch den Tod.“

“Danke.“ Eine Decke wäre ihr zwar lieber gewesen, aber sie wollte diesen freundlichen Mann nicht vor den Kopf stoßen. Nach kaum zehn Minuten waren sie am Ziel und bezahlte den Fahrer.

“Wenn sie möchten helfe ich ihnen ihren Freund ins Bett zu bringen.“ Sie lehnte höflich aber bestimmt ab. Kaum war das Taxi weg ließ sie Jadeit die Treppe zu ihrer Wohnung hochschweben. Dort angekommen lehnte sie ihn so gegen die Wand das er nicht umkippen konnte und kramte nach ihrem Schlüssel.

“Du änderst dich wohl nie, was?“ Als sie endlich in der Wohnung waren bugsierte sie ihn erst einmal in einen Stuhl und ließ seine nassen Klamotten verschwinden. Sie landeten in der Waschküche auf dem Berg, der schon seit einer Woche lag und darauf wartete gewaschen zu werden. Nur gut, das er schläft, ansonsten hätte sie sich wieder sonst was anhören dürfen. Er schätzte es nicht wenn sie ihn einfach entkleidete. Schließlich erbarmte sie sich seiner und zog ihm doch noch einen Bademantel über bevor sie ihn ins Bett legte.

Sie selbst zog es jedoch vor erst einmal ein heißes Bad zu nehmen. Es war eine reine Wohltat und als sie endlich aus dem Bad kam hatte sie außer ihrer Unterwäsche und einem geöffneten Bademantel nichts weiter mehr an. Blieb die Frage wo sie eigentlich schlafen sollte, da Jadeit inzwischen fast das gesamte Bett für sich beanspruchte.

“Na ja, irgendwie wird es schon gehen.“ Sanft schob sie ihn zur Seite und legte sich neben ihn. Dafür würde er ihr zwar am nächsten Morgen den Kopf abreißen, aber das war ihr egal. Endlich wieder seine Nähe spüren zu können machte sie unendlich glücklich. Es dauerte nicht mehr allzu lang bis sie einschlief.


Langsam öffnete Jadeit seine Augen. Die Morgensonne blendete ihn und so sah er erst einmal in eine andere Richtung. Wo zum Henker war er? Das hier war nicht das Königreich des Dunkeln und schon gar nicht sein zu Hause. Dafür war es viel zu hell. Er setzte sich auf und sofort machten sich ein paar höllische Kopfschmerzen bemerkbar. Sein Gesicht verzog sich. Daß sein Alkoholgenuß sich so sehr rächen würde hätte er nicht gedacht.

Es war so wieso alles die Schuld dieser gottverdammten Sailor Gören. Hätten die nicht zum x-ten Mal einen seiner Youmas aufgehalten, dann hätte Königin Beryll ihn nicht so zusammengefaltet und er hätte seinen Frust nicht ertränken müssen. Irgendwann würde er diese Gören einfach umbringen, aber zuerst mußte er rausfinden wo er hier eigentlich war.

Gestern Abend war er durch unzählige Kneipen gezogen und als er sich fast nicht mehr auf den Beinen halten konnte...

Blackout! Dieser verfluchte Alkohol! Er stand auf und augenblicklich setzen die Kopfschmerzen wieder ein. Das nächste Mal würde er sich nicht wieder so betrinken, so viel stand fest.

Verwundert stellte er fest, das er außer einem Bademantel nichts weiter mehr anhatte und von seinen Klamotten war weit und breit nichts zu entdecken. Was war gestern passiert?!

Sein Blick fiel auf das Bett in dem er aufgewacht war. Wie war er dort hinkommen?

Zu seinem Erstaunen begann sich dort unter der Decke etwas zu bewegen. Er schickte ein Stoßgebet zum Himmel das er nicht so dumm gewesen war bevor er die Decke zurück zog. Der Schock saß. Da lag ein Mensch, besser gesagt eine junge Frau, die genau denselben Bademantel wie er trug und wahrscheinlich auch dasselbe darunter. Er war also wirklich so dumm gewesen.

Wenigsten sah sie gut aus. Ein sanft geschwungener Mund mit rötlich angehauchten Lippen. Ein Meer von tiefblauen Haaren, die ihr Gesicht wie weiche Wellen umrahmten. Und das, was sich an Konturen unter dem Bademantel abzeichnete konnte sich auch sehen lassen. Sein Geschmack verließ ihn also auch betrunken nicht. Er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Was würde sie wohl tun wenn sie wüßte wer er wirklich war? Vielleicht sollte er es ihr erzählen und dann all ihre Energie stehlen...

