Part 13

02-01-25

 

Love of an angel

         Part 13

 

Last moments of peace

 

>Lauf! Suru ich bitte dich lauf!< Seine Stimme klingt so schwach. Verdammt ich kann ihn doch nicht einfach hier liegen lassen! Er wird sterben wenn ich ihn nicht wegbringe! Astaroth lenkt zwar unsere Gegner ab, aber die Feuerbällen die nach und nach vom Himmel fallen sind auch nicht ohne. Da hat sich jemand ganz schön was einfallen lassen. Über das gesamte Himmelszelt spannt sich flüssige Lava! Wird höchste Zeit hier zu verschwinden!

>Hör endlich auf dich um mich zu kümmern! Ich brauche deine Hilfe nicht!< Wütend schubste er mich weg. Er kann mir erzählen was er will, aber ich werde ihn hier nicht liegen lassen! Nicht in diesem Chaos! Und vor allem nicht mit dieser Verletzung!

>SHION!< Mehr war nicht nötig. Augenblicklich schwieg betroffen und hörte auf sich zu wehren. Das gab mir Zeit um einen kurzen Blick auf seine Wunde zu werfen. Der Pfeil ist glatt durch die Schulter gegangen. Um ihn davon zu befreien werde ich ihn abbrechen müssen. Nachdenklich betrachtet ich das Teil. Wie rum ist es wohl einfacher? Wenn ich ihn an der Spitze oder am Schaft abbreche? Schmerzhaft wird es auf jeden Fall.

>Suru paß auf!< Ehe ich mich versah stieß er mich zu Boden. Entsetzt sah ich zu wie er von einem Pfeilhagel getroffen wurde und sein Körper blutüberströmt zu Boden sank.

>Shion! NEIN!< Weinend kroch ich auf ihn zu und nahm ich ihn in den Arm. Sein Atem ist kaum noch zu spüren, aber er lebt! Warum? Warum mußte er unbedingt den Helden spielen?

>Mach dir keine Sorgen um mich.< Meint er wirklich das ich nicht merke wenn er mich anlügt? Meine Kräfte werden nichts nützen, dafür ist er bereits zu schwer verletzt. Ich kann ihm nicht mehr helfen. Shion, wieso?

>Lügner!< Er antwortet mit einem Lächeln das mir fast das Herz zerreißt. Ich kann spüren wie das Leben allmählich aus seinem Körper entweicht. Schützend drückte ich ihn fester an mich. Nicht sterben! Shion bitte! Nicht sterben! Laß mich nicht allein!

>Was zum Teufel tust du da?!< Ich schrie auf, als mir jemand brutal an den Haaren zog. Als ich den Blick wendete entdeckte ich direkt hinter mir einen blutüberströmten Astaroth. Oh mein Gott! Er sieht aus als würde ihm das Ganze auch noch Spaß machen. Zum ersten Mal seit langer Zeit beginne ich mich wieder vor ihm zu fürchten.

>Verdammt noch mal! Laß das sein! Wir haben keine Zeit für so was! Wir müssen weg!< Wütend befreite ich mich aus seinem Griff. Ganz bestimmt nicht! Ich werde Shion hier nicht allein lassen! Es ist meine Schuld das er... das er...

Schluchzend sank ich in mich zusammen. Das ist zu viel! Das ist zuviel!

>Toll! Ja, ja heul du nur! Die Engel sind ja auch soooo weit entfernt! Wir können uns ewig Zeit lassen!< Dieser Sarkasmus ist so etwas von fehl am Platz! Aber das kann ich ihm nicht sagen. Der Abgrund in meinem Innern ist zu plötzlich aufgetaucht und ich brauche meine ganze Kraft um nicht ganz in hinein zu fallen.. So eben habe einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren und damit fertig zu werden ist alles andere als leicht. So wie es aussieht schaffe ich das auch nicht. Außer Schluchzen dringt kein Laut mehr aus meiner Kehle. Warum? Warum haben sie uns nicht einfach in Ruhe gelassen?

>Er hat recht. Wir müssen hier schnellstens weg.< Das kann nicht sein! Fassungslos hob ich den Blick und stieß einen Schrei aus. Das ist nicht wahr! Das kann einfach nicht wahr sein! Keinen Meter von mir entfernt steht Shion und er hat nicht einen einzigen Kratzer! Er sieht aus als wäre ihm nie etwas passiert!

>Okay, er lebt und jetzt komm endlich!< Vollkommen paralysiert ließ ich mich von Astaroth und Shion in eine halbwegs sichere Deckung schleifen. Wie kann das sein?! Das ist unmöglich! Er ist doch gestorben oder etwa nicht? Entnervt verpasste mir Astaroth eine Ohrfeige.

>Komm endlich wieder runter! Hast du immer noch nicht begriffen zu was zu fähig bist?! Die sind schließlich nicht ohne Grund hinter dir her!< Fassungslos rieb ich über meine schmerzende Wange. Das alles nur meinetwegen?! Sie tun das meinetwegen?! Resigniert stieß Astaroth einen Fluch aus.

>Begreif es lieber schnell! Du kannst dich nicht vor deiner Herkunft verstecken!< Noch ehe ich ihm antworten konnte hatte er sich Shion geschnappt und zog diesen in Richtung offene Straße. Nein! Das nicht! Das ist zu gefährlich!

>Warte was-< Er ließ mich nicht einmal ausreden.

>Ich bringe weg ihn von hier! Solange du dich so sehr vom Schicksal der Menschen beeinflussen lässt bist du nicht zu gebrauchen!< Was?! Hat dem jemand einen Schlag auf den Kopf verpasst oder was ist los?

>Sieh mich gefälligst nicht so fassungslos an! Kümmere dich lieber mal darum was du tun willst! Je länger du zögerst desto mehr Menschen werden sterben.< Wenn es irgendetwas schaffte mich zur Vernunft zu bringen, dann war es das. So schwer es mir auch fällt das zu zugeben er hat recht. Ich kann mich unmöglich um einen einzelnen Menschen kümmern während der Rest von ihnen vor die Hunde geht. Ich muß endlich einsehen, das selbst meine Kräfte ihre Grenzen haben.

>Red nicht so einen Blödsinn! Es sind immer noch Engel! Sie werden uns schon nichts tun.< Entgeistert sah ich Shion an. Hat er in all den Jahren wirklich nichts gelernt? Glaubt er etwa immer noch daran das nur Engel den Frieden in Assia auf Dauer herstellen können? Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich von meinem Ziehvater enttäuscht. Gerade er sollte doch am Besten wissen zu was Engel fähig sind.

>Aber sicher doch! Deshalb regnet es da draußen auch Blumen und keine tödlichen Feuerbälle. Komm jetzt!< Shion hatte nicht die geringste Chance sich gegen Astaroths Griff zu wehren. Er schleifte ihn hinter sich her als wäre Shion eine Puppe.

>Warte!< Mit einem verächtlichen Schnauben drehte sich Astaroth zu mir um.

>Ich werde mich nicht wiederholen!< Kopfschüttelnd sah ich ihn an. Kaum zu fassen. Er scheint sich ernsthaft Sorgen zu machen.

>Nein! Wir werden sie alle retten oder gar keinen!< Es dauerte etwa zwei Sekunden bevor er in schallendes Gelächter ausbrach.

>Hör dir das!< Freundschaftlich knuffte er Shion in die Rippen.

>Sie wird größenwahnsinnig!<

>Ach? Und wer hat mir gesagt, das meine Kräfte meine kühnsten Träume übersteigen würden?< Für den Moment hatte ich ihn irritiert, aber er fing sich schnell.

>Oh nein! Das wirst du schön bleiben lassen! Ich habe keine Lust mir deinetwegen noch mehr Ärger einzuhandeln!<

>Dann solltest du mir lieber helfen, denn ich werde bestimmt nicht kampflos aufgeben.< Demonstrativ ließ ich ein Schwert in meiner Hand entstehen.

>Alter, sie ist deine Tochter. Red ihr diesen Schwachsinn aus.< Wenn er auf Shions Hilfe hoffte, dann hatte er sich schwer geschnitten. Der erkundigte sich lediglich ob mein Bein wieder in Ordnung sei und das konnte ich ohne Probleme bejahen. Zu dritt verließen wir (immer darauf bedacht in Deckung zu bleiben) unseren Unterschlupf und suchten die Straßen nach den restlichen Dorfbewohnern ab. Wir fanden nicht einen. Sie scheinen wie vom Erdboden verschwunden zu sein. Allerdings beruhigte es Shion und mich ungemein, das wir auch keine Leichen fanden. Sie sind also noch am Leben. Vor uns begann Astaroth zu fluchen als hätte gerade jemand versucht ihm das Herz aus der Brust zu reißen. Wir hatten inzwischen den Rand des Dorfes erreicht und so wie Astaroth sich aufführt muß da irgendwo ein Hindernis sein. Allerdings kann ich nicht den geringsten Hinweis darauf entdecken. Und charmant wie er eben ist läßt er mich erst voll dagegen rennen ehe er mir sagt, das die Engel einen Bannkreis um unser Dorf gelegt haben, der Dämonen jegliches Fortkommen unmöglich macht. Gegen dieses Ding bin ich also beim Fliegen geprallt. Kein Wunder dass das so eine Bruchlandung geworden ist. Wir sind also eingesperrt. Na ganz toll! Und was nun?

>Wie süß! Ein Erzdämon im Käfig!.< Warum frage ich? Es ist doch klar, das genau jetzt jemand kommen muß um die Falle zu überprüfen. In diesem Fall ist dieser jemand Leciel und ein gutes Dutzend Engel, das ihn begleitet. Wobei mir einfällt, das ich doch eigentlich nur zur Hälfte ein Dämon bin. Rein theoretisch müsste ich diesen dämlichen Bannkreis doch mit Leichtigkeit knacken können.

>Wir haben euch schon sehnsüchtig erwartet.< Mir wird gleich schlecht bei diesem freundlichen Tonfall und schon geht das ellenlange Geschwafel von wegen taktischer Überlegenheit und so weiter los. Würg! Also gut, bevor mir hier ganz schlecht wird lasse ich es doch lieber auf einen Versuch ankommen.

>Shion?< Er nickte kurz um mich wissen zu lassen, das auch ihm ein Ausfall lieber ist als weiterhin tatenlos in der Gegend herumzustehen.

>Astaroth?< Keine Antwort. Gut, dann werde ich eben entscheiden. Das hier ist unsere Sache! Er braucht nicht zu bleiben!

>Nur so als Warnung gedacht. Wenn ich den Bannkreis sprenge macht ihr Beiden das ihr wegkommt.< Ihren erstaunten Blick quittierte ich mit einem Lächeln.

