Part 09

00-12-27

 

Love of an angel

         Part 09

 

Once upon a time...

 

Damals habe ich geweint, als mich meine Eltern allein bei befreundeten Menschen zurückließen, aber ich hatte genau verstanden, warum sie es tun mussten, obwohl ich noch sehr klein war. Niemand durfte je von ihrer Liebe und mir erfahren. Sollte es dennoch bekannt werden, dann wäre dies ihr sofortiges Todesurteil und auch ich hätte sterben müssen. Mühsam kämpfte ich meine Tränen nieder und hörte die sanfte Stimme meiner Mutter, die beruhigend auf mich einredete während ihr langes Haar im Wind wehte. Mein Vater beugte sich zu mir herunter und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Seine sanften Augen spiegelten denselben Schmerz wieder, den auch ich empfand. Er nahm mich lange in den Arm und ich hatte den Eindruck, das er mich nie wieder loslassen wollte. Erst als meine Mutter ihn leicht an der Schulter berührte ließ er mich wieder los. Bittend sah ich sie an doch sie schüttelte nur traurig den Kopf. Mein Verlangen zu weinen wurde immer stärker, doch ich wollte es ihnen nicht noch schwerer machen als es ohnehin schon war. Meine Mutter ging vor mir in die Knie und strich sanft durch mein Haar. In ihren Augen schimmerten Tränen, die sich allmählich einen Weg über ihr Gesicht bahnten. Auch sie drückte mich fest an sich und ich spürte, wie ihre Tränen an meinem Hals hinunterliefen. Nur zögernd löste sie sich von mir und ich drückte ihre Hand zum Zeichen, das ich verstanden hatte, warum sie dies tun mussten. Sie lächelte mich dankbar an, bevor sie an die Seite meines Vater zurückkehrte. Ein letztes Mal lief ich auf sie zu und versank in der Umarmung meiner Eltern. Ich versuchte mir jedes noch so kleine Detail ihrer Erscheinung einzuprägen.

Beide gaben mir das Versprechen mich nicht allzu lange allein zu lassen. Doch ich wusste, daß es für mich immer noch viel zu lang sein würde. Unsere Abschiedsumarmung fiel innig aus und eigentlich wollte niemand von uns gehen, doch es war notwendig. Man begann bereits Verdacht gegen sie zu schöpfen und meine Eltern wollten mich nicht unnötig gefährden. Ebenso wenig wie ich sie.

Sollte meine Existenz bekannt werden, dann würde man sie und mich suchen und uns eines grausamen Todes sterben lassen. Schließlich lösten wir uns voneinander und ich blieb allein zurück während ihre Silhouetten allmählich in der Ferne verschwanden. Ich spürte eine unglaublich Leere in meinem Herzen. Ich wusste, das ich sie für eine sehr lange Zeit nicht wiedersehen würde. Es war vorbei, sie würden nicht umkehren und zu mir zurück kommen. Sie hatten mich zurückgelassen um mein Leben zu schützen. Nur so konnten sie sicher sein, das keiner ihrer Feinde mich finden würde. Von jetzt an war ich auf mich allein gestellt. Ich war allein und musste nicht länger stark sein. Nun konnte ich meinen Tränen freien Lauf lassen, sie würden sie nicht mehr sehen. Die Tränen brachen wie Sturzbäche aus mir hervor und so sehr ich es auch versuchte es gelang mir nicht sie zu stoppen. Kaum merklich legte sich eine Hand auf meine Schulter und eine sanfte Stimme drang zu mir.

>Mach dir keine Sorgen, du wirst sie wiedersehen.< Als ich aufsah blickte ich in das Gesicht eines Menschen, den ich schon vor einiger Zeit kennengelernt hatte. Sein Name war Shion.

Er war vielleicht gerade mal 17 Jahre alt, aber er hatte die Bürde sich um mich zu kümmern ohne große Fragen auf sich genommen. Für ihn war es selbstverständlich meinen Eltern zu helfen. Auch wenn ich immer noch nicht wusste, weshalb er das eigentlich tat. Keiner hatte es mir gesagt. Auch nicht, wie er und meine Eltern sich überhaupt kennengelernt hatten. Geschweige den warum meine Eltern ihm so sehr vertrauten. Nur eines war für mich wichtig, sie taten es und ich konnte sicher sein, das er mich beschützen würde. Er versuchte mich zu beruhigen und zu erklären, das ich von nun an bei seiner Familie leben würde. Alles würde gut werden. Mein Nicken blieb die einzige Antwort, die er erhielt und ich ließ mich bereitwillig von ihm führen, als er mich in sein Dorf brachte. Ich war immer noch in Tränen aufgelöst und bemerkte kaum, das er mich hochhob um mich vor den neugierigen Fragen der anderen Kindern zu schützen. Weinend schlief ich an seiner Schulter ein und als ich wieder aufwachte wusste ich, das ich meine Eltern nicht enttäuschen durfte. Ich würde bis zu unserem Wiedersehen stärker sein und sie mit meinem Können überraschen. Sie sollten nicht merken wie sehr es mich schmerzte, das sie mich allein lassen mussten.

Shion brachte mir alles bei, was er vermochte und so konnte ich schon nach ein paar Jahren nahezu perfekt mit einem Schwert und den verschiedensten anderen Waffen umgehen. Seiner Frau gefiel das zwar ganz und gar nicht, aber sie griff nicht ein, fast so als hätte sie geahnt, das ich dieses Wissen eines Tages brauchen würde. Ihr Name war Saeko.

Shion hatte sie geheiratet, noch bevor ich zu ihm gekommen war und sie sah in mir so etwas wie ihre eigene Tochter. Sie war ein unheimlich sanftes Wesen und ständig darum bemüht mir kultiviertes Benehmen (wie sie sich ausdrückte) beizubringen. Das gefiel mir allerdings überhaupt nicht, ich striff viel lieber in den Wäldern rings um das Dorf umher, anstatt zu lernen, wie sich eine junge Dame zu benehmen hatte. Da ich es allerdings meinen Eltern versprochen hatte, ließ ich auch ihren Unterricht brav über mich ergehen. (Auch wenn ich ansonsten alles andere als folgsam war.)

In der Zeit, in der ich bei ihnen lebte brachte Saeko drei Kinder zur Welt, zwei Jungen und ein Mädchen. Da ich die Älteste war übernahm ich in meiner 'Freizeit' einen Teil des Unterrichtes für sie, damit Saeko sich ausruhen konnte. Sie hatte wirklich mehr als genug zu tun und so wie es den Anschein hatte würde sie bald noch ein weiteres Kind bekommen.

Es wurden Zwillinge. Wieder Jungs, aber das störte mich nicht weiter. Laut Saekos Aussage hatte ich ohnehin viel mehr von einem Jungen, als von einem Mädchen. Nach ihrer Meinung war ich ein richtiger Wildfang, der den ganzen Tag am Liebsten nur durch die Wälder streifen würde. Sie hatte damit vollkommen recht. Ich genoss die Stille der Wälder. In der Natur fühlte ich mich einfach am wohlsten. Auch wenn mir die Gesellschaft von Menschen nicht unangenehm war, so zog ich es doch vor mich ab und zu in die Abgeschiedenheit des Waldes zurückzuziehen um etwas Ruhe zu haben und darüber Nachdenken zu können, was ich mit meinem Leben eigentlich noch anfangen wollte. Was gar nicht so einfach war, denn immerhin war ich kein gewöhnlicher Mensch und musste ständig aufpassen, daß das niemand herausfand. Das waren auch immer die Zeiten, wo es nur Shion gelang mich zu finden. Alle Anderen suchten mich vergeblich. Nur er musste mit der Zeit auch immer länger nach mir suchen und meinte einmal scherzhaft zu mir, das er den Eindruck habe, die Wälder würden mir helfen mich unsichtbar zu machen. Vielleicht hatte er damit gar nicht so unrecht...

Nach der menschlichen Zeitrechnung war ich inzwischen fast vierzehn Jahre alt und hatte etwa zehn davon in seinem Dorf verbracht. In all der Zeit war nur eine einzige Nachricht meiner Eltern angekommen. In ihr stand, das sie mich zu gegebener Zeit abholen würden. Allerdings würden dies getrennt tun, da ansonsten die Gefahr zu groß wäre, das man sie zusammen sehen würde. Ich sollte mich bis dahin gedulden und so schwer es mir auch fiel, ich fügte mich. Obwohl ich am liebsten losgezogen wäre um nach ihnen zu suchen. Ich sehnte mich danach sie endlich wiederzusehen. Aber ich wusste noch nicht einmal wo sie sich aufhielten. Eine Suche wäre also von vorneherein sinnlos gewesen.

Außer Shion und Saeko schien sich inzwischen niemand mehr daran zu erinnern, das ich nicht ihr leibliches Kind war. Alle Dorfbewohner beglückwünschten die Beiden zu einem solch wohlgeratenen Mädchen. Die Älteren des Dorfes waren der Ansicht, das ich eines Tages eine vollendete Schönheit sein würde und einen Adligen zum Mann bekommen würde. Was Saeko und Shion jedes Mal mit einem Lächeln abtaten, da ich in keinster Weise so wohlgeraten war wie die Anderen meinten. Eigentlich stellte ich mehr an als alle anderen Kinder des Dorfes zusammen, aber niemand schien sich daran zu stören. Einzig an der Sache mit der Schönheit schien etwas dran zu sein, auch wenn mir persönlich das Ganze nicht so sehr auffiel. Dafür aber genügend Anderen. Was bei mir nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgte. Shion wurde deshalb schon sehr früh von einigen Familien angesprochen, ob er mich nicht an einen ihrer Söhne verheiraten würde, doch er lehnte jedes Mal höflich aber bestimmt ab. Er sagte, er wolle die Wahl einzig und allein mir überlassen, was aber nur halb der Wahrheit entsprach...

Sicher, ich war gerade in der Phase, wo man in jedem Jungen seines Alters einen Feind sieht, aber die würde irgendwann vorübergehen. Jedoch ließ Shion sich nicht von seinem Entschluss abbringen. Sie akzeptierten seine Entscheidung mehr oder weniger verständnisvoll und meinten sie würden warten, bis ich mich entscheide. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob es nur daran lag, das sie ihn respektierten oder vielleicht, das sie inzwischen bemerkt hatten oder wussten, das ich kein gewöhnlicher Mensch war. Auf jeden Fall hatte ich nicht vor mich in nächster damit zu befassen wen ich mal heiraten würde. Da hatte ich ganz andere Pläne.

Es war interessant meine ständig wachsenden Kräfte zu erproben. Was ich allerdings nur im Verborgenen tat, wenn ich ganz sicher sein konnte, das mir außer Shion niemand zu sah. Die Anderen hätten es wohl auch kaum verstanden. Sie fürchteten sich vor allem, was ihnen nicht menschlich erschien. Diese Stunden vertieften das Band, das Shion und mich inzwischen verband nur noch weiter. Doch etwas trübte unseren Unterricht und zwar von dem Zeitpunkt an, an dem ich meine Schwingen das erste Mal voll entfaltet und benutzt hatte...

Auch wenn inzwischen Jahre verstrichen waren ich sah in seinen Augen immer noch den Schmerz um das Wissen, das er mich irgendwann für immer verlieren würde. Doch dieser schmerzhafte Ausdruck verschwand fast immer so schnell, wie er gekommen war und sein Gesicht strahlte wieder vor Freude, wie an dem Tag, wo ich durch die Bäume des Waldes flog und ihn zum ersten Mal bemerkt hatte.

An mir nagte das Wissen um diesen Blick und ich dachte äußerst ungern daran, das ich meine Familie eines Tages tatsächlich für immer verlassen würde oder besser musste. Spätestens dann, wenn es offensichtlich sein würde, das ich kein Mensch war, sondern etwas anders. Tief in meinem Inneren wusste ich das, aber ich verlor kein einziges Wort darüber. Shion und Saeko waren für mich in all den Jahren fast so wichtig wie meine leiblichen Eltern geworden und ich wollte sie nicht verlieren. Ich konnte mir nicht vorstellen, das ich sie eines Tages vielleicht nie mehr wiedersehen würde. Ich wollte ihnen jeden unnötigen Kummer ersparen.

Doch eines Morgens wachte ich tränenüberströmt auf und obwohl ich ihnen nicht sagte, warum ich weinte kannten oder ahnten sie den Grund. Ich hatte in dieser Nacht geträumt, das ich sie beerdigen würde. Ich hatte sie für immer verloren und dieser Schmerz hat mir fast das Herz zerrissen, auch wenn ich wusste, das alles nur ein Traum war. Sie verloren kein einziges Wort darüber und auch ich schwieg beharrlich. Nachdem ein paar Monate vergangen waren dachte kaum einer von uns noch an diesen Vorfall und wir lebten weiter wie bisher. Doch der dunkle Schatten blieb, auch wenn niemand davon sprach.

Zwei Tage vor meinem fünfzehnten (menschlichen) Geburtstag erschien plötzlich meine Mutter ihm Dorf. Diese Wiedersehensfreude kann man nicht in Worte fassen. Wir lagen uns fast eine halbe Stunde lang in den Armen, unfähig überhaupt zu sprechen oder den Anderen loszulassen. Schließlich sah sie auf und bedankte sich bei allen Anwesenden dafür, das sie sich so gut um mich gekümmert hatten. Man konnte ihnen ansehen, wie überrascht alle waren, das Shion und Saeko doch nicht meine leiblichen Eltern waren. Nur die Ältesten nickten wissend und als meine Mutter erklärte, das es nun an der Zeit sei, das ich mir meiner Abstammung bewusst werde waren sie es, die dafür sorgten, das uns niemand folgte. Sie schienen genau zu wissen, wer meine Mutter war. Willenlos ließ ich mich von ihr führen und ließ damit eine ratlose Familie hinter mir zurück, obwohl ich das nie vorgehabt hatte. Keiner von ihnen hielt uns auf. Und auch wenn ich den Blick meiner Geschwister im Rücken spüren konnte drehte ich mich nicht zu ihnen um, um ihnen und mir den Schmerz der Trennung zu ersparen. Sie verstanden nicht, warum ich einfach so mit einer wildfremden Frau unser Dorf verließ. Woher sollten sie auch wissen, das diese Frau meine Mutter war?

