Chapter 09

2009-05-30

Moon Shadows


Dancing waltz on the moon
 

Mit der allmählich hereinbrechenden Dämmerung versank der große Ballsaal nach und nach in der Dunkelheit. Die Farbe der Wände wechselte im schwindenden Licht von Weiß zu Gold, dann ein sanfter Silberschimmer ehe sie farblos verblaßten und der Dämmerung ihren Tribut zollten. Auf den dunklen Flächen begannen nach und nach Kristalle aufzuleuchten, die das Licht des Mondes in ihrem Inneren gespeichert hatten. Über der großen Glasskuppel würde schon bald die Erde zu sehen sein und das würde den Ball eröffnen.

Obwohl es seit Jahren nicht mehr geschehen war wanderten einige Blicke immer wieder zur Königin des Mondes, die sich angeregt mir ihren Gästen unterhielt. Hinter diesen Blicken stand stumm eine Frage. Würde es dieses Mal anders sein? Würde sie dieses Mal den Ball eröffnen, wie sie es einst gemeinsam mit ihrem Mann getan hatte?

Es war Jahrzehnte her, das die Königin des Mondes zum letzten Mal das Parkett des Ballsaals mit einem Tanz beehrt hatte. Seit dem Tod ihres Mannes hatte sie kein einziger Bewohner des Palastes jemals wieder tanzen sehen.

Die Tänze des Herrscherpaares des Mondes waren etwas von dem heute noch Eltern ihren Kindern und Kindeskindern berichteten. Es gab nirgendwo ein Paar, das auch nur annährend an die Eleganz und vollkommene Harmonie heranreichte, die man in jedem einzelnen Schritt von König und Königin sehen konnte.

“Ich wünschte sie würde nicht noch immer trauern.“ Die Stimme der Mondprinzessin war lediglich ein Wispern, doch ihre Leibgarde bestehend aus den Sailor Kriegerinnen nickte zustimmend. Sie alle hatten in ihrer Kindheit gesehen, was die Königin des Mondes, Serenitys Mutter in nur einer einzigen Nacht verloren hatte. Und auch, wenn man es ihr nur noch selten anmerkte so war die fortwährende Verweigerung des Tanzens Beweis genug, das sie Königin des Mondes ihre Trauer auch nach all den Jahren noch nicht überwunden hatte.

“Sie wird nicht tanzen…“ Bedauernd sah Venus auf den silbrigen Lichtstrahl, der nun aus der großen Kuppel auf das Parkett fiel und im selben Moment verschlug es ihr den Atem. In mitten des silbernen Lichts stand milde lächelnd die Königin des Mondes.

Im Ballsaal herrschte Totenstille als die Königin des Mondes einen Schritt nach vorn machte und ihre Hand erwartungsvoll der Dunkelheit entgegenstreckte. Lange, schlanke Finger schlossen sich behutsam um die dargebotene Hand während sich das silberne Licht weiter ausbreitete.

“TOPAS?!“ Das Weinglas entglitt den zittrigen Fingern von Mars. Die Sailor Kriegerin traute ihren Augen nicht. Ebensowenig wie alle anderen anwesenden Mondbewohner. Der Anführer der Palastgarde sank vor seiner Königin auf die Knie und hauchte Kuß auf die ihm überlassene Hand. Seine Galauniform schien im silbernen Licht beinahe wie von selbst zu leuchten. Ebenso das Kleid der Mondkönigin.

Fragend sahen die Sailor Kriegerinnen ihre Prinzessin an, die ihren Blick nicht von der Mitte des Saals lösen konnte. Es war ihr unbegreiflich das ihre Mutter dort zusammen mit Topas stand um den Ball zu eröffnen. Das konnte einfach nicht sein.

Ohne sich um das beinahe ohrenbetäubende Schweigen in Saal zu kümmern erhob sich Topas und gab den geschockten Musikern ein deutliches Zeichen. Der kurze Stromschlag in ihren Gliedern reichte aus, um die Männer wieder zur Besinnung zu bringen. Die Melodie eines langsamen Walzers begann von ihren Instrumenten zu perlen.

