Chapter 13

2011-07-14

Moon Shadows



Darkness falls


Das Letzte an das er sich erinnern konnte war die aufgebrachte Stimme von Königin Beryll die den Fluch aussprach, der ihn für immer lebendig gefangenhalten sollte. Die Schmerzen waren unglaublich gewesen und dennoch fühlte er sich nun angenehm benommen. Ihm war warm und er fühlte sich seltsam sicher. Bestimmt träumte er all das nur und sein Körper war nach wie vor gefangen in der Dunkelheit. Wie sonst würden sich all diese Bilder erklären lassen, die durch seinen Geist strömten?

Bilder eines längst vergangenen Königreiches. Tage voller Sonnenschein und tiefer Freundschaft. Die Ehre dem Königshaus zu dienen. Freunde, die er nun als Feinde oder Rivalen kannte. Das Königreich der Erde und des Mondes als Verbündete, die lange Zeit einander achteten und respektierten.

Behutsam strich Topas über das blonde, lockige Haar. Bald würde er aufwachen. Die Anzeichen dafür waren bereits deutlich zu sehen. Sein Körper hatte sich bereits erholt. Lediglich sein Geist irrte noch umher. Sobald seine Erinnerungen vollständig waren würde er erwachen.

Der große Krieg, der alles vernichtete wofür er und seine Freunde gekämpft hatten. Die Falle, in die sie blindlings getappt waren hatte sie zu Verrätern an ihren eigenen Idealen werden lassen. Sie hatten gegen ihre Freunde gekämpft, ihren König verraten und waren am Ende selbst dem Schwert zum Opfer gefallen.

Sie hätte es nicht tun müssen. Es wäre ausreichend gewesen ihn aus dem Bann, der ihn nach wie vor an das Königreich des Dunklen gebundenen hatte zu befreien. Doch sie konnte nicht anders. Nach all den Jahren hatte sie ihn endlich wieder gefunden. Sie wollte nicht an seiner Seite sein, wenn er sich nicht an alles erinnerte. Ihre gemeinsame Zeit sollte nicht in Vergessenheit geraten.

„Verzeih mir. Verzeih mir, daß ich nicht die einzige sein möchte, die sich erinnert.“  Ihre Tränen fielen auf seine Wangen. Der Zauber den sie gewebt hatte um seine Erinnerung zu wecken würde erst verblassen wenn er an jenem verfluchten Tag angekommen war. Dem Tag, an dem sie ihn getötet hatte.

Er erinnerte sich daran wie sie den Palast des Mondes stürmten. Sie hatten nur ein einziges Ziel. Die Mondprinzessin aufzuspüren und sie zu töten. Sie allein war dafür verantwortlich, daß sich ihr Prinz so sehr verändert hatte und zu einem Feind des eigenen Volkes geworden war. Sie verdiente es nicht am Leben zu bleiben. Ihre bloße Existenz bedrohte das gesamte Königreich der Erde. Sie mußte vernichtet werden.

Der Großteil des Mondpalastes stand bereits in Flammen als sie die Prinzessin endlich fanden. Nur wenige Meter trennten sie noch von ihrem Ziel. Triumphierend erhoben sie ihre Waffen und stürmten voran. Keiner von ihnen würde zögern den tödlichen Schlag auszuführen. Mit einem Aufschrei puren Entsetzens floh die Prinzessin.

Sie hetzten ihr nach und holten sie ein. Das Schwert zum tödlichen Schlag erhoben stieß Nephrit ein triumphierendes Lachen aus. Doch seine Klinge wurde vom Schwert eines Soldaten abgehalten. Mit stahlhartem Blick schlug er den Angriff zurück und befahl der Prinzessin weiter zu fliehen. Ein einziger Soldat gegen die größten Generäle der Erde. Er hatte nicht die geringste Chance.

Doch sie irrten sich. Mit einer fast beängstigenden Leichtigkeit wehrte er ihre Angriffe ab. Sie kamen einfach nicht an ihm vorbei. Auch Magie schien ihm nicht das Geringste anhaben zu können. Aber was war von einem Mondbewohner anderes zu erwarten. Aus den Augenwinkeln sah Jadeit wie sich Beryll an ihnen vorbeschlich um der Mondprinzessin nachzusetzen. Der Soldat schien nichts bemerkt zu haben. Er war voll und ganz auf seine Gegner konzentriert. Sehr gut, dann würden sie ihn eben weiter beschäftigen. Der Soldat hatte es jedoch ebenfalls bemerkt. Er wartete nur wenige Sekunden ehe er einen Lichtball direkt vor ihren Augen explodieren ließ. Für wenige Sekunden waren sie vollkommen blind.