Mit ihr durchstreifte ich die verschiedenen Flure des Himmels. Schon auf dem Weg dorthin hatte sie mir beigebracht, wie meine Schwingen von denen normaler Engel nicht mehr zu unterscheiden waren. Meine silbergrauen Schwingen hätten auch einfach für zu viel Aufsehen gesorgt. Es machte mir nicht allzu viel Mühe sie in einem strahlenden Weiß erscheinen zu lassen. Meine Mutter meinte man könnte fast den Eindruck gewinnen, das sie aus einzelnen Schneekristallen bestehen würden. So würde niemand auf die Idee kommen irgendwelche Fragen zustellen.

Dieses Kompliment von ihr bedeutete mir unheimlich viel. Zeigte es doch auch, das mir Shion mehr beigebracht hatte, als sie vermutete. Kein einziger Engel schöpfte Verdacht, als sie mich als einen neuen Anwärter auf-was-weiß-ich-für-einen-Posten vorstellte und so war uns ein glückliches und sorgloses Zusammensein vergönnt. Auch wenn ich sie danach nicht mehr allzu oft sah, da niemand erfahren sollte, das ich ihre Tochter war und sie nur als meine bisherige Lehrerin bzw. Vorgesetzte in Erscheinung trat. Doch die Gewissheit sie in meiner Nähe zu haben sorgte bei mir für ein unglaubliches Glücksgefühl. Allerdings erwähnten wir meinen Vater mit keinem einzigen Wort, auch wenn ich es gerne getan hätte, doch es wäre zu gefährlich gewesen. Sie gab mir zu verstehen, das er sich an einem anderen Ort aufhielt und dort in Sicherheit war. Was reichte um mich zu beruhigen. Ihrer Gestik konnte ich entnehmen, das er mich erst nachdem ich meine Ausbildung in den Himmeln abgeschlossen hatte aufsuchen würde.

In dieser Zeit lernte ich auch einen jungen Engel kennen mit dem mich auf Anhieb sehr gut verstand. Er störte sich nicht im Geringsten daran, das ich zu den Besten in meiner Ausbildungsklasse zählte und das, obwohl ich ein Mädchen war. Denn bisher waren mir die meisten anderen Engel eher feindlich begegnet. Was wohl auch daran lag, das der Großteil der anderen weiblichen Engel seinen Sexappeal einsetzte um weiterzukommen und die männlichen Engel somit auch nicht gerade besonders viel von ihnen hielten. Vielleicht lag es aber auch einfach nur daran, das ich sämtliche ihrer plumpen Anmachen rigoros abwies und wenn sie es dann immer noch versuchten eben noch deutlicher wurde. Einmal hatte mir das eine Prügelei mit der Hälfte meines Jahrgangs eingebracht. Wobei die Anderen hinterher noch weitaus schlimmer aussahen als ich. Wir wurden natürlich alle bestraft, aber dafür hatte ich von da an wenigstens meine Ruhe. Sie hatten begriffen, das mit mir nicht zu Spaßen war. Alle, bis auf einen.

Er war erst seit kurzem in unserem Kurs und hatte sich dezent aus allem rausgehalten, was mich im Nachhinein immer noch wütend machte. Das war eigentlich überhaupt das erste Mal, das er mir auffiel und dieser Kerl regte mich von da an immer wieder auf. Vor allem, nachdem er anfing mich penetrant zu verfolgen.

Das war kurz nachdem ich in einem der unzähligen Gärten gesungen hatte. Wir hatten die Aufgabe bekommen etwas von dem, was uns bewegte zu beschreiben, so das ein anderer es nachvollziehen konnte und nach meiner Meinung konnte man das am Besten durch Gesang. Ich hatte schon immer sehr gern gesungen und so war es auch dieses Mal. Ich überlegte lange, was ich singen sollte und mir wollte und wollte nichts einfallen, bis ich eine Blume aus Assia fand, die halbvertrocknet in einem der Gänge lag. Ich pflanzte sie in einen Topf und päppelte sie wieder auf. Es war ein tränendes Herz, das sich langsam wieder erholte. Es erinnerte mich an die Zeit, die ich in Assia verbracht hatte und daran wie sehr mir diese Welt inzwischen fehlte. Also entschied ich mich etwas über mein dortiges zu Hause zu singen.

Ich sang von der Schönheit der Wälder in denen ich umhergestriefen war und wo ich fast meine gesamte Kindheit verbracht hatte. Von all den glücklichen Augenblicken, die mir dort wiederfahren waren. Von meiner Familie, die mir jetzt mehr und mehr zu fehlen begann, obwohl ich eigentlich glücklich war und von der Schönheit der Sonne, wenn sie unterging und die Welt in ein warmes, goldenes Licht hüllte. Als ich aufhörte sah mich der gesamte Jahrgang fassungslos an, bevor ein ohrenbetäubender Applaus losbrach. Das gesamte Publikum, das sich während ich sang gesammelte hatte applaudierte mir. Selbst der Engel, der als einer der besten Sänger im Himmel galt und die schönste Stimme von allen besaß begann zu klatschen. Doch damit nicht genug. Er sagte mir mit etwas Übung könnte ich sogar ihn übertreffen. Vor lauter Verlegenheit lief ich rot an und brachte vorerst keinen einzigen Ton mehr heraus. Das war einfach viel zu viel auf einmal. Er bot mir an einmal zusammen mit ihm zu singen und ich nahm dankbar an. Ich war vollkommen benommen von dem ganzen Glück, das ich in diesem Augenblick empfand. Für den Moment hatte ich alle meine Sorgen vergessen und genoss es einfach nur im Mittelpunkt der Begeisterung zu stehen. Ich hätte niemals damit gerechnet, das ich solch einen Erfolg haben würde.

Auch der Neue war begeistert und schon bald konnte ich keinen einzigen Schritt mehr machen ohne, das er in meiner Nähe aufkreuzte. Es schien zwar immer ein Zufall zu sein, doch daran glaubte ich nicht. Dafür war er viel zu hartnäckig. Also schnappte ihn mir nach ein paar Tagen und stellte ihn zur Rede. Er quittierte meine plötzliche Angriffslust mit einem Lächeln und meinte, das er angeblich nur von meinem Selbstbewusstsein beeindruckt sei und mich näher kennenlernen wolle. Natürlich glaubte ich ihm kein einziges Wort, aber nach und nach ließ ich mich dazu bewegen wenigstens zusammen mit ihm zu lernen. (Immerhin sind seine Noten in manchen Fächer etwas besser als meine, also kann es ja nicht schaden und zudem hat mich seine unglaubliche Hartnäckigkeit irgendwo beeindruckt.) Schließlich bin ich nicht sonderlich zimperlich, wenn es darum geht lästige Verehrer loszuwerden. Nur er rappelte sich immer wieder lächelnd auf und nannte das mein feuriges Temperament. Wobei feurig so ziemlich den Kern des Ganzen traf. Schließlich hatte ich ihn nicht nur einmal mit einem meiner Feuerbälle Bekanntschaft schließen lassen. Meine Mutter warnte mich zu dieser Zeit immer wieder, das die Liebe zwischen Engeln verboten sei und ich mich in nur Schwierigkeiten bringen würde, wenn ich noch mehr Zeit mit ihm verbrachte. Natürlich hielt ich das ganze für Humbug. Warum sollte ich diesen Kerl mögen? Er geht mir doch nur auf die Nerven. Das Einzige, was uns wirklich verband war unser gemeinsames Lernen. Eine Zeitlang ging ich ihm aus dem Weg, aber nicht für lange. Wir verstanden uns dafür inzwischen einfach zu gut. Ich wollte unsere Freundschaft nicht mehr missen, auch wenn ich immer noch nicht wusste, wann es eigentlich dazu geworden war...

So oft es ging unternahmen wir etwas zusammen und sei es nur, das wir gemeinsam in der Eden-Bibliothek saßen und dort für unsere Prüfungen lernten. Mir gefiel dieser Ort der Ruhe und Zurückgezogenheit. Dort konnte man fast den Eindruck gewinnen wieder in Assia zu sein. In unzähligen Kübeln wuchsen lauter Pflanzen, die man fast ausschließlich in Assia fand und die Marmorbrunnen gaben mir immer wieder das Gefühl, das sich ein Wildbach in meiner nächsten Nähe befand. Ich hatte mir meinen Lieblingsplatz unter einem der größten Fenster ausgesucht und war eigentlich nur dort zu finden, auch wenn das außer meiner Mutter niemand zu wissen schien. Von dort war ich auch fast nicht zu entdecken, da aus den Pflanzen eine so dichte Wand geworden war das man nur, wenn man es wusste dahinter eine Fensternische vermutete. Dorthin zog ich mich immer wieder zurück, wenn mich niemand finden sollte. Es erinnerte mich irgendwie immer an mein zu Hause in Assia, das ich mit jedem Tag mehr und mehr vermisste und im Schutze dieser Pflanzen fühlte ich mich fast dorthin zurück versetzt. Zwischen ihnen konnte ich mich richtig entspannen und meinen Gedanken freien Lauf lassen. Es gab kaum jemanden der meine Gefühle richtig zu verstehen wusste und ich war ziemlich sauer, als er mich eines Tages in meinem Versteck aufstöberte und von da an beschloss mir ständig Gesellschaft zu leisten. (Soweit also das Thema Entspannung.) Allerdings war er auch der Erste den ich in den Himmeln als einen Freund bezeichnen würde. Auch wenn er mich immer wieder damit aufzog, das ich meine Schwingen seiner Meinung nach viel zu gerne benutzte. Für ihn war das völlig unverständlich, aber nur in den Himmeln konnte ich sie endlich einmal so oft benutzen wie ich wollte. In Assia war das immer viel zu gefährlich gewesen. Immer musste ich befürchten eines Tages bei einer meiner Flugkapriolen beobachtet zu werden und mich damit zu verraten. Dementsprechend genoß ich die Freiheit meine Schwingen zu jeder beliebigen Zeit benutzen zu können wie nichts anderes.

So wie er sich ausdrückte war ich ein richtiger Flugnarr, was ihn aber nicht daran hinderte sich jedes Mal zusammen mit mir in die Lüfte zu erheben. Allerdings fand er mein Vorhaben mit den Wolkenwalen zu ziehen mehr als nur hirnverbrannt. Ich setzte es trotzdem in die Tat um und wäre um ein Haar fast von einem dieser imposanten Tiere getroffen worden, als es Schwung mit seiner gigantischen Schwanzflosse holte. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich er auf und stieß mich aus der unmittelbaren Gefahrenzone, wodurch wir beide fast äußerst unsanft auf dem Boden gelandet wären. Im letzten Moment gelang es uns noch den Fall abzublocken und ich stieg jubelnd wieder zu den Walen hinauf, deren Gesänge durch die Wolken halten, während er hinter mir wilde Verwünschungen ausstieß. Es war einfach wunderschön diese imposanten Tiere zu beobachten und sich mitten unter ihnen zu bewegen während ihre Gesänge den Himmel um sie herum erfüllten. Es dauerte nicht lange, bis ich das Muster ihrer Tonreihen nachahmen und mich ohne Gefahr unter ihnen bewegen konnte. Nach einiger Zeit ließ ich mich völlig außer Atem auf dem Rücken eines dieser prachtvollen Geschöpfe nieder und stellte verwundert fest, das mein Freund immer noch versuchte in meine Nähe zu kommen, was ihm aber nicht gelang, da ihm die Wale immer wieder den Weg versperrten. Lachend ließ ich mich zurückfallen und stieß ein paar hohe Töne aus um ihnen zu sagen, das er mein Freund sei und sie ihn nicht so ärgern sollten. Ich verstand es zwar nicht Wort für Wort, aber sie lachten und meinten, das sie es bereits wüssten. Sie wollten lediglich in Erfahrung bringen, ob ich sie wirklich verstand und ihre Sprache sprechen könnte. Durch eine Arie ließ ich sie wissen, das dem so sei und stellte mich vor. Immer noch freudig lachend ließen sie ihn durch und er sank völlig fertig neben mich.

>Wirklich, du bist unglaublich. Ich kann mich nicht daran erinnern, das jemals ein anderer Engel auf die Idee gekommen wäre mitten unter diese Wale zu fliegen.< Er sah mich dabei immer wieder vorwurfsvoll an, was bei mir zu diversen Lachattacken führte. Erzählten sie mir zwischenzeitlich doch immer wieder etwas von seinen Schandtaten. Schließlich gab er es auf und ließ sich auf den Bauch fallen.

>Warum hast du vorhin eigentlich gesungen?< Völlig verwundert sah ich ihn an. Kann es sein, das ihm bisher noch nicht aufgefallen ist, das diese Wesen eine eigene Sprache besitzen?

>Damit sie dich durchlassen. Ansonsten würden sie mit dir nämlich immer noch Fangen spielen.< Seine Augen weiteten sich vor Erstaunen.

>Soll das etwa heißen, das du sie verstehst und mit ihnen sprechen kannst?!< Ich musste schon wieder anfangen zu lachen und er schüttelte fassungslos den Kopf.

>Du bist wirklich die merkwürdigste Person, die mir je in meinem Leben begegnet ist. Keiner außer dir ist so verdammt leichtsinnig und damit letztendlich so erfolgreich.< Ich antwortete ihm nicht sondern beobachtete den Zug der Wolken. Das Blau des Himmels sorgte dafür, das meine Sehnsucht nach meiner Heimat in Assia erneut stärker wurde. Ich hatte geglaubt es überwunden zu haben, doch es kam urplötzlich wieder. Vielleicht bin ich auch nur unter die Wale geflogen um mich nicht dauernd an Shion und Saeko denken zu müssen. Ihn schien mein Schweigen nicht weiter zu stören. Im Laufe der Zeit hatte er sich daran gewöhnt, das ich mich von jetzt auf gleich in mich zurück zog und das es besser war mich mit meinem Gedanken allein zu lassen. Wir verbrachten fast den ganzen Tag zwischen den Walen und als wir zurückkehrten schwieg ich immer noch. Er sah mich besorgt an sagte aber nichts weiter als er mich zum Abschied in die Seite knuffte. Normalerweise hätte ihm das einen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter eingebracht, aber ich war zu sehr in meinen Gedanken an meine Familie in Assia versunken. Wann würde ich sie wohl alle wiedersehen?

Ich verbrachte viel Zeit in den Himmeln und lernte mit meinen Kräften immer besser umzugehen. Shion hatte zwar getan was er konnte, aber er blieb nun mal ein Mensch und diese Fähigkeiten waren für ihn ebenso neu gewesen wie für mich. Doch auch diese Zeit ging vorbei.