>Nur keine Sorge. Wir müssen uns aufteilen um das hier heil zu überstehen und DU Astaroth wirst dafür sorgen das wir Verstärkung bekommen.< Noch ehe er etwas erwidern konnte ließ ich ihn wissen was ich meinem Vater alles erzählen würde wenn er es nicht täte. Damit hatte sich jede weiter Diskussion erledigt. Zufrieden lächelnd sah ich noch einmal kurz zu Leciel der sich immer noch für unbesiegbar hielt und löste langsam, damit es ja keiner zu früh mitbekam meinen Bannkreis über das Tal. Wenn Astaroth recht hat, das ich einen Bannkreis über das Tal gelegt habe, dann sollte dieser jetzt nicht mehr existieren und eigentlich sollte ich mich jetzt auch stärker fühlen, aber irgendwie-

Die Energiewelle die urplötzlich durch meinen Körper schoß war unbeschreiblich. Ich hatte ja gar keine Ahnung über was für Kräfte ich verfüge. Allein wie viel Kraft es kostet einen solchen Bann zu erhalten. Mir tut schon jetzt derjenige Leid der für Leciels Falle verantwortlich ist. Das wird verdammt weh tun.

>Achtung! Jetzt!< Im selben Augenblick zersprang der Bannkreis auch schon vor unseren Augen und ehe sich unsere Gegner versahen waren wir mitten unter ihnen. Gut, wir ist etwas übertrieben formuliert da Astaroth sich wie befohlen bei der erst besten Gelegenheit verdrückt hat, aber es reicht auch so. Eigentlich sieht es gar nicht mal so schlecht für uns aus. Wir liegen haushoch in Führung und das obwohl ich meine Kräfte kaum nutze, aber leider spielen unsere Gegner nicht sonderlich fair. Sie lieferten uns sehr schnell einen Grund warum wir uns besser ergeben sollten. Direkt hinter Leciel tauchten nämlich Saeko, die von einigen Soldaten in Schach gehalten wurde und Dayne de Avido auf. Fluchend schmiß ich Dayne de Avido mein Schwert vor die Füße, während Shion von Leciel entwaffnet wurde.

>Aber, aber wer wird denn?< Wären wir jetzt alleine würde ich dir den Hals umdrehen, aber ich schätze das weißt du schon.

>Leciel ich denke sie wird euch jetzt mit Freude begleiten.< Aber sicher doch! Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen! Einzig Saekos verzweifelter Blick hielt mich davon ab eine Dummheit zu begehen. Wer weiß was sie mit dem Rest der Dorfbewohner angestellt haben. Es ist vielleicht sogar besser erst Mal abzuwarten. Wenn ich allerdings nach Shions Blick gehe wird hier bald keiner mehr auf den Füßen stehen. Verdammt! Ich habe keine Lust ausgerechnet jetzt einen auf hilflos zu machen!

>Meinst du? Ich finde sie braucht noch kleine Lektion.< Lächelnd rammte Leciel mir seine Faust in den Bauch, was ihm direkt einen ähnlichen Schlag von mir einbrachte. Wirklich! Ich sehe es nicht ein das dieser Kerl mir ungestraft auf die Nerven gehen darf! Wenn der sich mit mir anlegen will, dann wird der sein blaues Wunder erleben!

>Versuch das nicht noch mal!< Wütend funkelte ich ihn an. Engel hin oder her! Ich erwürge diesen Kerl wenn er das wieder macht. Man das tut weh!

>Da bin ich anderer Meinung.< Mit einem Fingerschippen sorgte er dafür das sowohl unter Saekos als auch Shions Kinn ein Schwert klebte.

>Du verdammter Bastard!< So wütend wie jetzt bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht gewesen und ich kann nichts, aber auch gar nichts tun um ihnen zu helfen! Am liebsten würde ich laut schreien.

>Eigentlich würde es mir zu stehen das zu sagen.< Lächelnd sah er mich. Glaub doch was du willst!

>Ehrlich, fast tut es mir leid das zu tun.<

>Ganz ehrlich?< Ich fixierte ihn mit einem verächtlichen Grinsen.

>Das glaube ich dir nicht.< Was ihn allerdings nicht weiter beeindruckte. Er ließ solange Energiesalven und Schläge auf mich niederprasseln bis ich keuchend auf dem Boden lag. Weder die Saekos Schreie noch Shions wilde Drohungen konnten ihn davon abhalten selbst dann noch weiterzumachen. Was muß ich Volltrottel zwischendurch auch immer so eine große Klappe haben und ihn weiter provozieren? Schließlich gab ich es auf mich gegen ihn behaupten zu wollen. Ich ertrug einfach die Schmerzen und blieb liegen. Hat doch eh alles keinen Zweck! Das Arsch hat Geiseln! Enttäuscht verzog er das Gesicht.

>Schade. Ich hatte auf etwas mehr Einsatz gehofft.< Mühselig hob ich den Blick.

>Laß doch mal die Geiseln frei und wir sehen was dabei rauskommt.< Verblüfft sah er auf mich herunter. Was denn? Noch nie was von Fairplay gehört?

>Anscheinend bist du dir deiner Lage nicht bewusst.< Ach wirklich? Wer liegt hier am Boden? Du oder ich?

>Meinst du ja?< Oh du selten dämlicher Idiot! Was reizt du ihn?! Tut dir denn noch nicht genug weh?

>Das können wir gern ändern!< Er packte mich an der Kehle, zog mich auf die Beine und begann dann langsam zu zudrücken. Super! Noch irgendwelche glorreichen letzten Worte?

>Dazu fehlt dir der Mumm!< Zack lag ich wieder auf dem Boden und konnte somit auch direkt feststellen das mein Körper tatsächlich nicht eine einzige unverletzte Stelle mehr aufweist. Was besseres konnte dir ja auch nicht einfallen, wie? Hey, aber anscheinend habe ich da einen wunden Punkt getroffen. Ist doch für den Anfang nicht mal schlecht.

>Kümmert auch um sie! Wir treffen uns im Lager!< Schon rauschte er davon. Noch dazu stinksauer. Einen sind wir los. Bleiben? Abschätzend sah ich mich und ließ resigniert den Kopf sinken. Ok, das sind zu viele. Ich werde es nicht schaffen sie alle von meinen Eltern abzulenken, also muß ich sie wohl machen lassen. Wenn mich meine Ahnung nicht täuscht finde ich auf diesem Weg garantiert auch am Schnellsten die restlichen Dorfbewohner. Wenigstens ist der Himmel wieder blau und es regnet keine Feuerbälle mehr. Nur sitze ich nach wie vor in der Tinte. Um es kurz zu machen ich bin umzingelt! Gut, spielen wir eben ausnahmsweise das wehrlose Opfer. Was nicht heißt, das ich den Weg zu ihrem Lager laufen werde. Immerhin bin ich schwerverletzt. Demonstrativ blieb ich auf dem Boden liegen und ließ mich von einem der Soldaten zum Lager tragen. Anscheinend haben sie Anweisung mich nicht in die Nähe meiner Eltern kommen zu lassen, aber das macht nichts. So wie ich Shion kenne wird er schon alle informieren. Vorläufig sollte ich mich lieber darauf konzentrieren einen Teil meiner Verletzungen zu heilen. Wer weiß wozu es gut ist.

Kaum im Lager angekommen trennte man uns endgültig und schleifte mich äußerst unsanft in ein riesiges Zelt wo man mich einfach auf dem Boden schmiß. Wohin man Shion und Saeko gebracht hat konnte ich nicht erkennen, aber sie sind vorläufig besser dran wenn sie nicht in meiner Nähe sind. Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl, das die Sache brenzliger ist als ich mir das vorgestellt habe. Meine Hoffnung die Soldaten erst mal los zu sein erstarb genauso schnell wie sie gekommen war. Im Zelt befanden sich nämlich schon die nächsten Drei und das Erste was sie taten als sie mich vom Boden aufgehoben hatten war mich an einen unförmigen Pfahl zu ketten. Gut, unter mir sind zig weiche Kissen verteilt, aber bequem ist das hier nicht! Schätze es wird Zeit hier zu verschwinden. Scheiße! Was ist das denn?! Wieso zum Henker kann ich denn meine Kräfte nicht benutzen?! Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ein dumpfes Lachen hinter einem Vorhang ließ mich aufmerksam werden.

>Dachtest du wirklich das wären gewöhnliche Fesseln? Sie wurden extra geschmiedet um Engel an der Flucht zu hindern.< Nein, wie einfallsreich! Allein wäre ich da jetzt auch nicht draufgekommen.

>Komm endlich raus und zeig dich.< Mir ist sonnenklar wer da hinter dem Vorhang steht, aber ich sehe es nicht ein mit einem Wandteppich zu reden.

>Immer noch so mutig? Das wundert mich.< Ach hör schon auf. Das glaubst du ja wohl selbst nicht. Dafür kennst du mich nicht gut genug.

>Aber-< Schwungvoll glitt der Vorhang zur Seite und Leciel stand direkt vor mir. Toll! Super Auftritt! Muß ich jetzt applaudieren?

>-das können wir ändern.< Uiiiiiiiiiiiiiiiiiiii! Muß ich Angst kriegen? Na dann gib dir mal Mühe. Denselben Satz hast du übrigens schon mal benutzt und er dir rein gar nichts gebracht! Viel Zeit hast du eh nicht mehr, bis meine Verstärkung kommt. Einer der drei Soldaten verhinderte zum Glück das er mich noch weiter Vollsülzen konnte.

>Leciel! Wir haben einen der Verräter gefasst.< Ach, das gibt es auch? Es gelang mir nicht länger ein unbeteiligtes Gesicht zu machen. Allmählich wird die Sache interessant. Irgendwie muß ich doch auch diese Fesseln loswerden können.

>Ist gut! Um ihn kümmere ich mich später. Zuerst ist sie dran.< Oh man, ich zittere! Siehst du wie?

>Lach nur! Wenn Dayne de Avido mit dir fertig ist werden wir weitersehen.< Meinst du? Das musst du erst beweisen!

>Das heißt ein Mensch hat mehr Mumm in den Knochen als du?< Eiskalt sah er mich an. Kinder! Dieser Gesichtsausdruck! Der ist überreif! Ich kann gleich nicht mehr.

>Sagen wir einfach er ist zu etwas fähig was mir verwehrt ist.< Ich wurde blaß. Nein! Unmöglich! Das würde selbst ein Engel nicht zu lassen!

>Weißt du, das war der Preis für seine Hilfe.< Mit einer Hand hob er mein Kinn leicht an. Gleich beiß ich dich!

>Und ich finde er hat sich mehr als nur verdient.< Wütend zerrte ich an meinen Fesseln und versuchte ihn zu fassen zu bekommen. Ich zeig dir was ich davon halte.!

