Part 11

01-10-20

 

Love of an angel

         Part 11

 

What means love to you?

 

Remiriel war alles andere als begeistert als er wiederkam und erfuhr was wir getan hatten. Er kochte regelrecht vor Wut, was selbstverständlich dafür sorgte, das auch meines in Wallung geriet. Es dauert fast zwei Stunden bis wir uns wieder so weit beruhigt hatten das sich uns auch Andere wieder nähern konnten ohne dabei direkt in Lebensgefahr zu geraten. Immer noch wütend auf alles und jeden kümmerte ich mich nicht mehr darum das Remiriel schon bald versuchte sich bei mir zu entschuldigen sondern zog mich in den Wald zurück. Dort habe ich wenigstens meine Ruhe. Laut vor mich hinfluchend stapfte ich durch das Uferwasser des Sees. Natürlich waren meine Klamotten schon bald darauf klitschnaß. Was denkt der sich dabei mich so anzufahren?! Ich habe es doch nur gut gemeint! Was hätten wir denn bitte schön anderes tun können?! Sollten wir etwa einfach so daneben stehen während dieses Heer in aller Seelenruhe in unser Dorf einfällt? Als wenn ihm etwas besseres eingefallen wäre!

Ich hatte kaum gemerkt wie ich mich immer weiter vom Ufer entfernt und ins Unterholz geraten war. Toll, jetzt fange ich auch noch an mich wegen diesem dämlichen Streit zu verlaufen! Da mein Zorn immer noch nicht ganz verraucht war zog ich es vor erst einmal im Wald zu bleiben. Frustriert ließ ich mich auf einem umgestürzten Baum fallen. Mir war natürlich klar, das sich alle Sorgen um mich machen würden. Sollen sie doch! Mir kann es egal sein!

>Was ist dir egal?< Erschrocken fuhr ich herum und sah in das ernste Gesicht meines Vaters. Ich habe ihn nicht einmal gehört. Keine Ahnung wie lange er mich schon verfolgt hat.

>Ach nichts!< Er runzelte leicht die Stirn, aber gab sich vorerst mit dieser Antwort zu frieden. Ohne sich weiter um meinen gereizten Tonfall zu kümmern ließ er sich neben mich sinken.

>Es war gar nicht so einfach dich zu finden.< Es sieht nicht so aus als würde er so bald wieder gehen.

>Was ist passiert?< Seine Stimme klingt so gelassen und trotzdem wenn man genau hinhört bemerkt man den befehlenden Unterton. Ich weiß schon jetzt, das ich ihm antworten muß egal, ob ich will oder nicht. Das kenne ich inzwischen zu genüge. Also erzählte ich ihm direkt die ganze Geschichte anstatt nur das Nötigste und zum ersten Mal bemerkte ich bei ihm einen so nachdenklichen Gesichtsausdruck das es mir schon fast Angst einjagt. Noch viel mehr beunruhigt mich allerdings sein auffälliges, langes Schweigen. Erst nach einer halben Ewigkeit (so schien es wenigstens mir) kam wieder Bewegung in ihn. Langsam erhob er sich und bedeutete mir ihm zu folgen. Noch während ich dies tat und mich fragte was er eigentlich vor hatte legte er schon einen Bannkreis über uns. Anscheinend hat er mir etwas verdammt Wichtiges zu sagen. Sonst hätte er garantiert auf den Bannkreis verzichtet. Seufzend sah er mich an. Was? Was habe ich denn getan? Kann mir das vielleicht endlich mal einer sagen?

>Ihr wart verdammt unvorsichtig. Ich hoffe das weißt du.< Selbst wenn ich es nicht wüßte. Remiriel hat mir das Ganze in den letzten Tagen so oft unter die Nase gerieben das es schon an ein mittleres Wunder grenzen würde jetzt noch den Kopf schütteln zu können.

>Ah, wie ich sehe ist dir das Thema geläufig.< Er ist gut. Wie würde er sich denn fühlen, wenn er tagelang nichts anderes mehr zu hören bekommt? Das Thema geht mir gewaltig auf die Nerven. Vor allem da wir mit unserer Taktik doch genau das erreicht hatten, was wir wollten. Das Heer von de Avido war abgezogen und in diesem Leben würde sich garantiert keiner von diesen Soldaten mehr in unser Dorf verirren dafür habe ich gesorgt. Bei diesem Gedanken musste ich unwillkürlich lächeln. Ich habe ihnen so viel Angst eingejagt, das sie wohl eher sterben werden als noch einmal einen Fuß in diese Gegend zu setzen. Erfolg auf der ganzen Linie!

>Du weißt es anscheinend immer noch nicht!< Sein scharfer Ton ließ mich zusammen zucken. Was hat er nur?

>Hör mir jetzt bitte gut zu und versprich so etwas Dummes nie wieder zu tun.< Perplex sah ich ihn an. Dumm?! Unser Plan ist doch ein voller Erfolg gewesen. Was soll daran bitte dumm sein?!

>Ich kann mir denken das ihr sehr lange überlegt habt bevor ihr zu diesem drastischen Mittel gegriffen habt, aber keiner von euch hat auch nur im Geringsten an die möglichen Konsequenzen gedacht.< Moment mal! Es gab in diesem Fall nur eine Konsequenz, das Heer zieht ab und das war ja auch alles was wir wollten.

>Es ging euch nur darum euer Dorf zu beschützen, das in Gefahr war und das ist dir ja anscheinend auch sehr gut gelungen.< Täusche ich mich oder ist das gerade ein verstecktes Lob gewesen?

>Aber...< Oh ha, jetzt kommts. Erst Pause kurze und dann der Hammer.

>... jetzt wissen diese Soldaten welches Geheimnis euer Dorf birgt. Ein Geheimnis, das niemals ein Mensch außerhalb eurer Gemeinschaft hätte erfahren dürfen. Das ist es an das ihr nicht gedacht habt.< Wie? Mehr nicht? Selbst wenn sie es wissen. Sie sind nur Menschen und werden dagegen nur schwerlich etwas ausrichten können. Das hatte ich ihnen mehr als nur deutlich klar gemacht. Aber mein Vater war noch nicht fertig mit dem was er mir sagen wollte.

>Du hast dadurch Dayne de Avido einen Teil von dir gezeigt, der für Menschen immer hätte verborgen bleiben sollen. Nicht nur das. Deine Aura war so stark das selbst ich sie gespürt habe obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in Assia weilte und ich werde garantiert nicht der Einzige sein, der hierher kommt um nach der Quelle zu suchen. Nur das ich von Anfang an wusste von wem diese unbeschreibliche Kraft ausging. Von jetzt an musst du verdammt vorsichtig sein wenn du deine Kräfte einsetzt, denn ich bin mir ganz sicher das sich demnächst auch einige Engel im Dorf einfinden werden um ebenfalls danach zu suchen.< Bisher hörte ich seinem Vortrag eher gelassen zu, aber jetzt wurde ich blaß. Nicht das ich die Engel fürchtete oder verabscheute, aber ein bisschen gesunde Vorsicht hat noch nie geschadet. Aus meiner Ausbildungszeit weiß ich nur zu genau was mit Dämonen passiert wenn es Engeln gelingt einen zu stellen.

>Um die Dämonen brauchst du dir keine allzu großen Sorgen zu machen. Ihnen ist wahrscheinlich egal woher diese Kraft stammt. Hauptsache sie gehört keinem Engel.< Es gelang mir nur mühsam ein Lachen zu unterdrücken als er das sagte. Das grenzt schon fast an Ironie.Wenn es um Macht geht, die man sich aneignen kann gibt es für Dämonen kein Halten mehr.

>Nur für Engel ist ein allein in Assia herumstreunender Dämon eine viel zu leichte Beute als das sie sich das entgehen lassen würden.< Sie vermuten in mir also einen Dämon. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter. Das wird nicht leicht werden.

>Egal was passiert. Du darfst ihnen auf keinen Fall zeigen was du bist. Weder Engel noch Dämonen dürfen das jemals erfahren. Hast du verstanden?!< Als wenn ich das nicht selbst am Besten wüsste. Warum lebe ich denn schon seit Jahren versteckt in Assia? Noch bevor ich ihm antworten konnte hatten sich sowohl der Bannkreis als auch er selbst aufgelöst.

Nachdenklich ließ ich mich in das weiche Gras fallen das von der Mittagssonne immer noch ganz warm war. Er hat recht. An vieles von dem was er gesagt hat habe ich bis jetzt kaum einen Gedanken verschwendet. Das mein kleiner Auftritt so weit spürbar gewesen ist hat mich wirklich überrascht. Sicher, es ist bestimmt nicht das Normalste was Assia passiert aber auch nicht das Ungwöhnlichste. (Da gibt es schon anderes.)

Trotzdem, wenn das wirklich Engel anlocken sollte, dann wird uns sicherlich auch für dieses Problem noch früh genug eine Lösung einfallen. So schwierig wird das ja nicht sein. Da ich (trotz Einsicht) immer noch sauer auf Remiriel war (er hätte mich ja wenigstens suchen können) blieb ich noch eine Weile im Wald und suchte in seinem Schatten all die Plätze auf, die ich schon als Kind über alles geliebt hatte.

Im tiefsten Dickicht dieses Waldes hat sich schon seit Jahrzehnten nichts verändert und das wird es wohl auch nie. Nur wer sich hier in dem Halbdunkel des Waldes auskennt findet den Weg der wieder zurück führt. Neben mir sind das eigentlich nur noch die Tiere, die hier einen absolut sicheren Zufluchtsort haben. Denn hier nutzen einem weder Engels- noch Dämonenkräfte etwas. Man muß schon den halben Wald vernichten um ohne den Weg erkennen zu können der aus dem Unterholz heraus führt. Irgendwie erinnert mich das Ganze ein klein wenig an das Labyrinth von Astaroth und daran wie ich ihm nur mit knapper Not entkommen bin. Allein der Gedanke das ich dort fast die Ewigkeit hätte verbringen müssen jagte mir kalte Schauer über den Rücken. Zum Glück werde ich diesen Ort nie wieder betreten müssen.

Wenigstens kann ich mich hier sicher fühlen. Der Wald ist fast schon wie ein Teil von mir und er wird mich immer beschützen. Auch wenn das für viele vielleicht lächerlich klingen mag, aber die Natur Assias besitzt seit jeher ein Eigenleben. Die meisten Menschen spüren das zwar nicht unbedingt, aber für Engel und Dämonen ist es kaum zu übersehen. Sie fühlen es wenn sie an einen Ort in Assia kommen der ihnen feindlich oder freundlich gesinnt ist. Und dieser Wald hat nun einmal beschlossen mich zu beschützen. In ihm kann man tagelang nach mir suchen und wird mich doch nie finden. Es sei denn ich will gefunden werden. Der Wald schirmt mich von der Außenwelt ab und zeigt mir bei jedes Mal ein neues Geheimnis das sich unter seinen Baumkronen verbirgt. Gerade deshalb liebe ich diesen Ort mehr als jeden anderen in Assia und mein Sohn hat diese Liebe anscheinend von mir geerbt. Das war schon deutlich zu sehen als ich zum Ersten mal mitgenommen habe um ihm zu zeigen warum ich so gerne hierher komme. Er ist kaum noch bereit gewesen den Wald zu verlassen. Seitdem kommt er in jeder freien Minute die er erübrigen kann hierher. Auch wenn er sich noch nicht so weit in das Unterholz vorwagt wie ich es tue ist deutlich zu sehen das es nicht mehr lange dauern wird bis er mir überall in den Wald folgen kann. Dann wird er den Weg zum See, dessen Ufer sich im im tiefsten Dickicht des Waldes verbergen auch alleine finden. Bisher habe ich ihn immer dorthin mitgenommen um ihn den Umgang mit seinen Kräften zu lehren und auch um ihm das Schwimmen beizubringen. Beides lernte er erstaunlich schnell und schon nach wenigen Wochen konnten wir uns regelrechte Wasserschlachten liefern. Bei diesem Gedanken überkam mich der unwiderstehliche Drang dort endlich wieder in Ruhe allein ein paar Bahnen zu schwimmen. Es ist schon so lange her das ich das getan habe.

Kaum berührten meine Füße den weichen Ufersand ließ ich meine Kleidung wie gewohnt in einem hohlen Baumstamm zurück und glitt in das kühle Naß. Es ist so herrlich erfrischend, das sich nach und nach all meine Probleme in der Klarheit des Wassers verloren. Was soll schließlich auch groß passieren? Ein paar Engel werden eventuell auftauchen, aber das ist nichts mit dem man notfalls nicht fertig wird. Wie zur Bestätigung tauchte ich nach dieser excellenten Problemlösung noch einmal unter bevor ich mich langsam von den sanften Strömung zurück ans Ufer treiben ließ.