Ich wusste, das ich die Himmel bald verlassen musste, wenn ich nicht wollte, das jemand vom meinem Geheimnis erfuhr. Bisher war zwar alles gut gegangen aber inzwischen waren zu viele Fragen nach meiner Herkunft aufgetaucht und außerdem sehnte ich mich von Tag zu Tag immer mehr danach Shion und meine Familie endlich wiederzusehen. Mein Freund verstand natürlich nicht, warum ich plötzlich so mir nichts dir nichts die Himmel verlassen musste ohne ihm sagen zu können wohin ich gehen oder wann ich zurückkehren würde. Er überschüttete mich mit Vorwürfen und ich konnte ihm nichts darauf entgegnen, da ich mich ansonsten verraten hätte. Natürlich wollte er wissen, warum ich so übereilt gehen musste und vor allem wohin, doch auch darauf konnte ich ihm nicht antworten. Jedes Wort über mein Ziel endlich nach Assia zurück zukehren hätte ihm verraten, das ich kein wirklicher Engel war. Welcher Engel lebt denn schon freiwillig unter Menschen?

Ich ließ all seine Vorwürfe über mich ergehen ohne einen Ton zu sagen oder mich in irgendeiner Form zu verteidigen. In seinen Augen konnte ich sehen, das er mich nicht verlieren wollte und auch mir tat es weh ihm nicht sagen können wohin ich verschwand oder ob wir uns jemals wiedersehen würden. Das Einzige, was ich ihm sagen konnte war, das es mir leid tat, aber das wollte er nicht hören. Er versuchte immer wieder auf mich einzureden ihm doch zu sagen, warum ich die Himmel verlassen musste, doch das konnte ich nicht. Ebenso, wie ich ihm nicht mehr in die Augen sehen konnte. Der Schmerz der sich darin spiegelte setzte mir mehr zu als jedes seiner Worte. Egal, wie sehr es ihn auch verletzte ich musste schweigen. Ich war mir sicher, das ich ihn nie wiedersehen würde. Er schüttelte völlig verständnislos den Kopf, als ich mich immer noch nicht verteidigte und ich wendete schließlich meinen Blick ganz ab um seine Verzweiflung nicht noch länger Mitansehen zu müssen. Vielleicht ist es ein Fehler gewesen meine Mutter darum zu bitten mich allein von ihm zu verabschieden, aber ich war der Meinung ihm wenigstens dies schuldig zu sein. Ich rechnete fest damit, das er nun gehen würde, da ich immer noch schwieg und ich auch nicht mehr an sah. Doch er tat etwas völlig anderes. Bevor ich es überhaupt bemerkte hatte stand er  plötzlich vor mir und küsste mich, bevor er ohne sich noch einmal umzudrehen davon stürmte. Fassungslos sah ich ihm nach. Warum hatte er das getan?

Als ich zu meiner Familie zurück kehrte war in mir eine Wandlung vorgegangen, doch ich wusste noch nicht, um was es eigentlich handelte. Ich spürte nur, das sich in meinem Inneren etwas verändert hatte. Natürlich war die Wiedersehensfreude enorm und meine Familie veranstaltete mir zu Ehren ein Fest. Es war sehr viel Zeit vergangen, seitdem ich sie verlassen hatte. So wie es aussah hatte ich in den Himmeln jegliches Zeitgefühl verloren. Dort alterte man nicht so wie in Assia und so bin ich der Meinung gewesen nur ein paar Wochen weggewesen zu sein, aber in Wahrheit waren Monate oder vielleicht sogar Jahre vergangen. Saeko hatte inzwischen eine weitere Tochter zur Welt gebracht, die schon fast ein Jahr alt war, als ich zurückkehrte. Ich wusste noch nicht einmal, das sie überhaupt schwanger gewesen war als ich ging. Wie lange bin ich überhaupt weggewesen?

Leider würde das Fest dadurch überschattet, das meine Mutter uns frühzeitig verließ und wohl erst in ein paar Jahren wieder auftauchen würde, nachdem mein Vater bei mir gewesen wäre, aber sie war sehr stolz auf mich. Ich hatte meine Grundausbildung bei den Engeln mit Bravour abgeschlossen und allen gezeigt, das man auch als weiblicher Engel erfolgreich sein konnte ohne seinen Sexappeal einzusetzen, wenn man es nur wollte.

Selbstverständlich wollte Shion, sobald wir allein waren, wissen was ich alles in den Himmeln erlebt hatte, doch zu meinem größten Erstaunen konnte ich mich nur noch bruchstückhaft daran erinnern. Es gelang mir einfach nicht mich auf Details festzulegen alles blieb verschwommen. Selbst der Name meines Freundes war wie aus meinem Gedächtnis getilgt. Fast so als wäre das alles nur ein Traum gewesen und er hätte nie existiert. Er war nur noch ein verschwommener Schatten, der mich ab und zu in meinen Träumen heimsuchte. Warum nur? Was war geschehen? Es musste doch eine Erklärung für meine Gedächtnislücke geben...

Nun ja, Shion drängte mich nicht weiter und der Alltag stellte sich allmählich wieder ein. Er vermutete, das meine Mutter für meine Gedächtnislücken verantwortlich war, damit ich nicht unnötig in Gefahr geriet und ich stimmte dem zu, denn wir hatten einmal über etwas ähnliches gesprochen. Nur weshalb hat sie mir nichts davon gesagt? Allerdings hatte ich auch keine Lust mir noch weiter Gedanken darüber zu machen. Sie wusste schon was sie tat.

Saeko zog mich nun laufend damit auf, das ich mich anscheinend Hals über Kopf in diesen namenlosen Engel verliebt hätte, auch wenn ich weder an seinen Namen oder anderes erinnern konnte. Was ich immer entnervt als Einbildung abtat. Doch eines stimmte. Ich vermisste es mit ihm über die Dinge zu reden, die außer uns beiden niemand verstand. Es ist schwierig allein unter Menschen zu leben, die nicht erfahren dürfen was man in Wirklichkeit ist.

Meine neu entdeckten Kräfte setzte ich so gut ging zur Heilung der Menschen ein und schon bald kam fast das ganze Dorf zu unserem Haus, um die verschiedensten Krankheiten und Wunden von mir behandeln zu lassen. Obwohl es viele als merkwürdig empfanden, das ich nur leicht mit meinen Händen über sie striff und sie sich danach sofort besser fühlten. Wie sollte ich ihnen auch erklären woher ich diese Kräfte hatte ohne mich zu verraten? Außerdem waren solche Phänomene zwar selten aber doch nicht unmöglich. Die Meisten waren mehr als froh darüber, das ich über solche Kräfte verfügte.

Inzwischen waren fast schon wieder zwei Jahre vergangen. Was ich eigentlich kaum bemerkt hatte. Die Zeit verflog viel zu schnell. Saekos ältester Sohn hatte geheiratet und im Frühjahr brachte seine Frau ein gesundes Mädchen zur Welt. Sie war vielleicht gerade mal vier Jahre jünger als ich, wenigstens soweit ich mich an meine Geburtstage in Assia entsinnen konnte. Sie war vierzehn als sie ihr erstes Kind zur Welt brachte. Es gab wieder ein rauschendes Fest, für das Neugeborene und dessen Eltern. Alle nahmen an dem Fest Teil, doch ich suchte nach einiger Zeit wieder die Ruhe des Waldes auf. Feiern schön und gut, aber jetzt wollte ich einen klaren Kopf bekommen. Während des Festes war mir urplötzlich wieder mein geheimnisvoller Freund eingefallen, aber ich sah immer nur eine dunkle Silhouette vor mir. Es gab einfach kein genaues Bild von ihm und ich vermisste ihn immer mehr. Mit ihm hatte ich über fast alles reden können, was mich beschäftigte und er hatte mir jedes Mal geduldig zugehört, so wie ich ihm, wenn er mir etwas von sich erzählte. Ob ich ihn wohl jemals wiedersehen würde?

Shion war mir gefolgt und wir beobachteten gemeinsam den Sternenhimmel. Die Ruhe tat gut und wir genossen es endlich mal wieder allein zu sein. Er schien zu wissen, was mich beschäftigte und legte seinen Arm um mich. Ich ließ meinen Kopf erleichtert an seine Schulter sinken. Ich war ihm dankbar dafür, das er auch weiterhin alle Verehrer vom mir fernhielt. Deren Anzahl seit meiner Rückkehr stetig wuchs. Was ich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht erklären konnte. Immerhin war ich nach wie vor alles andere als freundlich zu ihnen. Dank Shions Hilfe konnte ich mich in aller Ruhe um mein eigenes Leben kümmern, das schon schwierig genug war. Immerhin durfte auch weiterhin niemand im Dorf merken, was ich wirklich war und mit jedem Tag fiel es mir schwerer nicht mein wahres ich zeigen zu können. Allerdings war ich mir inzwischen sicher, das zu mindest die Älteren etwas ahnten oder bereits alles wußten, auch wenn sie kein einziges Wort darüber verloren. Es schien fast so, als hätte das gesamte Dorf beschlossen mich zu beschützen und ich war ihnen sehr dankbar dafür. Ich wusste, das ich jetzt einen Ort hatte, den ich für immer Zuhause nennen konnte und eines Tages würde ich ihnen die Wahrheit über mich erzählen.

Shion drückte mich etwas fester an sich und ich sah, das er leicht lächelte. Er war sehr stolz auf mich, das wusste ich. Wenn es nach ihm ginge, dann würde ich seine Nachfolge als Oberhaupt der Familie antreten und nicht einer seiner Söhne. Nach seiner Meinung, waren seine Söhne zwar alle wohlgeraten, aber keiner von ihnen besaß mein Geschick, wenn es darum ging Konflikte zu schlichten oder diese passive Ruhe, wenn ein Streit ausbrach. Manchmal genügte schon ein Wort von mir und der Streit wurde beigelegt noch bevor er richtig begann. Nur wussten wir beide, das es nie möglich sein würde, das ich Oberhaupt der Familie werde. Das ist etwas, was nur dann funktionieren würde, wenn ich mit ihm blutsverwandt und ein Mensch wäre. Außerdem bin ich ein Mädchen und es ist nun einmal so üblich, das die männlichen Nachkommen die Nachfolge antreten, auch wenn das in meinen Augen völliger Schwachsinn ist. Diese Regelung hinkt doch nun wirklich so ziemlich allem hinterher. Die meisten Mädchen, die ich kenne sind gut und gerne in der Lage die Verantwortung für eine Familie zu übernehmen im Gegensatz zu den anderen Halbwüchsigen, die meist ihre Brüder darstellten. Nun ja, daran ist nicht zu rütteln. Es würde einfach für viel zu viel Aufsehen sorgen, auch wenn seine Söhne nichts dagegen hatten, wenn ich Oberhaupt werden würde. Sie sind es gewöhnt, das ich immer für sie da bin, wenn sie Probleme haben. Aber sie wissen auch, das ich mich den Gesetzen des Dorfes ohne Widerspruch fügen werde...

Nur hatten wir eigentlich noch nicht vor seine Nachfolge anzutreten noch ist er viel zu jung dafür, aber das Gesetz verlangt, das wir uns jetzt schon damit beschäftigen welcher seiner Söhne Oberhaupt wird falls er sterben sollte.

Ein Geräusch hinter uns schreckte Shion und mich aus unseren Gedankengängen auf und wir waren sofort bereit uns notfalls zu verteidigen. Trotz unseres Altersunterschiedes waren wir perfekt auf einander eingespielt und so deckten der Eine dem Anderen automatisch den Rücken. Ein vertrautes Lachen klang mir durch die Stille des Waldes entgegen und ich ließ meine Hand langsam von der Waffe sinken. Shion hatte schon vor einiger Zeit darauf bestanden, das ich nur noch mit Waffe das Haus verließ. Er traute einigen von meinen Verehrern so ziemlich alles zu. Allerdings wusste ich sofort, wer sich uns näherte, obwohl ich dieses Lachen schon eine halbe Ewigkeit lang nicht mehr vernommen hatte. Shion sah mich verwirrt an, doch ich gab ihm durch ein Zeichen zu verstehen, das alles in Ordnung sei. Er entspannte sich etwas, aber seine Hand ruhte auch weiterhin auf seiner Waffe. Aus dem Schatten der Bäume trat eine dunkle Gestalt hervor, die uns lächelnd begrüßte und jetzt erkannte auch Shion um wenn es sich dabei handelte.

>Du hast ihr wirklich eine Menge beigebracht. Erstaunlich, daß ihr mich so früh bemerkt habt.< Shion starrte ihn fassungslos an. Er hatte mit allem gerechnet nur nicht damit. Mir war das allerdings völlig egal. Vor Freude liefen mir die Tränen über das Gesicht und ich setzte mich in Bewegung. Wie lange ist es her, das ich ihn zum letzten Mal gesehen habe?

>Vater!< Ich fiel in seine Arme und er umarmte mich stürmisch. Wir wirbelten eine Weile im Kreis umher und lachten, als wären wir gerade dabei unseren Verstand zu verlieren. Wie sehr ich ihn vermisst hatte wurde mir erst in diesem Augenblick völlig bewußt.

>Hey, weshalb denn die Tränen? Freust dich denn gar nicht mich zu sehen?< Er setzte mich wieder ab und wischte meine Tränen mit einer Hand weg. Ich war viel zu glücklich, als daß ich es ihm hätte erklären können. Endlich ist er zurück!

>Na, du bist doch ein großes Mädchen. Da wird man doch nicht weinen. Komm schon mach deinen Vater glücklich und schenk ihm ein strahlendes Lächeln!< Nichts tat ich lieber. Er erwiderte mein Lächeln und in seinen Augen spiegelte sich augenblicklich die Freude mich nach all der Zeit endlich wiederzuhaben und sein Sinn für Humor wieder. Er umarmte mich erneut und führte dann mich auf Shion zu ohne, das er seinen Arm von meinen Schultern nahm. Ich konnte meinen Blick nicht mehr von ihm lösen. Ich war viel zu überrascht und zu glücklich um das tun zu können. Auch wenn ich wusste, das ich Shion damit verletzte. Die Wärme meines Vaters ist so angenehm. Ich hoffte, das Shion mich verstehen würde.

>Nun Shion ich bin sicher du ahnst schon, warum ich gekommen bin.< Er bekam ein kurzes Nicken als Antwort und Shions Blick verriet tiefe Traurigkeit. Mein Herz zog sich zusammen, denn auch ich kannte den Grund.

