Chapter 14

2012-12-22
Moon Shadows

Deep blue


Sehnsuchtsvoll sahen die Augen der Mondprinzessin auf das kleine, blaue Juwel am Himmel. Die Nacht war kristallklar und sie konnte deutlich die blauen Meere und das Grün der einzelnen Länder erkennen. Die Welt der Menschen war unvorstellbar schön. Sie bekam nie davon genug diesen Planeten zu beobachten, der so ganz anders war als ihre Heimat.

„Träumst du schon wieder?“ Grinsend strubbelte Topas durch ihr sorgsam frisiertes Haar und vernichtete damit die mühevolle Arbeit der Zofen. Die langen, silbernen Strähnen ergossen sich wie fließendes Wasser über ihren Rücken.

„Vielleicht?“ Sie lächelte ihn warm an, während er hinter ihr Platz nahm und vorsichtig Teil für Teil ihres Haares kämmte. Schon seit ihrer Kindheit schien es Topas Lebensziel zu sein all ihre Zofen in den Wahnsinn zu treiben. Immer und immer wieder löste er ihre Frisuren innerhalb von Sekunden auf, nur um kurz darauf selbst Hand daran zu legen. Sie hatte sich im Gegensatz zu den Palastzofen schon längst daran gewöhnt drei- bis viermal am Tag eine neue Frisur zu tragen. Um ehrlich zu sein genoß sie diese Momente mit Topas unendlich. Es war die seltene Gelegenheit einmal nicht die Prinzessin des Mondes zu sein und all ihre Pflichten zu vergessen.

Solange sie sich erinnern konnte war er stets an ihrer Seite gewesen. Ein ungestümer Junge, der die junge Prinzessin so gut wie nie aus den Augen ließ. Er hatte sie immer beschützt aber auch in die größten Schwierigkeiten gebracht. Mit ihm war sie zusammen auf die Bäume in den Palastgärten geklettert, hatte die gähnend langweiligen Stunden über Etikette ertragen und gemeinsam plünderten sie regelmäßig die Palastküche. Sie waren einander so nah wie es eigentlich nur Bruder und Schwester sein konnten.

„Glaubst du ich kann es eines Tages selbst sehen?“ Erwartungsvoll blickten ihre klaren Augen zu ihm auf. Seufzend gab Topas sich geschlagen. Er wußte genau, das sie niemals Ruhe geben würde, was diese Angelegenheit betraf.  

„Das kommt darauf an. Welchen Tag haben wir denn morgen?“ Mit einem Jubelschrei sprang sie auf und tänzelte durch den Raum.

„Du hast es nicht vergessen?!“ Sie wirbelte herum. Ihre Augen, die so blau waren wie die Erdenwelt strahlten mit den Sternen um die Wette. Selbstverständlich wußte sie ganz genau wovon er sprach. Der gesamte Palast war deswegen in heller Aufruhr. Theatralisch griff sich Topas an sein Herz.

„Majestät kränkt mich zutiefst.“ Beinahe augenblicklich erhellte ihr Lachen den Raum. Er hatte es ihr versprochen. Schon vor Jahren hatte er es ihr versprochen sie eines Tages mit auf die Erdenwelt zu nehmen. Sie konnte nicht glauben, daß dieser Tag nun gekommen sein sollte. Topas hatte sein Versprechen nie wieder erwähnt. All ihre Andeutungen und Hinweise hatten ihm nie etwas anders als ein Schulterzucken entlocken können. Sie hätte es besser wissen müssen. Nicht ein einziges Mal hatte er je sein Wort ihr gegenüber gebrochen. Egal in wie viele Schwierigkeiten er oder sie sich auch gebracht hatten. Jubelnd fiel sie ihm um den Hals und versprach sich nicht das geringste anmerken zu lassen, bis er kam um sie zu entführen.