Natürlich habe ich dabei wieder mal nicht dran gedacht wie lang meine Haare inzwischen sind und musste somit noch einmal zurück ins tiefere Wasser um den Ufersand aus ihnen heraus zu waschen. Verdammter Mist auch! Zum Glück dauert das inzwischen nicht mehr ganz so lange, da ich mich mit dieser Länge mehr oder weniger abgefunden habe. Sie reichen mir jetzt fast bis an die Knie und wenn sie naß sind sogar noch ein Stückchen weiter, da sie sich dann nicht mehr ganz so stark wellen. Mein Sohn ist absolut hingerießen davon das ich unsere Abmachung so ernst nehme und auch Remiriel scheint es mehr als nur zu gefallen. Warum ist mir dann immer noch so unwohl dabei? Etwas stört mich daran, aber was?

Nachdem endlich auch der letzte Rest Sand aus meinen Haaren verschwunden war holte ich tief Luft und tauchte zurück in Richtung Ufer. Ich weiß genau an welcher Stelle ich wieder an die Oberfläche kommen muß um meine Haare nicht noch einmal waschen zu müssen. Langsam ließ ich mich in Richtung Grund sinken und stieß mich dann so kräftig ab das ich mit einem Mal fast völlig aus dem Wasser befördert wurde bevor ich wieder zurück sank und das Wasser sich erneut um meine Hüfte kräuselte. Meine Haare klebten jetzt wie ein Umhang an meinem Körper. Nur dort wo sie wieder das Wasser berührten wurden sie zu seidigen Bahnen die sich ähnlich wie Wasserpflanzen mit jeder noch so kleinen Bewegung hin und her bewegten. Es wird ewig dauern bis sie wieder halbwegs trocken sind und langsam sollte ich wohl nach Hause zurück kehren sie werden sich inzwischen bestimmt schon Sorgen machen. Immerhin habe ich lang genug geschmollt. Kopfschüttelnd ging ich einen Schritt auf das Ufer zu. Langsam sollte man meinen das ich erwachsen werde, aber anscheind dauert das wohl noch eine Weile.

>Ihr?!< Ich blieb wie versteinert stehen. Wer war das? Und vor allem wo ist er? Am Ufer konnte ich nichts Auffälliges entdecken.

>Das könnt unmöglich ihr sein!< Jetzt sah ich ihn. Ein Reiter der noch halb von dem Schatten der Bäume verborgen wird und sich unaufhörlich in meine Richtung bewegt. Langsam wurde mir bewusst das ich immer noch vollkommen unbekleidet bis knapp zur Hüfte im Wasser stand und er mir den Weg zu meinen Klamotten versperrt. Ich frage mich ernsthaft wie ich es jetzt noch schaffen soll mich unaufällig aus der Affäre zu ziehen. Einfach wird das nicht werden. Soviel steht fest.

>Sollte ich euch kennen?< Es gelingt mir einfach nicht mich der Situation entsprechend zu verhalten. Kreischen und schamrot zurück ins Wasser sinken passt einfach nicht zu mir. Wie hat er es nur geschafft mit einem Pferd so tief in den Wald zu gelangen? Anscheinend fasziniert ihn mein Anblick zu tiefst denn er musterte mich mehr als nur gründlich. Natürlich tat ich dasselbe mit ihm. Ein Adliger, der eindeutig nicht aus dieser Gegend stammt. Keines der Zeichen auf seiner Kleidung kommt mir auch nur annähernd bekannt vor, aber ich habe mich auch nie wirklich mit solchen Dingen befasst. Vielleicht hätte ich damals doch besser aufpassen sollen. Allerdings weiß ich eines mit Sicherheit. Nur Mitglieder der einflußreichtsten Familien tragen Schwerter mit silbernen Griffen auf denen unzählige Diamanten funkeln. Sein Alter ist schwer schätzbar da ich ihn immer noch nicht richtig sehen kann. Ich denke um die Dreißig vielleicht auch etwas älter könnte hinkommen. Schwungvoll saß er ab und kam auf mich zu. Sein ganzes Gesicht strahlt so als hätte er endlich etwas gefunden nach dem er schon sehr lange gesucht hat. Doch nicht etwas mich?! Zur Vorsicht wich ich erst mal einen Schritt zurück. Immerhin habe ich nicht die geringste Ahnung wer dieser Kerl ist.

>Wenn das wirklich ihr seit, dann sind wir uns schon einmal begegnet.< Spätestens jetzt wäre jede andere Frau zumindest rot angelaufen oder hätte bei einer solch offensichtlichen Ehrenbekundung eines Adligen den Blick gesenkt doch mir ist weder nach dem Einem noch nach dem Anderen zu mute. Viel mehr interessiert mich wovon der redet. Ich kann mich nicht entsinnen ihn zu kennen. Inzwischen stand er schon bis an die Kniekehlen im Wasser und so wie es aussieht hat er allen ernstes vor mich zurück ans Ufer zu tragen. Aber nicht mit mir!

>Und wann soll das gewesen sein?< Mein Unmut war nicht mehr zu überhören, aber er ließ sich davon nicht beeindrucken. Anscheinend glaubt er schon genügend Erfahrungen mit widerspenstigen Frauen zu haben. Der Typ kennt mich nicht.

>In meiner Jugend. Ich war kaum vierzehn Jahre alt und jagte zum ersten Mal in diesen Wäldern.< Dazu fiel mir erst einmal nichts mehr ein. Seine Jugend ist ja auch schon gut und gerne zehn, fünfzehn Jahre vorbei. Je nachdem was man bei einem Adligen als Jugend ansieht. (Und bei mir ist das nicht gerade viel.)

>Hat man euch da nicht beigebracht, das es äußerst unhöflich ist eine Dame heimlich beim Baden zu beobachten?< Völlig verdattert sah er erst mich und dann seine Beine an. Sein Gesicht verfärbte sich augenblicklich Rot. Er hat den Wink also verstanden. Lächelnd ging ich an ihm vorbei zurück ans Ufer und wrang als allererstes meine Haare aus bevor ich meine bunt zusammengeknautschte Kleidung aus dem Baumstamm holte. Zum Glück nahm sie mir diese Behandlungsmethode nie übel.

Er sah mich fassunglos an als ich mir die Stoffbahnen nach und nach wieder um den Körper schlang und sie mit einem breiten Gürtel zusammenfasste. Im Prinzip ist das Ganze unnötig, da alles sofort durchnässt ist und sich dadurch jede Kontur meines Körpers nur noch deutlicher unter dem Stoff abzeichnet. Es gibt auch nur einen Grund warum ich mich überhaupt angezogen habe. Schon die ganze Zeit über habe ich das dumpfe Gefühl das er nicht allein unterwegs ist und das Schnauben eines weiteren Pferdes bestätigte diese Vermutung. Schon kurz darauf konnte man die Stimme zweier Reiter vernehmen die sich nun ebenfalls dem Seeufer näherten. Meinen Begeisterung kennt überhaupt keine Grenzen mehr. Was machten die hier?!

Langsam kam er zurück ans Ufer und gab den anderen Reitern ein Zeichen. Super! Nachdem nun auch diese Beiden am Ufer standen ging erst mal eine riesen Diskussion los deren Ende darin bestand, das sie alle Drei feststellten sich vollkommen verirrt zu haben. Was für eine Erkenntnis! Da ich es nicht einsehe ihnen jetzt auch noch meine Hilfe anzubieten (immerhin könnten sie ja auch mal von selbst drauf kommen und mich nach dem Weg fragen) nutze ich doch mal die erst beste Gelegenheit um im Unterholz zu verschwinden. Wie zum Henker haben die es bloß geschafft bis zum See zu kommen? Auf normalen Weg ist das Ufer doch gar nicht erreichtbar. Merkwürdig...

Na ja, wenigstens weiß ich jetzt das die Drei aus irgendwelchen dubiousen Gründen in unser Dorf wollen. Immerhin haben sie laut genug darüber geredet. Es wird also allerhöchste Zeit endlich nach Hause zu gehen. Gerade setzte ich dazu an ein Tor zu öffnen, das genau dafür sorgen sollte als es hinter mir im Unterholz knackte. Scheiße!

>Ach hier seid ihr!< Dieser Typ nervt! Statt auf meinen äußerst begeisterteten Gesichtsausdruck zu achten stieß er einen Pfiff aus woraufhin auch seine Begleiter wieder aufkreuzten. Na ganz toll! Die erwarten doch jetzt hoffentlich nicht das ich sie ins Dorf führe oder?

>Hier, das habt ihr vorhin vergessen.< Lächelnd drückte er mir ein Paar Sandalen in die Hand, das ich nur zu gut kenne. Verwundert sah ich sie an. Mir ist gar nicht aufgefallen das ich sie nicht trage.

>Danke.< Zu mehr war ich einfach nicht fähig, denn in diesem Augenblick hatte ich zum ersten Mal die Aura seiner Begleiter wahrgenommen. Es sind Engel auch wenn sie sich sehr große Mühe geben das zu verbergen. Beide tragen fast dieselbe Kleidung wie der Adlige der vor mir stand. Unmöglich zu sagen wie alt sie wirklich sind. Der Eine von ihnen wirkt wie sechzehn und der Andere wie Mitte zwanzig. Allerdings kann man gut und gerne noch ein Null hinzufügen, da Engel ab einem bestimmten Zeitpunkt (habe nie herausgefunden wann das sein soll) nicht mehr körperlich altern. Der Ältere von den Beiden trat vor aber blieb in einem gebührenden Abstand zu mir stehen. Sieh an! Er weiß was sich gehört.

>Ihr müsst meinem Begleiter verzeihen wenn er etwas taktlos war, aber wir irren schon seit einer Woche in diesem Wald umher und haben bisher keinen Weg hinaus gefunden.< Eine Woche?! Das ist gut! Anscheinend mag sie der Wald nicht besonders.

>Wenn es nicht zu viel verlangt ist würde ich euch bitten uns den Weg ins nächste Dorf zu zeigen.< Ich zwang mich dazu keine Miene zu verziehen. Jetzt ist es wichtig das sie mir glauben, das ich nur ein Mensch bin. Anscheinend hat mich mein Vater gerade noch früh genug warnt hat.

>Habe ich denn ein andere Wahl?< Die Frage überraschte ihn. Er überlegte einen Moment bevor er leise lachte.

>Ihr seid kühn. Aber ihr habt die Wahl. Wir werden euch zu nichts zwingen.< Na,das baut mich jetzt aber auf. Ich forschte in seinem Blick nach einem Hintergedanken aber da war nichts. Er meinte das was er sagte. Seine violetten Augen lagen durchdringend auf mir. Seltsam bisher dachte ich immer das nur Dämonen diese Augenfarbe besitzen. Seufzend gab ich mich geschlagen. Ich werde wohl nicht drumherum kommen ihnen zu helfen. Die sehen hartnäckig aus und mit zwei Engeln finden die mich überall im Wald.

>Wie ihr meint. Ich führe euch.< Noch ehe ich mich versah griff der Adlige nach meiner Hand küsste sie. Was ist denn in den gefahren?!

>Ich wusste ihr würdet uns helfen.< Wütend entzog ich ihm meine Hand wieder und hätte ihm an liebsten eine Ohrfeige verpasst. Stattdessen funkelte ich ihn nur eisig an und deutet in Richtung des Sees. Ruhig Blut!

>Ihr solltet lieber eure Pferde holen. Sie würden eine Nacht allein in diesem Wald nicht überleben. Wir haben viele Wölfe hier.< Bei den letzten Worten konnte ich es nicht vermeiden das sich ein leichtes Lächeln um meine Lippen legte. Aber sie scheinen es kaum zu bemerken. Schade.

>Ihr hab sicher recht. Quirin, Raguel würdet ihr sie bitte holen.< Der junge Engel war angesichts dieser Anordnung nicht sonderlich begeistert, aber davon ließ sich der Ältere in keinster Weise beeindrucken. Der Adlige, Quirin fügte sich dagegen ohne Widerspruch in die Anweisung. Noch ehe er ging segnete mich Raguel mit einem solch giftigen Blick das ich fast zusammenzuckte. Er kann mich also nicht leiden. Auf einmal spürte ich den dicken Stoff eines Mantels auf meinen Schultern.

>Ihr müsst ihn entschuldigen er ist noch sehr jung und weiß nicht wie man mit Frauen umzugehen hat.< Das brachte mich zum Lachen. Anscheinend glaubt dieser Engel wirklich ich würde mir etwas aus dem Verhalten seines Begleiters machen.