>Dann ist es gut. Mach dir keine Sorgen, sie kommt bald wieder zu euch zurück. So gerne ich sie auch für immer bei mir haben würde, es würde einfach nicht gut gehen und das wissen wir alle. Allerdings muß sie ihre Kräfte kennenlernen, denn eines Tages wird sie diese wahrscheinlich mehr als alles andere brauchen. Sie wird nicht ewig unentdeckt bleiben.< Er sah mich kurz an und ich gewann den Eindruck, das ihm das am meisten Sorgen bereitete. Auch ich wusste, das dieses Versteckspiel nicht ewig gut gehen konnte. Ebenso wie Shion, der kaum merklich zusammen zuckte. Unbeirrt fuhr mein Vater vor.

>Richte deiner Familie bitte meinen Dank aus und sage ihnen auch, daß sie sich keine Sorgen machen müssen. Es wird zwar einige Zeit dauern, aber dann kehrt sie mit Sicherheit zurück.< Shion verbeugte sich kurz vor ihm und ging. Mir tat es weh, daß er kein Wort des Abschieds sagte und uns einfach so den Rücken zu drehte, doch in meinem Inneren wusste ich, das er mit den Tränen kämpfte. Für ihn war ich wie sein eigen Fleisch und Blut. Er ertrug es einfach nicht mich zu verlieren und sei es auch nur für noch so kurze Zeit. So war es im Endeffekt leichter für uns alle.

Arm in Arm gingen mein Vater und ich in die Unterwelt. Dort tarnten wir mich als Dämon und erstaunlicher Weise hielt man mich direkt für die neue Geliebte meines Vaters. Er meinte lachend, das würde nur daran liegen, das ich inzwischen so groß und eine richtige Schönheit geworden sei. Bei der Gelegenheit erzählte ich ihm direkt von meinen unzähligen Verehrern und wie sehr mich das Ganze störte. Er konnte mit dem Lachen fast nicht mehr aufhören und meinte ich würde mich schon daran gewöhnen. Es war einfach nicht mehr zu übersehen, das aus mir eine junge Dame geworden sei. Ich fand das Ganze allerdings nur nervig. Selbst in der Hölle wird man davon nicht verschont!

Eigentlich hatte er ja vorgehabt mich als so 'ne Art Lehrling vorzustellen, aber diese Annahme machte die Sache um so vieles einfacher und es machte uns einen Heidenspaß, das niemand auch nur das Geringste ahnte. Die Tarnung war schlichtweg perfekt! Bis ich eines Tages einem kläglichen Jaulen folgte und auf ein gefesseltes Ungetüm stieß, das nur noch entfernt an einen Hund oder Wolf erinnerte.

Die Ketten hatten schwere Wunden in seinem Fell hinterlassen und obwohl dieses Ungetüm um so vieles größer war als ich zögerte ich nicht mich ihm zu nähern. Es entdeckte mich sofort und begann bedrohlich zu knurren. Ich sprach beruhigend auf es ein, bis ich schließlich genau vor ihm stand. Es war eine imposante Gestalt, die sich vor mir erhob. Das Fell lang und vollkommen schwarz während die Augen in einem dunklen Rot glühten. Es betrachtete mich abwartend und ich dachte gar nicht daran auch nur einen Schritt zurückzuweichen. Langsam ging ich immer weiter darauf zu, bis es auf einmal seinen Rachen öffnete. Ich war wie erstarrt als mir heißer Atem ins Gesicht schlug. Erleichtert atmete ich auf, als ich merkte, das es nur ein Gähnen gewesen war. Vorsichtig näherte ich mich weiter. Seine glühenden Augen ruhten immer noch auf mir. Nur, als ich es mit einer Hand berühren wollte stieß es mich brutal von sich weg. Mein Kopf prallte hart gegen einen Stein und ich blieb bewegungslos liegen, als es sich näherte und mich prüfend beschnupperte. In diesem Augenblick hatte ich zum allerersten Mal Angst um mein Leben. Als jedoch der Klang sich uns nähernder  Schritte aufkam zog sich die Bestie sofort zurück. Sie ließ mich allerdings auch weiterhin nicht aus den Augen. Ich hatte aber nicht den Eindruck, das sie in mir ihre nächste Zwischenmahlzeit sah. Viel mehr schien sich dieses Ungetüm zu fragen, was ich eigentlich von ihm wollte. Mein Versuch aufzustehen scheiterte schon im Ansatz und ich nahm dankbar die Hilfe an, als mich jemand von hinten wieder auf die Beine stellte. Auch wenn ich absolut keine Ahnung hatte, wer das nun eigentlich gerade war. Als ich mich umdrehte erkannte ich einen der Untergebenen meines Vaters, der mich sofort mit unzähligen Vorwürfen überschüttete. Anscheinend hatte er mich schon seit einiger Zeit gesucht und natürlich durfte ich mir jetzt anhören wie unverantwortlich mein Verhalten doch sei. Immerhin sollte ich inzwischen doch wissen, das es nicht ungefährlich war allein in der Hölle herum zuspazieren. Schließlich wussten noch längst nicht alle Dämonen von mir und es konnte durchaus sein, das mich einer von ihnen nur mal so eben zum Spaß umbringen würde, weil es ihm gerade in den Kram passte. Um die ganze Sache abzukürzen sagte ich einfach zu allem ja und Amen, aber innerlich hatte ich mich schon längst entschieden herauszufinden, was es mit dieser Bestie auf sich hatte und warum sie in Ketten lag.

Von da an war ich quasi in jeder freien Minute bei dieser Bestie und mit der Zeit ließ sie mich immer näher an sich heran. Ich versuchte auch nicht mehr mich ihr wie beim ersten Mal direkt zu nähern, sondern wartete geduldig ab, bis sie meine Anwesenheit allmählich als selbstverständlich ansah. Mein Vater wusste von all dem natürlich nichts. Er glaubte ich würde nur ziellos durch die Gegend streifen und ich hatte ihm aus verständlichen Gründen auch in diesem Glauben gelassen. Vielleicht wäre es dennoch klüger gewesen ihm etwas davon zu sagen, aber ich wollte damit alleine fertig werden. Immerhin war dies mein Geheimnis und ich hatte nicht vor es jetzt schon mit jemanden zu teilen.

Schließlich war es soweit, das ich die Wunden meiner kleinen Bestie, so nannte ich sie inzwischen, da ich ihren Namen nicht wußte, versorgen konnte. Sie mussten ihm (das hatte ich inzwischen auch herausgefunden) unglaubliche Schmerzen bereiten, aber er gab keinen einzigen Laut von sich. Selbst als ich ausversehen einmal abrutschte und meine Hand mitten in einer der Wunden hineinglitt blieb er vollkommen ruhig. Lediglich seine Augen wurden schmaler. Allerdings war etwas seltsam. Hatte ich an einem Tag fast alle seine Wunden versorgt und war mir sicher, das sie gut verheilten, so hatte er am Nächsten schon wieder Neue und es gelang mir einfach nicht herauszufinden weshalb das so war.

Eines Tages, als ich gerade auf dem Weg zu ihm war bemerkte ich eine dunkle Gestalt, die eine Peitsche in der Hand hielt. Es gelang mir früh genug hinter einer Deckung zu verschwinden, so das ich nicht entdeckt wurde. Nachdem die Gestalt verschwunden war rannte ich so schnell es ging zu meiner Bestie. Sie lag schmerzverkrümmt auf dem Boden, wo sich allmählich ihr Blut sammelte und winselte leise vor sich hin. Dieses Mal würde ich mit meinen bisherigen Behandlungsmethoden nicht auskommen. Ohne zu zögern ließ ich mich neben ihn auf die Knie fallen und setzte meine Kräfte voll ein. Die Wunden schlossen sich fast augenblicklich. Sein Blick lag dankbar auf mir und ich ließ mich erleichtert in sein weiches Fell sinken. Er war zwar immer noch zu schwach um aufzustehen, aber er war gerettet. Langsam aber sicher kam er wieder zu Kräften und stupste mich leicht mit seiner Schnauze an, wodurch ich prompt auf meinem Hosenboden landete. Lachend gab ich ihm einen Klaps auf die Nase woraufhin er erst etwas irritiert guckte und mich dann von oben bis unten abschleckte. Zu meiner Verwunderung blieb ich dabei vollkommen trocken. Seine Zunge war angenehm rau und erinnerte mich irgendwie an die einer Katze. Waren wir nun Freunde? Fragend sah ich ihn an, doch in seinen Augen blitzte nur kurz etwas auf, bevor er sich wieder zusammenrollte und ein zufriedenes Brummen von sich gab. Irgendwie habe ich das Gefühl, das er sich über mich lustig macht. Urplötzlich kam Bewegung in ihn und er richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Völlig perplex wich ich einen Schritt zurück als sich auch noch sein Fell sträubte und er damit begann bedrohlich zu knurren. Reiflich verwirrt blieb ich neben ihm stehen und wollte ihn gerade fragen, was denn eigentlich los sei, als sich die Schlinge einer Peitsche um meinen Arm schloß und mich brutal nach vorn zog. Ich hatte keine Gelegenheit mehr den Sturz abzufangen und prallte mit voller Wucht auf den steinigen Boden.

>Du bist also der Störenfried!< Ich versuchte meinen Blick zuheben und erspähte wage die Kontur einer Person, die mit dem Rücken zum Licht stand und das andere Ende der Peitsche in ihrer Hand hielt. Klingt ja nicht sonderlich freundlich. In diesem Moment löste sich die Schlinge von meinem Arm und legte sich eng um meinen Hals. Noch ehe ich die Hände heben konnte um mich davon zu befreien schleuderte mich ein erneuter Ruck durch die Luft und ich landete äußerst unsanft auf dem Rücken. Jetzt reicht es! Ich warf eine Energiewelle in Richtung meines Angreifers und augenblicklich lockerte sich die Schlinge. So schnell es ging befreite ich mich davon und sah mich suchend um. Er schien spurlos verschwunden zu sein. Es gab nicht die geringste Spur mehr von ihm. Seufzend stand ich auf und klopfte mir den Staub aus den Kleidern. Vielleicht habe ich etwas übertrieben... Meine Kräfte hatten in der letzten Zeit um Einiges zugenommen und ich hatte nach wie vor immer noch Probleme mit der richtigen Dosierung.

Allerdings traf mich kurz darauf eine Energiewelle, die mich um etliches zurückschleuderte. Verdammt! Er ist also immer noch da! Wieder prallte ich gegen etwas extrem hartes und dieses Mal fesselte mich die Peitsche auch noch direkt daran. Mir blieb nur ein absolutes Minimum an Bewegungsfreiheit. Sprich es reichte um die Hände zu ballen und sich über den verführten Höhenflug zu ärgern. Vonwegen zu hohe Dosierung! Pah! Der Typ, wer immer das auch ist, hat mich eiskalt gelinkt! Der hat nur so getan als ob und ich bin voll drauf reingefallen! Argh! Das Knurren der Bestie verstärkte sich noch weiter und er stellte sich schützend vor mich. Aber der Klang mehrerer, schwerer Peitschenschläge sorgte dafür, das er sich etwas zurückzog, so das es mir endlich gelang einen Blick auf die sich mir nähernde Gestalt zu werfen.

Es war ein Kerl, der in seiner Hand immer noch eine Peitsche hielt. Hat der von den Dingern etwa ’nen Vorrat?! Bei meinem Glück ist das garantiert auch noch einer der Dämonen, vor denen man mich gewarnt hat. Warum kann ich auch nie auf das hören, was man mir sagt? Jetzt sitze ich ganz schön in der Tinte! Noch bevor er die Peitsche heben konnte um nach der Bestie zu schlagen befreite ich mich von meinen Fesseln. Eigentlich der größte Fehler, den man machen kann wenn man absolut nichts über seinen Gegner weiß und ihn zudem nicht einschätzen kann. Er sah mich überrascht an, bevor er seine Peitsche mit einem lauten Knall direkt neben mir in den Stein sausen ließ, wo sie sich tief hinein bohrte. Nur tat ich ihm nicht den Gefallen und zuckte angesichts einer solch offensichtlichen Drohung mir dasselbe anzutun oder einfach mein Leben kurzfristig zu beenden zusammen sondern blieb vollkommen ruhig stehen und sah zu wie er die Peitsche langsam zurückzog. Gemählich kam er auf mich zu. Tja, jetzt weiß er, das ich nicht ganz so wehrlos bin wie er angenommen hat. Mist! Ich weiß ja, das es nicht ungefährlich ist mich mit ihm anzulegen, aber jetzt zu fliehen kommt einem Todesurteil gleich. Es schien ihn zu verwundern, das ich mich nicht einen Millimeter bewegte und auch das hat seinen guten Grund. Eine falsche Bewegung würde genügen um ihn zu einem Angriff zu verleiten und darauf war ich nicht sonderlich gerade scharf. Ich hänge immerhin an meinem Leben! Er stand inzwischen genau vor mir und ich konnte den schwarzen Halbmond auf seiner Stirn klar und deutlich erkennen. Seine langen, rotbraunen Haare fielen ihm teilweise ins Gesicht aus dem mich zwei eiskalte Augen musterten deren Farbe ich unmöglich definieren konnte.

>Du bist ganz schön mutig.< Ich antwortete nicht darauf sondern sah an ihm vorbei auf meinen großen Freund, der mich ziemlich besorgt ansah aber trotzdem die Distanz wahrte. Sein Körper war wieder mit unzähligen Wunden übersäht und dieses Mal wusste ich auch endlich wer verantwortlich dafür war. Der Typ vor mir bemerkte meinen Blick und lächelte mich wissend an.

>Hast du wirklich geglaubt, ich würde dich nicht entdecken?< Da ich immer noch nicht wusste, was dieser Kerl eigentlich von mir wollte schwieg ich mich aus und hoffte nur, das gerade niemand unterwegs war um nach mir zu suchen. Eine Hilfe wären die mir hier garantiert nicht.

>Hmm... entweder bist du stumm oder...< Noch bevor ich reagieren konnte holte er aus und ließ seine Peitsche einmal quer über meinen gesamten Körper sausen. Ich hatte das Gefühl, als würden mich tausend Nadelstiche von Innen heraus verbrennen. Völlig überrascht durch die plötzlich auftretenden Schmerzen schrie ich auf. Zufrieden nickend betrachtete er mich ein Weile bevor er sich wieder der Bestie zu wandte. Zähneknirschend verbiss ich mir sämtliche Verwünschungen und Flüche die mir in diesem Moment über die Lippen wollten. Es würde so wieso nichts bringen und es ist viel klüger erst einmal abzuwarten wenn man da eigentlich vor sich hat, bevor man sich noch weiter in Schwierigkeiten bringst. Geht das eigentlich überhaupt noch? Immerhin scheint er einer der mächtigeren Dämonen zu sein.