Als seine Augen endlich nicht mehr tränten sahen sie gerade noch wie der Soldat um eine Ecke bog. Der Erdenprinz an seiner Seite. Gemeinsam setzen sie den Beiden nach. Sie alle waren fassungslos, daß ihr eigener Prinz auf der Seite der Mondbewohner kämpfte. Wie blind Liebe doch machte.

Endymion bemerkte die Verfolger und verlangsamte sein Tempo. Nach wie vor konnte und wollte er nicht glauben, daß sich seine eigenen Generäle und besten Freunde gegen das Mondkönigreich stellten. Sahen sie denn nicht, was die dunklen Mächte der Erde und ihren Bewohnern antat?

„Beschützt die Prinzessin!“ Der Soldat an seiner Seite stieß ihn vorwärts.

„Um das hier kümmere ich mich.“ Die grünblauen Augen funkelten ihn unter dem silbernen Helm entschlossen an. Er wußte, daß er sich auf das Wort seines Begleiters verlassen konnte. Ehe dieser Wahnsinn begann war dieser eine Zeitlang ebenfalls einer seiner Generäle gewesen. Ein Mondbewohner, der auf die Erde verbannt worden war, weil er seine Prinzessin aus vollem Herzen schützte.

„Paßt gut auf euch auf.“ Nickend hob der Soldat sein Schwert ehe er sich ihren Verfolgern zu wandte. Dieses Mal war der Kampf deutlich härter. Sie alle wußten, daß die Mondprinzessin nicht mehr sonderlich weit entfernt war. Da die Zerstörung des Palastes unaufhörlich voranschritt mußten sie immer wieder den herabfallenden Trümmern ausweichen.

Irgendwie gelang es dem Soldaten einen Schlafzauber auf Kunzit zu werfen, der sofort wie ein Stein in sich zusammensackte. Abgelenkt durch den Fall seines Mentors wurde auch Zoisit schwer getroffen. Schwer atmend wandte sich der Soldat Jadeit und Nephrit zu. Es dauerte viel zu lang.

Die Beiden umkreisten ihn aufmerksam. Immer auf der Suche nach einer Lücke in seiner Deckung. Als die Decke über ihnen zusammenbrach schied auch Nephrit aus diesem Spiel aus. Ein Stück Marmor hatte seine Beine zertrümmert. Auch Jadeits Gegner hatte einen schweren Schlag erlitten. Über sein Gesicht lief Blut und er versuchte mühsam sein Gleichgewicht wiederzuerlangen. Das war der Moment auf den er die ganze Zeit über gewartet hatte. Vorsichtig näherte er sich dem Rücken seines Gegners ehe er Angriff.

Im Lidschlag einer Sekunde wirbelte der Soldat herum und versenkte sein Schwert tief in Jadeits Körper. Ungläubig starrte er auf das Schwert an dem sein Blut hinuntertropf. Es war unmöglich. Niemand hätte ihn in solch einem Augenblick kommen hören. Das Letzte, was er sah war der erschrockene Blick des Soldaten.

Mit einem lauten Keuchen kam Jadeit zu sich. Hastig tastete er über seine Brust. Nichts! Nicht die geringste Spur einer Verletzung.

„Nur ein Traum. Es war nur ein Traum!“ Erleichtert fuhr er sich mit einer Hand durchs Haar.

„Ich wünschte es wäre so.“ In der leisen Stimme lag unendliches Bedauern. Langsam wandte sich Jadeit um und sah in die traurigen Augen jenes Soldaten, der ihn einst getötet hatte.



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chronologische Reihenfolge der bisherigen Kapitel:

 

 

Silver Millenium:

      Ø  Moon Children                                                        (Part 11)
Ø  Awkward contract                                                   (Part 01)
Ø  Dancing waltz on the moon                                   (Part 09)
Ø  Days full of incidence                                             (Part 02)
Ø  Old friends, new friends                                          (Part 04)
Ø  What a big brother means                                      (Part 08)
Ø  In the shadows                                                         (Part 12)

 

 

Gegenwart:

      Ø  A new beginning                                                     (Part 03)
Ø  A difficult task                                                         (Part 10)
Ø  What is the price for a piece of the moon?         (Part 07)
Ø  Darkness falls                                                         (Part 13)
Ø  Dark shadows over a white moon                        (Part 06)
Ø  Icecream black and white                                      (Part 05)

 

UPDATE Kurenai no Tenshi
 

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