Es vergingen jedoch zwei Wochen ehe Topas sein Versprechen tatsächlich einlösen konnte. Zu viele Augen ruhten auf der Prinzessin des Mondes. Ihr Geburtstag hatte sie klarer strahlen lassen als der hellste Stern am Himmel und der ganze Palast schien beinahe automatisch den Kopf zu drehen, wenn sie erschien. Sehr, sehr vorsichtig und mit sorgfältiger Planung schlich sich Topas letztendlich in ihre Gemächer um ihr den größten Wunsch ihres Daseins zu erfüllen. Ein einziges Mal ihren Fuß auf irdischen Boden zu setzen. Das taunasse Gras der Menschenwelt zwischen ihren Zehen zu spüren und all das zu erleben, was sie bisher nur aus Büchern kannte.

Unentdeckt huschten zwei Schatten aus dem Palast des Mondes zum Portal der Menschenwelt. Das Herz der Mondprinzessin schlug ihr vor Aufregung bis zum Hals. Durch den wasserähnlichen Schleier des Portals waren undeutlich die Umrisse der Menschenwelt zu erkennen. Ihre Hand zitterte leicht als Topas sie durch das Portal führte.

Warme Luft durchtränkt mit einem ihr unbekannten Duft ließ sie einen Moment innehalten ehe sie die Augen öffnete. Zu groß war ihre Angst, daß es sich wieder nur um einen Traum handeln könnte. Einen Streich ihrer lebhaften Fantasie. Mit einem entschlossenen Ruck öffnete sie die Augen und erstarrte.

Alles um sie herum war in Grün. Jede einzelne Nuance dieser Farbe schien vertreten zu sein. Große Bäume, die sie bisher nur auf Bildern gesehen hatten rauschten im Wind. Begleitet von Melodien unzähliger Vögel deren Namen nach und nach in ihr Gedächtnis zurückkehrten.

„Topas, wo sind wir?“ Beinahe ängstlich drückte sie seine Hand. Während ihre Augen vor Freude strahlten. Zu überwältigend war der Anblick, der sich ihr bot. Unter ihren Schuhen befand sich ein weicher Teppich aus Moos und Gras.

„In der Menschenwelt.“ War alles, was er entgegnete ehe er ihr einen kleinen Schubs gab.

„Nimm den Reif nicht ab.“ Ein letztes Mal versicherte er sich, daß ihr Stirnreif richtig saß und die Mondsichel auf ihrer Stirn verdeckt war. Es hatte Jahre gedauert dieses einzigartige Schmuckstück zu fertigen. Durchtränkt von Magie verbarg es nicht nur die wahre Aura eines Mondbewohners, es sorgte zeitgleich auch dafür, daß die silbernen Haare der Mondprinzessin im warmen Gold der Sonne erstrahlten. Niemand würde vermuten, daß dieses kleine Mädchen In Wahrheit die Prinzessin des Mondes war.

Lächelnd ließ er sich gegen einen Baumstamm sinken und sah zu, wie sie nach und nach die ihr unbekannte Welt erkundete. Im Licht des Mondes bewegte sie sich mit der Anmut einer Tänzerin und die Tiere des Waldes lagen ihr zu Füßen. Fast so als ahnten sie, das ihnen von ihr niemals ein Leid drohen würde.




to be continued…

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chronologische Reihenfolge der bisherigen Kapitel:

 

Silver Millenium:

Ø  Moon Children                                          (Part 11)

Ø  Deep Blue                                                (Part 14)

Ø  Awkward contract                                     (Part 01)

Ø  Dancing waltz on the moon                       (Part 09)

Ø  Days full of incidence                               (Part 02)

Ø  Old friends, new friends                            (Part 04)

Ø  What a big brother means                         (Part 08)

Ø  In the shadows                                         (Part 12)

 

 

Gegenwart:

Ø  A new beginning                                       (Part 03)

Ø  A difficult task                                          (Part 10)

Ø  What is the price for a piece of the moon?        (Part 07)

Ø  Darkness falls                                          (Part 13)

Ø  Dark shadows over a white moon              (Part 06)

Ø  Icecream black and white                          (Part 05)

 

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wird fortgesetzt
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