>Eine interessante Freundin hast du dir da ausgesucht. Was meinst du? Soll ich sie töten?< Er bekam ein bedrohliches Knurren zur Antwort. Allerdings schien ihn das nicht sonderlich zu stören. Ganz im Gegenteil er begann völlig hysterisch zu lachen. Oh, wie ist mir danach diesem Kerl Paroli zu bieten, aber ich sollte mich besser zurückhalten. Was hat mein Vater mir immer wieder gesagt? Wenn du jemanden begegnest, den du nicht kennst, dann laß ihn so wenig wie möglich über dich wissen. Alles, was er nicht über dich weiß kann dir vielleicht einmal das Leben retten. Natürlich bezog sich das Ganze vor allem auf die Begegnungen mit mächtigeren Dämonen. Argh! Hätte mir das nicht mal früher einfallen können?! Auch egal, er weiß jetzt schon zu viel, also macht das bisschen auch nichts mehr. Seit wann kümmere ich mich überhaupt um solche Sachen?

>Lass ihn in Ruhe!< Augenblicklich verstummte er und sah mich eisig an. Erschrocken wich ich einen Schritt zurück. Verdammt! Der Typ machte nicht den Eindruck als würde er sich in ein Wortgefecht verwickeln lassen. Der macht eher den Eindruck als würde er mich gleich umbringen wollen. Hätte ich doch bloß meine Klappe gehalten!

>Was?!< Jetzt habe ich wirklich Schwierigkeiten, das kann ich schon an seinem Stimme hören. Meine Knie begannen immer mehr nachzugeben. Es ist sonnenklar, das er mich nicht ungeschoren davon kommen lassen wird. Immerhin habe ich unerlaubt seinen Herrschaftsbereich betreten. Auch wenn ich immer noch nicht weiß wer da eigentlich vor mir steht. Nur eines ist klar. Er ist unter Garantie um Etliches stärker, das merkt man schon an seiner Aura. Verdammt! Warum ausgerechnet ich?! Er schien meine allmählich wachsende Furcht zu bemerken und kam zufrieden lächelnd auf mich zu.

>Soll das etwas heißen du beschützt dieses Ungetüm?< Ich hatte ganz schöne Probleme damit nicht einfach zitternd auf dem Boden zusammen zu sinken. Immerhin hat man mir oft genug erzählt was stärkere Dämonen mit Schwächeren so tun und auch gezeigt was dann von diesen übrig bleibt, wenn etwas übrig bleibt. Bei dem Gedanken daran hatte ich das Gefühl mich übergeben zu müssen, aber irgendwie gelang es mir ihm antworten ohne mir diese Blöße zu geben.

>Ja.< Es klang zwar nicht so überzeugend wie es sollte, aber es schien ihm zu genügen um einen erneuten Lachanfall zu bekommen. Meine Nerven waren inzwischen nur noch hauchdünn und sein Lachen sorgte nicht gerade dafür, daß das besser wurde. Nachdem er sich wieder beruhigt hatte ließ er mich etwas von seiner Macht spüren und das war alles andere als angenehm. Ich versuchte ihn abzublocken erzielte damit aber auch nicht gerade den erhofften Effekt. Es war immer noch zu viel von seiner Kraft über. Keuchend sackte ich auf dem Boden zusammen und konnte kurz darauf mein Frühstück auf dem Boden bewundern. Ist mir schlecht! Muß der so verdammt stark sein? Ich schaffe es ja noch nicht mal mehr auf die Füße. Zufrieden stellte mein Gegner fest, das die Bestie sich in ihren Ketten zu regen begann, auch wenn sie nicht sonderlich weit kam.

>Du willst ihr also helfen, wie? Ich sollte dich endlich töten.< Ehe ich mich versah schleuderte er eine Energiewelle in Richtung des Ungetüms, das sofort darunter zusammenbrach. Unter dem riesigen Körper begann sich augenblicklich eine Blutlache zu bilden. Fassungslos starrte ich ihn an, als er zu einem erneuten Schlag ausholte und diesen ausführte. Wie kann man nur so grausam sein? Sein Gegner ist doch völlig wehrlos und schon so gut wie tot. Zwar immer noch etwas außer Atem gelang es mir dennoch eine Barriere zwischen den Beiden aufzubauen. Leider wurde ich dadurch zum Hauptangriffsziel des Dämons und wenn er nicht auf einmal innegehalten hätte wäre mein Leben wohl vorzeitig beendet gewesen.

Er hatte es geschafft mich so zu zurichten, das ich praktisch bewegungsunfähig war und damit gleichzeitig auch völlig hilflos. Was nach seinen vorherigen Attacken auch nicht mehr sonderlich schwer war. Noch nie meinem Leben habe ich mich so verdammt schwach gefühlt wie in diesem Augenblick. Der einzige Lichtblick ist, das die Barriere nach wie vor besteht und die Bestie vor ihm schützt. Was ihn unheimlich zu stören schien, denn er ließ seine Peitsche immer wieder auf meinem Rücken niedersausen, bis ich wirklich mit allen Vieren von mir gestreckt im Staub lag. Ich hatte das Gefühl nicht ein Stückchen Stoff mehr auf dem Rücken zu haben. Er stieß ein zufriedenes Kichern aus und zog die Peitsche zurück. Irgendwie habe ich das unbestimmte Gefühl, das ihm das Ganze Spaß macht. Gegen sämtliche Schmerzen ankämpfend, die in und auf meinem Körper tobten versuchte ich wieder auf die Beine zu kommen. Fast hätte ich es auch geschafft, aber er drückte mir netterweise seinen Fuß brutal in Rücken und ich ging wieder zu Boden. Diese Schmerzen suchen wirklich ihresgleichen! Warum muß der auch unbedingt heute hier aufkreuzen?!

>Es ist wohl Zeit sich einander vorzustellen. Man nennt mich Astaroth.< Zähneknirschend nahm ich zur Kenntnis, das ich mich ausgerechnet mit einem der sieben Satane angelegt hatte. Noch dazu mit dem Blutrünstigsten von Allen! Mein Überlebenschancen sind also quasi ’gen Null. Es sei denn es passiert noch ein Wunder oder er lässt mich noch ein Weilchen am Leben um mich etwas zu foltern. Hach, was sind das doch für schöne Aussichten und an Sarkasmus wohl kaum noch zu überbieten. Dann doch lieber ein früher Tod, aber eigentlich habe ich nicht vor mich schon so früh von allem zu verabschieden. Er schien auf eine Reaktion zu warten und ich wollte ihm gerade antworten, als er mich hochzerrte.

>Ich kenne dich.< Sein Tonfall bei dieser Feststellung behagt mir ganz und gar nicht. Er scheint sich ja nicht sonderlich über diese Tatsache zu freuen. Oh man, mir schwant Übles. Kann es eigentlich noch schlimmer werden?

>Ich b-< Er schnitt mir mit einer Handbewegung das Wort ab. Na schön, dann eben nicht.

>Seine Geliebte. Ich weiß.< Zuerst war ich etwas irritiert, aber dann wusste ich, was er meinte. Allerdings schaffte ich es gerade mal so eben zu einem Nicken. Er hatte mich ziemlich übel zugerichtet. Ein Blick in Richtung meiner Füße zeigte mir, das meine Klamotten nur noch in Fetzen an meinem Körper hingen und auch nicht mehr sonderlich viel verhüllten. Was habe ich mir da bloß eingebrockt? Ich hätte mich dünn machen sollen als ich noch die Chance dazu hatte.

>Weiß er, das du hier bist?< Ich schüttelte den Kopf.

>Wenn das so ist, dann werden wir ein kleines Spielchen machen.< Zwei Sekunden später fand ich mich über seinen Schulter wieder und er ließ sich durch meine Versuche von dort zu entwischen in keinster Weise beeindrucken. Ganz im Gegenteil. Es schien ihn viel mehr zu amüsieren Äußerst zufrieden trug er mich immer weiter von der Bestie weg. Dieser plötzliche Stimmungswechsel bei ihm brachte sämtliche Alarmglocken in meinem Inneren zum Schrillen. Ich fragte mich was er damit meinte und mit mir vorhatte. Hoffentlich nicht das, an das ich gerade denke! Er schien meinen Gedankengang erraten zu haben, denn er fing plötzlich an zu lachen und mir sein Vorhaben zu erklären. Das Ganze würde folgendermaßen ablaufen:

Er würde mich in das Innere eines Labyrinths bringen und mir eine Stunde Vorsprung geben bevor er kommen würde um mich zu suchen. Meine Aufgabe bestand eigentlich nur darin den Ausgang des Labyrinths zu finden bevor er mich fand. Sollte ich das schaffen würde er die Bestie und mich freilassen. Würde er mich allerdings vorher finden oder sollte ich ihm nicht entkommen können, so würde er mich töten oder wie die Bestie bis in alle Ewigkeit gefangen halten. Zu welchen Vergnügungen auch immer. Natürlich gab es auch noch eine andere Möglichkeit. Ich könnte versuchen ihn im Kampf zu besiegen, aber wir beiden wussten schon jetzt wer dann der Sieger sein würde.

Mir gefiel die ganze Sache zwar nicht, aber ich hatte keine Chance dem zu entgehen. Bei einer Weigerung gegen sein Spielchen wird er mich augenblicklich töten. So stand ich schließlich in mitten des von ihm geschaffenen Labyrinths und hatte keine Ahnung, was ich nun tun sollte. Die Lage war alles andere als rosig und schon nach den ersten Metern des Umherstreifens stellte ich fest, das mir keineswegs nur von ihm Gefahr drohte. Das Labyrinth selbst schien eine einzige Todesfalle zu sein. Wo man auch hintrat irgendetwas lebensgefährliches passierte immer. Sei es nun ein sich plötzlich auflösender Boden, sich senkende Decken, Treibsand, verschiedenstete hungrige Kreaturen oder einfach nur eine Angriffswelle aus der nächstbesten Wand.

Nach gut zwei Dutzend von solchen Überraschungen war ich zwar immer noch am Leben aber doch ziemlich aus der Puste und das Allerschlimmste war, das ich nicht wusste wie dicht er mir inzwischen auf den Fersen war, da ich jegliches Zeitgefühl verloren hatte. Selbstverständlich fehlt von dem Ausgang nach wie vor jegliche Spur obwohl ich garantiert schon seit Stunden in diesem Labyrinth umherirre. Ok, das reicht! Es heißt zwar immer man soll fair spielen, aber da sich dieser Kerl auch nicht daran hält. Von tödlichen Fallen ist vorher nie die Rede gewesen! Brauche ich das ja wohl auch nicht. Folglich begann ich mir selbst meinen Weg in Richtung Ausgang zu bahnen und zwar einmal quer durch jede Wand die mir im Weg stand. Der erhoffte Erfolg blieb leider aus, denn für jeden Raum den ich so durchquerte schienen zwei Neue aufzutauchen. Im Prinzip bleibt damit nur noch eine Möglichkeit über. Ihn im Kampf besiegen, aber wie ich das anstellen soll noch dazu völlig unbewaffnet ist mir nach wie vor ein Rätsel.

Nach der Durchquerung von drei weiteren Räumen gab ich endgültig auf. Dieses Labyrinth führt ein Eigenleben und scheint der Meinung zu sein, das ich nicht entkommen darf. Es ist wirklich einfacher auf ihn zu warten und sich dann von ihm den Weg zeigen zu lassen. Nur dafür muß ich ihn besiegen...

Völlig geschafft ließ ich mich in irgendein merkwürdiges Gewächs sinken, das natürlich prompt Leben entwickelte und versuchte mich zu fressen. Wie das nervt! Nachdem ich das Ding frittiert hatte konnte ich mich endlich ausruhen. Gähnend streckte ich mich auf den Überresten der Pflanze aus und überlegte wie es mir am Besten gelingen würde ihn zu besiegen ohne selbst dabei draufzugehen. Die Restwärme war allerdings so angenehm das ich bald darauf tief und fest einschlief, obwohl ich mich nach wie vor in Lebensgefahr befand. Erst als mich jemand an der Schulter berührte wachte ich wieder auf. Zuerst glaubte ich schon, das Astaroth vor mir stand aber nachdem ich mir den Schlaf aus den Augen gerieben hatte (immerhin lebte ich noch und hatte es somit auch nicht sonderlich eilig zu erfahren wie lange das noch so bleiben würde) stellte ich fest, das es eine Frau war, die ihm nur verblüffend ähnlich sah. Ich wollte sie gerade danach fragen, wer sie eigentlich war, als sich durch ihre Haare der Kopf einer schwarzen Schlange auf mich zuschob. Sofort wich ich soweit wie möglich zurück und bemühte mich das Vieh so gut es ging zu ignorieren.

>Wer bist du?< Sie war bei der Frage näher an mich heran gerutscht und schon wieder fixierte mich dieses Vieh. In diesem Moment erschien mir meine Angst von Astaroth entdeckt zu werden im Vergleich zu der vor dieser einen popligen Schlange schon fast lächerlich. Wenn es etwas gibt, das ich noch nie leiden konnte, dann sind das Schlangen! Diese Viecher sorgen bei mir immer wieder für mittlere Panikausbrüche und in diesem Fall für einen ziemlich gewaltigen. Sie bemerkte was mich so störte und ließ die Schlange nicht gerade zu meiner Begeisterung auf den Boden sinken. Wenigstens ist sie jetzt da unten und ich hier oben.

>Er hat dich hierher gebracht, oder?< Sie sah sich suchend um während ich das Vieh auf dem Boden beobachtete. Komm mir bloß nicht zu nah!

>Wer?!< Mir ist jetzt absolut nicht nach irgendwelchen Ratespielchen. Wah! Da ist ja schon wieder diese Schlange. Sie hatte einen Weg gefunden wieder auf meinen Sitzplatz hinaufzugelangen. Hau ab du Vieh und lass mich in Ruhe! Mein Gegenüber schien nicht zu bemerkten, das mir dieses Tier immer näher kam und mir langsam der Raum zu Ausweichen fehlte. Geh weg! Na los, hau schon ab!

>Mein Bruder. Er hat dich hier eingesperrt.< Ich wollte ihr gerade antworten, als sich die Schlange um mein Handgelenk wand. Mit einem spitzen Schrei sprang ich auf und brachte so viel Abstand zwischen mich und das Vieh wie es eben nur ging. Verdammt! Ich haße Schlangen!