>Ist schon gut. Wir sollten uns beeilen wenn wir noch vor der Dämmerung im Dorf ankommen wollen.< Sein Blick lag anerkennend auf mir. Was denn? Daran ist doch nun wirklich nichts ungewöhnliches.

>Gut, wenn ihr meint. Übrigens nennt man mich Ezechiel.< Soll ich mich nun geehrt fühlen oder nicht nicht? Er spricht diesen Namen aus als müsste er selbst einem Menschen etwas sagen. Das tut er zwar auch, aber ich habe nicht vor ihn das wissen zu lassen. Ezechiel ist einer der wenigen Engel (neben meiner Mutter) die die Erlaubnis besitzen die Erde zu besuchen wann immer es ihnen beliebt und ich habe den Eindruck das er dieses Mal einen ganz besonderen Grund dafür hat. Es sieht ganz so aus als wartet er darauf das ich ihm nun auch meinen Namen verrate aber dazu kam ich nicht mehr, da seine Begleiter mit den Pferden wiederkamen. Plötzlich ging alles sehr schnell. Die Drei saßen auf und ich schnappte mir die Zügel von Ezechiels Pferd, da ich einfach voraussetzte das er den Trupp anführte. Sieht jedenfalls stark danach aus. Die Sandalen hatte ich inzwischen einfach an meinen Gürtel gebunden, da ich keine Lust hatte sie jetzt noch anzuziehen. Ich hoffe nur das ich den Weg aus dem Unterholz auch so finden werde und das sie im Dorf weder Cee noch Remiriel begegnen. Das wäre fatal.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung hatten wir die Handelsstraße im Wald erreicht an deren Ende man schon die Lichter des Dorfes sehen konnte. Erleichtert ließ ich die Zügel los. Das wäre geschafft. Die Drei konnten es kaum fassen das wir nicht einmal eine Stunde gebraucht haben um aus dem Dickicht zu kommen und ich war auch ziemlich überrascht. Anscheinend ist mein Orientierungssinn doch besser als ich dachte. Bis zum Dorf wird es zu Fuß wohl noch eine Stunde dauern. Hoffentlich reiten die schon mal vor damit ich meine Abkürzung benutzen kann. Doch ich hatte nicht mit Ezechiel gerechnet. Er ritt auf einmal nah an mich heran und hob mich vor sich auf das Pferd bevor er er dieses in den Galopp zwang.

>Was soll das?! Laßt mich auf der Stelle wieder runter!< Er lachte nur und nahm keinerlei Rücksicht auf meine Flüche und Verwünschungen. Erst als wir den Marktplatz erreichten stoppte er sein Pferd und stieg ab. Stinksauer sprang ich zu Boden und verpasste ihm eine Ohrfeige. Was denkt sich dieser Kerl?! Der lacht ja immer noch.

>Wirklich, ihr seid erstaunlich.< Am liebsten hätte ich ihm noch eine verpasst, aber eine Hand hinderte mich daran.

>Wage es nie wieder ihn zu schlagen.< Wütend sah ich hinter mich und somit direkt in Raguels finsteres Gesicht. Es wäre besser für ihn mich loszulassen.

>Laß sie sofort los!< Der scharfe Tonfall überraschte sowohl Raguel als auch mich.

>Aber Ezechiel sie-<

>Hatte allen Grund dazu, also laß sie los!< Immer noch rot  vor Wut gehorchte er schließlich widerwillig. Alles klar, er kann mich nicht leiden. Ist ja nichts Neues. Das heißt von jetzt an muß ich in seiner Nähe verdammt vorsichtig sein. Mir fiel auf das der Adlige immer noch fehlte obwohl er doch eigentlich direkt hinter uns hätte sein müssen.

>Wo ist denn euer Begleiter abgeblieben?< Raguel stieß ein verächtliches Schnauben aus woraufhin ihn Ezechiel vernichtend ansah. Sofort lief er wieder rot an und senkte den Blick. Sieh an, sieh an. Kann es sein das dieser Engel verliebt ist?

>Ich wusste ihr würdet mich vermissen.< Oh ich werd dich gleich! Allerdings sorgte sein Lächeln dafür das meine aufkeimende Kampfeslust verrauchte. Er sieht aus wie jemanden der endlich das höchste Glück auf Erden gefunden hat. Seine Augen strahlten so glücklich wie die eines kleinen Kindes. Ich kann unmöglich noch böse auf ihn sein.

>Seht ihr Ezechiel es ist wie ich gesagt habe. Es gibt dieses Dorf.< Na dann werde ich nicht länger stören und mich verdrücken. Um eine Unterkunft werden die sich ja wohl noch alleine kümmern können. Weit kam ich allerdings nicht.

>Mama! MAMA!!!!!< Das reichte aus um mich leichenblaß werden zu lassen. Mein Sohn hört sich selten verzweifelt an und wenn er es doch einmal tut, dann kann man davon ausgehen das er etwas Schreckliches gesehen oder gespürt hat. Ohne auf die Umgebung zu achten stürmte er auf mich zu und vergrub seinen Kopf in meinen Armen. Er zitterte am ganzen Körper.

>Tante Cyrill ist... sie ist... komm schnell!< Noch während er das sagte fiel mir auf das jemand einen Bann über ihn gelegt hatte der verbarg was er wirklich war. Ich wünschte mein Vater hätte das auch bei mir getan. Was ist nur passiert? Cyrill muß etwas Schreckliches passiert sein. Doch was? Endlich hatte er sich etwas beruhigt und sah mich fest an.

>Bitte Mama, du musst ihr unbedingt helfen. Keiner kann das schaffen außer dir.< Er wartete nicht mehr auf eine Antwort sondern zog so fest an meiner Hand das ich ihm einfach folgen musste. Aus den Augenwinkeln konnte ich gerade noch erkennen wie ein Mann und zwei Engel uns folgten. Erst als wir das Anwesen von Darien erreicht hatten kamen wir zum Stehen. Cyrill ist seine älteste Tochter und erwartet zur Zeit ihr zweites Kind und ich habe immer noch keine Ahnung warum mein Sohn so sehr in Panik geraten ist. An der Tür warteten auf uns schon Shion und Darien. Beide waren so blaß das es mir Angst machte. Als sie mich sahen traten sie sofort ein Stück zur Seite damit ich an ihnen vorbei ins Haus gelangen konnte. Ich verlor keine Zeit mehr und rannte sofort ins Schlafzimmer. Allein bei dem Geruch der mir entgegen schlug drehte sich mir fast der Magen um. Es roch nach Erbrochenem, Blut und so wie es aussieht hat sich auch ihr Darm entleert. Noch schlimmer wurde es als ich die abgemagerte Gestalt auf dem Bett sah. Sie wird sterben wenn ihr nicht helfe.

An Cyrills Bett saßen sowohl ihre Mutter als auch Saeko, ihre Großmutter. Beide waren ebenso blaß wie schon zuvor Shion und Darien. Auch die restlichen Mitglieder der Familie hatten sich in diesem Zimmer eingefunden. Alle, bis auf Remiriel aber darüber kann ich mir jetzt keine Gedanken machen.

>Warum? Warum habt ihr denn nichts gesagt?< Ich merkte das meine Stimme schwankte, obwohl ich genau wusste das sie das besser nicht sollte. Wenn Darien doch nur früher etwas gesagt hätte wäre Cyrills Leben nie in Gefahr gewesen. Langsam erhob sich Saeko und legte mir sanft eine Hand auf die Schulter. Es tut gut zu wissen das sie immer diese Ruhe bewahrt, egal was passiert. Es hilft einem selbst ruhig zu bleiben und nachzudenken, bevor man sich zu unüberlegten Handlungen hinreißen lässt.

>Weil sie es nicht wollte. Sie meinte es würde schon worübergehen. Jedem sei in der Schwangerschaft einmal unwohl. Keiner hat damit gerechnet das es sich so entwickelt.< Fassunglos starrte ich auf das Bett. Von der jungen Frau die ich seit dem Tag ihrer Hochzeit kenne ist kaum noch etwas zu vorhanden. Sie ähnelt mehr einer Toten als allem Anderen. Nein, es wird nicht leicht werden sie zu retten und ich muß mich beeilen.

>Verlaßt den Raum. Alle!< Es war kaum mehr ein Flüstern das jetzt über meine Lippen drang aber sie gehorchten. Jeder von ihnen segnete mich beim Hinausgehen mit einem Blick der zeigte wie sehr sie mir vertrauen und hoffen das ich sie retten kann. Aber dieses Mal kann selbst ich das nicht mit Sicherheit sagen. Erst als sich die Türen hinter mir schlossen näherte ich mich dem Bett und sank neben ihr in die Knie.

>Cyrill? Cyrill hörst du mich?< Ganz langsam drehte sich ihr Kopf zu mir herum. Ihre Augen hatten fast allen Glanz verloren. Sie wirken müde und matt.

>Suru?< Sie brach ab, als sich in ihrem Blick etwas wie Erkennen wiederspiegelte.

>Suru, es tut mir so leid. Ich dachte nicht...< Weiter konnte sie nicht mehr sprechen ihre Stimme versagte ihren Dienst. Mit tränengefüllten Augen sah sie mich an. Sie weiß also, das sie bald sterben wird.

>Nicht. Mach dir keine Vorwürfe. Ich werde dir helfen.< Es gelang ihr so etwas wie ein Lächeln zu stande zu bringen.

>Versprich das du mein Kind rettest.< Es kostete mich all meine Willenskraft nicht in Tränen auszubrechen. Das klingt so als hätte sie sich bereits mit dem Tod abgefunden.

>Das werde ich und dich ebenfalls, darauf kannst du dich verlassen.< Mit einem leichten Seufzer schloß sie die Augen und als ich nach ihrem Puls tastete merkte ich wie wenig Zeit mir nur noch blieb, bevor es endgültig zu spät sein würde.

Wie von selbst kamen die alten Formeln in einer Sprache die niemand außer Engel und Dämonen mehr kennt über meine Lippen und schon bald wurde der gesamte Raum in ein angenehmes, grünliches Licht gehaucht. Doch es reichte noch nicht um sie vollkommen zu heilen. Erst als ich fast meine gesamten Kräfte einsetzte verließ die Krankheit ihren Körper endgültig und ich konnte damit beginnen diesen zu heilen. Ihr geht es jetzt wieder besser und auch ihr Kind hat keinerlei Schäden davontragen. Nur hat dieses es kaum erwarten können endlich das Licht der Welt zu erblicken und so habe ich neben der Heilung auch noch eine Geburt durchführen müssen. Es wird Darien freuen das er nun zwei Enkel hat. Einen Jungen und ein Mädchen, das kaum ein Minute älter ist als ihr Bruder. Zufrieden öffnete ich alle Fenster im Raum um endlich diesen unangenehmen Geruch zu vertreiben. Ein Blick zurück zeigte mir das friedliche Bild einer jungen Mutter mit ihren Kindern. Ja, ihnen geht es wieder gut. Allerdings wird mir auf einmal sehr schmerzhaft bewusst wie stark ich meine Kräfte strapaziert habe. In meinem Kopf begann sich alles zu drehen. Wenn nicht plötzlich Shion neben mir gestanden und mich festgehalten hätte wäre ich höchstwahrscheinlich zu Boden gegangen. Dankbar sah ich ihn an. Mein Ziehvater und der beste Freund den ich je hatte. Er führte mich zurück in die Eingangshalle wo man mich schon gespannt erwartete. Nur als wir eintraten wechselte der erleichterte Gesichtsausdruck aller Anwesender in tiefste Besorgnis. Oh man, ich muß ja schrecklich aussehen.

Erst als Shion mich dazu brachte mich hinzusetzen merkte ich das meine Schwingen für alle sichtbar waren und schlaff an meinem Rücken herunter hingen. Zum Glück sind sie Weiß, da ich zum Großteil meine Engelskräfte benutzt habe um Cyrill zu heilen. Immerhin stehen auch die drei Fremden in der Halle, die mich ebenso fassungslos anstarren wie der Rest meiner Familie. Mein Sohn war der Erste der sich aus seiner Erstarrung löste und schluchzend in meine Arme sank. Sanft strich über seine Haare.

>Sssst. Ganz ruhig.< Da ich nicht wollte das er mir jetzt noch irgendwelche Fragen stellte sorgte ich dafür das er einschlief. Ich wusste das sie immer noch auf eine Reaktion von mir warteten.