>Na, na, na du willst ihm doch nicht etwa den Abend verderben in dem du dich wehrst, oder?< Soll ich dir mal wohin treten?! Verdammt! Diese Dinger sind widerstandsfähiger als ich dachte.

>Zum Glück haben wir etwas, das genau das verhindert.< Er ließ sich von einem der Soldaten eine Spritze geben die er mir mit Genuss unter die Nase hielt. Arschloch! Mistkerl! Bastard!

>Das hier wird deine Muskeln lähmen und dich harmlos wie ein Lämmchen machen.< Das wagst du nicht!

>Dafür werde ich jeden Einzelnen von euch töten!< Lachend tastete er meinen Arm entlang. Ich versuchte ihm auszuweichen, aber dank dieser gottverdammten Fesseln klappte das vorn und hinten nicht.

>Amüsant. Wirklich amüsant. Wie willst du das anstellen, wenn du wehrlos bist?< Er jagte mir die Spritze mit einer solchen Wucht in den Arm, das ich aufschrie. Konzentriert drückte er die Flüssigkeit nach und nach in meine Adern. Die Wirkung trat fast sofort ein. Sämtliche meiner Muskeln erschlafften und nur die Fesseln hielten mich noch halbwegs aufrecht.

>Siehst du? So gefällst du mir wesentlich besser.< Erwartet der jetzt allen Ernstes eine Antwort? Anscheinend nicht, da er vollkommen zufrieden das Zelt verließ. Schätze mir bleiben vielleicht noch zehn Minuten bis Dayne de Avido hier aufkreuzt um sich seinen Preis abzuholen und bis dahin sollte ich weg sein. Meine drei Wächter sahen das allerdings etwas anders. Ehe ich mich versah hatten sie mir die Kleider von Leib gerießen und fielen nach einander über mich her. Anfangs versuchte ich noch mich gegen sie zu wehren, aber sie waren einfach zu stark. Ich hatte nicht die geringste Chance und diese Hilflosigkeit trieb mir die Tränen in die Augen. Ich habe zwar schon viel darüber gehört, das Frauen in solchen Momenten verzweifeln und innerlich völlig zerbrechen, da sie mit der Schande nicht leben können, aber ich bin eigentlich nur eines, stinksauer! Diese Hilflosigkeit macht mich wütend. Unter normalen Umständen hätte ich das gesamte Lager schon längst in Schutt und Asche gelegt. Ich hoffe nur das es den Frauen unseres Dorfes besser ergeht als mir. Sie werden wohl nicht so denken wie ich wenn die Soldaten sich an ihren Körpern gütlich halten. Verdammte Scheiße auch! Sind die nicht bald mal fertig?!

Kurz bevor Dayne de Avido aufkreuzte hatten sie mich noch gewaschen und wieder komplett angezogen. Entweder taten sie es weil sie Angst vor ihm haben oder weil er es ihnen befohlen hat. Aber das will ich nicht wissen. Viel mehr interessiert mich wann diese scheiß Droge aufhört zu wirken! Ich habe nicht vor hier als Lustobjekt zu enden!

Mit einem knappen Befehl schickte Dayne de Avido seine Männer davon und begann genüsslich damit sich mit meinem Körper zu amüsieren. Und das hielt er die ganze Nacht durch! Am Morgen wusste ich eines mit Sicherheit Astaroth ist ein Waisenkind gegen diesen Irren! Ich habe kein Gefühl mehr im Körper. Oder macht das diese Droge? Verächtlich schob ich ihn mit den Füßen von mir runter. Das ist ja ekelig! Er sabbert im Schlaf! Aber hey, ich glaube die Wirkung der Droge lässt nach. Vorsichtig zog ich mich an dem Pfahl auf die Beine (kein Gefühl, aber die Körperbeherrschung klappt noch) und ließ meinen Blick suchend durch das Zelt schweifen. Ok, es sind nur zwei Wachen vorm Eingang zu sehen und so wie sich das anhört schlafen die. Wenn ich mich leise verhalte werden die nicht mal aufwachen. Aber diese scheiß Fesseln geben nicht einen Millimeter nach! Fuck!

Dann eben anders! Entschlossen stemmte ich einen Fuß gegen den Pfahl und rieß mit einem starken Ruck an den Ketten. Mit einem leisen Ächzen gab das Holz nach und die Halterung, die bisher noch am Pfahl befestigt war plumpste zu Boden. Na bitte, geht doch! Und das Beste, ich bin wieder Topfit! So, jetzt nur noch schnell was überziehen und nix wie weg! Eigentlich bräuchte ich um diesen Moment vollendet genießen zu können eigentlich nur noch den Schlüssel zu meinem Fesseln. Den hat dieser Mistkerl doch garantiert dabei. Nachdem ich seine Taschen und das halbe Zelt so leise wie möglich durchsucht hatte war ich mir allerdings ziemlich sicher, das Leciel den Schlüssel mitgenommen hat. Dann eben nicht. Geht schließlich auch so.

Vorsichtig spähte ich durch eine kleine Lücke am Zelteingang und entschloss mich doch lieber den Hinterausgang zu benutzen. Da vorne laufen mir definitiv zu viele Soldaten und Engel rum. Leider kam ich nicht sonderlich weit. Ich hatte gerade eine Möglichkeit gefunden das Zelt unauffällig zur anderen Seite zu verlassen, als hinter mir Schritte aufklangen. Ich schaffte es nicht mal mehr in eine Deckung.

>Aha! Eigentlich hätte ich ja wissen müssen, das man dich nicht lange festhalten kann. Gut, das ich so früh dran bin.< Erleichtert dreht ich mich um. Sie sind also entkommt.

>Quirin! Gott sei Dank! Ich dachte schon sie hätten euch erwischt.< Er verzog seine Mundwinkel zu so etwas wie einem Lächeln. Etwas, das bei mir Unbehagen verursachte. Er nahm mein kurzes Zurückweichen kaum zu Kenntnis und plötzlich strahlte er über das ganze Gesicht.

>Suru!< Das reicht um mich all meine leisen Zweifel vergessen zu lassen. Er ist hier weil er mich gesucht hat. Bestimmt weiß er wo die Anderen sind. Er sah sich kurz im Zelt um und als er feststellte das sein Onkel tief und selig schlief deutete er mir mit einer Handbewegung an ihm zu folgen. Dankbar endlich diesem Alptraum zu entkommen ließ ich mich nicht lange bitten. Es wird höchste Zeit diesen Kerlen eine Lektion zu erteilen. Aus diesem Grund drehte ich auch demonstrativ die Eisenringe die meine Handgelenke umspannten hin und her. Irgendwie muß ich diese Dinger doch loswerden. Quirin bemerkte meinen ständig wachsenden Unmut und zog kurz an den Ketten.

>Ohne Schlüssel nützt das nichts.< Ach! Ich warf ihm einen strafenden Blick zu da er mich auf eine unnötige Tatsache hingewiesen hatte. Trotzdem versuchte ich weiter mich von den Dingern zu befreien, bis mich ein plötzlicher Ruck nach vorn warf.

>Spinnst du?! Ich hätte mir fast was getan!< Statt einer Antwort schlang er seinen Arm fordernd um meine Hüfte und hob mich auf den Schreibtisch seines Onkels den er mit einer Handbewegung leerfegte. Sein Atem klang keuchend in mein Ohr und er fummelte hektisch an dem Verschluss seiner Hose. Jetzt reicht es mir! Drehen die hier alle durch?! Mir gelang es meine Knie zwischen uns zu bringen und ihn ein gutes Stück von mir wegzuschubsen. Er sah mich herausfordernd an. Anscheinend hat ihn das nicht beeindruckt. Da ich auch keinen Bock habe mich schon wieder einem sinnlosen Wortgefecht auszuliefern (in diesem Zustand denken Männer ohnehin nicht mehr sonderlich viel) beschränkte ich mich darauf ihn von mir fernzuhalten. Na ja, bis er die Kette zu fassen bekam und somit meine beste Verteidigungswaffe außer Gefecht setzte.

>Quirin! Laß diesen Schwachsinn!< Vielleicht kommt er bei einem schärfen Tonfall wieder zur Vernunft. Sein amüsiertes Lächeln verheißt allerdings eher das Gegenteil und er hält das Ende meiner Fesseln immer noch fest in der Hand.

>Überrascht? Ich dachte du wüsstest es bereits.< Perplex ließ ich meine Gegenwehr erschlaffen. Was meint er? Oh nein! Nicht auch noch das! Ich habe da so eine Ahnung und die gefällt mir nicht.

>Was sollte ich wissen?< Nein, diese Ahnung gefällt mir ganz und gar nicht.

>Das ich die ganze Zeit über für meinen Onkel gearbeitet habe.< Wenn ich überhaupt fassungslos war, dann lediglich für ein paar Sekunden danach war ich so sauer, das ich ihm die Kette einmal quer durchs Gesicht zog und unzählige Schimpfwörter mit den verschiedensten Bedeutungen ausstieß. Wobei Arschloch und Hurensohn noch mit das harmloseste darstellte. Ich Vollidiot bin so dermaßen blind gewesen! Lachend striff er sich über die Wange, die die Kette vorhin gestreift hatte und bekam diese bei meinem nächsten Versuch auf ihn zu zielen wieder zu fassen. Mit viel Schwung zog er daran und ich landete äußerst unsanft auf dem Boden. Triumphierend bohrte er mir seine Kniee ins Kreuz während er mich so geschickt fesselte, das ich mich nicht mehr großartig weiter bewegen konnte. Es denn ich wollte mir den Arm brechen und dabei über den Boden rollen. In Anbetracht dessen was er mit mir vorhat will ich weder das einen noch das Andere und schon gar nicht, das was er will! Er ließ sich meine Gegenwehr circa zwei Minuten gefallen und packte mich danach dermaßen grob an den Armen, das ich quasi regungslos liegen bleiben musste wenn ich nicht wollte das er mir trotzdem noch einen Arm brach. Er stieß ein zufriedenes Schnauben aus, das einem erstaunten Pfiff wich als er merkte, das ich unter meinem hastig übergeworfenen Kleid nichts weiter anhatte. Was hat er denn erwartet? Das ich mich nach all dem Scheiß noch großartig aufstyle?! Da weder meine Flüche noch Verwünschungen etwas nutzten versuchte ich noch einmal unter ihm wegzukommen, aber Fehlanzeige. Brutal drückte er meinen Oberkörper nach unten und drang dann von hinten in mich ein. Wütend schrie ich auf, als er immer heftiger zu stieß, aber es brachte nichts. Ganz im Gegenteil es scheint ihn nur zusätzlich zu motivieren. Nebenbei erzählte mir dann auch noch wie sehr er uns die ganze Zeit über getäuscht hatte und mit jedem neuen Stoß ließ er mich das auch sehr deutlich spüren. Wütend biß ich die Zähne zusammen und beschloß ihn nachher einfach zu kastrieren!