>Du musst keine Angst haben er wird dir nichts tun.< Für einen kurzen Augenblick war ich mir nicht sicher wen sie damit meinte. Die Schlange oder ihren Bruder. Da sie sich aber sehr zu meiner Erleichterung die Schlange um die Schultern legte und das Vieh somit auf Abstand hielt kam ich endlich dazu sie nach ihrem Namen zu fragen. Wie sich herausstellte hieß sie Astarate und sah nicht nur von ungefähr Astaroth so verdammt ähnlich. Sie waren Zwillinge wobei ich den Eindruck hatte, das sie die Normalere von beiden war. Im Gegensatz zu ihm versuchte sie nämlich nicht mich gleich umzubringen.

Ich erklärte ihr wie ich überhaupt in das Labyrinth gekommen war und auf welch liebenswürdige Art und Weise mich ihr Bruder zu diesem Spielchen überredet hatte. Sie nickte wissend und meinte, das würde er ziemlich häufig tun. Er sei eben leicht blutrünstig. Das Wörtchen Leicht empfand ich als eine glatte Untertreibung und das sagte ich hier auch. Es brachte sie zum Lachen und in diesem Augenblick fiel mir erst auf, das sie hochschwanger war. Ich fragte sie danach, doch sie wich der Frage aus. Allerdings durfte ich mal fühlen wie sehr sich der Nachwuchs regte. Nach meiner bisherigen Erfahrung dürfte es in ein paar Wochen wohl soweit sein und man konnte ihr ansehen wie sehr sie sich darauf freute. Wir unterhielten uns ziemlich lange und ich erfuhr so einiges über das Labyrinth, was meinen Optimismus bald hier rauszufinden immer weiter sinken ließ. Wie es den Anschein hatte änderte es wirklich laufend seine Form und nur Astaroth kannte den Weg zum Ausgang beziehungsweise wusste wie man diesen finden konnte. Völlig frustriert zupfte ich lustlos an den Überresten meiner Schlafgelegenheit herum. Somit sitze ich hier also fest. Gegen ihn habe ich niemals eine Chance, aber wie soll ich meinem großem Freund anders helfen? Ich fragte sie ob sie nicht eine Möglichkeit sah, wie ich das schaffen konnte. Sie überlegte sehr lange, aber auch ihr fiel keine Lösung ein. Allerdings fragte sie mich wenn ich mit großer Freund meinte und so erzählte ich ihr von ihm. Sie wurde sehr nachdenklich und auf einmal füllte sich ihre Augen mit Tränen. Schluchzend erklärte sie mir, das die Bestie früher einmal ihr Geliebter gewesen war und ihr Bruder, nachdem er von ihrer Beziehung und ihrer Schwangerschaft erfahren hatte diesen in jene Bestie verwandelte um ihr zu zeigen, das es niemand je schaffen würde sie von ihm zu trennen. Im Anschluss daran hatte er sie in dieses Labyrinth gesperrt aus dem sie, egal wie oft sie es auch versuchte nicht mehr entkommen konnte. Sieht ganz so aus, als würde mir dasselbe Schicksal blühen...

Nur habe ich nicht vor mich kampflos zu ergeben. Sie war von meiner Entschlossenheit beeindruckt und meinte, sie könne mir helfen noch etwas Zeit zu gewinnen. Da ich sowieso nicht wusste was ich sonst hätte tun können folgte ich ihr. Die Umgebung wurde immer dunkler und schließlich sah ich fast gar nichts mehr. Suchend tastete ich mich weiter und versuchte Astarate wiederzufinden, aber sie schien verschwunden zu sein. Um ganz sicher zugehen ließ ich eine Flamme entstehen, die den Raum nur spärlich erhellte. Wohin kann sie nur verschwunden sein? Plötzlich hörte ich ihre verzweifelte Stimme und die ihres Bruders. Sie stritten sich. Augenblicklich ließ ich die Flamme verschwinden und lauschte in die Dunkelheit. Wie es scheint versucht sie ihn aufzuhalten allerdings ohne sonderlichen Erfolg. Ich konnte hören wie er immer näher kam. So schnell es ging machte ich, das ich wegkam. Noch hat er mich nicht gefunden und ich wollte, das es auch so blieb. Allerdings tat sie mir furchtbar leid. Wer weiß was er ihr angetan hat. Irgendwie muß man ihr doch helfen können. Wahrscheinlich ist es das Dümmste, was man in so einem Augenblick machen kann, aber ich kann sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Sie ist so freundlich. Also machte ich kehrt und lief wieder zurück.

Natürlich fehlte von den Beiden jegliche Spur. So vorsichtig wie es ging suchte ich weiter. Wobei ich in der Dunkelheit wohl eher einem Signalfeuer gleichkam. Ohne Licht sieht man schließlich nichts. Was mein Glück war, denn ansonsten wäre ich prompt in einem riesigen Graben gefallen. Puh! Das ist knapp gewesen. Vorsichtig schlich ich mich weiter und kam schließlich wieder dort aus, wo ich ihr zum ersten Mal begegnet war. Zu meinem größten Entsetzten stand dort allerdings Astaroth der mich breit lächelnd begrüßte. Ich stand da wie versteinert während er sich genüsslich gegen die Pflanze lehnte und auf eine Reaktion wartete. Am Liebsten hätte sofort auf dem Absatz kehrt gemacht. Nur wäre das alles andere als klug gewesen. Er würde mich einholen noch ich den Raum verlassen konnte. Nachdenken ist angesagt. Es muß doch eine Finte geben mit der er nicht rechnet. Nur was?

Noch ist genügend Raum zwischen uns, so das noch ich bequem Fersengeld geben kann. Nur wie lange bleibt das noch so? Er wird bestimmt nicht ewig dort stehen bleiben. Gerade so, als hätte er meine Gedanken gelesen setzte er sich natürlich genau in diesem Augenblick in Bewegung. Argh! Was mach ich nur?! Mir liefen nach und nach eiskalte Schauer über den Rücken. Wenn er mich jetzt erwischt bin ich ihm ausgeliefert. Damit wäre dann der ganze bisherige Ärger umsonst gewesen. Er ließ sich Zeit. Immerhin ist er sich seiner Sache sehr sicher. Verdammt! Warum kann ich mich nicht einfach in Luft auflösen?! Hey! Das ist es! Wochenlang haben sie es mir eingebläut, bis ich es endlich konnte. Teleportieren! Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen? Das ist die Rettung! Bleibt nur noch die Frage wohin verziehe ich mich? Darüber konnte ich mir dank Astaroth allerdings nicht allzu lange Gedanken machen. Er stand inzwischen schon fast vor mir. So schnell es ging öffnete ich ein Portal und verschwand darin. Ich konnte ihn fluchen hören und musste unwillkürlich lachen. Damit hat er offensichtlich nicht gerechnet. Tja, ganz hilflos bin ich schließlich auch nicht. Zufrieden genoss ich den Weg durch die Dimensionen bis ich mich dazu aufraffte wieder ein Portal zu öffnen und in den normalen Raum zurück zu kehren. Oh man, hoffentlich lande ich wenigstens weich. Bei den letzten Malen ist die Landung immer alles andere als angenehm gewesen und im Gegensatz zu jetzt habe ich beim Training auch immer genau gewusst wo ich landen würde. Zu meinem größten Erstaunen verlief es dieses Mal alles andere als Problematisch und ich fand mich in einem riesigen Saal wieder. Der wie ich leider feststellen musste ebenfalls zu Astaroths Labyrinth gehörte. Also komme ich auf diesem Weg auch nicht raus. Mist! Wütend kickte ich gegen eine Säule und sofort rieselte mir Putz auf die Nase. Irritiert hob ich den Blick. So fest habe ich doch gar nicht zugetreten...

Um das obere Ende der Säule bewegte sich irgendetwas und ich fragte mich was das wohl sein könnte. Es benahm sich äußerst merkwürdig und bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Ganze als der Teil eines gigantischen, geschuppten Körpers. Oh nein! Alles nur nicht auch das noch! Da ist mir doch sogar Astaroth lieber! Vorsichtig wich ich Schritt für Schritt immer weiter zurück. Hoffentlich hat mich dieses Vieh noch nicht entdeckt. Ich versuchte jedes unnötige Geräusch zu vermeiden, auch wenn mein Atem immer schneller wurde als sich dieser Körper langsam an der Säule hinunter bewegte. Zu meiner Beruhigung hat mich dieses Vieh noch nicht entdeckt zu haben. Puh! Noch mal Glück gehabt. Erleichtert atmete ich auf. Ein Zischen in meinem Rücken ließ mich allerdings sofort erstarren. Das kann nicht sein!

So langsam es nur eben ging drehte ich mich um und stieß einen schrillen Schrei aus als ich den riesigen Kopf einer Schlange keine zwei Schritte entfernt von mir sah. Sie schien nur darauf gewartet zu haben, das ich sie endlich bemerkte denn sie setzte sich augenblicklich in Bewegung. Mir gelang es gerade noch mit einem Hechtsprung den gewaltigen Kiefern zu entkommen. Die Ausmaße von diesem Vieh sind gigantisch! Es nimmt fast den gesamten Raum ein und das macht die Frage wohin man ausweichen kann echt schwierig. Schließlich sah ich nur noch eine Lösung und teleportierte mich erneut in Sicherheit. Leider etwas spät, denn das Vieh hatte mich bereits zur Hälfte verschluckt. Also fand ich mich völlig schleimüberdeckt in einer ziemlich unbequem Position am Rand einer Klippe wieder. Jetzt reicht es mir aber langsam! Das ist ja ekelig! Fluchend tastete ich mich an der Felswand entlang und fand schließlich einen Vorsprung an dem ich raufklettern konnte. Ein echtes Glück, das ich so etwas schon seit meiner Kindheit immer gern getan habe. Ziemlich aus der Puste kam ich schließlich am oberen Ende der Klippe an und konnte mir in aller Ruhe ansehen wie weit es da noch runter ging. Der Fall da runter hätte eine kleine Ewigkeit gedauert. Puh! Nun gut und was jetzt? Ich stehe hier mitten im Nirgendwo und bei meinem momentanen Glück bin ich garantiert auch immer noch in diesem gottverfluchten Labyrinth! Also entweder ich durchwandere jetzt die kahle Ebene hinter mir oder ich erkunde die Höhle auf der anderen Seite dieser Klippe...

Ich entschied mich für die Höhle, da ich keine Lust hatte noch weiter zu laufen. Ich schwang mich in die Luft und genoss es endlich wieder meine Schwingen benutzten zu können. Immerhin war es schon Wochen her seitdem ich dies das letzte Mal getan hatte. Hier in den Tiefen der Hölle benutzte man sie so gut wie nie. Es denn, um anzugeben oder seinen Gegner in die Schranken zu weisen. Am Eingang der Höhle ließ ich sie wieder verschwinden und stellte zu meiner größten Verwunderung fest, daß sich im Inneren ein Art Wohnraum befand. Hey, vielleicht finde hier ja ein paar heile Klamotten und eine Badewanne. Meine sind ja Dank Astaroth und dieser Schlange kaum noch vorhanden. Nach kurzem Suchen fand ich schließlich einen Kleiderschrank in dem sich zu meinem Leidwesen allerdings nur ein einziges schwarzes Hemd befand. Na ja, besser als nichts.

Eine Badewanne gab es zwar nicht aber dafür einen kleinen Wasserfall mit See in einer Nebenhöhle. Das Wasser war eiskalt. Zitternd streifte ich mir das Hemd über, das bei mir schon eher ein halbes Kleid darstellte. Klasse! Das Problem ist gelöst! Zufrieden ließ ich mich auf etwas Bettähnliches sinken und überlegte wie ich es anstellen sollte den Ausgang des Labyrinths zu finden ohne ewig darin zu versauern. Allerdings sorgte ein plötzliches Magenknurren dafür, das ich mir eines ganz anderen Problems bewusst wurde. Seit den Morgenstunden hatte ich nichts mehr gegessen. Ok, wo bekomme ich jetzt etwas zu essen her? Astaroth wird mir bestimmt keinen Imbiss bereitgestellt haben, den ich einfach nur finden muß. Der wäre dann unter Garantie auch noch vergiftet. Nein Danke!

Nach einigem Abwiegen des Für und Wieders stand ich dann doch wieder auf und durchsuchte die Höhle nach etwas Essbaren. Zu meinem Leidwesen fand ich nur einen kleinen, verschrumpelten Baum an dem einige bizarr aussehende Früchte hingen. Fast tat es mir schon leid mir eine davon zu nehmen. Der Baum machte den Anschein als würde er jeden Moment umfallen. Allerdings war mein Hunger inzwischen viel zu groß geworden. Ich pflückte mir also ziemlich vorsichtig zwei von den Früchten (je eine von jeder Seite, damit das Ding ja im Gleichgewicht blieb) und zog mich danach wieder auf dieses Bett oder was auch immer es darstellen sollte zurück. Die Früchte schmeckten zwar nicht sonderlich aber sie stillten meinen Hunger. Von was ernährt der Kerl sich eigentlich?! Nur diese Früchte erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Wenigstens habe ich momentan Verschnaufspause. Bis er mich hier findet können noch Stunden vergehen. Wenn ich Glück habe vielleicht sogar Tage. Zufrieden schnippte ich die Überreste der Früchte in eine leere Vase und lehnte mich in den Kissen zurück. Habe gar nicht gemerkt wie müde ich inzwischen bin. Der Tag ist bisher aber auch verdammt anstrengend gewesen. Vielleicht ist ein kleines Nickerchen gar keine schlechte Idee. Warum nicht? Was soll mir schon passieren? Momentan bin ich ja in Sicherheit und satt bin ich auch. Nachdem ich unter den Kissen eine Decke gefunden hatte rollte ich mich darin zusammen und schlief fast augenblicklich ein. Nebenbei eine meiner schlechtesten Angewohnheiten wie ich schon öfters festgestellt hatte. In bestimmten Situationen sollte man eigentlich nicht schlafen, sondern viel lieber zusehen, das man so schnell wie möglich wegkommt, aber es ist so gerade so schön warm und kuschelig...

>Habt ihr sie etwa immer noch nicht gefunden?!< Schlagartig war ich wieder wach. Auh Backe! Die Stimme kommt mir doch irgendwoher bekannt vor. Der ist doch wohl hoffentlich nicht in meiner Nähe.