Nein, er wollte ihr nichts tun. Das lohnte nicht. Interessiert beobachtete er wie sich die Morgensonne allmählich auf ihrem Gesicht ausbreitete und sie nach der Decke tastete, die er immer noch in der Hand hielt.

Ihr wurde kalt und irgend etwas schien ihr penetrant ins Gesicht. Dabei war sie sich sicher, daß es noch viel zu früh zum Aufstehen war. Ohne die Augen zu öffnen tastete sie suchend über das Bett. Aber die Decke war breit und nicht zu entdecken. Wahrscheinlich hatte Jadeit sich komplett darin eingewickelt.

Mühsam öffnete sie schließlich ihre Augen und gähnte herzhaft. Es war wirklich noch viel zu früh zum Aufstehen, aber sie hatte gestern schon so viel geschlafen, daß es nicht schaden würde jetzt schon aufzustehen. Sorgsam rieb sie sich den letzten Rest Schlaf aus den Augen und schwang die Beine aus dem Bett.

Jadeit sollte ruhig erst einmal seinen Rausch ausschlafen, das würde ihr die Gelegenheit geben sich eine Erklärung für all das einfallen zu lassen und vor allem würde sie erst einmal in Ruhe frühstücken können. Zielstrebig visierte sie die Küche an und drehte sich dann noch einmal um als sie bemerkte, daß man sie beobachtete. Erstaunt stellte sie fest daß er doch schon wach war und sein fragender Blick auf ihr ruhte.

Er traute seinen Augen immer noch nicht. Sie war so zielstrebig an ihm vorbei gegangen als würde von ihm nicht die geringste Gefahr ausgehen. Fühlte sie sich so sicher?

Ungläubig starrte er sie an. Ihre Haare waren weitaus länger als er vermutet hatte. Sie berührten fast ihre Knöchel. Und ihre Augen waren wunderschön. Wobei er nicht sagen konnte ob sie nun blau oder grün waren. Die Farbe lag irgendwo dazwischen.

Es schien sie kaum zu kümmern, daß er hier war. Aber dieses Gesicht kam ihm so vertraut vor. Ihre Augen wirkten einen kurzen Moment erstaunt als sie ihn ansah, aber dann schmolz ihr Blick zu einem hinreißenden Lächeln und sie lehnte sich entspannt gegen die Wand.

Ihm war als er hätte er etwas ähnliches schon einmal gesehen. Nur wann? Je länger er sie ansah desto mehr schien sie zu lächeln und dann merkte er auch warum. Er hielt immer noch das Ende der Bettdecke in der Hand und mußte aussehen wie der letzte Trottel. Seufzend ließ er es fallen und sah sie entschuldigend an.

In diesem Moment war es mit ihrer Beherrschung vorbei und sie begann herzlich zu lachen. Er hatte sich wirklich kein bißchen verändert.

“Oh man Jadeit! Zum wievielten Male machst du das jetzt wohl?“ Sein perplexer Gesichtsausdruck brachte sie nur noch mehr zum Lachen. Wie oft hatte sie diesen entschuldigenden Blick in der Vergangenheit schon gesehen? Und wie oft hatte sie darüber gelacht? Man konnte es schon fast nicht mehr zählen. Was hatten sie nicht alles zusammen angestellt. Vor allem Kunzit hatte sie deshalb mehr als nur einmal verflucht. Da ihr auffiel, das er immer noch an den Folgen seines Alkoholgenusses zu knabbern hatte riß sie sich schließlich wieder zusammen.

“Wartet einen Moment. Ich kenne da ein Mittel das hundertprozentig gegen deinen Kater wirkt.“ Mit einem Augenzwinkern verschwand sie in der Küche und er begriff nun endgültig nichts mehr. Woher kannte sie seinen Namen? Er konnte ihn ihr doch unmöglich verraten haben. Auf der Erde trug er doch stets einen anderen. Außerdem deutete ihr Verhalten darauf hin, das sie ihn schon verdammt lange kennen mußte. Irgendwie konnte er sich auf die ganze Sache keinen rechten Reim machen, aber daß sie ein Mittel gegen seinen Kater (was auch immer das sein mochte) hatte machte ihn schon neugierig, also folgte er ihr.

Aus der Küche klang ihm ihr verhaltenes Lachen entgegen. Anscheinend amüsierte sie sich blendend. Was war bloß an seinen Kopfschmerzen so lustig? Na ja, aber wenigstens würde er sie nach ein, zwei Dingen Fragen können bevor er wieder verschwand. Vor allem wo seine Klamotten abgeblieben waren interessierte ihn brennend.