>Meinst du ernsthaft, das ich meine Familie nur wegen einem lausigen Dorf hintergehen würde?< Diese verächtlich Seite habe ich bei ihm bisher noch nie gesehen. Ist das wirklich Quirin?

>Willst du wissen warum?< Nein! Verflucht noch mal! Ich will den alten Quirin wiederhaben! Da er mir aber kaum Raum zum Atmen ließ beschränkten sich meine Antworten auf demonstrierendes Knurren.

>Ich liebe meinen Onkel und das was du ihm angetan hast schrie förmlich nach Rache.< Nein! Ich weigere mich das zu akzeptieren! Das kann es nicht sein! Der Quirin den ich kenne würde so etwas niemals tun! Ach Scheiße! Was glaubst du denn wer da gerade hinter dir steht?

>Er hat nicht lange gebraucht um diesen Plan zu entwickeln und das Beste ist keiner von euch hat auch nur das Geringste bemerkt. Was meinst du woher all der Rittersporn kam den ich dir geschenkt habe? Du weißt doch selbst wie selten er in dieser Gegend ist.< Ich brachte keinen Ton mehr raus. Sein Geständnis schockierte mich viel zu sehr und letztendlich schossen mir die Tränen in die Augen wenn ich daran dachte wie sehr ich ihn bereits in mein Herz geschlossen hatte. Und jetzt das!

>Jedes Mal wenn ich meinem Onkel und seine Streitkräften über die neusten Ereignisse informiert habe gab er mir zur Tarnung einen Strauß davon mit. Nebenbei sind die Blumen auch so präpariert gewesen, das deine Kräfte nach und nach geschwächt wurden.< Anscheinend hat er sich inzwischen gut genug mit mir amüsiert. Nach einen heiseren Stöhnen erschlaffte er und ließ mich los. Erschöpft sank ich auf den Boden und schöpfte nach Atem. Die Kühle unter mir tut unheimlich gut. Sie hilft mir einen klaren Kopf zu bekommen. Ich bin so blind gewesen! So blind! Wütend presste ich meinen Kopf noch härter auf den Boden. Da ich mich seiner Meinung nach immer noch nicht regte schloß er seine Hose wieder und weckte er erst mal seinen Onkel und die Wachen vorm Zelt auf. Die alle nicht sonderlich erbaut über meinen Fluchtversuch waren, aber dafür um so erfreuter wie Quirin diesen vereitelt hatte. Da sie anscheinend nicht vorhatten mich in ihr Gespräch mit einzubeziehen, geschweige denn zu beachten nutze ich die Gelegenheit um mich langsam in eine nicht mehr ganz so demütigende Position zu bewegen. Leise fluchend nahm ich zur Kenntnis, das ich dank Quirins Einsatz jeden weiteren Fluchtversuch vorerst vergessen konnte. Hüftabwärts habe ich fast kein Gefühl mehr in meinem Körper und mein Hintern tut höllisch weh! Irgendwie schaffte ich es aber trotzdem in eine kniende Sitzposition, wobei ich verblüfft feststellte, das sich Quirins Fesselgebilde quasi von selbst gelöst hat. Die Kette lag quer über den Boden verteilt und mein Peiniger stand genau in einer der Schlaufen. Mit einem schadenfrohen Lächeln zog ich ruckartig daran und sah genüsslich zu wie er auch die Anderen mit zu Boden rieß. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin befriedigt es meinen Rachedurst ein klein wenig. Meinen Opfern hingegen scheint das allerdings weniger zugefallen, vor allem da ich es auch noch schaffte sie nebenbei giftig anzufunkeln. Besonders Dayne de Avido wirkt ziemlich aufgebracht nachdem er endlich wieder auf den Beinen stand. Beschwichtigend legte ihm Quirin eine Hand auf die Schulter.

>Reg dich nicht auf. Leciel und ich wissen schon wie wir sie klein kriegen.< WAS?! Bis hatte ich ja immer noch die leise Hoffnung, das Quirin nur so tut als ob oder einem merkwürdigen Anfall von Größenwahn zum Opfer gefallen ist, aber sein jetziger eiskalter Gesichtsausdruck beweist eindeutig, das er jedes seiner Worte verdammt ernst meint. Bin ich wirklich so naiv gewesen?! Habe ich so wenig Erfahrung mit Menschen?

>Du musst wissen, das sie schon seit geraumer Zeit ein Kind unter ihrem Herzen trägt und dieses zu verlieren wird ihr garantiert das Herz brechen.< Ich wurde leichenblass. Woher weiß er das?! Ich habe niemanden davon erzählt! Quirin lächelte mich verständnisvoll an, während sich über das Gesicht seines Onkels ein satanisches Grinsen legte. Langsam kam er auf mich zu und zückte einen langen Dolch. Automatisch versuchte ich auszuweichen, aber weit kam ich nicht. Die dicke Zeltplane stoppte mich. Das Einzige was mir noch blieb war mich halbwegs wieder auf die Beine zu ziehen und versuchen zur Seite auszuweichen. Doch er war schneller als ich. Ehe ich mich versah hatte er den Dolch tief in meinen Unterleib gerammt und zog ihn gemächlich von einer Seite zu anderen bevor er ihn umdrehte und das Spielchen wiederholte. Die plötzlich auftretenden Schmerzen verliehen mir ungeahnte Kräfte und er fand sich in den Armen seines Neffen wieder.

>Du Scheißkerl!< Ich kann noch nicht einmal sagen wenn ich damit eigentlich meine, Quirin oder seinen Onkel? Vergeblich versuchte ich die Blutung mit meine Händen zu stoppen. Meine Kräfte sind nach wie vor vollkommen nutzlos, da ich ja immer noch in diesen dämlichen Fesseln stecke! Hätte ich sie jetzt nutzen können wäre diese Wunde nur ein harmloser Kratzer, der weder mir noch meinem ungeboren Kind etwas anhaben könnte, aber so muß ich hilflos mit ansehen wie immer mehr Blut aus der Wunde quillt und das neue Leben das bisher in meinem Körper herangewachsen ist schon bald für immer erlischt. Ich stieß einen Schrei der Verzweifelung aus und sackte wimmernd in mich zusammen. Quirin hat mich verraten! Sie haben mein Kind getötet!

>Siehst du Onkel, das meinte ich. Sie wird uns keinerlei Schwierigkeiten mehr machen.< Hasserfüllt hob ich meinen Blick. Die Wunde mag nicht heilen, aber ich werde mich nicht beugen! Bei der ersten besten Gelegenheit werdet ihr euch wünschen mir nie begegnet zu sein. Ihr habt mein Kind auf dem Gewissen und das werdet ihr büßen!

>Sagt bloß sie wehrt sich immer noch.< Leciels Auftauchen und seine spöttische Stimme verwandelte meine Wut nach und nach in Verzweiflung. Solange ich diese Fesseln trage bin ich hilflos. Ich kann nichts gegen sie ausrichten!

>Gib endlich auf! Du hast keine Chance!< Seine Worte ließen mich zittern, aber es reichte nicht aus um mich noch weiter einzuschüchtern. Viel mehr geht auch kaum noch.

>Niemals!< Verächtlich sah er auf hinunter.

>Ach ja? Bringt den Verräter rein!< Keine zwei Sekunden später landete ein gefesselter und deutlich stärker verletzter als ich, Ezechiel direkt neben mir. Er gab keinen Laut von sich und regte sich auch nicht weiter. Durch seine hellen Haare zogen sich diverse Blutschlieren. Nein! Nein! Nein! Zitternd tastete ich mit einer Hand nach seinem Kopf. Fast hätte ich alle Hoffnung aufgegeben das er überhaupt noch lebt, aber dann spürte ich seinen flachen Atem an meiner Hand. Erleichtert schloß ich für einen kurzen Augenblick die Augen bevor mich eine Welle der Panik erfasste. Sie haben ihn Verräter genannt und er ist mit Remiriel und Raguel zusammen gewesen. Wenigsten ist das noch so gewesen bevor dieses Chaos losbrach. Sind sie ebenfalls gefangen genommen worden?! Ich muß wissen was mit ihnen passiert ist, auch wenn das gerade alles andere als ein geeigneter Moment ist.

>Ezechiel? Ezechiel bitte!< Mühsam hob sich sein Blick.

>Suru, es tut mir so leid. Ich konnte euch nicht beschützen.< Entgeistert sah ich auf ihn herunter. Heißt das sie wurden alle gefangen genommen?! Ich muß irgendein Geräusch der Verzweifelung von mir gegeben haben denn er stupste mit seinem Kopf leicht gegen meine Beine. Irritiert sah ich ihn an und war nur noch verwirrter als er mich verschwörerisch anlächelte.

>Mach dir nur keine Sorgen. Die sind verdammt hart im Nehmen und schon längst über alle Berge.< Ich wußte nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Er ist in Sicherheit! Sie haben es nicht geschafft ihn zu fassen! Remiriel ist in Sicherheit! Diese Gewissheit beruhigt mich mehr als ich dachte. Solange er nicht hier ist besteht noch Hoffnung, das wir eventuell doch überleben werden. Er würde mich niemals im Stich lassen. Mein inzwischen ziemlich glückliches Lächeln, da ich mir gerade Remiriel vorstellte wir er ins Zelt stürmte um mich und seinen Bruder zu retten (natürlich in strahlend weißer Rüstung und einem charmanten Lächeln auf den Lippen) schien Leciel nicht zu begeistern. Anfangs dachte ich er würde nach mir greifen wollen und wich vor ihm zurück, aber er grinste mich nur zynisch an bevor er an mir vorbei Ezechiel vom Boden aufhob und an den Pfahl band an dem bis vor Kurzem noch ich gestanden hatte. Im Gegensatz zu mir wurden Ezechiels Hände allerdings so gefesselt das er mit dem Rücken zu unseren Peinigern stand. Ich ahne was jetzt kommt, aber so viel Grausamkeit traue ich ihm einfach nicht zu! Ezechiels Gesichtsausdruck hingegen beweist ziemlich deutlich, das er da ganz anderer Meinung ist. Genüsslich entrollte Leciel eine Peitsche.