>Vergebt uns Sir, aber sie ist verschwunden. Wir haben schon fast überall gesucht.< Verdammt! Das ist zu nah. Die könnten glatt neben mir stehen. Noch traute ich mich allerdings nicht meine Augen zu öffnen. Vielleicht träume ich ja auch nur.

>FAST?! Habe ich euch nicht deutlich gesagt, das ihr ÜBERALL suchen sollt?!< Oh man, hat der schlechte Laune. Scheint mich aber noch nicht entdeckt zu haben. Zum Glück. Wird Zeit, das ich mir mal einen Überblick verschaffe. Also Augen auf!

>Mylo-< Was ist das jetzt? Warum kann ich meine Augen nicht öffnen?!

>Genug! Kein Wort mehr! Noch nie hat es jemand geschafft mir so lange zu entwischen! Findet sie endlich!< Scheiße! Ich kann mich nicht mehr bewegen! Was ist hier los?

>Sir, es wäre einfacher, wenn ihr die Fallen deaktivieren würdet.< Wie, das kann der?!

>Was?! Und ihr damit die Chance geben zu fliehen?! Für einen wie großen Narren hältst du mich?!< Willst du meine ehrlich Meinung hören? Ach Shit, ich kann mich ja immer noch nicht vom Fleck rühren.

>Nein! Ihr musst so damit fertig werden! Sie ist schon seit vier Tagen verschwunden also ist sie entweder schon tot und ihr findet irgendwo ihre Überreste oder sie ist besser als ich dachte.< Soll das jetzt ein Kompliment sein?! Nein, er lacht sich gerade scheckig über den Witz. Na warte! Irgendwie schaff ich es noch dir eine Lektion zu erteilen! Das heißt, sobald ich mich wieder bewegen kann. Wenigstens krieg meine Augen wieder auf. Was soll das überhaupt mit den vier Tagen?! Nach meiner Rechnung dürfte doch eigentlich erst einer um sein. Auch egal. Hauptsache er findet mich nicht und ärgert sich.

>Wie ihr wünscht.< Klasse, alles total verschwommen. Dabei habe ich doch gar nichts getrunken. Was ist das bloß?

>Noch etwas. Sollte ihr sie heute nicht finden, dann...< Damit ging irgendetwas zu Bruch und ich konnte hören wie einige Personen erschrocken die Luft einsogen. Laßt mich raten. Er bringt euch um?! Hey, ich kann fast wieder normal sehen! Ein echter Fortschritt.

>Habt ihr verstanden!< Hui, was klingt er gefährlich! Man kriegt ja richtig Angst.

>JA!< Mal ehrlich, eine andere Antwort hättet ihr auch kaum überlebt. Scheint dem Kerl ja richtig an die Nieren zu gehen, das ich ihm so lange entwischen konnte. So und jetzt wird endlich nachgesehen wo der Typ eigentlich steht. Vorsichtig luckte ich unter der Decke die sich aus welchen Gründen auch immer inzwischen über meinem Kopf befand hervor und bekam fast einen Herzschlag. Da saß Astaroth keine fünf Zentimeter entfernt vor mir auf den Kissen und stutzte seine Männer auf die Größe von Maulwürfen zurecht. Ein Chef, den man heiß und innig liebt. Kann mir mal einer verraten, was ich jetzt machen soll?! Wenn der Kerl sich zurücklehnt bin ich fällig! Und warum zum Henker kann ich mich eigentlich nicht bewegen?! Na gut, die linke Hand geht wieder, aber was ist mit dem Rest?! Langsam kommt da echt Panik auf.

>Verschwindet endlich!< Wie? War das jetzt etwa schon alles? Kein kleines Exempel um die Anderen zu motivieren? Hab ich dich etwa so sehr geschafft? Hach, das tut richtig gut. Tschüß Panik, du kannst dich wieder melden, wenn er in Begriff ist sich auf mich zu legen.

>Sir!< Jetzt sag bloß einer dieser Heinis hat was gemerkt! Das glaub ich ja nicht! Die können mich von da vorne aus doch unmöglich sehen. Neugierig bin ich allerdings schon. Was haben die denn so interessantes entdeckt?

>Was denn?< Vorsicht! Der ist sauer! Hau lieber ab! Ich glaube nicht, das ihn die zerbrochene Vase interessiert. Er hat die schließlich selber kaputt gemacht.

>Seht euch das an.< Was hebt der denn da auf? Hey, das ist doch nicht etwa die Vase, die ich vorhin als Mülleimer zweckentfremdet habe, oder? Oh nein, das ist sie wirklich.

>Wisst ihr, was das ist?< Logo, die Kerne von den Früchten die ich verputzt habe. Ist doch ganz einfach. Warum macht der deshalb so einen Aufstand?!

>Unmöglich...< Huch, der klingt ja wirklich überrascht. Hey, komm ich bin eben gut. Du findest mich eh nicht.

>Sie kann unmöglich hier gewesen sein.< Ach, und warum nicht? Glaubst du etwa nur du schaffst das über die Schlucht?! Es können schließlich noch ein paar andere Leute fliegen.

>Sir, diese Kerne... sind das-<

>Ja, Überreste der Früchte des Tree of rigor mortis.< Und was sagt mir das jetzt?! Hab den Namen noch nie gehört. Oder doch? Da war doch mal was... Argh! Ich sollte besser aufpassen wenn man mir versucht etwas beizubringen.

>Tree of rigor mortis?< So blaß wie die alle auf einmal werden ist das bestimmt nichts Gutes. Langsam dämmert mir der Grund für meine plötzliche Unbeweglichkeit. Das Zeug ist doch wohl hoffentlich nicht giftig gewesen.

>Ihr meint der Baum dessen Früchte für jeden Dämon, außer den sieben Satanen tödlich sind?< Er bekam keine Antwort sondern wurde einfach von den plötzlich auf ihn zu fliegenden Scherben durchbohrt. Auch eine Methode unangenehme Leute loszuwerden. Moment mal! Tödlich?!

>Sucht sie! Wenn sie es war, die diese Früchte gegessen hat, dann kann sie noch nicht weit sein. Das Gift wirkt schnell.< Einer der Kerls wollte noch etwas sagen doch noch bevor er dazu kam hatte er einen der Kerne ihm Mund und fiel fast augenblicklich um. Ist das ekelig! Der verfärbt sich ja.

>Seht ihn euch gut an. Er hat nur den Kern im Mund und stirbt bereits. Sie hat zwei ganze Früchte gegessen. Wie weit kann sie also gekommen sein?!< Viel weiter als du denkst! Aber das sage ich dir nicht. Wenigstens weiß ich jetzt, warum ich plötzlich so müde gewesen bin. Wenn dieses Zeug tödlich ist, dann frage ich mich doch, warum es bei mir seine Wirkung verfehlt. Vielleicht liegt das ja daran, das ich nur zur Hälfte dämonisches Blut in meinen Adern habe. Zum Glück kann man da nur sagen.

>Er ist tot. Geht!< Nicht so freundlich! Du bringst sie noch dazu zu glauben, du würdest sie mögen. Nachdem sich seine Untergebenen endlich verdrückt hatte ließ er sich wieder auf die Kissen fallen.

>Nicht zu fassen. Zwei Früchte... normalerweise müsste sie tot in dieser Höhle liegen.< Nicht ganz, aber fast. Bin nur etwas bewegungsunfähig, aber das ändert sich langsam wieder. Gib mir noch zehn Minuten und ich bin wieder fit.

>Kein Wunder, das wir sie nicht finden konnten.< Oh nein! Lehn dich nicht zurück! Nein! Mach das nicht! Das ist total unbequem! Glaub mir, du willst jetzt nicht in diesem Bett liegen! Zu spät. Er liegt quer über dir und das da etwas nicht stimmt dürfte selbst ihm auffallen. Nicht mal eine Sekunde später verschwand die Decke über mir und ich sah in ein reiflich verdutztes Gesicht.

>Du?!< Überraschung! Hallo Fluchtweg, wo bist du?! Verdammt! Wieso klappt der Teleport nicht?! Das nächste Mal überlege ich es mir dreimal bevor ich irgendwelche seltsamen Früchte esse.

>Hi!< Kaum zu glauben, der ist so perplex, das er gar nicht merkt wie wenig ich mich bewegen kann. Prima!

>Du lebst noch?!< Na logo! So leicht bringt man mich nicht um. Zum Glück hab ich das jetzt nicht laut gesagt.

>Mehr oder weniger...< Los! Komm Mädchen! Aufsetzen, aufstehen und machen, das du wegkommst. Das kann doch nicht so schwer sein. Shit! Ich fühl mich, als hätte ich Blei in den Knochen. Seit wann sind meine Arme so schwer? So, und jetzt die Beine. Vorsichtig, ganz vorsichtig. Eins nach dem anderen und jetzt...

Nein, laß es! Aufstehen schaffst du nicht. Dafür fehlt dir das Gefühl in den Beinen. Du würdest nur elegant zu Boden segeln. Bleib lieber sitzen und verblüffe ihn damit, das du noch lebst. Puh, endlich sitze ich! Allerdings habe ich damit direkt wieder einen Haufen neuer Probleme. Erstens, ich kann mich immer noch nicht gescheit bewegen. Nie wieder Früchte, die ich nicht kenne! Das schwöre ich! Zweitens, Vor lauter Müdigkeit kippe ich hier gleich um. Drittens, ich hänge immer noch in diesem verfluchten Labyrinth fest und zu guter letzt steht keinen halben Meter von mir entfernt einer der mächtigsten Dämonen der Hölle, der schon seit Tagen auf der Suche nach mir ist und mich höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten zehn Minuten umbringt um seinen Frust abzubauen. Es ist also wirklich eine äußerst angenehme Situation, die man sich an Behaglichkeit kaum noch steigern lässt.

>Du lebst noch?!< Tja, Unkraut vergeht nicht. Allerdings kommt diese Frage bei ihm eher einer Feststellung gleich. Es wäre zwar klüger ihm jetzt zu antworten, aber irgendetwas sagt mir, das ich damit meine momentane Schwächer verrate. Vielleicht gewinne ich so noch etwas Zeit. Wer weiß? Die Möglichkeit zur Flucht besteht ja nach wie vor. Nur läßt er mir dazu natürlich nicht den geringsten Raum. Also, wenn man es realistisch betrachtet bin ich eigentlich schon so gut wie tot. Warum zögert er dann noch? Die Antwort auf diese Frage bekam ich schneller als mir lieb war. Blitzschnell hatte er meine Kehle umklammert.

>Du liegst seit vier Tagen hier in diesem Bett?!< Verdammt noch mal ja! Ich würde dir auch liebend gern all deine Fragen beantworten, aber du drückst mir gerade die Luft ab! Keuchend versuchte ich aus seinem Griff zu kommen was allerdings erst klappte, als er mich freiwillig los ließ. Ist mir schwindelig! Warum muß der nur so brutal sein?

>Ich hätte dich sofort töten sollen.< Tolle Feststellung wirklich. Weißt du eigentlich, das du uns beiden damit eine Menge Ärger erspart hättest. Wenigstens kann ich mich jetzt wieder bewegen.

>Mir ist da allerdings inzwischen eine viel bessere Idee gekommen.< Irgendetwas an dieser Betonung gefällt mir ganz und gar nicht. Zweifelnd musterte ich seinen merkwürdigen Gesichtsausdruck. Was hat er bloß vor?

>Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst.< Er unterdrückte ein leichtes Lachen und funkelte mich wissend an. Oh shit! Er meint doch nicht etwas DAS?!

>Wirklich nicht? Dann werde ich es dir zeigen.< Im nächsten Augenblick fand ich mich gefesselt auf dem Bett wieder wobei er sich breit lächelnd über mich beugte. In diesem Moment nicht zu wissen, was er vorhatte wäre mehr als nur naiv gewesen. Folglich versuchte ich mein Möglichstes um dem zu entgehen. Außerdem würde er dadurch herausfinden, das ich unmöglich die Geliebte meines Vaters sein konnte. Irgendwie muß ich es doch schaffen ihn davon abzuhalten.

>Dafür wird er dich töten.< Das ist zwar nur ein schwacher Versuch, aber etwas anderes ist mir auf die Schnelle einfach nicht eingefallen. Ihm entlockte das nur ein weiteres Lächeln. Er ließ sich davon in keinster Weise beeindrucken.

>Weißt du mich interessiert schon seit einiger Zeit, was er an dir findet. Immerhin ist es schon Ewigkeiten her, das er eine Geliebte hatte und du bist auch nicht gerade sein Typ.< Das tut weh, aber ich kann ihm auch schlecht die Wahrheit sagen. Immerhin hält die Tarnung, aber wie sieht das nach der nächsten halben Stunde aus? Meine Chancen ihm jetzt noch zu entwischen sind so verschwindend gering, das es sich kaum noch lohnt darüber nachzudenken. Ich habe verloren und er ist der Sieger. Somit kann er sich seine Trophäe aussuchen. Verdammt! Ich will nicht! Wütend begann ich an meinen Fesseln zu zerren, jedoch ohne Erfolg.

>Wehren ist zwecklos! Sie werden immer fester je mehr du dich dagegen sträubst.< Kann er dieses triumphierende Grinsen nicht abschalten? Scheiße, er hat recht. Die Dinger werden immer fester. Toll, und wie komm ich hier jetzt weg? Ich gab es schließlich auf und suchte nach einer anderen Methode dem unvermeidlichen zu entgehen. Er sah mich zufrieden an.

>Du bist klüger als ich dachte.< Du kannst dir diese Kommentare meinetwegen sonst wo hinstecken. Ich werde auf keinen Fall mitspielen, egal was du vorhast! Ihm schien meine ausweglose Situation sehr gut zu gefallen. Immer noch lächelnd begann er damit sein Hemd aufzuknöpfen.

>Das wirst du bereuen!< Triumphierend sah er auf mich herunter. Hallo Panik! Da bist du ja wieder. Ich hatte dich schon vermisst.

>Und wenn schon. Du dürftest ohnehin nicht mehr am Leben sein. Ich bin sehr neugierig zu erfahren wer du wirklich bist.< Und das kann man nicht anders in Erfahrung bringen?! Das muß so sein?! Verdammt! Wenn ich mich nicht beeile fällt der über mich her! Ein letztes Mal versuchte ich mich von den Fesseln zu befreien, aber sie schnitten sich nur weiter in meine Handgelenke. Soviel also dazu. Er ließ sich neben mich sinken und zwang mich den Blick zu wenden, bevor er mir einen Kuß aufzwang. Keuchend schnappte ich nach Luft als er mich wieder losließ. Ein letztes Mal versucht ich aus meinen Fesseln zu kommen, aber sie gruben sich nur noch tiefer in mein Fleisch.