Gelassen ließ er sich auf einen Stuhl fallen und sah interessiert zu wie mit den verschiedensten Dosen hantierte während sie darauf wartet, daß das Wasser zu kochen begann. Was war gestern Abend bloß passiert?

“Du wolltest auf der Straße ein Nickerchen machen und das im strömenden Regen.“ Ohne sich umzudrehen hatte sie ihm geantwortet. Aber er hatte sein Frage doch nicht laut gestellt, wie konnte sie dann...

“Hier! Trink das! Es hilft gegen die Kopfschmerzen.“ Sie stellte ihm eine riesige Tasse mit dampfendem Inhalt vor die Nase. Alles andere davon konnte er allerdings nicht definieren. Sie selbst setzte sich ihm Gegenüber. In ihrer Tasse befand sich Tee, das erkannte er sofort.

“Jetzt trink schon! Solange du nicht wieder klar im Kopf bist können wir uns nicht unterhalten und das sollten wir dringend tun.“ Mißtrauisch beäugte er die Tasse vor sich und entschloß sich dann es doch einmal zu probieren. Schlimmer konnte es ja kaum noch werden. Der erste Schluck beleerte ihn allerdings schnell eines besseren. Das Zeug schmeckte furchtbar. In seinem ganzen Leben hatte er noch kein so übles Gesöff zu sich genommen. Wollte sie ihn etwa vergiften?!

“Natürlich nicht!“ Entrüstet sah sie ihn an.

“Was denkst du von mir?! Nun mach schon und trink aus. Sonst wirkt es nicht, das solltest du eigentlich wissen.“ Er wußte es zwar nicht, aber tat trotzdem gehorsam was sie ihm sagte. Angewiderte setzte er die Tasse schließlich ab. Was für ein widerliches Zeug. Verblüffender Weise verschwanden seine Kopfschmerzen daraufhin aber recht schnell. Erstaunlich! Bevor er sie danach fragen konnte kam sie ihm zuvor.

“Du solltest dich wirklich endlich mal zusammenreißen! Diese Ausnüchterungen sind auf Dauer ganz schön nervig!“ Sein Schweigen begann sie zu nerven. Irgend etwas stimmte ganz und gar nicht.

“Richtig!“ Sie hob leicht eine Augenbraue an als sie feststellte, daß er ihre Gedanken anscheinend immer noch lesen konnte. Das hatte sich also nicht geändert.

“Sag mal Jadeit. An was kannst du dich eigentlich noch von damals erinnern?“ Bevor sie ihm irgend etwas sagte sollte sie besser wissen was er noch wußte. Seufzend stand sie auf und ging hinaus auf den Balkon als er ihr keine Antwort gab. Er hatte es also vergessen. Er hatte alles vergessen. Resigniert lehnte sie sich an die Brüstung und ließ ihren Kopf sinken. Daß es so weh tun würde hätte sie nicht gedacht.

“Was hast du?“ Sie bewegte sich nicht weiter als er sich ihr näherte. Erst als er seine Hand auf ihre Schulter legte sah sie ihn wieder an. Ihn so nah zu spüren und zu wissen, daß nichts mehr wie früher sein würde tat ihr mehr weh als sie bereit war zu zugeben.

Der Schmerz in ihren Augen schnitt ihm tief ins Herz. Er wollte diesen klaren Augen nicht traurig sehen. Sie sollte wieder lächeln. Im selben Augenblick tauchte in seinem Inneren eine längst verloren geglaubte Erinnerung wieder auf und wie von selbst löste sich ein Name von seinen Lippen.

“Topas.“ Augenblicklich drückte sie sich fest an ihn. Erstaunt bemerkte er, daß sie Tränen in ihren Augen hatte. Aus einem Impuls heraus schloß er seine Arme um ihren Rücken und beschloß sie nie wieder loszulassen.

Langsam hob sie den Blick und sah ihn an. Sie erkannte ihn. Sie wußte wer er war und sie hatte keinerlei Angst vor ihm. Eigentlich sollte er sie spätestens jetzt töten, aber das Einzige was er tat war sie noch enger an sich zu ziehen und sie zu küssen. In diesem Augenblick fühlte er sich so befreit wie noch nie zuvor in seinem Leben. Die gesamte Zeit die er im Königreich des Dunkeln verbracht hatte kam ihm wie ein böser Traum vor.



to be continued…

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