>Wie lange glaubst du dein Schweigen noch aufrecht erhalten zu können?< Während er das sagte umkreiste er Ezechiel wie ein Raubtier seine Beute und ließ weder ihn noch mich aus den Augen. Die Peitsche zog einen bedrohlichen Kreis um Ezechiel und striff dabei leicht über meine Füße. Anscheinend will er deutlich machen, das auch ich im Ernstfall keine Chance habe. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, das er in mir keineswegs eine Bedrohung sieht. Wenn ich ehrlich bin glaube ich auch nicht das ich noch lange genug leben werde um zu einer solchen zu werden. Vorsichtig hob ich die Hand kurz von der Wunde in meinem Unterleib. Es blutet immer noch und allmählich weicht das Gefühl aus meinem Körper. Irgendwie ist das schon lustig. Sie denken allen Ernstes, das sie mich noch weiter quälen können und jetzt werde ich vor ihren Augen einfach so sterben. Sie merken ja noch nicht mal wie schwach ich inzwischen bin. Kraftlos sank ich gegen die Zeltplane hinter mir. Den nächsten Sonnenaufgang werde ich wohl nicht mehr erleben. Schade, ich hätte gern noch so vieles getan...

Na ja, vielleicht ist es besser so. Immerhin hatte ich doch ein reiflich erfülltes Leben. Es gibt nichts, was ich bereue. Einzig, das ich Remiriel nicht mehr Lebwohl sagen kann...

Ja, das bereue ich, nur das...

>Suru!< Ezechiel hatte meinen immer müder werdenden Blick aufgefangen und bohrte den seinen unnachgiebig hinein. Ich schaffe es nicht mehr ihm die Hoffnung zu geben die er braucht. Ich habe mit meinem Leben abgeschlossen obwohl ich genau weiß das da draußen noch unzählige Menschen darunter auch mein Sohn sind die auf Hilfe warten, aber die wird sicher bald kommen. Astaroth dürfte nicht mehr lange brauchen und dann...

Mein Lachen erstarb in einem kläglichen Husten. Meine Hilfe wird hier nicht mehr gebraucht. Es wird nicht mehr lange dauern bis alles vorbei ist. Es wird schon dunkel...

>Verdammt! Welcher von euch hirnverbrannten Vollidioten ist denn bitte schön dafür verantwortlich?!< Es dauerte etwas bis ich registriert hatte das Leciel tatsächlich mich meinte. Jetzt sieht er sogar fast gut aus. In seinen graublauen Augen blitzt ein Feuer, das ich bisher noch nie bemerkt habe. Es passt zu den wild abstehenden dunkelblonden Haaren. Ich lächelte ihn verstollen an. Ja, er sieht gut aus. So wunderschön wie jeder Engel den ich bisher in Yetzirah gesehen habe. Vielleicht werde ich das alles eines Tages wieder sehen. Das heißt wenn meine Seele den Hades hinter sich gelassen hat und nicht in die Tiefen der Hölle gestoßen wird. Seltsam der Gedanke eventuell zur Hölle zu fahren beunruhigt mich nicht im Geringsten. Es ist eher beruhigend zu wissen, das man beide Orte bereits gesehen hat und sich keiner Überraschung mehr hingibt.

Irgendwoher von weiter Ferne dringt der leise Klang eines Engelschores zu mir. Andächtig lausche ich den Stimmen, die nur um ihrer selbst Willen zu existieren scheinen. Es erinnert mich daran wie ich einst Teil davon gewesen bin. Nur kurz, aber dennoch...

>Ihr verfluchten Idioten! Ihr habt sie umgebracht!< Langsam schaffte ich es meine Augen zu öffnen und gewann ein verschwommenes Bild der Umgebung wieder. Ezechiel liefert sich gerade ein hitziges Wortgefecht mit Dayne de Avido und Quirin. Worum es geht bekomme ich nicht mit, aber mir wird langsam warm. Der Chor ist in einen einlullenden Singsang verfallen der mich allmählich davon trägt. Zufrieden rollte ich mich zusammen und beschloß einfach mich solange nicht mehr zu bewegen bis das alles vorbei ist. Lange wird es nicht mehr dauern...

Etwas, das große Ähnlichkeit mit einem glühenden Eisen besitzt zerstörte das Bild von friedlich dahinziehenden Wolken und die angenehmen Stimmen auf das brutalste. Entrüstet schlug ich danach und war überrascht als es ein lautes Schmerzensgeräusch von sich gab. Der Schmerz ließ allmählich nach und wich einem leisen Pochen. Froh endlich meinen Frieden wiederzuhaben entspannte ich mich, aber man ließ mich solange nicht in Ruhe bis ich meine Augen ganz öffnete und mich urplötzlich in einem schmerzenden Körper wiederfand. Kein Vergleich zu der angenehmen Wärme und Stille kurz zuvor! Ich fror erbärmlich brachte aber keinen Ton raus, da meine Kiefer wie will aufeinander schlugen. Suchend tastete ich nach einer Decke fand, aber keine. Enttäuscht stieß ich einen Seufzer aus woraufhin man mich in eine dicke Decke hüllte. Die Wärme machte mich sofort wieder schläfrig, aber das ließ man nicht mehr zu. Kaum nickte ich ein trat unter meiner Nase ein solch unangenehmer Geruch auf das ich angewidert das Gesicht verzog. Nach zwei weiteren solchen Behandlungen war mein Bewusstsein wieder halbwegs klar und stellte fest, das sich die Situation kaum gebessert hatte.

Ich liege immer noch in diesem verwünschten Zelt und drei mächtig erleichterte, männliche Gesichter sehen mich an. Stöhnend versuchte ich mich auf die Seit zu drehen wurde dabei allerdings von einem Paar starker Arme aufgehalten das ich nicht kannte. Nach den Erfahrungen der letzten Stunden versuchte ich alles um ihnen so schnell wie möglich zu entkommen, aber sie hielten mich gnadenlos fest. Nach etwa zehn Minuten gab ich meine Gegenwehr auf. Was soll’s? Ich bin ohnehin viel zu müde um überhaupt noch etwas zu merken. Mein Körper dankte mir das ganze mit Schüttelfrost, der immer stärker wurde. Doch die Arme hielten mich unbeirrt fest, egal wie stark es auch wurde.

>Noch mal Glück gehabt. Sie lebt.< Das ist doch Quirins Stimme, oder? Unsanft riß man mich aus der Umarmung und setzte mich brutal auf einen harten Gegenstand. Protestierend stöhnte ich auf, aber darauf wurde keine Rücksicht genommen. Eine Hand zwang mich den Blick zu heben. Leciel!

>Sieh jetzt genau hin. Das ist nur ein Vorgeschmack dessen, was dich erwartet.< Lachend gab er mein Kinn frei und ließ die Peitsche mit einem lauten Knall auf Ezechiels Rücken niedersausen. Der Stoff seiner Kleidung hatte dem nichts entgegen zu setzten. Er riß sofort und auf seiner Haut blieb ein blutiger Streifen zurück. Ohne nachzudenken sprang ich auf und wurde brutal an meinem rechten Handgelenk zurück gezogen. Angekettet! Sie haben mich wie einen räudigen Hund ankettet! Schon wieder! Triumphierend lächelte mich Leciel an. Bevor er die Peitsche erneut auf Ezechiels Rücken niedersausen ließ. Er nahm keinerlei Rücksicht und schon bald war Ezechiels gesamter Oberkörper entblößt und mit unzähligen Wunden übersäht. Wütend zerrte ich weiter an der Kette und versuchte meine Hand frei zubekommen. Das jetzt nur noch eine Hand gefesselt war nützte mir herzlich wenig.

>Das ist vollkommen zwecklos. Ihr könnt euch nicht davon befreien.< Für einen kurzen Moment hielt er inne und betrachtete mich abwartend. Die Schwäche meines Körpers kehrt allmählich zurück. Ich merke wie meine Beine unter mir nachgeben. Wütend funkelte ich ihn an.

>Dieses Metall wurde einzig dafür geschaffen Engel im Zaum zu halten. Es wird nicht brechen, egal wie oft ihr es auch versucht. Das erwähnte ich gestern bereits!< Inzwischen stand er dicht vor mir und hielt mein freies Handgelenk fest und schloß wieder einen Eisenring darum.

>Ihr seid hilflos.< Mit einem Klacken rastete er ein und spannte sich wie einen Klammer um mein Handgelenk. Erschöpft sank ich zu Boden. Bin ich das? Bin ich so hilflos nur weil er mich in Ketten legt?

>Warum legst du dich nicht mit jemandem an, der dir gewachsen ist?< Ezechiels Stimme ist nach wie vor kräftig, aber wie lange noch? Wie lange wird er noch durchhalten? Spöttisch musterte ihn Leciel von oben bis unten.

>Du meinst jemanden wie dich? Oh, bitte! Sieh dich doch an. Du bist doch genauso hilflos wie sie.< Ezechiels einzige Reaktion war ein gehässiges Lachen. Das durch einige Peitschenhiebe schon bald erstarb.

>Bindet ihn los! Wenn er sich mit mir anlegen will sollte er in der Lage sein stehen zu können.< Geschockt sah ich zu wie die Riemen um Ezechiels Handgelenke gelöst wurden und er taumelnd gegen den Pfahl sank, aber er blieb stehen und funkelte herausfordernd in die Runde. Das ist Wahnsinn! Es jetzt noch auf einen Kampf mit einem Engel wie Leciel ankommen zu lassen ist glatter Selbstmord. Warum geben diese Fesseln denn nicht nach?! Mit einer einladenden Geste ermunterte Leciel ihn zum Angriff, dem er geschickt auswich und so den Weg für Dayne de Avido freimachte, der sein Schwert tief in Ezechiels Körper rammte.

>NEIN!< Verzweifelt zerrte ich an meinen Fesseln, aber es scheuerte lediglich meine Haut auf. Verächtlich gab Dayne de Avido dem Schwerverletzten einen Tritt und Ezechiel landete fast genau auf mir.

>Suru...< Seine Hand berührte leicht meine Wange.

>... bitte paß gut auf dich auf.< Kraftlos sank die Hand zu Boden und der ansonsten so klare Blick verschleierte sich allmählich. Schluchzend schloß ich meine Arme um ihn und senkte meinen Kopf zu seinem. An meiner Wange ist nichts mehr zu spüren. Er atmet nicht mehr. Wie von selbst drangen die Tränen aus meinen Augen und wollten nicht mehr versiegen. Ich kannte ihn erst so kurze Zeit und dennoch...

>Hmmm. Anscheinend reicht es immer noch nicht.< Bitte?! Aufgebracht sah ich Dayne de Avido durch meinen Tränenschleier an.

>Ihr tätet besser daran so schnell wie möglich von hier zu verschwinden!< Die Trauer mischte sich mit einer eisigen Wut, die mich alle Vorsicht vergessen ließ. Ich kann nicht mehr! Befreit mich endlich!