>Es geht ihr wieder gut. Kein Grund mehr zur Sorge.< Doch sie sahen mich immer noch mit diesem Blick an der nur zu deutlich zeigt das sie sich noch immer Sorgen machen, aber nicht um Cyrill sondern um mich. Für sie ist in dem Moment in dem ich das Haus betreten hatte klar gewesen das es Cyrill bald wieder gut gehen würde, aber mein jetziger Anblick scheint ihnen ein Schock zu versetzen. Vorsichtig stand ich auf und tastete nach einem sicheren Halt als meine Beine fast unter mir nachgaben. Wieder war es Shion der verhinderte das ich stürzte. Was ist nur los? Mir ist so schwindelig und ich bin auf einmal todmüde.

>Suru bitte, du musst ich ausruhen.< Gerade wollte ich ihm sagen das er sich unnötig Sorgen macht, aber mir wurde plötzlich so schwindelig, das ich wohl besser auf ihn hören sollte.

>Du hast recht.< In dem ich ihm meine Schwäche so deutlich eingestand war ihm klar, das es mir alles andere als gut ging und er handelte so wie ich es wohl auch getan hätte. Er teilte jedem Mitglied der Familie eine Aufgabe zu bevor er seinen Arm fest um meine Hüfte schlang und mich so lange stützte bis wir die Pferdeställe erreicht hatten. Darien trug meinen schlafenden Sohn behutsam hinter uns her. Es dauerte etwas bis die Pferde bereit waren aber noch viel schwieriger erwies es sich für Shion mit meinen Schwingen fertig zu werden, die immer noch nicht verschwunden waren und so sehr ich mich auch bemühte sie taten es einfach nicht. Je länger ich dort stand desto müder wurde ich.

>Wenn ihr erlaubt.< Diese Stimme, ist das nicht Ezechiel? Was ist das? Wieso ist Shion so aufgebracht? Ist er es denn nicht der mich auf das Pferd hebt und festhält? Wenn ich doch nur nicht so müde wäre...

>Schnell kommt her! Sie wacht auf!< Was? Wer? Cyrill? Aber ihr ging es doch vorhin noch gut. Verdammt! Ich habe mir doch so viel Mühe gegeben! Immer noch todmüde versuchte ich wieder auf die Beine zu kommen.

>Nicht Suru!< Irritiert sah ich Saeko an. Wieso ist sie so besorgt? Mir geht es gut, oder etwa nicht?

>Suru, du bist krank. Bitte bleib liegen.< Krank?! Ich?! Soweit ich mich zurück erinnern kann bin ich noch nie krank gewesen. Wieder versuchte ich mich aufsetzen aber im selben Augenblick wurde mir fast schwarz vor Augen. Ist mir schlecht! Erschöpft sank ich zurück in die Kissen. Wieso? Wieso bin ich plötzlich so schwach? Wütend ballte ich meine Hände zusammen und schlug damit solange gegen die Matratze bis Saeko sie festhielt. So besorgt wie jetzt habe ich sie noch nie gesehen.

>Hör auf! Bitte hör auf damit! Du bist krank!< Sie klingt völlig verzweifelt. Ich habe nicht die geringste Ahnung wie ich mich jetzt verhalten soll. Kranksein ist für mich etwas vollkommen Neues.

>Wie geht es den Anderen?< Oh Gott, ist das wirklich meine Stimme?! Sie klingt so zerbrechlich, so schwach und fremd...

>Es geht ihnen gut, aber sie machen sich Sorgen um dich.< Sie war den Tränen nahe aber irgendwie sieht es  auch so aus als würde sie sich freuen. Trotzdem weint sie? Ich verstehe gar nichts mehr. Mir brummt der Schädel. Was geht denn bloß vor sich? Nachdem sie mir mit schier unerschöpflichen Überredungsversuchen etwas Suppe eingeflößt hatte verließ sie den Raum wieder. Ich fühle mich immer noch völlig erschlagen. Die Suppe bekommt meinem Magen auch nicht sonderlich. Es geht mir kein bisschen besser und das macht mir langsam aber sicher doch Sorgen. Irgendetwas stimmt nicht mit mir, aber was?

Ich starrte die Decke des Zimmers an als wäre sie mein persönlicher Feind. Ich haße es hilflos zu sein! An jedem anderen Tag hätte mich nichts und niemand mehr im Bett halten können. Ich möchte wissen wie es Cyrill und den Kindern geht und wie Darien das alles verkraftet hat, aber jeder Versuch aufzustehen erwies sich schon im Vorfeld als hoffnungsloses Unterfangen. Sobald ich es endlich in eine aufrechte Sitzposition schaffte wurde mir so schwindelig das ich augenblicklich wieder zurück sank. Was mich nicht daran hinderte es immer wieder zu probieren bis ich nach einer halben Stunde so dermaßen erschöpft war, das ich einfach liegen bleiben mußte. Ich bin klitschnaß geschwitzt und bestimmt wird sich Saeko wieder über meinen Dickschädel aufregen, aber was soll’s? Es ist nicht zu ändern. Find dich damit ab das du krank bist.

>Ah ha, ihr seid also endlich wach.< Diese Stimme... Mühsam drehte ich den Kopf zur Seite und sah einen der drei Fremden die ich ins Dorf gebegleitet hatte in der Tür stehen. Langsam näherte er sich dem Bett.

>Wir haben uns schon Sorgen gemacht das ihr überhaupt nicht mehr aufwachen würdet.< Irgendwie brachte mich das zum Lachen wenn auch nicht für lange, da ich kurz darauf einen Hustanfall bekam. Er sah mich mit demselben sorgenvollen Blick an wie kurz zuvor Saeko. Das ist ja nicht zum Aushalten!

>Alles halb so schlimm.< Mein Versuch so zu tun als wäre nichts erstarb aber im selben Augenblick. Ohne noch groß Rücksicht auf seine Anwesenheit zu nehmen entleerte sich mein Mageninhalt auf den Fußboden. Fassunglos starrte ich den Boden an. Ich weiß schon nicht mehr was schlimmer ist dieses ständige Schwindelgefühl oder der Brechreiz.

>Man hat euch wohl noch nicht gesagt wie lange ihr bewusstlos gewesen seit?< Irritiert sah ich ihn an. Stört er sich nicht an dem was gerade passiert ist? Es ist mir so peinlich! Am liebsten würde ich mich jetzt unter der Decke verkriechen und bis zum nächsten Morgen nicht wieder darunter hervorkommen.

>Es sind jetzt schon fast zwei Wochen vergangen seitdem wir euch begegnet sind.< Das reichte um mich aufspringen zu lassen. Leider gaben meine Beine in dem Moment nach als sie den Boden berührten. Zwei Wochen?! Ich kann es nicht fassen! Noch viel weniger faßte ich das er mich auffing als wäre mein Gewicht gar nicht vorhanden. Trotzdem, wenn ich zwei Wochen lang weggetreten war dann muß ich jetzt unbedingt nach den Anderen sehen. Wer weiß was inzwischen alles passiert ist.

>Sachte, sachte. Ihr seid zu schwach um jetzt schon aufstehen zu können.< Langsam bin ich es leid diesen Satz zu hören. Wütend funkelte ich ihn an und befreite mich aus seinem Griff. Es wäre doch gelacht wenn ich noch länger im Bett liegen müsste. Ich schaffte es tatsächlich auf den Beinen zu bleiben.

>Es geht mir gut.< Prombt ging ich zu Boden. Shit! Ich schaffte es nicht mehr einen Fluch zurück zu halten. Ganze drei Schritte habe ich geschafft. Na wunderbar!

>Warte! Ich helfe euch.< Mit einer heftigen Bewegung sorgte ich dafür das er seine ausgestreckte Hand zurück zog. Fassunglos starrte er mich an.

>Das ist purer Leichtsinn! Eure Kräfte sind vollkommen erschöpft! Ihr könnt nicht erwarten das es euch von jetzt auf gleich wieder besser geht.< Als wenn ich das selbst nicht am Allerbesten weiß, aber hier geht es ums Prinzip! Ich habe es bisher immer geschafft alle Schwächen meines Körpers zu besiegen und daran wird sich jetzt und auch in Zukunft nichts ändern! Mühsam schaffte ich es wieder auf die Beine und auch wenn diese zittern wie Espenlaub ich stehe. Triumphierend sah ich ihn an.

>Seht ihr? Es klappt!< Er schüttelte nur den Kopf und murmelte irgendetwas von jugendlichem Leichtsinn. Es kann mir egal sein. Viel wichtiger ist es jetzt die Tür zu erreichen. Zu behaupten es würde gut klappen wäre gelogen, aber immerhin ich kam nach geraumer Zeit doch vor ihr an. Allerdings bekomme ich jetzt kaum noch Luft und muß mich an ihr abstützen. Vor meinen Augen tanzten unzählige schwarze Punkte. Im selben Moment würde die Tür mit viel Schwung geöffnet und jemand stürmte in den Raum. Ich war weder auf das Eine noch auf das Andere vorbereitet und verlor dadurch mein mühsam erkämpftes Gleichgewicht. Wäre da nicht plötzlich ein starker Arm gewesen der mich auffing hätte ich erneut auf dem Boden gelegen.

>Verdammt noch mal Raguel! Wie oft soll ich dir noch sagen das man ein Zimmer nicht so betritt?!< Ach, stimmt ja. Zwei der Fremden sind Engel. Das hatte ich fast vergessen.

>Aber Ezechiel ich wollte doch nur-<

>Egal was es ist. So benimmt man sich nicht in Gegenwart eines Kranken!< Was wird das unterbewusste Beeinflußung?! Raguel warf mir einen finsteren Blick zu bevor er ohne ein weiteres Wort wieder aus dem Raum stürmte. Er ist tatsächlich in Ezechiel verliebt. Dieses Mal habe ich seine Gefühle deutlich genug spüren können.

>Ich bin nicht krank!< Zu meinem größten Erstaunen klingt meine Stimme schon wieder recht kräftig.

>Aber sicher ihr seid nicht krank, nur ein bisschen schwach.< So wie der mit mir redet könnte man meinen er spricht mit einem trotzigen Kind. Noch viel weniger passt mir das ich plötzlich in seinen Armen liege und er mich zurück ins Bett trägt. Etwas das bisher einzig und allein Remiriel vorbehalten war. Und nichts, aber wirklich gar nichts konnte verhindern das Ezechiel dieses Vorhaben in die Tat umsetzte.

>Ihr solltet wirklich liegen bleiben.< Wenn der jetzt glaubt das ein Lächeln von ihm reicht damit ich mich geschlagen gebe, dann hat er sich gewaltig geschnitten. Mein Kampfgeist kehrt gerade zurück.

>Nein!< Wieder versuchte ich aus dem Bett zu kommen, aber dieses Mal hielt er mich an beiden Schultern fest und drängte mich zurück in die Kissen.

>Verdammt noch mal! Bleibt endlich liegen!< Sein Griff verstärkte sich noch weiter und ich schrie leise auf. Nein, ich bin wirklich nicht in der Verfassung es jetzt mit ihm aufzunehmen. Ich muß mich geschlagen geben. Er merkte das meine Gegenwehr erschlaffte und ließ meine Schultern wieder los.

>Ihr seid schlimmer als ein Sack Flöhe wisst ihr das?< Erst jetzt fällt mir auf das er ebenfalls schwitzt. Hatte ich etwa doch noch so viel Kraft übrig?

>Und ihr seid ungerecht!< Verblüfft sah er mich an.

>Bitte?! Ich mache mir nur Sorgen um euch.< Belustigt zwinkerte ich ihm zu. Hat er denn wirklich keine Ahnung was ich meine?

>Ich meine euren Begleiter. Ihr behandelt ihn ziemlich schlecht.< Fast Augenblicklich bekamen seine Wangen einen leichten Rotton. Also doch!

>Ihr habt es bemerkt?< So nicht! Die Anwort auf diese Frage kann er sich schön selbst geben. Er ist alt genug um mit so etwas fertig werden zu können. Außerdem bin ich mir sicher das er weiß was ich meine.

>Bitte?< Hey, das klingt tatsächlich so als hätte ich nicht den geringsten Dunst wovon er gerade spricht. Man bin ich gut!

>Ich meine ihr wisst was er mir bedeutet?< Oh ha, er glaubt mir wirklich. Vorsichtig verlagerte ich mein Gewicht auf die Seite und sah ihn erwartungsvoll an. Jetzt begriff er das ich schon die ganze Zeit sehr voll wusste von was wir sprachen. Schließlich habe ich doch damit angefangen, oder?

>Ihr habt mich reingelegt!< Aber nicht doch! Ich?! Niemals! Ich musste lachen. Sein empörter Gesichtsausdruck spricht Bände.

