Chapter 04

03-10-18


Moon Shadows


Old friends, new friends



Es war ein Fehler! Von Anfang an war es nichts weiter als ein einziger dummer Fehler gewesen! Das Problem war nur je länger er darüber nachgrübelte desto sicherer wußte Zoisit, das er sich selber in diesen Schlamassel hinein bugsiert hatte. Wie war er überhaupt auf diese schwachsinnige Idee gekommen mit seinem älteren Bruder zu wetten? Und dann ausgerechnet um einen solchen Schwachsinn wer von ihnen zuerst die neusten Pferde ihres Vaters gezähmt hätte? Es war doch von Anfang an klar gewesen das er nicht gewinnen konnte. Immerhin war er im Gegensatz zu seinem Bruder, dessen einziges Hobby Sport, Sport, Sport und nochmals Sport war, eher zierlich gebaut. Die meisten Menschen denen er begegnete hielten ihn auf den ersten Blick für eine Frau, was wahrscheinlich neben seiner zierlichen Gestalt auch an den langen goldblonden Haaren lag, die er meistens in einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte.

Wäre nicht seine Mutter gewesen, die nichts schöner fand als sein langes Haar zu bürsten hätte er sie sich schon lange abgeschnitten, aber er brachte es einfach nicht fertig seiner Mutter diese kleine Freude zu nehmen. Immerhin hatte sie dank der im ganzen Land bekannten Pferdezucht nie die Zeit sich ihre Haare selbst wachsen zu lassen. Für den Umgang mit Pferden waren sie einfach unpraktisch und Zoisit hatte mehr als einmal erfahren müssen warum.

Zuletzt als Donnerengel, der beste Zuchthengst des gesamten Gestüts einen Narren an ihm gefressen hatte und das konnte man wörtlich nehmen. Donnerengel tat mit Vorliebe nichts anderes als seine Haare abzuknabbern und da Zoisit der Einzige neben seiner Mutter war, der diesen Hengst ohne Probleme reiten konnte focht er jeden Tag einen neuen Kampf um sein Haar aus, wenn er Donnerengel sattelte.

“Der Nächste bitte!“ Erschrocken zuckte Zoisit zusammen als er feststellte, daß sich vor ihm nur noch knapp drei andere Rekruten befanden. Nicht mehr lang und es würde für ihn kein zurück mehr geben. Doch sein Stolz verbot es ihm sich jetzt aus der Reihe zu entfernen. Immerhin hatte er mit seinem Bruder auf Ehrenwort gewettet, das der Verlierer sich freiwillig zu den Erdstreitkräften melden würde. Das Problem war nur, das Zoisit nicht im daran gedacht hatte, das er verlieren könnte. Er hatte lediglich seine Chance gesehen seinen älteren Bruder für knapp ein Jahr loszuwerden. Was nicht zu letzt an dem kleinen Streit lag, den sie kaum einen Tag vor dieser dämlichen Wette gehabt hatten.

Wie immer hatte ihn sein Bruder damit aufgezogen, daß er mehr einem Mädchen als einem heranwachsenden Mann ähnelte. Zoisit hatte es daraufhin vorgezogen sich wortlos umzudrehen und seinen Bruder einfach stehen zu lassen, da er genau wußte, das es nichts bringen würde diesem zu widersprechen. Man müßte blind sein, wenn man diese offensichtliche Tatsache nicht bemerken würde. Trotzdem verletzte es Zoisit immer wieder aufs neue wenn jemand (ganz besonders sein älterer Bruder) darauf herum ritt. Sein Bruder hatte sich an jenem Tag leider als äußerst hartnäckig erwiesen und hatte es nach und nach geschafft Zoisits Geduld weit über ihre Massen zu strapazieren und dann war die Sache irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Mit dem Ergebnis, das nun er Zoisit keine fünf Minuten mehr von einem Jahr Militärakademie entfernt war.

Seine Mutter hatte die Nachricht relativ gefaßt aufgenommen und ihn lediglich gebeten sich nicht seine wundervollen Haare abschneiden zu lassen. Immerhin hatte er bei Weitem nicht dieses schwarze Gestrüpp, das sich Haar schimpfte auf dem Kopf wie sein Bruder. Dieser hatte mit einem Lächeln daneben gestanden und ihm auch noch zu dieser mutigen Entscheidung gratuliert während sein Vater ihm mit stolz geschwellter Brust sein damaliges Magie-Handbuch überreichte. Er würde zwar bald sein eigenes erhalten, aber schaden könnte es ja für den Anfang nicht.