>Ihr habt recht. Es reicht wirklich noch nicht.< Leciel nickte zustimmend während er das sagte. Mit schnellen Schritten waren die Wachsoldaten neben mir und zerrten mich aus dem Zelt. Ezechiels lebloser Körper blieb hinter einem roten Samtvorhang zurück. Draußen hatten sich fast alle Soldaten des Lagers versammelt, die einen engen Kreis um ihre Gefangenen bildeten.

>Sieh genau hin! Wer von ihnen soll der Nächste sein?< Fassungslos starrte ich Leciel an, der mit einer ausholenden Bewegung über den gesamten Platz wies. In diesem Augenblick verstand ich. Er hat das alles getan um meinen Willen zu brechen. Ich soll ihm freiwillig in die Himmel begleiten und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Etwas in mir begann zu zerbrechen. Alle warten nur darauf das ich sie rette und ich kann es nicht! Ich schaffe es nicht sie zu beschützen! Ist es das was man völlige Verzweifelung nennt? Die Gewissheit, das man rein gar nichts tun kann? Das man machtlos ist?

>Es reicht. Ich habe verstanden.< Meine Antwort hätte ebenso gut das Wispern des Windes sein können. Ich brachte es kaum fertig diese Worte überhaupt auszusprechen. Doch Leciel war ein vollendeter Sadist.

>Was? Habt ihr gerade etwas gesagt?< Am Liebsten hätte ich mir die Zunge abgebissen, aber mir bleibt keine andere Wahl.

>Ich begleite euch.< Das reichte um ihn triumphfahles Gelächter ausbrechen zu lassen.

>Endlich! Ich hätte nicht gedacht, das ihr solange durchhaltet.< Ich senkte meinen Blick zu Boden. Diese Schande! Wie konnte ich nur so dumm sein. Er wird es voll auskosten mich so gedemütigt zu haben.

>Aber um ganz sicher zu gehen.< Sein Fingerschnippen ließ mich den Blick wieder heben und ich erstarrte als sich die Menschenmenge vor uns teilte und den Blick auf eine Szene freigab die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Zwischen vier Pferden lag gefesselt mein Sohn und unter ihm lagen die reglosen Körper aller Kinder unseres Dorfes. Vor Entsetzen blieb mir fast das Herz stehen. Auf Leciels Zeichen hin begannen sich die Tiere mit ihren Reitern zu bewegen. Langsam wurde der Körper meines Sohnes hochgehoben und hing nun an vier Seilen zwischen den Pferden, wobei je zwei Seile an den Handgelenken und Fußgelenken befestigt waren. Was das bedeutete begriff jeder von uns.

>ARIEL!< Noch bevor ich reagieren konnte spürte ich einen Schlag im Nacken, der mich auch noch meiner letzten Kräfte beraubte. Benommen sank ich in dem festen Griff meiner Bewacher zusammen.

>MAMA!!!!!!!!!!!< Dieser verzweifelte Schrei zerrieß mir fast das Herz. Er hatte mich entdeckt und rief nun unaufhörlich nach mir. Meine Sinne waren wie betäubt. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll!

>Sieh an, du hast also einen Sohn.< Ein paar durchdringende kalte Augen lagen auf mir, aber ich war zu geschockt um zu reagieren. Im nächsten Augenblick ertönte ein schriller Pfiff und die Pferde wurden in den Galopp getrieben. Die Schmerzensschreie meines Sohnes waren mehr als ich ertragen konnte. Verzweifelt lehnte ich mich gegen den Griff meiner Bewacher auf, aber vergeblich. So sehr ich es auch versuchte ich kam nicht frei. Das Geräusch von brechenden Knochen und zerreißenden Sehnen durchtrennte die angespannte Stille die sich über das Lager ausgebreitet hatte. Noch einmal stemmte ich mich gegen meine Bewacher endlich kam ich frei. So schnell es ging rannte ich über den Platz, aber es war bereits zu spät. Der kleine Körper wurde vor meinen Augen in Fetzen gerießen und sein Blut tropfte über mich.

>NEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!< Mit einem Schrei der Verzweiflung sank ich auf die Knie. Warum? Warum?! Was hat er ihnen denn getan?! Eine unaufhörliche Leere breitete sich in meinem Inneren aus. Ich habe alles verloren für das es sich zu Leben lohnt. Schluchzend sank ich in mich zusammen. Warum hilft mir denn keiner?!

>Tja, das war Pech hätte ich gewusst, das er dein Sohn ist. Nun ja, nicht zu ändern.< Er! Er ist schuld daran! Er hat ihn getötet! Plötzlich war sie da. Eine unglaubliche Hitze, die sich in meinem gesamten Körper anstaute, bevor sie sich in einer riesigen Explosion befreite. Ich spüre nichts mehr. Es gibt nur noch eines, Rache für alles was sie mir angetan haben! Entschlossen stand ich auf und nahm zufrieden zur Kenntnis, das sich Leciel bereits in ein Häufchen Asche verwandelt hatte. Menschen wichen wie zitternde Insekten vor mir zurück. Das gefällt mir! Sie haben zugelassen das man meinen Sohn tötet! Dafür werde ich sie töten! Fast so als hätte es nur auf diese Aufforderung gewartet entstand in meiner Hand ein Schwert. Mit einem Ruck befreite ich mich von den Fesseln und gab mich ganz dem Verlangen zu töten hin. Es tut so unheimlich gut sich einfach dem Blutdurst hinzugeben und meine Waffe fand ihr Ziel fast von allein.

Inzwischen stand die gesamte Umgebung in Flammen und ich genoß die Panik erfüllten Schreie um mich herum. Ja, genau so muß es sein! Triumphierend lachte ich auf, als eine Menschentraube vor mir davon lief! Ja, lauft nur! Flieht! Fürchtet mich! Ich gab ihnen einen kleinen Vorsprung und setzte (nachdem ich zuvor auch noch den letzten Überlebenden im Lager getötet hatte) den Flüchtlingen nach. Ich werde keinen von ihnen am Leben lassen. Nicht einen Einzigen! Mit einer leichten seitwärts Bewegung meines Armes trennte ich einem Engel der sich mir in den Weg stellte den Kopf ab und hob diesen vom Boden auf. Das Gesicht zeigt immer noch einen panischen Ausdruck, der gleichzeitig vollkommen überrascht ist. Hast du ernsthaft geglaubt ich würde dich noch deine Waffe ziehen lassen?

>Suru!< Ich fuhr herum und sah in das schockierte Gesicht eines jungen Engels. Einen kurzen Augenblick dachte ich darüber nach ob ich ihn direkt töten sollte oder nicht. Nein, das wäre zu einfach. Die Jagd macht mehr Spaß wenn er einen kleinen Vorsprung hat.

>Lauf, wenn dir dein Leben lieb ist.< Sofort machte er auf dem Absatz kehrt und rannte ohne sich noch einmal umzudrehen davon. Ich brach in schallendes Gelächter aus. Ihn werde ich mir bis ganz zum Schluß aufheben! Er wird der Letzte sein der stirbt! Langsam machte ich mich auf den Weg ins Dorf. Egal wo sie sich auch verstecken, ich finde sie!.

>SURU! Bitte hör auf damit!< Gelangweilt zog ich mein Schwert aus dem Körper desjenigen den es soeben durchbohrt hatte und sah eine junge Frau auf mich zustürmen. Schon wieder dieser Name, Suru. Was soll das? Wieso nennen sie mich so? Allerdings wird sie von einem Engel verfolgt, was ein guter Grund ist sich doch mit ihr zu befassen. Dabei ist es noch nicht einmal der Mühe wert überhaupt das Schwert gegen ihn zu heben. Mit einer Energiesalve streckte ich ihn nieder und schaffte es gerade noch einem Angriff aus dem Hinterhalt auszuweichen. Meine Gegner halten sich wohl für besonders clever! Lachend wehrte ich die nächste Attacke ab, als hinter mir ein gellender Schrei aufklang und die junge Frau tödlich getroffen zu Boden sackte. Aus ihrer Brust ragte ein silberner Pfeil. Flehend streckte sie die Hand nach mir aus bevor sie ihr Leben aushauchte. Mein Herz krampfte sich plötzlich schmerzhaft zusammen und für einen Moment vergaß ich meinen Gegner, der seine Chance sofort wahrnahm. Mit einer schnellen Bewegung schlug er mir die Waffe aus der Hand und zog sein Schwert mit einem weiteren Hieb einmal quer über meinen gesamten Oberkörper. Getroffen sackte ich zu Boden und verfluchte meine plötzliche Unaufmerksamkeit. Die Wunde klaffte über meinen Körper. Mit einer Hand gelang es mir noch den Sturz abfangen, aber es reichte nicht um sich noch weiter aufrecht zu halten. Ich sackte zu Boden und schaffte es nicht mehr mich zu bewegen. Die Wunde ist zu groß und zu tief, als das sie nicht tödlich wäre. Das Blut bildete eine Lache unter mir in die schon bald darauf ein paar schwarze Stiefel traten.

>Was auch immer du bist, wir werden dich für das hier zur Rechenschaft ziehen.< Hustend presste ich eine Antwort zwischen meinen Zähnen hervor, damit nicht noch mehr Blut aus meinem Mund quoll.

>Dafür bleibt euch aber nicht viel Zeit. Sieht ganz so aus als würde ich sterben ehe ihr soweit seid.< Verächtlich drückte er einen Fuß gegen meine Schulter und drehte mich auf den Rücken. Ein Engel! Ist ja klar gewesen! Sein Blick lag abschätzend auf mir.