>Meint ihr?< Es macht Spaß zu sehen wir er allmählich ins Schwitzen gerät da er mit meinen Antworten nicht zurecht kommt. Allerdings hatte er nach weiteren zehn Minuten den Bogen so gut raus, das wir uns gegenseitig hereinlegen konnten. Dabei merkte ich allerdings auch wie sehr sich meine Kräfte in der Zwischenzeit erschöpft hatten. Im Prinzip bin ich jetzt mehr als dankbar dafür das ich einfach so im Bett liegen kann. Eine Frage konnte ich mir trotz allem nicht verkneifen. Dafür bin ich inzwischen viel zu neugierig.

>Warum sagt ihr es ihm nicht einfach?< Sofort schlug sich sein Gesichtsausdruck, der vorher noch warm und offen gewesen war ins völlige Gegenteil um.

>Ihr wisst nicht was ihr da sagt!< Wenn er davon ausgeht, das ich das nicht gehört habe dann irrt er sich gewaltig. Vor allem passt es mir nicht das er mich nach wie vor behandelt als sein ich ein kleines Kind. Krank oder nicht, das geht mir gewaltig auf die Nerven!

>Und ob ich das weiß! Nur warum zum Henker macht ihr so ein Drama daraus?< Er sah mich vollkommen fassunglos an. Was denn? Es ist zwar nicht gerade das was man normal nennt, aber das ist die Beziehung meiner Eltern ja schließlich auch nicht.

>Oh nein, das wisst ihr nicht! Ihr seid in eurem gesamten Leben noch nie mit den Regeln des Himmels konfrontiert worden. Ansonsten würdet ihr nicht so reden!< Es sieht ganz so aus als würde mit sich selbst kämpfen ob er mir noch mehr sagen soll oder nicht. Also machte ich es ihm leicht und wartete ab. Es dauerte nicht lange und er sprach leise weiter.

>Engeln ist die Liebe, vor allem die körperliche Liebe zu einander untersagt. Es ist Gottes Gesetz und gerade deswegen entstehen manchmal Mischlinge zwischen Menschen und Engeln so wie ihr es seid. Keiner von uns kann das auf Dauer verhindern auch wenn wir es eigentlich besser wissen sollten.< Moment mal! Er meint doch jetzt hoffentlich nicht das ich das Produkt eines Engels bin der seine Hormone nicht mehr unter Kontrolle hatte. Was für ein Witz! Nun gut, die Wahrheit werde ich ihm wohl kaum sagen können, wenn ich meinen Hals behalten möchte.

>Aber bezieht sich dieses Gesetz nicht ausschließlich auf weibliche Engel? Wenn ich euch richtig verstehe soll dieses Gesetz doch nur verhindern das Engel untereinander Kinder zeugen, oder?< Er gab einen leichten Seufzer von sich. Treffer!

>Wenn es doch nur so einfach wäre wie ihr meint, aber ich würde ihn nur erschrecken. Er ist zu jung um so etwas zu verstehen. Ich will ihm nicht seine Unschuld nehmen.< Beinahe hätte ich gelacht. Er hört sich an wie ein Priester der sich seiner nur allzu menschlichen Gefühle zum ersten Mal bewusst wird.

>Und wenn es genau das ist was er will? Würdet ihr ihm diesen Wunsch auch weiterhin verwehren?< Er lief knallrot an und begann plötzlich zu husten. Anscheinend wird ihm das Thema langsam aber sicher zu heikel. Besser ich wechsel es. Lange werde ich mich ohnehin nicht mehr wach halten können.

>Ist schon gut, ihr müsst mir nicht antworten wenn ihr nicht wollt.< Sichtlich erstaunt über mein plötzliches Einlenken stutzte er kurz bevor er in schallendes Gelächter ausbrach. Er hat Charme das muß man ihm lassen. Egal was er macht es sieht immer so aus als würde er Komplimente verteilen.

>Wirklich ihr seit einzigartig! Noch nie hat man so mit mir gesprochen. Ich fange an euch zu mögen, auch wenn ihr ein Mischling seit.< Was soll das denn schon wieder heißen?! Allerdings knuffte er mich kurz darauf derart freundschaftlich in die Seite, das mir sofort klar wurde, das er mich lediglich auf den Arm nahm.

>Ihr müsst gut auf euch passen. In dieser Gegend soll sich ein Dämon herumtreiben und für den wärt ihr eine verdammt leichte Beute.< Da ist es, das Thema, das ich am Liebsten ignorieren würde, da ich nur zu genau weiß wer sich hinter diesem angeblichen Dämon verbirgt. Zu meinem Glück bemerkte er aber meine stetig ansteigende Müdigkeit und verabschiedete sich. An der Tür drehte er sich allerdings doch noch einmal um.

>Eines wundert mich. In der ganzen Zeit die ich mit euch gesprochen habe habt ihr nicht einmal gefragt wie es eurem Sohn geht.< Ich antwortete ihm im Halbschlaf.

>Weil ich weiß das er mit Quirin und Raguel auf dem Marktplatz ist und sich dort die Vorbereitungen für das Sternenfest ansieht.< Wenn ihn das überraschte so bekam ich es nicht mehr mit. Ich versank in die dunkle Welt des Schlafes.

Wie schlimm es mich erwischt hatte bemerkte ich erst als ich nach einer Woche immer noch nicht ohne Hilfe stehen konnte. Allerdings weiß ich inzwischen warum das so ist. Mein Vater hat in einem meiner Träume eine Botschaft versteckt. Er hat nicht nur die Kräfte meines Sohnes versiegelt und dessen Erinnerungen daran, sondern auch den Teil meiner Kräfte die dämonischer Natur sind. Deshalb geht es mir so schlecht. Nur in Kombination kann ich meine Kräfte derart verausgaben ohne mich darum kümmern zu müssen hinterher einen Schwächeanfall zu bekommen. Sie stärkten sich gegenseitig und nun fehlt mir ein Teil davon. Schöner Mist! Das kann Tage dauern bis ich wieder einigermaßen fit bin. Hoffentlich passiert das noch vor dem Sternenfest. Ich habe schon vor Wochen hoch und heilig versprochen an diesem Tag zu singen und ich will mein Versprechen auf jeden Fall halten. Argh! Ich habe ja noch nicht mal mit den Proben angefangen! Oh verdammt, das wird eine Katastrophe geben wenn ich nicht bald loslege. Im Prinzip muß ich dafür auch nur aus diesem Stuhl kommen in den mich Shion vorhin gesetzt hat und mir den Text holen der immer noch zusammengerollt auf dem Regal in der Küche liegt. Zusammen mit all den anderen Sachen die wir für das Sternenfest noch brauchen würden. Das ist ein Weg von circa zwanzig Metern. Eigentlich kein Problem, aber ich habe bisher gerade mal drei Schritte an der Wand entlang geschafft bevor meine Knie wieder unter mir nachgaben und ich zu Boden ging. Es ist momentan also eher ein schirr unüberwindbares Hindernis, aber es ist zu schaffen. Also gut, dann wollen wir mal! Erst aufstehen, dann vorsichtig stehen bleiben und darauf warten das der Pudding in den Beinen wieder verschwindet.

Gut so! Und jetzt erst einen Fuß, dann den zweiten Fuß und ab bis zur Wand. Alles kein Problem!

Langsam, langsam jetzt nichts überstürzen. Der Türrahmen ist eine Hindernis. Das sind fünf Schritte ohne jegliche Stütze. Okay, noch einmal kurz Kräfte sammeln und los!

Oh, oh das plötzliche Schwanken ist gar nicht gut. Reiß dich zusammen! Du hast es fast geschafft! Ah endlich! Die Küche. Puh! Zum Glück ist gerade keiner da. Nicht auszudenken was ich mir wieder anhören dürfte wenn mich Saeko oder Shion bei dieser Aktion erwischen würden.

Wo ist denn jetzt diese Schriftrolle? Ich hatte sie doch hier irgendwo hin gelegt. Ein Blick nach oben vertrieb allerdings meinen gesamten Optimismus. Sie liegt zwar in dem Regal, aber in der letzten und damit auch auf der obersten Reihe. Also fast unter der Decke. Toll, ganz toll! Und wie komme ich da jetzt rauf? Die Lösung kam quasi wie von selbst. Meine Kräfte verselbständigten sich auf einmal und die Rolle fiel einfach in meine Hand. Vollkommen perplex sah ich sie an. Wie habe ich das denn gemacht? Ich denke ich bin noch zu schwach für so was. Auch gut, anscheinend erhole ich mich langsam. Auf zum Rückweg! Der erweißt sich allerdings als weitaus schwieriger als gedacht und schon nach der Hälfte der Strecke merkte ich, das ich es unmöglich allein schaffen würde. Meine Beine gaben unter mir nach und so sehr ich es auch versuchte ich konnte einfach nicht mehr aufstehen. Vollkommen frustriert blieb ich also auf halben Weg zwischen Küche und Terasse sitzen und wartete darauf das mich jemand finden und mir einen Vortrag von wegen unbedachtes Handeln halten würde. Mist! Aber immerhin habe ich es ganz allein geschafft an den Text zu kommen. An für sich gar keine so schlechte Leistung für jemanden der angeblich zu krank ist um sich überhaupt allein zu bewegen.

>Was macht ihr denn hier?!< Soll ich darauf jetzt wirklich antworten oder kommt er selber drauf? Mich wundert so wieso was Raguel auf einmal in unserem Haus sucht.

>Ihr wisst doch ganz genau das ihr liegen bleiben sollt. Ezechiel hat wirklich recht. Ihr habt einen schrecklichen Dickkopf.< Habe ich da gerade so etwas wie einen scherzenden Unterton vernommen? Seit wann kann er mich denn leiden? Bisher bin ich doch das absolute Lieblingsziel für seine giftigen Blicke gewesen. Vor allem seit dem Ezechiel mich quasi jeden Tag aufsuchte um mit mir zu sprechen. Quirin dagegen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Soweit man mir gesagt hat ist er voll und ganz in die Vorbereitungen des Sternenfestes mit eingebunden worden. Vor allem nachdem er versehntlich in Shions Gegenwart erwähnt hat was er für mich empfindet. Er kann einem fast leid tun. So wie ich Shion und die Anderen kenne haben sie ihm danach nicht die Geringste Chance gelassen sich vor der Arbeit zu drücken. Eher ganz im Gegenteil sie deckten ihn so sehr damit ein, das ihm kaum noch Zeit blieb um mich zu besuchen, aber ich war ihnen nicht böse. Es ist ihre Art zu zeigen das sie sich Sorgen um mich machen und zu verhindern das noch mehr Schwierigkeiten auf mich zu kommen. Denn wie sich herausgestellt hat ist Quirin nicht irgendein Adliger, sondern ausgerechnet der Neffe von Dayne de Avido und das macht allen doch langsam aber sicher ziemliche Sorgen. Mal ganz abgesehen von den zwei Engeln die ja auch nichts über mein wahres ich erfahren dürfen. Die ganze Sache ist ziemlich verworren.

>Ah, ihr redet nicht mit mir! Bitte, dann laß ich euch eben hier sitzen und ihr könnt warten bis der Nächste kommt und euch findet!< Momentchen mal! So leicht kommst du mir nicht davon. Immerhin bin ich nicht sonderlich scharf darauf mir schon wieder eine Santdpauke von Saeko wegen meines unbedachten Verhaltens hören zu müßen.

>Nein, so ist es nicht. Ich war nur überrascht dich hier zu sehen.< Inzwischen hat er sich daran gewöhnt das ich ihn ohne jeden Titel anspreche. Anfangs hat ihn das noch regelmäßig auf die Palme gebracht und genau deshalb habe ich es ja auch getan. Wenn er mich schon immer mit solchen drohenden Blicken ansieht brauche ich einfach auf meine Weise etwas Genugtung und wie sich herausstellte ist das genau der richtige Weg um diese zu erhalten. Wenigstens betont das Ezechiel immer. Laut ihm kann es Raguel auf den Tod nicht ausstehen wenn Menschen und vor allem Mischlinge mit ihm sprechen als seien sie gleichgestellt mit den höchsten Wesen des Himmels. Natürlich weiß ich das ich damit auch ein hohes Risiko eingehe, denn immerhin kann er ja auf die Idee kommen sich an mir zu rächen, nur bin ich mir sicher, das er nichts tun wird was ihn in Ezechiels Gunst fallen lassen wird.

>Ihr macht mir Spaß. Mit wem habt ihr denn gerechnet? Vielleicht mit Ezechiel? Es tut mir leid euch enttäuschen zu müssen aber er schläft noch. Ihr werdet mit mir Vorlieb nehmen müssen.< Da ist er wieder. Dieser kühle Charme den ich so sehr an ihm liebe. Man kann wirklich auf die Idee kommen das er mich mag. Aber was soll das heißen Ezechiel schläft noch? Er steht doch sonsten immer mit dem ersten Hahnenschrei auf und jetzt haben wir schon fast Mittag. Anstatt auf meinen fragenden Gesichtsausdruck zu achten hob mich Raguel einfach hoch und trug mich zurück auf die Terasse. Ganz schön kräftig der Kleine.