Immer noch vollkommen überrumpelt von der Geschwindigkeit mit der er sich plötzlich am Sammelplatz für die Militärkutschen befand verabschiedete sich Zoisit von seinen Geschwistern und seinen Eltern und stieg mit mulmigen Gefühl in die schwarze Kutsche ein. Zu seinem Glück hatte man ihn überredet so früh wie möglich aufzubrechen und so war die Kutsche halbleer und die meisten der anderen Mitreisenden schliefen. Zoisit glaubte ohnehin zu wissen, das nicht einer von ihnen daran dachte, das er sich ebenfalls bei den Streitkräften melden würde. Vielmehr würden sie ihn für eines der Mädchen halten, die ihre Chance nutzen mit der Militärkutsche ihren Liebsten in seinem Ausbildungslager zu besuchen.

“Der Nächste bitte!“ Die ärgerliche Stimme riß Zoisit aus seinen Gedanken. Anscheinend hatte man ihn bereits mehr als einmal aufgefordert vorzutreten. Seufzend trat einen Schritt vor. Das fing ja gut an.

“Name?“ Gehorsam nannte Zoisit seinen vollständigen Namen und die Einheit in man ihn bereits im Vorfeld eingeteilt hatte. Danach mußte er noch eine Reihe von Fragen über seinen Gesundheitszustand und den bisherigen Umgang mit Magie beantworten.

“Gut, dann also in das Regiment 89-6.“ Ein letzter prüfender Blick des Sekretärs, der deutlich genug dessen Zweifel an Zoisits Eignung zum Soldaten zeigten und schon fand er sich im Inneren des Ausbildungscamps wieder. Dort wurde er direkt von einem übereifrigen Beamten in Empfang genommen, der ihn zwischen Dutzenden von Anweisungen einen riesigen Stapel Bücher in die Hand drückte. Zusammen mit seinem ohnehin nicht gerade leichtem Gepäck ein ganz schöner Balanceakt, der gehörig ins Wanken geriet als man ihm dann auch noch seine Uniform überreichte.

“Mal sehen unterbringen müssen wir dich ja auch noch.“ Am Liebsten hätte Zoisit den Mann angeschrien, damit dieser sich endlich einmal beeilte. Ihm fielen langsam aber sicher die Arme ab.

“Ah, hier ist es. Zelt Nummer 25. Das wird deine Unterkunft für die nächsten Monate sein. Na dann, willkommen in der Armee!“ Ein kleiner Schubs in den Rücken hätte Zoisit fast den letzten Rest seines mühsam erhaltenen Gleichgewichts gekostet. Es gelang ihm gerade noch die Stapel vom Rutschen abzuhalten und wie durch ein mittleres Wunder schaffte er es sogar damit durch den kleinen Zelteingang. Das Problem war nur wie stellte er das Zeug jetzt ab ohne, das dabei die Hälfte zu Boden fiel?

“DAS ist jawohl nicht dein Ernst! Ihr laßt eure Soldaten während der ersten Ausbildungsmonate allen Ernstes in einem Zelt schlafen?!“ Die Stimme vor dem Zelt klang wenig begeistert bei dieser Vorstellung.

“Tut mir leid es ist leider nun mal so. Ich wünsche euch noch einen erholsamen Tag, Madame.“ Zoisit hörte noch einen mühsam unterdrückten Fluch bevor sich die Zeltvorhänge mit viel Schwung öffneten.

“Madame! Dieser verfluchte Mistkerl wagt es wirklich mich mit Madame anzureden. Als wenn ich nicht schon genug gestraft wäre. Sechs Monate in einem Zelt! Womit habe ich das nur verdient? Und was grinst mich dieser Kerl eigentlich so dämlich an? Hatte der was Falsches zum Frühstück? Nanu wer bist du denn?“ Die Triade endete ebenso plötzlich wie sie begonnen hatte.

“Warte ich helfe dir mal eben.“ Das Gewicht auf Zoisits Armen reduzierte sich plötzlich um die Hälfte und auch sein Blickfeld kam endlich wieder zum Vorschein. Erleichtert stellte er auch die letzten seiner Sachen auf den Boden.

“Meine Güte du hast aber viel Gepäck. Warst du der Ansicht du würdest hier verhungern?“ Augenblicklich schoß die Röte in Zoisits Wangen. Seine Mutter hatte es wirklich etwas übertrieben mit ihren Essenspaketen. Allein die Hälfte seines Seesacks war mit selbstgemachten Keksen und Schokolade gefüllt, damit er nicht allzu viel Heimweh bekam.