>Wir werden sehen.< Er verschwand aus meinem Blickfeld und kurz auf darauf spürte ich wie man mich auf eine Art Trage hob. Mein Blut floß in breiten Bahnen zu Boden. Lachend stellte ich fest, das mein Schwert bereits verschwunden war. Wenigstens werden sie es nicht in ihre Hände bekommen. Ein leises Murmeln ließ mich meine Aufmerksamkeit wieder auf die Ereignisse neben mir richten. Anscheinend hat man so eben beschlossen mich doch zu verbinden. Allein der Versuch ist lachhaft. Bei dieser Wunde wird ihnen selbst der beste Verband nichts nützen. Was soll’s? Wenn sie sich die Mühe unbedingt machen wollen. Gelassen sah ich zu, wie sie mir einen Verband anlegten und ließ meinen Blick zufrieden über die Umgebung gleiten. Da habe ich ja ganze Arbeit geleistet. Das Dorf ist vollkommen zerstört und es gibt wohl nur schwerlich Überlebende. Dabei fällt mir der junge Engel ein den ich vorhin habe entwischen lassen. Ich stieß einen leisen Fluch aus, das ich so dumm gewesen bin ihn nicht direkt zu töten. Mein Bezwinger nahm es gelassen zur Kenntnis und befahl seinen Leuten mich unter einer Decke zu verstecken bevor sie mich abtransportierten. Mehr bekam ich auch nicht mehr mit, da mein Bewusstsein mehr und mehr zu schwinden begann bis ich einen eine Art Dämmerzustand verfiel. Dort tauchte nur noch ein einziges Bild auf. Das einer glücklichen Familie mit zwei Kindern. Auch ein paar Namen Ariel, Shion, Raguel, Darien, Ezechiel, Cyrill, Quirin, Saeko, Remiriel und viele, viele andere. Allmählich verursacht mir das ganze Kopfschmerzen, aber ich schaffe es nicht mich davon zu befreien. Ich sehne mich danach das alles zu vergessen und einfach nur in die angenehme Dunkelheit um mich herum zu versinken, aber das gelingt mir nicht. Die Namen wiederholten sich in meinem Kopf wie eine Beschwörungsformel. Vor allem einer wiederholte sich immer wieder so lange bis schließlich ein Bild dazu entstand. Braungebrannte Haut, gewellte rotbraune Haare und sanfte grüne Augen. Remiriel! Verzweifelt streckte ich ihm meine Hände entgegen, aber sie fassten ins Leere. Wo bist du? Wieso bist du nicht bei mir? Warum lässt du mich allein?

Erst als warme Tränen über meine Wangen liefen wurde mir bewusst wie sehr mein Körper sich inzwischen abgekühlt hatte. Nicht mehr lange und ich werde ihn für immer verlassen...

Plötzlich wurde es strahlend hell um mich herum und warme, starke Arme hoben mich hoch. Wie von selbst drückte ich mich gegen die pulsierende Wärme eines vertrauten Körpers.

>Suru! Suru lebst du noch?< Mühsam schaffte ich es meine Augen zu öffnen und nahm den verschwommen Umriss eines Gesichtes wahr. Wer ist das? Egal wie sehr ich es auch versuche, mein Blick bleibt verschwommen.

>Gott sei Dank!< Ich wurde etwas fester gedrückt als gut für mich war und ich stöhnte vor Schmerzen auf. Aber man ließ mich nicht los. Nur mein Bewusstsein zog es vor allmählich wieder zu verschwinden. Wach bleiben! Du musst Wachbleiben!

>Suru, bitte sieh mich an!< Dazu bin ich zwar nicht fähig, aber irgendwie schaffte ich es leicht seinen Arm zu drücken. Ich spürte die Erleichterung, die durch den Körper floß.

>Halte durch! Bitte halt durch!< Die totale Verzweiflung dieser Stimme verhinderte, das ich mich allzu schnell in die Finsternis sinken ließ, die sich allmählich wieder vor mir ausbreitete. Ruhe und Frieden... habe ich je denn etwas anderes gewollt?

Während man mich davon trug wiederholten sich diese Worte das ich durchhalten solle immer wieder. Fast so als wären sie ein Anker, der mich an einem Ort an dem es weder Leben noch Tod gibt festhalten sollte. Erst als man mich aus der Umarmung freigab kam sie mir wieder so nah, das ein Schritt genügen würde um sie zu betreten. Dumpf drang die Stimme durch die Dunkelheit zu mir.

>Hilf ihr!< Wer bist? Warum hilfst du mir?

>WAS?!< Etwas verwirrt über die plötzlich auftretenden zweite Stimme verlor ich für einen kurzen Moment erneut das Bewusstsein. Nicht! Du darfst jetzt noch nicht in die Finsternis fallen! Es gibt noch etwas, das du erledigen musst.

>Raphael!< Mein Retter klingt jetzt eindringlich. Bin ich wichtig? Ist er um mich besorgt?

>Das – ist – ein - Mensch!< Bin ich das? Ein Mensch? Ich kann mich nicht erinnern...

>Und wenn schon! Verdammt noch mal! Ich weiß das du es kannst also mach endlich!< Warum setzt man sich für mich ein? Ich versuchte meine Fragen in Worte zu fassen, aber es ist nichts zu hören. Nur die Bewegung meiner Lippen kann ich spüren. Sofort griff jemand nach meiner Hand.

>Keine Angst, ich werde nicht zu lassen das du stirbst.< Wie dumm von ihm. Als wenn das in seiner Macht liegt.

>Remiriel, das bringt nur Schwierigkeiten!< Dieser Name durchfuhr mich wie ein Stromstoß. Da ist eine Erinnerung... seltsam verschwommen wie alles um mich herum, aber dennoch da...

Ich verlor die Kontrolle über meinen Körper und begann zu zittern während ein nicht versiegen wollender Fluß von Tränen über mein Gesicht strömte.

Irgendetwas muß ich ihm sagen...

Es ist wichtig...

Er muß es unbedingt noch heute erfahren...

Aber was ist es?

>Das ist mir egal! Sorg nur dafür das sie lebt!< Die warme Hand löste sich von mir. Verzweifelte versuche ich danach zu greifen, sie wieder zurückzuholen, aber meine Hand blieb regungslos auf meinem Körper liegen. Mein Körper hat aufgehört zu funktionieren. Warte! Geh nicht! Ich muß dir etwas sagen!

>Aber sie ist schon so gut wie tot!< Was dann geschah ist für mich nur ein undeutliches Poltern das mit einer laut zuschlagenden Tür endete. Er ist weg! Er hat mich allein gelassen! Verzweifelt versuchte ich meine Tränen zu unterdrücken, aber sie bahnten sich unaufhörlich ihren Weg. Irgendwann müssen sie doch versiegen oder gibt es davon unendlich?

>Klasse! Läßt mich hier allein mit einer Leiche!< Ich wollte protestieren ihm sagen, das ich noch lebe, aber ich schaffte weder das eine noch das andere. Warum bin ich allein?

>Na hoffentlich bist du die Mühe wert.< Irgendjemand tastet nach und nach an meinem gesamten Körper ab und jedes Mal wenn ich zusammenzucke verringert sich der Schmerz an dieser Stelle. Ein angenehm warmes Prickeln durchflutet meinen Geist und allmählich gewinnt die Umgebung etwas an Klarheit. Ein Zimmer? Bin ich wirklich gerettet?

>Hmm... komische Tätowierung.< Der Druck auf meinen Oberschenkel wurde stärker. Tätowierung?! Ach so, die verdanke ich doch Astaroth, oder? Wer ist das noch mal gewesen? Ein Freund? Und wer kümmert sich da um mich? Meine Wahrnehmung ist nach wie vor deutlich beeinträchtig. Alles um mich herum erscheint nur schemenhaft. Ich kann nur undeutlich sehen. Was ist mit meinen Augen los? Alles ist so verschwommen! Was ist los mit mir? So plötzlich wie das von blonden Haaren umrandete Gesicht vor mir auftauchte bekam ich fast einen Herzinfarkt. Allerdings wurde ich kurz darauf durch zwei klare blaue Augen angelächelt. Jedenfalls sind sie blau soweit ich das erkennen kann. Lächelt er wirklich oder bilde ich mir das ein? Bin ich in Sicherheit?

>Es geht dir also wieder gut. Schön!< Er drehte sich um und machte einen Schritt vorwärts. Nicht! Laßt mich nicht noch mal allein! Sie kommen zurück wenn ich allein bin! Blitzschnell bekam ich ein Stück seiner Kleidung zu fassen und hielt es fest. Wodurch ich auch prompt in Richtung Boden segelte. Auf halben Wege fing er mich auf und sah mich vorwurfsvoll an.

>ARGH! Dieser dreimal verfluchte Remiriel! Was tut er mir an?! Läßt mich einfach mit dieser scharfen Braut allein und ich darf sie noch nicht mal anfassen!< Unwillkürlich prustete ich los. Scharfe Braut, so hat mich noch keiner bezeichnet.

>Hey! Lach mich gefälligst nicht aus! Der Kerl bringt mich um wenn ich auch nur einen Finger an dich lege.< So weit ich das beurteilen kann hat er schon weitaus mehr als nur das getan. Danke, das du mich nicht allein gelassen hast.

>RA – PHA - EL!< Blitzschnell fand ich mich in einer liegenden Position wieder und wurde bis unters Kinn von einer Decke verhüllt. Ist das eine weibliche Stimme? Sie kommt mir bekannt vor...

>Äh... es ist nicht das, was ihr denkt!< Wenn er versucht damit sein Gegenüber zu überzeugen, dann ist ihm das gerade kläglich misslungen. Sieht nicht so aus als würde sie ihm glauben.

>Ach ja?< Der misstrauische Unterton dieser Stimme kommt mir so vertraut vor...

>Ich bitte euch, ihr kennt mich doch.< Die Finsternis hat sich zurückgezogen?! War er das?

>Genau deshalb habe ich mir Sorgen gemacht. Wie geht es ihr?< Der plötzliche Themawechsel kommt ihm anscheinend gelegen. Mit einem leichten Räuspern begann er all meine bisherigen Verletzungen aufzuzählen (allein das reicht um mir die Haare zu Berge stehen zu lassen), dann auf den Heilungserfolg hinzuweisen und hier und da auf ein paar kleine Ungereimtheiten aufmerksam zu machen, die er sich beim besten Willen nicht erklären kann. Anscheinend ist seine Gesprächspartnerin äußerst zufrieden mit dem Ergebnis, denn sie nickt zustimmend. Langsam begreife warum ich hierher gebracht wurde. Ich wäre gestorben hätte man es nicht getan.

>Hervorragende Arbeit Raphael. Und jetzt wirst du die Unterlagen vernichten.<

>Ich soll WAS?! Das hier ist einzigartig!< Er wedelte wie wild mit irgendwelchen Blättern durch die Gegend. Ich versuchte mich langsam aufzusetzen, aber mein Körper gehorchte mir nach wie vor nicht. Mein Geist ist zwar wieder halbwegs klar, aber alles andere lässt noch stark zu wünschen übrig.

>Ich sehe so etwas zum ersten Mal. Ich kann das unmöglich vernichten!< Von was redet er? Ich bin doch ein Mensch oder etwa nicht? Urplötzlich fiel mir meine wahre Herkunft wieder ein. Am Liebsten hätte ich geschrien weil es einem Engel gelungen war herauszufinden was ich bin.

>Oh doch, du kannst und du wirst wenn du weiterhin am Leben bleiben willst.< Es entstand eine Pause. Was soll das? Warum tut man das für mich? Wieso hilft sie mir?

>Das ist nicht euer Ernst!<

>Sehe ich so aus als würde ich scherzen? Es wäre besser für deine Gesundheit wenn du alles was den heutigen Tag betrifft schnell vergisst.< Ohne sich weiter um ihn zu kümmern trat die Gestalt an mich heran und jetzt erkannte ich ihr Gesicht. Mutter!