>Versuch gar nicht erst dich zu wehren.< Wovon träumst du noch?! Ich komme zwar nicht aus diesen Fesseln, aber entwischen kann ich dir immer noch. Komisch, das mir so etwas nie früher einfällt. Das hätte ich doch schon viel eher machen sollen. Noch bevor er mich erneut berühren konnte teleportierte ich mich weg.

Die Landung war natürlich wieder mal alles andere als angenehm. Auf was bin ich den jetzt schon wieder gefallen?! Super haufenweise Waffen! Da kann man ja auch nicht weich landen.

Fluchend stand ich wieder auf und rieb mir über mein schmerzendes Hinterteil. Puh, das ist verdammt knapp gewesen. Wenigstens habe ich ihn abgehängt. Bevor der mich wiederfindet können Tage vergehen. Das sollte reichen um hier rauszukommen. Reiflich wackelig auf den Beinen, da mir immer noch jeder Schritt weh tat, sucht ich nach der erst besten Möglichkeit um den Raum in den ich mich teleportiert hatte wieder zu verlassen. Dafür muß ich allerdings erst mal von diesem Waffen runter und das am Besten ohne mich dabei noch großartig weiter zu verletzten. Letzteres scheiterte allerdings schon alleine daran, das ich keine Schuhe trug. Toll! Einfach großartig! Warum muß so etwas auch ausgerechnet mir passieren?! Shit! Gefesselt bin ich ja auch noch immer! Wenigstens dem kann man leicht Abhilfe schaffen. Bei den vielen Waffen fällt die Auswahl mit was ich mich nun von meinen Fesseln befreien soll schon fast schwer.

Ah! Endlich kann ich meine Arme wieder bewegen! Wie zum Henker sehen denn meine Handgelenke aus?! Das gibt es nicht! So stark kann er mich doch unmöglich gefesselt haben...

>Ich habe dir doch gesagt, das du nicht wehren sollst.< Das kann er unmöglich so schnell geschafft haben! Woher sollte der denn wissen wo ich mich teleportieren würde? Wie hat er das gemacht?

>Bist du etwa überrascht?< Weißt du eigentlich, das mir dein Ego ganz gewaltig auf die Nerven geht? Langsam hob ich den Blick und entdeckte ihn auf einem anderen Berg Waffen von dem er breit lächelnd auf mich hinuntersah. Dieser Kerl regt mich auf!

>Ein zweites Mal entwischst du mir nicht.< Ach ja? Das wüsste ich aber. Allerdings verkniff ich es mir ihm das zu sagen. Ok, realistisch gesehen habe ich eigentlich so gut wie keine Chance gegen ihn, aber was stört mich das? Ich habe schließlich nie behauptet, das ich mich ergeben würde. Schließlich zählt mein großer Freund auf mich.

>Verrätst du mir auch, wie du das anstellen willst? Legst du mich in Ketten?< Statt mir zu antworten stieß er sich ab und sofort fiel mir der gesamte Waffenberg entgegen. Dieses gottverdammte Arschloch! Ich hatte keine Chance mehr zum Ausweichen und wurde unter den Waffen begraben. Puh, noch mal Glück gehabt. Scheint noch alles dran zu sein. Nur mit bewegen sieht es verdammt schlecht aus. Bei jeder noch so kleinen Bewegung bohrte sich irgendwo eine Klinge in meinen Körper. Verdammt! Damit dürfte das Spielchen vorbei sein. Argh! Hätte ich mich doch bloß nie darauf eingelassen.

Es dauerte nicht allzu lange, bis er mich gefunden hatte und unter dem Berg Waffen hervorzog. Arsch! Weißt du nicht, dass das weh tut! Super! Jetzt habe ich nicht nur eine Wunde sondern zig und die sind noch nicht mal alle gleich tief! Erstaunlicherweise ließ er mich direkt wieder fallen und sah mich abwartend an. Wütend funkelte ich ihn an. Was soll das denn jetzt werden? Du erwartet doch wohl nicht, das ich noch mal versuche abzuhauen nur damit du mich jagen kannst. Nein danke! Mir reichts. Ich hab keine Lust mehr auf diese Spielchen. Amüsier dich alleine. Als ich mich nach zwei Minuten immer noch nicht bewegte breitete sich ein Lächeln über sein Gesicht aus.

>Sieht ganz so aus, als wolltest du wirklich gegen mich kämpfen.< Wahnsinns Erkenntnis! Wie bist du bloß so schnell darauf gekommen? Grenzt ja schon fast an ein Wunder. Ne richtige Meisterleistung.

>Warum gibt’s du dich nicht endlich geschlagen? Es wäre doch schade dich noch weiter zu verletzten. Ich gewinne sowieso und dann hole ich mir, was ich will.< Hach, was sind wir selbstsicher. Als wenn du mir eine andere Wahl lassen würdest. Um hier rauszukommen muß ich dich doch besiegen. Leider hat er mit dem Anderen verdammt recht. Die Chance ist eins zu hundert oder noch weniger, aber versuchen kann man es ja mal. Außerdem habe ich nicht den geringsten Nerv dazu als Betthäschen von diesem Typen zu enden.

>Ach ja? Das wäre erst noch zu beweisen.< Huch! Ich überrasche mich ja selber. Das klingt so, als wäre ich mir ziemlich sicher ihn kleinzukriegen. Uups, der wirkt irgendwie sauer. Hätte ich vielleicht lieber nichts sagen sollen? Zu spät. Entschlossen hob ich die erstbeste Waffe vom Boden auf und er ließ als Antwort alle restlichen Waffen per Willenskraft auf mich zu sausen. Innerhalb von Sekunden war ich wieder waffenlos und so aus der Puste, das ich am liebsten auf dem Boden liegen geblieben wäre. Mein Körper schmerzte überall und ich konnte eigentlich nur heilfroh sein, das ich immer noch am Leben war. Allerdings auch nur, weil er seinen Angriff wieder eingestellt hatte. Schließlich will er ja noch was von mir. Das ist so verdammt unfair! Wie soll man da eine Chance haben, wenn man ständig tausenden von Waffen ausweichen muß? Triumphierend stand er vor mir und ließ ein Schwert zwischen seinen Händen entstehen. Scheiße!

Er holte zu einem Schlag aus, dem ich nur knapp entkam in dem ich zur Seite hechtete. Aus Reflex griff ich automatisch nach einer Waffe und spürte nur, das ich den Griff eines Schwertes in der Hand hielt, bevor ich mich schon wieder verteidigen musste. Noch bevor er mich nochmals angreifen konnte war ich wieder auf den Beinen und war bereit ihn abzuwehren. So leicht würde der mich nicht besiegen! Wozu hat mich Shion denn jahrelang trainiert? Damit ich hier jetzt klein beigebe? Niemals! Der wird sich noch wundern.

Ich griff ihn an und schaffte es tatsächlich ihn zurück zu drängen. Wenigstens das klappt. Kaum hatte ich genügend Freiraum gewonnen teleportierte ich mich erneut weg und landete zu meinem größten Erstaunen genau vor den Füßen meiner Bestie. Geschafft! Endlich bin ich aus diesem Labyrinth raus! Völlig erschöpft ließ ich das Schwert los und sank in die Knie. Im selben Augenblick hatte ich das Gefühl mein Körper würde verbrennen. Irgendetwas drang dort hinein und verband sich mit ihm. Allerdings verlor ich das Bewusstsein ohne zu erkennen um was es sich dabei handelte.

Der Ruf meines Namens brachte mich wieder zu mir. Völlig überrascht sah ich das besorgte Gesicht meines Vaters. Was ist passiert? Seit wann bin ich wieder zurück und wie hat er mich gefunden? Doch anstatt eine Antwort auf meine Fragen zu bekommen musste ich ihm Rede und Antwort stehen, was ich in den letzten Tagen so getrieben hatte. Etwas, was mir gar nicht behagte. Vor allem da ich an einer Stelle meines linken Oberschenkels immer noch dieses merkwürdige Brennen verspürte. Ich zog die Decke zurück und entdeckt auf ihm ein filigranes Symbol, das ich vorher noch nie gesehen hatte. Mein Vater erklärte mir, das es von dem Schwert stammte mit dem ich gegen Astaroth gekämpft hatte. Es war mit meinem Blut in Berührung gekommen und somit zu einem Teil von mir geworden. Von nur an bräuchte ich nie wieder eine Waffe zu tragen, da es von selbst erscheinen würde, sobald ich es bräuchte.

Doch das war noch längst nicht alles. Eigentlich konnte diese Waffe nur von meinem Vater oder jemanden, der sein Blut in den Adern trug geführt werden. Somit hatte ich mich also selbst verraten.

Astaroth war natürlich auch nicht auf den Kopf gefallen und hatte sofort Verdacht geschöpft, als ich ihn mit dieser Waffe angriff. Tja, und ich hatte mich noch gewundert, das es plötzlich so einfach war gegen ihn anzukommen. Der Knabe ist nur überrascht gewesen und hat sich deshalb nicht gewehrt. Er wird sicherlich bald alles herausfinden und so schwer es ihm auch fiel mein Vater bat mich ihn so schnell wie möglich zu verlassen. Was im Klartext hieß, das ich der Hölle für immer den Rücken zu kehren musste, wenn ich nicht wollte, das jemand mein Geheimnis entdeckte. Ich würde meinen Vater nie wieder besuchen können. Schweren Herzens willigte ich schließlich ein, nachdem er mir versprochen hatte mich so oft wie möglich in Assia aufzusuchen und zu meiner größten Verwunderung war nun auch die Bestie frei. Warum Astaroth das allerdings getan hatte konnte mir selbst mein Vater nicht erklären.

Der Weg zurück in die Welt der Menschen erschien mir unendlich. Wahrscheinlich lag es aber auch nur daran das ich wußte, das ich niemals mehr zurück kehren konnte ohne mich zu verraten. Nach einiger Zeit hatte ich das unbestimmte Gefühl verfolgt zu werden und tatsächlich folgte mir in einem stetig gleichbleibenden Abstand die Bestie, die ich befreit hatte. Irgendwann blieb ich einfach stehen und winkte ihn heran. Es war mir klargeworden, das er mir folgen wollte. Ich erklärte ihm, das wenn er das tun wollte er seine Gestalt ändern müsste, da mein Ziel die Welt der Menschen sei und er dort ansonsten viel zu sehr auffallen würde. Er hatte mich verstanden und veränderte seine Form zu der eines Wolfes. Ich war ziemlich überrascht. Ich hätte nie damit gerechnet, das er das konnte. Kurz bevor wir die Grenze zwischen den Welten erreichten versperrte uns auf einmal Astaroth den Weg. Verdammt! Ich war doch schon fast weg.

>Was willst du?< Ich war bereit mich notfalls gegen ihn zur Wehr zu setzen und auch mein Begleiter begann bedrohlich zu knurren. Wir bekamen ein geheimnisvolles Lächeln als Antwort.

>Sein Name ist Cerberus.< Sein Blick auf dem Wolf der neben mir stand.

>Was?!< Ich war völlig überrumpelt. Noch bevor ich weiterfragen konnte war er auch schon wieder verschwunden. Ist er wirklich nur gekommen um mir das zu sagen? Merkwürdig... fragend sah ich meinen Begleiter an, der genauso irritiert wirkte wie ich. Wenigstens kannte ich jetzt den Namen meines Begleiters.

Es war Nacht als wir endlich das Dorf erreichten und ich versuchte mir immer noch eine plausible Erklärung einfallen zu lassen, warum ich mit einem Wolf als Haustier zurück kehrte. Allerdings konnte ich es auch kaum noch erwarten meine Familie endlich wiederzusehen und stürmte schließlich ohne mir noch weiter Gedanken darüber zu machen auf unser Haus zu. Es war hell erleuchtet und ich blieb vorsichtshalber erst mal stehen. Was hat das zu bedeuten? Sie können doch unmöglich wissen, das ich heute zurück komme. Leise schlich ich mich hinein und fand meine Familie schließlich komplett versammelt im größten Raum des Hauses. Sie sahen mich an, als wäre ich ein Geist und auch ich war entsetzt. Shion und Saeko waren um Jahre gealtert. Ihre Gesichter waren leicht eingefallen und ihre Haare wiesen die ersten silbernen Strähnen auf. Meine Geschwister wirkten auf mich plötzlich so erwachsen und hier und da entdeckte ich einige Gesichter, die mir überhaupt nicht mehr in Erinnerung waren. Bin ich so lange weggewesen ohne es selber zu bemerken? Noch bevor irgendjemand etwas sagen konnte traten zwei Gestalten aus dem Schatten. Eine von ihnen war meine Mutter und die andere war mir unbekannt bis sie kurz noch einmal im Halbdunkel verschwand. Diese Silhouette...

Aber das kann unmöglich sein! Ich stand wie erstarrteim Türrahmen und schaffte es einfach nicht meinen Blick von dem Begleiter meiner Mutter zu lösen. Er kam langsam mit ausgebreiteten Armen auf mich zu.

>Endlich sehen wir uns wieder.< In diesem Augenblick gaben meine Knie unter mir nach und ich verlor das Bewusstsein.

 

 

01-05-10

 

 

Next: Part 10 – Shadows of joy, shadows of death


 



Juchuh! Endlich fertig! Dieses Mal habe ich aber auch verdammt lange gebraucht. Was meint ihr? Hättet ihr damit gerechnet, das ich mich endlich mal dazu aufraffe Shaos Vergangenheit zu lüften? Aber wenn ihr glaubt, das ich euch alles über sie verraten habe, dann irrt ihr euch gewaltig, das hier war nur die Spitze eines Eisbergs. Der Rest folgt noch ^-^

Keine Sorge Part 10 ist bereits in Arbeit. Bin fleißig dabei. ^-^

Da dieser Teil aber in etwa denselben Umfang haben wird wie dieser hier (sorry, kürzer geht es nicht! Eher wird es noch länger....) werde ich noch etwas brauchen bis er fertig ist. Vielleicht schaff ich es aber noch vor den Sommerferien, wer weiß...

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UPDATE Fanfiction
 
Moon Shadows
Chapter 14
___________________

Secrets
wird fortgesetzt
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Love of an angel
abgeschlossen
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