Mit einer Selbstsicherheit, die beinahe schon an Arroganz grenzte legte Topas der Königin des Mondes eine Hand auf die Hüfte und zog sie näher an sich. Er wurde mit einem warmen Lächeln belohnt als er übergangslos den Takt des Walzers aufnahm.

Sprachlos sah Serenity zu wie ihre Mutter sich wie von selbst in Topas Arme schmiegte und an dessen Seite über das Parkett schwebte. Sie hatte mit beinahe allem an diesem Abend gerechnet. Aber nicht damit, das ihre Mutter aller Welt Topas als ihren Liebhaber präsentieren würde.

“Was ist mit euch Prinzessin? Ihr seht aus wäret ihr einem Geist begegnet.“ Erschrocken zuckte Serenity zusammen als die sanfte, dunkle Stimme in ihrem Rücken erklang. Der Kronprinz der Erde lächelte sie and und Serenity spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoß.

“Prinz Endymion.“Mit einem leichten Nicken trat Venus einen Schritt zurück und ermöglichte es ihm damit direkt neben der Mondprinzessin zu stehen. Die Leibgarde des Prinzen hielt wie auch die Sailor Kriegerinnen leichten Abstand zu ihrem Schützling ohne diesen dabei einen einzigen Augenblick aus den Augen zu verlieren.

Mit angehaltenem Atem und pochendem Herzen beobachtete Serenity wie ihre Mutter gemeinsam mit Topas über das Parkett schwebte. Sie verstand es immer noch nicht. Warum ausgerechnet Topas? Aus welchem Grund hatte ihre Mutter Topas erwählt?

“Ich hoffe nur, er weiß, was er tut.“ Der tiefe Seufzer von Mars war unüberhörbar.

“Ja, von jetzt an wird sich alles ändern.“ Jupiter sah ebenso besorgt aus wie die anderen Sailor Kriegerinnen. Fragend sah Kunzit die Sailor Kriegerin an seiner Seite an, die nachdenklich die Stirn runzelte. Sie war kleiner als er. Es fiel ihm nicht schwer über den Schopf blauer Haare hinüber zur Anführerin der Sailor Kriegerinnen zu sehen, die zum xten Mal ihr langes, blondes Haar zurückstrich.

“Ich habe Mutter schon lange nicht mehr so lächeln sehen.“ Der Blick der Mondprinzessin lag warm auf dem tanzenden Paar, das die Welt um sich herum komplett vergessen zu haben schien. Es war ihr egal, was die anderen dachten. Es war deutlich genug zu sehen, daß sowohl ihre Mutter als auch Topas diese Wahl aus freien Stücken getroffen hatten. Vielleicht war es von Anfang an nur eine Frage der Zeit gewesen.

“Das stimmt. Es ist lange her, das sie dieses Leuchten in den Auge hatte.“ Wie die anderen Sailor Kriegerinnen konnte sich auch Venus nur zu gut daran erinnern wann dieses Leuchten für lange, lange Zeit erloschen war. An dem Tag an dem Serenitys Vater starb. Der Tag an dem sich das silberne Leuchten des Mondes zum ersten Mal seit einer schier unglaublichen langen Zeit in absolute Dunkelheit gewandelte hatte. Es war jener kurze Moment gewesen in dem die Königin des Mondes ihrer Trauer freien Lauf gelassen hatte. Sie hatte sich in ihre Gemächer eingeschlossen und diese erst nach Stunden wieder verlassen. In dem Augenblick als sie wieder vor ihr Volk getreten war kehrte auch das Licht des Mondes zurück. Nur das ihre Trauer damit noch lange nicht vorbei war.

“Ich verstehe nicht warum alle so entsetzt aussehen. Sie tanzt doch nur mit diesem Soldaten. Das ist doch vollkommen harmlos.“ Die vollkommen geschockten Gesichter der Sailor Kriegerinnen ließen Nephrit auf der Stelle verstummen. Anscheinend war auf dem Mond tatsächlich vieles anders.