>Nicht! Ich möchte nicht wieder zurück in den Stuhl. Kann ich nicht einfach unter dem Flieder sitzen bleiben?< Er stieß ein seufzendes Geräusch, das wohl soviel wie ein ja bedeuten sollte aus und ließ mich vorsichtig in das weiche Gras gleiten. Überglücklich streckte ich mich darin aus und betrachtete das Blütenmeer über mir während der sanfte Duft des Flieders mit dem Wind zu und abnahm. Ich kann mir keinen schöneren Ort als diesen vorstellen. Mein zu Hause!

>Bedeutet euch diese Welt wirklich so viel?< Verwundert sah ich ihn an. Seit wann redet er mit mir? Ich habe fest damit gerechnet das er wieder geht sobald er mich abgesetzt hat. Anscheinend habe ich mich geirrt.

>Oh ja! Nirgendwo bin ich so glücklich wie hier.< Erneut streckte ich mich, bevor ich mich langsam auf die Seite drehte um ihm ins Gesicht sehen zu können.

>Man kann es sehen.< Ich zog eine Augenbraue leicht an. Wie jetzt?

>Ich meine man sieht euch an wie sehr ihr diese Welt liebt und sie liebt euch ebenso. Wißt ihr das?< Bisher hatte ich noch nicht einmal eine Vorstellung davon das er überhaupt jemals so ein Gespräch mit mir führen würde. Wo ist der Haken bei der Sache?

>Vielleicht?< Allerdings strafte mich der nächste Windstoß mit dem sich ein wahrer Blütenregen über uns ergoß lügen. Ich weiß sehr genau das mich die Natur liebte und das merkte er auch. Zu meiner Überraschung begann er zu lachen.

>Wirklich, er hatte recht was euch angeht. Man kann euch unmöglich das Wasser reichen oder euch hassen.< Jetzt bin ich sprachlos. Wann ist Ezechiel denn zu dieser Erkenntnis gelangt? Mir hat er davon bisher jedenfalls nichts erzählt.

>Es ist wohl besser wenn wir in unserem Bericht nicht erwähnen das ihr hier lebt.< Bericht?! Was für ein Bericht? Er sah meine sichtlich aufsteigende Panik und machte eine beschwichtigende Handbewegung.

>Macht euch nur keine Sorgen. Jeder Engel ist verpflichtet einen Bericht abzuliefern wenn er sich über längere Zeit in Assia aufhält. Das ist so üblich. Nichts worüber man sich Sorgen machen müsste.< Wer hat denn diesen Schwachsinn eingeführt?! Zu meiner Ausbildungszeit ist das aber noch nicht so gewesen. Nun gut, wenn er meint es ist harmlos. Bitte!

>Sag mal wieso schläft Ezechiel eigentlich noch? War die letzte Nacht so anstrengend?< Augenblicklich lief Raguel knallrot an und versuchte mir mehreren kläglichen Versuchen das Thema zu wechseln. Auh Backe! Jetzt habe ich das Fettnäpfchen aber voll getroffen. Eigentlich wollte ich nur wissen ob Ezechiel nun auch in die Vorbereitungen zum Sternenfest miteingebunden worden ist oder nicht. Wer rechnet denn schon mit so was?!

>Entschuldige! Ich wollte nicht indiskret sein. Es geht mich schließlich nichts an.< Shit! Hättest du das nicht etwas elleganter formulieren können? Es ist doch auch so schon so peinlich genug für ihn.

>Nein ist schon gut. Eigentlich sollte ich euch dankbar sein. Immerhin wart ihr es die ihm... ähm, sagen wir... den richtigen Wink gegeben hat.< Er ist immer noch knallrot, aber er hat seine Fassung wieder. Anscheinend hat sich Ezechiel dazu aufgerafft zu seinen Gefühlen zu stehen.

>Also als Wink würde ich es nicht bezeichnen. Es war eher ein Tritt in den Hintern.< Daraufhin brachen wir beide in schallendes Gelächter aus und ich wußte das von nun an auch Raguel zu meinen Freunden zählte. Die ganze Zeit über ist er nur eifersüchtig auf mich gewesen weil Ezechiel so viel Zeit mit mir verbracht hat und als er jetzt den Grund dafür erfahren hatte ist er einfach nur überglücklich und erleichtert. Der Knabe schwebt auf tausend Wölkchen und so schnell wird ihn dort niemand mehr herunterbekommen. In diesem Moment vermisste ich Remiriel fast schmerzhaft. Es tut weh zu wissen das er nicht eher zurück kehren kann bis die Fremden unser Dorf wieder verlassen haben. Dabei habe ich mich so gefreut das Sternenfest endlich einmal wieder mit ihm zusammen feiern zu können, aber es soll wohl nicht sein...

>Was ist das eigentlich für eine Schriftrolle in euerer Hand?< Dankbar dafür das er mich wieder aus meinen melancholischen Gedanken holte sah ich Raguel an und erklärte ihm die Bedeutung der Rolle für das Sternenfest mit dem Ergebnis das wir bis tief in die Abendstunden gemeinsam im Garten saßen und uns darüber unterhielten was denn nun genau das Sternenfest zu etwas Besonderem machte und warum ich dort unbedingt singen wollte. Bisher hat er mich noch nicht einmal singen hören, aber ich verspach ihm eine Überraschung auf dem Sternenfest die er nie wieder vergessen würde. Was genau ich damit meinte verriet ich ihm allerdings nicht.

Der Tag des Sternenfestes kam fast noch schneller als ich erwartet hatte. Zum Glück geht es mir inzwischen wesentlich besser auch wenn ich hin und wieder noch einen kleinen Schwächeanfall habe. Für den kurzen Auftritt zum Höhepunkt des Festes reicht es alle mal und genau wie alle anderen fieberte ich diesem regelrecht entgegen. Das Fest dauerte schon seit den frühen Morgenstunden an und alle waren in ausgelassener Stimmung. War es doch einer der schönsten Festtage des Jahres. Erst als die Sonne bereits hinter dem Horizont versunken war und sich die ersten Sterne am Himmel zeigten war es an der Zeit für mich das Kleid zu wechseln. In einem unbeobachteten Moment schlich ich mich aus der Menschenmenge davon und betrat das Zelt in dem all unser Festgewänder lagerten. Meines hing schon fein säuberlich über einer Stuhllehne und schien nur darauf zu warten das ich es endlich anzog und somit den Höhepunkt des Festes einläutete. Ich tat ihm dem Gefallen und stellte mit Begeisterung fest, das sich die himmelblaue Seide sich ohne Probleme um meinen Körper legte.

Bisher habe ich bei jedem Probelauf Hilfe gebraucht um es anzuziehen aber anscheinend habe ich den Dreh raus. Sie fällt es genau richtig. Über die linke Schulter lang nach hinten und an der Seite nur einmal eng um die Brust und dann hinunter zur Hüfte. Zufrieden befestigte ich die goldene Spange in Form des abnehmenden Mondes an der linken Schulter, wo sie den Stoff locker zusammenhielt und streifte mir je einen Silberreif über das linke Handgelenk und um den rechten Knöchel. Dazu kamen noch ein Halsband aus Silber und ein dünner Goldkranz der mein Haar zusammenhielt und verhinderte das es mir in die Stirn fiel.

Der Klang von mehreren Trommeln sagte mir das es allmählich Zeit wurde und noch einmal wünschte ich mir nichts sehnlicher als das mich jetzt Remiriel und meine Eltern sehen könnten, aber ich weiß nur zu genau dass das nicht möglich ist. Kopf hoch! Die Anderen warten auf dich! Mach ihnen keine Schande in dem du jetzt in Selbstmitleid zerfließt. Heute ist der schönste Tag des Jahres und genauso soll man ihn auch feiern! Entschlossen streifte ich mir einen dunklen Umhang über und verließ das Zelt in Richtung Marktplatz.

Der Klang der Trommeln wurde leiser und während sie langsam verstummten erhoben sich die anderen Instrumente zu einer sanften Melodie die sich wie ein Welle allmählich über den gesamten Festplatz, was im Prinzip das ganze Dorf war, wobei der Marktplatz das Zentrum darstellt verteilte. Hier würde der Höhepunkt des Festes stattfinden und ich kann schon jetzt die gespannte Erwartung der Anderen spüren. Die Älteren wissen schon was kam aber für die Jüngeren ist es meist das erste Mal das sie an diesem Fest teilnehmen und ihre Anspannung ist um einiges höher als die der Anderen. Geduldig wartete ich in der Dunkelheit auf das Zeichen, denn nur eine zu frühe Bewegung würde alles andere ruinieren und ich wollte keinen von ihnen entstäuschen. Erst als ich den ersten kleinen, leuchtenden Punkt am Himmel entdeckte setzte ich mich langsam in Bewegung und ließ den Mantel achtlos zu Boden gleiten. Ihn brauchte ich jetzt nicht mehr.

Kaum hatte ich den Platz betreten änderte sich die bisher sanft vor sich hinplätschernde Melodie in etwas forderndes und ich gab ihr das wonach sie verlangte. Eine Stimme durch die sie sich mitteilen konnte und somit für die Menschen begreiflich wurde. Mal streng, mal sanft dann wieder leise, traurig oder fröhlich so wie das Lachen eines Kindes. Diese Melodie kannte keine Grenzen und es würde noch lange dauern bis sie zu ihrem grandiosen Finale fand. Stellenweis sprach sie für sich selbst und ich konnte schweigen und mich voll ganz darauf konzentrieren meine Bewegungen mit ihr zu vereinen während sich die gesamte Stadt immer mehr von diesen kleinen, leuchtenden Punkten bevölkert wurde. Jeder einzelne von ihnen ist ein Glühwürmchen die in dieser Anzahl nur an einem Tag im Jahr auftauchen und das ist der Tag des Sternenfestes und gleichzeitig auch einer seiner Höhepunkte.

Als ich die Stufen des Tempels erreichte und von ihnen herab auf die Menschenmenge blickte dachte ich für einen kurzen Augenblick das mein Herz stehen bleiben würde. In dieser riesigen Menschenmasse entdeckte ich mehr zufällig als beabsichtigt meine Eltern und Remiriel, die mir bewundernt zu sahen. Es ist zwar nicht mehr weit bis wir den Höhepunkt des Festes erreichten, aber ihre Anwesenheit reicht aus um meine inzwischen aufkeimende Erschöpfung mit einem Schlag verschwinden zu lassen. Sie sind gekommen um mich zu sehen und das macht mich überglücklich.

Ich achtete nicht mehr länger auf das was ich tat sondern ließ mich einfach von der Melodie der Musik davontragen. Von ihrer Gewalt und Zärtlichkeit. Nichts, aber auch gar nichts kann mir jetzt noch Sorgen bereiten. Alle die ich liebe sind an einem Ort versammelt und sehen mir zu. Es gibt keinen Grund mehr nicht vor Freude zu jubeln und als die Melodie es zuließ tat ich es auch. Von ganzem Herzen dankte ich alles und jedem für diesen einzigartigen Tag. Erst als die Töne langsam in der dunklen Nacht verklangen ließ ich mich auf die Knie sinken und neigte den Kopf leicht zu Seite. Es ist worüber von nun an wird sich das Sternenfest langsam seinem Ende nähern. Aber erst bei Sonnenaufgang ist es soweit bis dahin werden wir alle noch ausgiebig feiern. Lächelnd sah ich hinauf zu Sternen und konnte es immer noch nicht fassen das Remiriel unter den Zuschauern war. Wie hat er es nur geschafft unerkannt in die Stadt zu gelangen? Ich bin überglücklich!

Ohrenbetäubender Applaus und abertausende Jubelschreie rißen mich aus meinen Gedanken. Ich habe fast vollkommen vergessen das ich immer noch zwischen den Säulen des Tempels kniee und so eben den Höhepunkt des Festes verkündet habe. Erst jetzt fällt mir auf das mein gesamter Körper über und über mit Schweiß bedeckt ist und mein Atem nur noch ein Keuchen. Doch das ist gut so. Bisher ist es noch jedem so gegangen der diesen Teil des Festes übernommen hat. Irgendjemand legte mir einen warmen Mantel um die Schultern und führte mich langsam aber zielstrebig durch die immer noch jubelende Menge auf meine Familie zu. Der Jubel nahm kein Ende und ich fragte mich langsam was die Ursache dafür sein konnte. Erst als Shion seinen Arm um mich legte und mich somit stütze gelang es mir mich umzusehen. Es ist Quirin gewesen der mich bisher geführt hatte und er sah mich an als seie ich ein höheres Wesen. Nein, nicht nur er. Alle sehen mich aufeinmal mit diesem merkwürdigen Blick an. Sogar Ezechiel und Raguel. Ich habe keine Erklärung wieso.