“Dagegen sieht mein Gepäck ja richtig ärmlich aus.“ Zoisit folgte der ausgestreckten Hand, die auf einen Seesack wies, der reiflich verloren auf der gegenüberliegenden Matratze lag.

“Meinst du? Ich finde es eher beeindruckend. Du sparst dir viel Arbeit.“

“Danke! Ich bin Topas.“ Lächelnd ergriff Zoisit die Hand, die ihm entgegengestreckt wurde und hatte endlich Zeit sich seinen Zeltpartner genauer anzusehen. Er hatte wellige, knapp schulterlange, blaue Haare; blaue vergnügt funkelnde Augen und ein Lächeln im Gesicht, das wahrscheinlich jede Frau um den Verstand brachte. Außerdem wirkte er weitaus trainierter als Zoisit. Anderseits könnte man ihn unter den richtigen Lichtverhältnissen durchaus ebenfalls für eine Frau halten. Irgendwie erleichterte Zoisit diese Tatsache. Somit war er wenigstens nicht ganz allein unter lauter Sportskanonen.

“Angenehm, Zoisit.“

„Wie der Edelstein?“

“Ja.“

“Klasse! Ich glaube wir werden uns prima verstehen. Einige meiner besten Freunde heißen auch wie Edelsteine.“ Zoisit glaubte zwar nicht so recht daran das man nur aufgrund einer Namensähnlichkeit von jetzt auf gleich mit jemanden Freundschaft schließen konnte, aber er fand seinen Leidensgenossen durchaus sympathisch. Gemeinsam machten sie sich daran ihr Zelt in einen halbwegs bewohnbaren Zustand zu versetzen wobei sie immer wieder feststellten, daß sie sich in einigen Dingen verdammt ähnlich waren. Am frühen Abend waren sie endlich fertig mit dem Ein- und Aufräumen und lagen jeder für sich auf einer Matratze.

“Meinst du der erste Tag wird hart?“ Zoisit war immer noch nicht überzeugt davon, daß er den sportlichen Anforderungen gewachsen war. Er sah sich schon am Ende des nächsten Tages auf der Krankenstation.

“Ich glaube nicht. Das Training kommt erst nach der ersten Woche so richtig in Gang. Aber hast du hier schon mal einen Blick reingeworfen?“ Topas schwenkte sein Exemplar der Magie-Lehre hin und her.

“Ja, mein Vater hat mir seins überlassen. Mit ein paar kleinen Zaubern hat es schon ganz gut geklappt. Weißt du Magie ist so ein Hobby von mir.“ Zoisit konnte nicht verhindern, das bei der Erinnerung an seine kleinen Erfolge, die er mit diversen Bannsprüchen und Heilzaubern zu Hause schon gewirkt hatte seine Wangen einen leichten Rotton annahmen.

“Hobby? Du machst das als Hobby?!“ Begeistert drehte sich Topas auf seiner Matratze in eine Lage aus dem er sein Gegenüber besser sehen konnte.

“Los komm, erzähl wie ist das mit Magie zu arbeiten?“ Ohne es zu wollen schlich sich während seiner Erzählung so etwas wie stolz in Zoisits Stimme. Im Sport war er zwar klar im Nachteil, aber dafür war sein magisches Talent bei weitem das Beste was in seiner Familie in den letzten Jahren vorgekommen war. Lediglich seine Großmutter konnte das Limit seiner Fähigkeiten erreichen, aber sie meinte, wenn er erst einmal richtig ausgebildet worden war, dann würde es ihr wahrscheinlich schwer fallen mit ihm mitzuhalten.

“Gott sei Dank! Ich dachte schon ich wäre der Einzige, der sich hier ernsthaft für Magie interessiert.“

“Bitte?“

“Ach komm. Hast du dir den Rest von diesem Haufen nicht angesehen? Die Meisten von ihnen sind doch nur hier um ihren Dienst an der Front zu verrichten. Wenn sich unter ihnen zehn magische Talente finden lassen, dann ist das schon viel.“ Zoisit war schwer beeindruckt mit welcher scharfen Auffassungsgabe Topas sich bereits solche Dinge eingeprägt hatte. Dabei kann er nicht sonderlich viel mehr von dem Gelände gesehen haben als Zoisit. Wann hatte er sich nur dieses Bild verschafft?