“Ohne euch zu nahe treten zu wollen, aber ihr tätet gut daran das Protokoll unseres Palastes zu lernen.“ Merkur lächelte ihn leicht an, um ihren Worten die Härte zu nehmen.

“Mit diesem Walzer hat die Königin soeben bestätigt, das Topas ihr offizieller Geliebter ist.“ Bevor Jadeit den Mund aufmachen konnte kam ihm sein Prinz zuvor.

“Ihr Geliebter? Nur, weil sie mit ihm tanzt?“ Verwirrt sah Endymion hinüber zur Tanzfläche. Mit einer schwungvollen Drehung sank die Königin des Mondes in Topas Arme nur um kruz darauf wieder elegant davon zu wirbeln. Seine Hand umfing ihre Hüfte noch ehe sie sich weiter entfernen konnte als es ein Walzerschritt zuließ.

“Unter anderen Umständen wäre es ein ganz normaler Tanz. Da gebe ich euch recht. Aber mit einem anderen als dem König des Mondes einen Ball zu eröffnen, noch dazu mit dem Mondwalzer, das ist der entscheidende Unterschied.“ Merkur lächelte den Erdenprinzen entschuldigend an. Ihm war deutlich anzusehen, das er an diesem Tag zum ersten Mal davon hörte.

“Damit zeigt die Königin des Mondes wem ihr Herz gehört.“ Kaum merklich schlossen sich Endymions Finger um die Hand der Mondprinzessin. Sie zuckte kurz zusammen entzog ihm aber nicht ihre Hand. Auch diese kleine Geste verstieß deutlich gegen das Protokoll, aber die Augen sämtlicher Anwesender waren auf die Mitte des Saals gerichtet. Die Prinzessin des Mondes und der Erdenprinz blieben Seite an Seite stehen bis das tanzende Paar den Walzer beendet hatte.

Der Ball war nun offiziell eröffnet. Die Paare, die bisher reglos am Rand gestanden hatten begannen nun sich auf der Tanzfläche zu versammeln und obwohl Endymiom nichts lieber getan hätte als mit der Prinzessin an seiner Seite zu tanzen so wußte er doch, was er zu tun hatte. Bedauernd gab er ihre Hand frei und verbeugte sich leicht.

“Es tut mir leid Prinzessin, aber ich werde meine Mutter zum Tanz auffordern müssen. Leider tanzt mein Vater nicht.“ Er rang sich ein entschuldigendes Lächeln ab und wollte sich schon umwenden als Jadeits Hand auf seine Schulter sank.

“Mein Prinz verzeiht, wenn ich euch widerspreche. Aber euer Vater scheint sehr wohl zu tanzen.“ Grinsend wies der blonde Soldat auf die Tanzfläche wo der König der Erde an der Seite der Mondkönigin ein paar vorsichtige Schritte wagte. In ihrer nächsten Nähe befanden sich Endymions Mutter und Topas schon vollkommen im Einklang mit der Musik.

“Wie es scheint ist dies ein Tag voller unerwarteter Ereignisse.“ Grinsend prostete Kunzit den Tanzenden zu. Er war mehr als gespannt wohin das neue Bündnis zwischen Erde und Mond noch führen würde.



to be continued…




Dieses Kapitel ist einer Überdosis „Verwünscht“ zu verdanken. Danach war mir einfach nach Ballsaalszene ^.^

 
chronologische Reihenfolge der bisherigen Kapitel:

 

 

Silver Millenium

-  Awkward contract

-  Dancing waltz on the moon

-  Days full of incidence

-  Old friends, new friends

-  What a big brother means

 

 

Gegenwart

-  A new beginning

-  What is the price for a piece of the moon?

-  Dark shadows over a white moon

- Icecream black and white

 

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Moon Shadows
Chapter 14
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Secrets
wird fortgesetzt
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Love of an angel
abgeschlossen
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