Etwas verlegen zog Quirin hinter seinem Rücken einen Blumenstrauß hervor, der fast nur aus blauem Rittersporn bestand. Zögernd nahm ich ihn an. Es ist ein merkwürdiges Gefühl auf einmal so im Mittelpunkt zu stehen und nicht zu wissen weshalb.

>Wißt ihr ich dachte ihr würdet euch darüber freuen. Ich finde das diese Blumen fast dieselbe Farbe besitzen wie eure Augen.< Ich bin geschmeichelt. Es ist bestimmt nicht leicht gewesen sie in dieser Gegend zu finden und doch hat er einen ganzen Strauß davon zusammengestellt.

>Ich danke euch Quirin.< Er murmelte etwas vollkommen unverständliches vor sich hin bevor er auf dem Absatz kehrt machte und in der Menge verschwand. Was ist denn mit ihm los? Gerade wollte ich Shion danach fragen als mein Sohn auf mich zu stürmte.

>Hier Mama, das soll ich dir geben!< Fast wäre mein Herz stehengeblieben. Freudestrahlend hielt er mir eine blaue Rose entgegen und hat nicht die geringste Ahnung was das bedeutet. Außer mir, Ezechiel und Raguel vermute ich wird es unter allen Anwesenden nicht einen geben der das weiß.

>Siehst du Mama? Deine Augen haben genau diesselbe Farbe.< Anscheinend hat er vorhin Quirins Worte gehört und versuchte nun mir auf ähnliche Art und Weise ein Kompliment zu machen. Wie soll er auch wissen das diese Rose alles andere als erfreulich ist? Keiner hat ihm je erklärt das nur Dämonen in der Lage sind derartige Blumen entstehen zu lassen oder das sie nur in der Hölle erlaubt sind, da ihre Schönheit so dämonisch ist das Gott sie verbannen musste.

>Vielen Dank mein Kleiner Schatz. Verräts du mir denn auch von wem diese Rose stammt?< Ich hörte wie Raguel scharf die Luft einsog als ich vorsichtig an der Blüte roch aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Zu viele Menschen sehen uns zu und könnten nur zu schnell alles falsch vestehen. Das Fest ist fast vorüber und ich will es ihnen jetzt nicht mehr verderben in dem ich ihnen sage das ein Dämon unter uns weilt.

>Das darf ich nicht, aber er wartet im Wald auf dich. Er meint du wüsstest schon wo du nach ihm suchen mußt. Ansonsten weist dir die Rose den Weg.< Ah ha, mein kleiner Spatz hat also versprochen den Mund zu halten. Gut, ich habe ihm beibegracht das man seine Versprechen nicht bricht (was ich jetzt natürlich erst einmal bereue) also werde ich wohl oder übel selbst nach dem Fremden suchen müssen.

>Ihr werdet das auf keinen Fall tun!< Ezechiels Ton war scharf und ließ eigentlich keinen Widerspruch mehr zu, aber ich weiß genau das ich es mir nicht leisten kann diese Aufforderung abzulehnen.

>Mäßigt euren Ton oder wollt ihr allen das Fest verderben? Ich muß gehen und ich werde gehen. Allein!< Noch ehe er antworten konnte hatte ich mich aus Shions Griff gelöst und machte einen Schritt nach vorn. Augenblicklich stand ich am Waldrand. So habe ich wenigstens einen Vorsprung und kann mir sicher sein das mir niemand folgt. Etwas mulmig ist mir schon zu mute. Immerhin bin ich immer noch geschwächt und wahrscheinlich nicht gerade in der Verfassung um es allein mit einem Dämonen aufzunehmen, aber ich habe da schon so eine Vermutung wem ich diese Rose zu verdanken habe. Mein Vater liebt diese Pflanzen und bringt meiner Mutter bei fast jedem ihrer Treffen eine davon mit.

Lächelnd betrat ich den Wald und bemerkte verwundert das mir die Rose tatsächlich den Weg wies. Sie begann in der Dunkelheit zu leuchten und deutete immer wieder in eine bestimmte Richtung. Also gut,  gehen wir! Zu meiner Überraschung bemerkte ich nach einiger Zeit das mir eine nur zu bekannte Gestalt in einem stetig gleichbleibenden Abstand folgte. Ich wußte zwar schon seit einiger Zeit das Cee sich in den Wald zurück gezogen hatte, aber so wie es aussieht läßt er mich trotzdem nicht aus den Augen. Das schmeichelte mir und ich tat ihm den Gefallen so zu tun als hätte ich ihn nicht gesehen. Auf einer Lichtung die mitten im Wald lag hörte das Leuchten der Rose plötzlich auf. Sofort wurde es Dunkel um mich herum und ich fragte mich ob es wirklich eine so kluge Idee gewesen ist allein zu gehen. Ich habe mich ziemlich weit vom Dorf entfernt und wenn ich Hilfe bräuchte wird diese auf jeden Fall zu spät kommen. Puh! Bleibt eigentlich nur zu hoffen das ich mit meiner Vermutung das diese Rose von meinem Vater stammt recht habe ansonsten gibt es Schwierigkeiten.

>Du hast dir ja ganz schön Zeit gelassen.< Oh scheiße! Jetzt habe Probleme! Das ist eindeutig die Stimme von Astaroth. Wo steckt der?!

>Ich wüsste nicht das wir uns verabredet hätten.< Es ist klar das ich einer Konfrontation nicht aus dem Weg gehen kann. Verdammt was mach ich nur?!

>Da bin ich anderer Meinung.< So plötzlich wie er vor mir stand konnte ich einen Aufschrei nicht mehr verhindern. Vor lauter Schreck wäre ich auch fast noch über mein Kleid gestolpert.

>Immerhin hast du meine Nachricht bekommen.< Das er daraufhin allerdings gleich meine Hand küsste passte mir ganz und gar nicht. Ich stecke ganz schön in der Tinte! Was macht der hier?! Weiß er denn nicht das mein Vater und zwei Engel ganz in unserer Nähe sind. Okay, in der Nähe trifft es vielleicht nicht so ganz aber ungefähr.

>Anscheinend freust du dich gar nicht über unser Wiedersehen.< Ach! Wütend entzog ich ihm meine Hand. Sein selbstzufriedenes Grinsen gefällt mir gar nicht.

>Warum sollte ich? Weil du versucht hast mich bei unserer letzten Begegnung zu töten? Ehrlich gesagt habe ich gehofft dich nie wieder zu sehen.< Er brach in schallendes Gelächter aus und wie ich feststellen musste hatte er in der Zwischenzeit einen Bannkreis um uns herum errichtet. Wir sind jetzt für alle Anderen quasi unsichtbar. Super! Ganz toll! Und was mache ich jetzt?

>Suru, was hat das zu bedeuten?< Im ersten Moment wußte ich nicht was mir mehr Angst machte Raguels plötzliches Auftauchen oder Astaroths satanisches Grinsen in dem Augenblick wo er ihn entdeckte. Er ist mir also unbemerkt gefolgt. Verdammt! Meine Kräfte sind also immer noch schwächer als ich dachte. Normalerweise hätte ich Astaroths Aura meilenweit spüren müssen.

>Sieh an ein kleiner Engel! Wie niedlich!< Anscheinend hat sich da gerade jemand sein neues Opfer ausgesucht und Raguel hat wahrscheinlich nicht den geringsten Schimmer wer vor ihm steht.

>Raguel! Mach das du wegkommst! Er ist gefährlich!< Das brachte mir einen mörderischen Schlag von Astaroth ein der mich zu Boden warf. Keuchend versuchte ich wieder auf die Beine zu kommen und Astaroth daran zu hindern sich Raguel zu nähern, aber er schüttelte mich ab wie ein lästiges Insekt.

>Ich dachte du hättest es damals gelernt. Gegen mich hast du keine Chance!< Triumphierend sah er auf mich herunter und schickte im nächsten Moment eine Feuerkugel in Richtung Raguel der dieser nur knapp ausweichen konnte. Fast hätte sie ihn voll erwischt.

>Verdammt noch mal Astaroth hör auf!< Natürlich dachte er nicht im Geringsten daran und ließ mich das auch spüren. Wo auch immer er seine Peitsche bisher versteckt hat weiß ich nicht aber urplötzlich hielt er sie in der Hand und ließ sie abwechselnd auf Raguel und mich herabsausen. Allerdings merkte ich schon nach wenigen Minuten das ich nicht sein Hauptangriffsziel war. Anscheinend hat nur darauf gewartet endlich einmal einen Engel in die Finger zu bekommen und so sehr sich Raguel auch bemüht er hat nicht die geringste Chance aus diesem Kampf als Sieger hervorzugehen. Mühsam kam ich wieder auf die Beine und schaffte es im letzten Moment eine Energiewelle von Astaroth abzulenken die Raguel ansonsten tödlich getroffen hätte.

>DU!!!! Du bist mir vielleicht damals entwischt aber glaub ja nicht dass dir das noch mal gelingt.< Da ich schon mit seinem Gegenangriff gerechnet habe als ich mich wieder in das Geschehen einmischte, hatte ich zur Vorsicht eine Astralkopie von mir erzeugt und mich daraufhin unauffällig in Raguels Nähe begeben.

>Nicht! SURU!!!!!!!!!< Als ich sah was Astaroth mit meiner Astralkopie machte wurde mir auch ziemlich mulmig. Er behandelt sie ja auch nicht gerade mit Samthandschuhen. Iighs, das hat bestimmt weh getan.

>Hey, Raguel. Machst du dir etwa Sorgen um mich?< So überrascht wie in diesem Moment habe ich ihn noch nie gesehen. Es brachte mich zum Lachen

>Wie hast du?<

>Pst! Das ist nur eine Astralkopie. Völlig simpel und doch effektiv.< Jetzt lachte auch er erleichtert auf. Leider merkte Astaroth sehr schnell das ich ihn reingelegt hatte und wendete sich wieder uns zu. Die Feuerwand die auf uns zurast ist inmens und wir haben nicht die geringste Chance zum Ausweichen. Das wird verdammt weh tun.

>Was zum Henker?!< Astaroths Fluchen ließ mich meine Augen wieder öffnen. Wie? Mir tut überhaupt nichts weh? Vorsichtig tastete ich noch einmal an meinem Körper entlang, aber da ist nichts. Keine einzige Verbrennung. Ein Blick auf Raguel veriet mir das es ihm ähnlich ging. Auch er hat keinerlei Verbrennungen. Wie zum Henker ist das möglich?!

>Ich warne dich Cerberus geh mir aus dem Weg! Sie gehören mir!< Cee?! Stimmt er steht jetzt genau zwischen uns. Zwar immer noch in seiner Wolfsgestalt aber seine Augen funkeln bereits wieder in dem selben Rot wie damals als ich ihn in der Hölle gefunden habe.

>Cerberus?! Etwa noch ein Dämon? Suru was geht hier vor?< Es wird wohl nichts bringen ihm jetzt noch sagen zu wollen, das ich keine Ahnung habe...

>Mach dir keine Sorgen Cee ist mein Freund er wird uns beschützen.< Das wieder rum brachte Astaroth dazu in schallendes Gelächter auszubrechen.

>Das wüsste ich aber! Er beschützt niemanden außer sich selbst. Das war schon immer so.< Cees Knurren wurde lauter und von jetzt auf gleich hatte er seine wahre Gestalt wieder angenommen. Raguel bekam fast einen Herzinfarkt als Cee sich kurz zu uns umsah und dann langsam begann einen Kreis um Astaroth zu drehen. Es ist faszinierend zu sehen wie Astaroth langsam aber sicher mulmig zu mute wird, aber dass wird nicht von allzu langer Dauer sein. Bald wird er sich wieder fangen und bis dahin sollten wir hier verschwunden sein.

>Los komm! Weg hier!< Noch ehe Raguel mir zustimmen konnte zerrte ich ihn schon hinter mir her in das nächstbeste Gebüsch. Viel wird es nicht bringen immerhin sitzen wir nach wie vor in Astaroths Bannkreis fest. Aber Dank Cee habe ich endlich Zeit um Raguel ein paar Fragen zu stellen.

>Wieso bist du mir gefolgt?< Mir ist klar das ich nicht gerade freundlich klinge aber in Anbetracht unserer momentanen Situation ist das wohl mehr als nur normal. Er schnappte immer noch nach Luft aber fing sich langsam wieder.