“Das heißt sofern sich das mit diesem Ding hier feststellen läßt. Jemand, der wirklich Magiebegabt ist lacht sich spätestens wenn er die Grundlagen beherrscht nach der Hälfte kaputt.“

“Woher willst du das wissen? Kennst du denn so jemanden?“ Topas biß sich fluchend auf die Zunge. Fast hätte er vergessen, daß er seine eigenen Fähigkeiten ja erstmal nicht mehr nutzen durfte. Nur noch deinem Stand entsprechend, das waren ihre Worte gewesen. Und momentan hatte er den Stand eines Grünschnabels, der gerade mal den simpelsten Angriffs- und Abwehrbann beherrschte. Er konnte wohl kaum seinem Zimmergenossen (er weigerte sich schlicht die Tatsache mit dem Zelt zu akzeptieren) beweisen, daß er sehr wohl wußte von was er sprach.

“Ja. Ein Freund von mir ist so ein Talent.“ In Gedanken fügte er gleichzeitig eine Entschuldigung in Richtung Kunzit hinterher, damit dieser ihm die kleine Notlüge verzieh.

“Ehrlich? Meinst du ich könnte mich eventuell mal mit ihm treffen?“ Klar, sobald Kunzit mir den Kopf abgerissen hat.

“Sicher, aber ich schätze dafür müssen wir wohl oder übel warten bis sie uns das erste Mal Freigang gewähren.“ Tut mir leid Kunzit, aber im Moment bist du leider meine letzte Rettung.

“Das macht nichts. Es war schon immer mein Traum mich mit jemanden zu unterhalten dessen Talent schon voll entwickelt ist.“ Na dann Prost Mahlzeit. Topas wußte genau, was Kunzit für diesen kleinen Gefallen von ihm verlangen würde und das sorgte bei ihm nicht gerade für Begeisterung. Überhaupt war er ja auch nur dank der großartigen Arbeit von Endimion und seinen Generälen in einem Ausbildungslager der Erdstreitkräfte gelandet. Wahrscheinlich war das sogar besser als gar nichts, aber sie hätten ihn zumindest vorher fragen können was er von dieser Idee hielt und ihn nicht einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. Noch dazu wenn einer der Kommandeure des Lagers Kunzit hieß. Es würde bestimmt nicht allzu lange dauern bis sie gegeneinander rasselten. Warum mußte er auch unbedingt mit diesem Idioten wetten?

“Topas, warum bist du eigentlich hier?“ Inzwischen war Zoisit neugierig genug um seinem Gegenüber ein paar Fragen zu stellen.

“Liebenswerte Freunde. Und du?“

„Ähnlich. Mein älterer Bruder hat mich reingelegt.“

“Wette?“

“Yup.“

“Willkommen im Club.“ Für zwei Sekunden sahen sie sich an und brachen dann in schallendes Gelächter aus. Anscheinend hatte man sie beide gehörig reingelegt. Leider war die allgemeine Heiterkeit nur von kurzer Dauer, da schon bald darauf der Befehl zur Nachtruhe über das Lager wehte. Beide wußten, daß es besser war nicht schon am ersten Tag dadurch aufzufallen, daß man diesen Befehl ignorierte. Also löschten sie gehorsam das Licht und rollten sich unter ihren Decken zusammen.

“Gute Nacht. Von Topas kam nur noch ein undeutliches Murmeln als Antwort. Anscheinend war er jemand, der unheimlich schnell einschlief. Eigentlich schade, denn Zoisit hätte sich sehr gerne noch ein Weilchen länger mit ihm unterhalten. Aber morgen war schließlich auch noch ein Tag.



to be continued…




Sorry! Es hat mal wieder ewig gedauert bis ich diese Story weiterschreiben konnte. Hoffentlich seit ihr mir nicht allzu böse, das ihr solange warten mußtet.  (Love of an angel frißt doch mehr Zeit als erwartet)
Ähm, Moon Shadows ist übrigens die einzige Fanfiction, die ich nicht in chronologischer Reihenfolge schreibe sondern einfach quer Beet. Sicher, die einzelnen Kapiteln kann man in eine Reihenfolge bringen, aber es kann immer wieder mal sein, das plötzlich doch noch mal ein Kapitel kommt, das eigentlich irgendwo anders dazwischen gehört. Das ist irgendwie meine Art der Entspannung beim Schreiben. ^. ^

Sorry for that.

 

UPDATE Kurenai no Tenshi
 

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