>Ich hatte ja keine Ahnung! Ezechiel meinte nur es sei besser euch nicht allein gehen zu lassen. Aber das hier?! Woher kennt ihr nur diesen Dämon?< Habe ich denn vorhin nicht klar und deutlich gesagt das ich allein gehe?! Warum müssen Engel sich denn immer in jede Kleinigkeit einmischen? Seufzend ließ ich mich gegen einen Baumstamm sinken.

>Ganz ehrlich auf das Vergnügen Astaroth kennen zulernen hätte ich nur allzu gerne verzichtet. Das kannst du mir glauben.< Er starrte mich vollkommen fassungslos an.

>Du meinst dieser Typ ist DER Erzdämon Astaroth?! Einer der sieben Satane der Hölle?!< Na super. Jetzt hat er richtig Panik. Hast du toll gemacht Suru. Mach weiter so und ihr liegt unter der Erde noch ehe der Tag vorbei ist.

>Genau der. Aber mach dir keine Sorgen ich bin schon einmal mit ihm fertig geworden und das kriege ich notfalls auch noch mal hin. Auch wenn er das Gegenteil behauptet.< hui, ich klinge ja richtig überzeugend.

>Aber wie könnt ihr euch da so sicher sein? Ihr seid immer noch vollkommen geschwächt.< Hey, langsam! Wer sagt das ich schwach bin? Okay, ich mag zwar nicht mehr im Vollbesitz meiner gesamten Kräfte sein, aber um aus Astaroths Bannkreis zu kommen wird es wohl noch reichen. Hoffe ich.

>Laß mal gut sein. Wir sollten viel lieber machen das wir aus diesem Bannkreis rauskommen. Wenn Astaroth uns findet können wir einpacken.< Das ist etwas was er ohne große Fragen einsehen konnte und so machten wir uns auf die Suche nach den äußeren Grenzen des Bannkreises. Wir hatten sie schon bald gefunden und dazu noch eine weitere Überraschung. Keine zwei Meter vom Rand des Bannkreises entfernt baumelte eine dunkle Gestalt am Ast eines Baumes. Im ersten Augenblick sah es ganz so aus als wäre sie daran aufgeknüpft worden aber als wir näher herangingen konnten wir genau erkennen das dem nicht so war. Sie sie nur gut verschnürt worden bevor man sie dort hinhängte. Natürlich holten wir sie sofort von dem Ast herunter und hofften eigentlich nur das die betreffende Person noch am Leben war, da der gesamte Körper über und über mit Wunden übersäht war. Sicher Astaroths Werk. Vorsichtig drehte Raguel die Gestalt auf den Rücken. Der Anblick ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

>Dayne de Avido! Was zum Henker macht der hier?!< So wie sich Raguels Stimme anhört ist er alles andere als begeistert ihn zu sehen und ich schloß mich seiner Meinung an. Das gibt garantiert noch mehr Schwierigkeiten. Davon haben wir ja auch noch nicht genug! Zum Glück ist der hier ohnmächtig.

>Du kennst ihn?< Erst mal vorsichtig antesten was er alles weiß.

>Ja, er bat uns darum seinen Neffen zu begleiten und einen Dämon in diesem Dorf unschädlich zu machen. Das es sich dabei um Astaroth handelt hat er allerdings mit keinem Wort erwähnt. Ebenso wenig wie die Tatsache das ihr in diesem Dorf lebt. Ziemlich merkwürdiger Typ wenn ihr mich fragt.< Ich zuckte kurz mit den Schultern. Sympathisch ist er mir auch noch nie gewesen aber das hat er nun wirklich nicht verdient. Es grenzt schon fast an ein Wunder das er noch lebt. So wie es aussieht will Astaroth nicht das er stirbt wenigstens vorerst. Keine der Wunden ist ernsthaft gefährlich aber die Menge reicht aus um ihm dauerhaft das Bewußtsein zu rauben. Fragend sahen Raguel und ich uns einen Moment lang an bevor sich Raguel den Ohnmächtigen über die Schulter legte. Es ist klar das wir ihn nicht zurück lassen können.

>So und jetzt verrat mir doch bitte endlich wie wir aus diesem Bannkreis verschwinden sollen.< Da ist er wieder dieser beißende Humor der für Raguel so typisch ist. Lächelnd sah ich ihn an.

>Wart es nur ab. Das ist ganz einfach.< Vorsichtig tastete ich ein Stück des Bannkreises ab bis ich herausgefunden hatte welchen von den unzähligen Bannkreisen Astaroth nutzte um uns einzusperren. Es ist ein ziemlich einfacher Kreis. Es kommt eigentlich schon fast einer Beleidigung gleich das er eine so geringe Stufe der Magie benutzt. Anscheinend unterschätzt er mich gewaltig.

>So einfach wie aus meinem Labyrinth zu verschwinden?< So viel zu dem Thema es wird ab jetzt endlich leicht. Kaum glaubt man ihn endlich los zu sein, dann taucht er wieder auf. Hoffentlich ist Cee nichts passiert.

>Versuchs! Ich sehe gern zu wie du es schaffen willst mit lediglich der Hälfte deiner Kräfte aus diesem Bannkreis zu fliehen.< Reiflich selbstzufrieden lehnte Astaroth sich an den nächstbesten Baum und beobachtete mich abwartent. Bitte, wenn er meint! Ich konzentrierte mich auf die Magie des Kreises und wurde fast in selben Moment von einer unglaublichen Kraft zurück geschleudert. Fassungslos starrte ich den Bannkreis an. Was zum Henker ist das gewesen?! Normalweise müsste er jetzt gebrochen sein. Astaroth kriegte sich vor Lachen schon fast nicht mehr ein.

>So wie es aussieht kommst du hier nicht raus. Wenigstens nicht solange sein Siegel auf dir liegt.< Woher zum Henker weiß er das denn jetzt schon wieder?! Am Liebsten würde ich ihm was an den Kopf schmeißen aber das wäre nicht besonders förderlich für meinen und Raguels momentanen Gesundheitszustand. Außerdem muß ich ja wohl oder übel auch noch Dayne de Avido aufpassen.

>Wieso stellt dieser Engel dir eigentlich keine Fragen? Langsam aber sicher dürfte doch genügend Merkwürdiges passiert sein das du ihm erklären solltest, oder etwa nicht?< Kann der denn nicht ein einziges Mal seine große Klappe halten?! Muß der mich unbedingt so nerven?!

>Sie braucht nichts zu erlären. Ich vertraue ihr!< Jetzt bin ich aber baff. Ich scheine den Kleinen doch mehr beeindruckt zu haben als ich dachte. Nur Astaroths gehässiges Lachen macht mich fast wahnsinnig!

>Ein Engel der einem Dämon vertraut. Wie niedlich!< Es reicht endgültig. Siegel oder nicht der kriegt jetzt eine Abreibung die sich gewaschen hat! Probieren kann man es ja mal.

>Ich bin kein Dämon!< Als Antwort darauf ließ Astaroth mich einfach gegen den Bannkreis sausen und sorgte dafür das ich an diesem kleben blieb. Dieses triumphiernde Grinsen ist einfach widerlich!

>Das sah damals aber ganz anders aus. Nun gut zuerst werde ich mich um deine Freunde kümmern. Sieh gut hin. Vielleicht lernst du ja was.< Ich stieß einen Fluch aus als er dafür sorgte das Raguel sich nicht mehr vom Fleck rühren konnte. Was mach ich nur?! Wenn ich nicht gleich freikomme frittiert er die Beiden ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meinem Rücken. So gut es eben ging drehte ich meinen Kopf zur Seite um erkennen zu können wer da hinter mir stand, aber ich konnte nur wage eine dunkle Gestalt erkennen die sehr schnell wieder verschwand. Allerdings komme ich jetzt frei und auch meine Kräfte sind anscheinend auch komplett zurück. Kein Anzeichen mehr von irgendwelchen Schwächen und das Beste ist Astaroth weiß nichts davon.

Mit einem reiflich zufriedenen Lächeln stand ich langsam wieder auf und brach den Bannkreis. Noch im selben Augenblick legte ich einen neuen Kreis sowohl um Raguel und mich als auch um Cee dessen Anwesenheit ich endlich wieder spüren konnte. Keine zwei Sekunden später standen wir auf dem Marktplatz im Dorf, der sich inzwischen weiträumig geleert hatte. Es waren nur noch wenige Gäste übrig und die waren meist so betrunken das sie es kaum bemerkten, das wir quasi aus dem Nichts aufgetauchten.

Das ist ganz schon knapp gewesen. Aufmunternd lächelte ich Raguel zu der gerade damit begann unter Dayne de Avidos Gewicht zu schwanken. Im letzten Augenblick gelang es mir die beiden festzuhalten. Langsam fand Raguel sein Gleichgewicht wieder. Wir teilten uns das Gewicht von de Avidos erschlafften Körper und trugen ihn gemeinsam in das Wirtshaus wo Quirin und die beiden Engel seit einiger Zeit wohnten. Zu meinem Glück verlor Raguel kein einziges Wort über das was im Wald geschehen war und ich konnte vorläufig aufatmen. Nur als er mich dazu übereden wollte Dayne de Avido zu heilen riß mein Geduldsfaden. Bevor ich mich allerdings in eine meiner Schimpftriaden über diesen Mistkerl, der angeblich ein Feldherr sein will ergehen konnte bugsierte Shion mich aus dem Raum und erklärte den doch ziemlich überaschten Engeln so gut es eben ging was damals passiert ist. Er ließ nur hier und da ein winziges Detail aus aber es reicht um sie davon zu überzeugen das es doch besser ist wenn ich mich nicht um de Avido kümmere. Sie haben ja keine Ahnung was sie ihm damit ersparen. Einzig Quirin scheint es sich in den Kopf gesetzt zu haben das ich doch unbedingt einmal mit seinem Onkel sprechen müsste. Warum er so hartnäckig darauf besteht ist mir vollkommen unerklärlich aber nach dem er mich zum was weiß ich wievielten mal damit belästigte willigte ich ein mit Dayne de Avido zu sprechen. Es besteht ja immerhin die Möglichkeit das er mich nicht sofort erkennt.

Inzwischen ging es diesem schon wieder so gut das er es schaffte einmal an Tag sein Zimmer zu durchqueren. Er erholt sich ziemlich schnell, aber er hatte ja auch schon unzählige Kämpfe hinter sich. Mit einem ziemlich mulmigen Gefühl in der Magengegend betrat ich das Zimmer und was dann geschah ging so schnell das ich nicht die geringste Chance hatte überhaupt zu reagieren.

Kaum hatte Dayne de Avido mich in der Tür entdeckt griff er nach einem länglichen Gegenstand auf dem Tisch und schleuderte ihn in meine Richtung. Viel zu spät bemerkte ich das es ein Dolch war. Mit einem leichten Sirren saußte er in meine linke Schulter.

 

 

 

01-11-20

 

 

Next: Part 12 – Fire in the sky

 



ARGH!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wie war das noch mal?! Mit diesem Kapitel beende ich Shaos Vergangenheit?! Oh man, der Witz war gut.

Ich hatte doch tatsächlich fast vergessen was noch alles geklärt werden muß damit es endlich mit der eigentlichen Storyline weitergehen kann. Zum Glück hat mich Kohaku-san daran erinnert. (ARIGATOU!!!!!)

Ansonsten wär mir das nämlich erst beim Weiterschreiben aufgefallen und dann hätte dieses Kapitel garantiert 40 bis 50 Seiten...

Also schiebe ich mal wieder ein nicht geplantes Kapitel ein und damit hat es sich dann hoffentlich.

Kohaku-san hat mir nämlich im selben Atemzug angedroht das ich ja nix kürzen solle nur damit alles noch in dieses Kapitel passt. >Schreib lieber noch ein Kapitel und mach es ordentlich. Wär schade wenn deswegen was unter den Tisch fällt nur damit es paßt.< ARGH, wenn das mal so einfach wäre. (Dazu muß man erwähnen das Kohaku-san zu den Wenigen gehört die schon etliches mehr über die Story wissen als der bisherige Leser, da wir uns quasi jede Woche einmal sehen. Läßt sich einfach nicht vermeiden....)

Ich möchte doch zu gerne den Hades-Plot schreiben, aber das geht nicht wenn ich nicht endlich Shaos Vergangenheit (okay, einen Teil davon) aufdecke. Nun gut, das heißt also diese Woche noch mal fleißig weiterschreiben und am Wochende auch....

Irgendwann muß ich doch mal fertig werden oder etwa nicht??????????

^steht kurz vor der totalen Verzweifelung^

 

UPDATE Kurenai no Tenshi
 

ab sofort erhältlich

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Moon Shadows
Chapter 14
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Love of an angel
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