>Na, wie sieht es aus? Wollen wir gehen?< Ich wollte ihr antworten ihr so vieles sagen, erklären, aber aus meiner Kehle dringt immer noch kein Laut. Entsetzt tastete nach meinem Hals. Habe ich meine Stimme verloren?

>Eine Nachwirkung der starken Verletzungen im Nervensystem. In ein bis zwei Tagen sollte das wieder in Ordnung sein.< Ein freundschaftlicher Schlag auf die Schulter bescherte mir einen Hustenanfall und ihm einen giftigen Blick. Besorgt legte meine Mutter ihre Hand auf meine Schulter. Ich weiß nicht ob es das war was es auslöste, aber plötzlich fanden all meine Verzweiflung und unzählige Tränen ihren Weg. Ich drückte mich fest an sie und wollte sie nie mehr loslassen. Sorgfältig hüllte sie mich in einen Umhang und zog mich vorsichtig auf die Beine. Immer darauf bedacht, das mein Gesicht vom Stoff einer Kapuze verdeckt wurde. Ohne noch ein weiteres Wort mit dem anderen Engel zu wechseln verließen wir das Zimmer und gingen durch schier unendliche Korridore. Sie fragte mich rein gar nichts sondern hielt nur ihren Arm schützend um mich, fast so als würde sie befürchten das ich ansonsten verschwinden würde. Als eine Schar Engel an uns vorbei rannte begann ich zu zittern. Sie waren es! Sie haben uns überfallen und soviel Leid verursacht! Und ich konnte nichts gegen sie ausrichten. Ich war hilflos!

>Hab keine Angst. Sie werden dich nicht erkennen.< Diese Worten stellen nur einen schwachen Trost für mich da. Zu schnell flammten die Erinnerungen an die jüngste Vergangenheit wieder auf. Das Letzte an das ich mich erinnern kann ist ein silberner Pfeil, das Symbol der Hunter! Den Jägern unter den Engeln, die nicht eher aufgeben bis sie ihr Opfer zur Strecke gebracht haben. Nun sind sie also hinter mir her. Ich bringe es nicht fertig meiner Mutter das zu sagen. Aber das brauche ich auch nicht. Ein Kadett hatte sie angesprochen und ihr mitgeteilt das sie sich in großen Saal einzufinden hätte. Den Grund habe ich nicht verstanden, aber der Befehl scheint von ganz oben zu kommen. Einen kurzen Moment lang sieht sie mich abschätzend an und führt mich dann hinter dem Kadetten her. Er verzog lediglich misstrauisch die Augenbrauen. Anscheinend gefällt es ihm nicht, das ich nun auch anwesend sein werde.

Im großen Saal angekommen betraten wir eine Loge, die anscheinend nur meiner Mutter zusteht, denn außer uns war weit und breit niemand zu entdecken. Sanft drückte sie mich in einen Stuhl, der nur eine Armlänge von der Brüstung entfernt war und setzte sich dann neben mich. Die weiße Wand vor beunruhigt mich zutiefst vor allem da ein riesiges Fallbeil direkt darüber befestigt ist. Meine Mutter stieß einen Fluch aus.

>Wing cutting! Dieser Mistkerl hat mir nicht gesagt das es ein Wing cutting ist!< Ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen, aber ihre Unruhe wuchs von Minute zu Minute. Mir ist es letztendlich egal. Remiriel ist in Sicherheit und nur das zählt. Der langsam einsetzende Chorus von lateinischen Gesängen hatte in dem Moment meine Aufmerksamkeit in dem man heraushören konnte was ein Wing cutting wirklich ist. Sie schneiden einem Engel die Flügel ab?! Entsetzt sah ich meine Mutter an.

>Dir höchste Strafe die es für einen Engel gibt. Er wird gebrandmarkt und dann nimmt man ihm den Sitz seiner Astralkräfte. Es ist grausam.< Ich konnte spüren wie ich blaß wurde. Aber sie sagte nichts mehr und auch in ihrem Gesicht scheinen plötzlich alle Muskeln gefroren zu sein. Als ich mich herumdrehte und in den Saal unter uns blickte erkannte ich auch den Grund dafür. Sie hatten einen gefesselten Engel hereingeführt, der schon jetzt mehr tot als lebendig wirkt. Mein Magen krampfte sich zusammen als ich die Wunden auf seinen Schwingen entdeckte. Es sieht aus als hätte sie jemand mit einer Eisenstange bearbeitet. Mit einer grausamen Ruhe führte man ihn zu der weißen Wand und während sie seine Schwingen dort festbanden hob er seinen Blick und sah direkt in meine Augen. Ich erstarrte.

>Re-mi-ri-el.< Mit einem Ruck sprang meine Mutter auf und sah abwechselnd zu mir und zu ihm herunter.

>Was sagst du da?!< Doch sein Blick fesselte mich zu sehr als das ich noch etwas anderes wahr nehmen könnte. Er sah mich an und dann erkannte er mich. Ein Lächeln glitt durch sein Gesicht und kurz bevor das Fallbeil niedersauste formten seinen Lippen ein Wort, FLIEH.

Das Geräusch das danach durch den Raum drang ließ mich fast ohnmächtig werden. Knirschende und brechende Knochen.

>REMIRIEL!!!!!!!!!!!!!!!!< Mit diesem Aufschrei verlor ich mich endgültig in der Dunkelheit. Er hallte immer und immer wieder und ich konnte nichts tun um ihn zu stoppen. Die Finsternis um mich herum reflektierte ihn so lange bis sie schließlich von einer Flammenwand durchbrochen wurde. Entsetzt schrie ich auf als ich die Flammen auf meinem Körper spürte. Reflexartig schlug ich danach, bis ich merkte, das es ein Kopf war den ich da in der Hand hielt. Geschockt ließ ich ihn fallen und verlor mein Gleichgewicht. Ich rollte von etwas bergähnlichem herunter und als ich wieder aufsah saß ich vor einem Haufen brennender Leichen. Etwas fiel mir davon entgegen und kullerte gegen meine Beine. Zitternd griff ich danach und zog es in mein Blickfeld. Shions leblose Augen sahen mich direkt an. Mit einem spitzen Schrei ließ ich den Kopf fallen und krabbelte solange Rückwärts, bis mich etwas Hartes stoppte.

>Das, das ist ein Traum! Das kann einfach nicht wahr sein.< Zitternd umklammerte ich meine Kniee als die Erinnerungen der letzten Tage zurückkehrten. Es sind nicht nur Engel gewesen die hier gewütet haben. Auch ich habe getötet und nicht nur Feinde. Ich habe jeden getötet der sich mir in den Weg gestellt hat. Keiner den ich liebe ist noch am Leben. Sie sind alle tot. Warum soll also ausgerechnet ich weiterleben? Ich ließ eine Klinge in meiner Hand entstehen, doch so sehr ich es auch versuchte, sie ließ sich nicht gegen mich wenden. Irgendetwas an der Waffe wehrte sich gegen mein Vorhaben.

>Das ist sinnlos. Dieses Schwert wird es niemals zu lassen das sein Meister sich selbst das Leben nimmt.< Ich erkannte die Stimme sofort. Hinter steht mein Vater, aber das ist jetzt nicht mehr wichtig. Verächtlich warf ich die Klinge ins Gras und griff stattdessen nach einem Messer, das nur einen halben Meter von mir entfernt lag. Noch ehe er begriffen hatte was ich tun wollte hatte ich es mir durchs Herz gerammt. Die Schmerzen sind höllisch, aber ich starb nicht daran. Ich lebe? Mit dieser Wunde?! Er zog mich an sich und entfernte mit einer raschen Bewegung das Messer. Die Wunde blutet stark. Warum sterbe ich dann nicht?

>Wieso hast du das getan?< Ich wollte ihm nicht antworten und schloß einfach die Augen. Soll er doch aus meinen Gedanken entnehmen was passiert ist. Genau das tat er schließlich auch. Ich weiß nicht wie viel Zeit verging, aber langsam heilte mein Körper die Wunde und ich konnte wieder aufstehen. Mein Vater saß mit gesenktem Blick an einem Lagerfeuer und ihm direkt gegenüber meine Mutter. Sie sahen sich schweigend an und schreckten augenblicklich auf als ich auf sie zu kam. In ihren Gesichtern erkannte ich einen Bruchteil dessen was ich fühlte. Trauer und Verzweiflung.

>Warum? Warum kann ich nicht sterben?< Zitternd stand ich vor ihnen und forderte eine Antwort, die sie mir nur zögernd gaben.

>Weil du einzigartig bist. Man kann dich nicht einfach so töten. Dazu bräuchte man schon die gebündelte Kraft eines Dämons und eines Engels.< Anscheinend ist meine Mutter geschockt das mein Vater diese Tatsache einfach so herausrückt.

>Dann tötet mich!< Augenblicklich gefroren sie zu Statuen. In ihren Gesichtern spiegelte sich das purer Entsetzen wieder. Haben mich meine Opfer auch so angesehen bevor ich sie getötet habe?

>Versteht doch! Ich kann so nicht weiterleben! Ich ertrage das nicht!< An meinen Händen klebt das Blut Unschuldiger!

>Nach all dem was passiert ist verlangst du von uns dich zu töten?< Die Lippen meiner Mutter zitterten bei jedem einzelnen dieser Worte. Ich nickte kaum merklich. Ich habe zu viel Leid gesehen und verursacht um weiterzuleben.

>Bitte, erlöst mich. Ich will nicht leben müssen wenn alles was ich geliebt habe ausgelöscht ist.<

>Und wir? Liebst du uns nicht?< Diese sanfte, dunkle Stimme. Ich brach in Tränen aus, obwohl ich mir sicher war, das ich bereits keine mehr hatte.

>Vater, ihr seid für mich wichtiger als alles Andere, aber wenn ich weiterlebe werdet auch ihr bald in Gefahr sein. Die Hunter sind hinter mir her.< Vielleicht war es das was sie aus ihrer Starre löste. Jedenfalls stand mein Vater kurz darauf vor mir und sah mich eindringlich an.

>Du meinst also uns bleibt keine andere Wahl?< Erleichtert sah ich ihn an. Er hat verstanden.

>Ja, das ist der einzige Weg.<

>Es gibt aber auch immer einen anderen Weg.< Eine warme Hand auf meiner Schulter ließ mich den Blick wenden.

>Mutter?< Sie sah mich mit einem gequälten Lächeln an. Warum? Warum tötet ihr mich nicht einfach? Ich will nicht allein zurück bleiben!

>Sie hat recht. Es gibt einen anderen Weg.< Vorsichtig zog mein Vater eine kleine Phiole unter seinem Umhang hervor.

>Das hier ist Wasser aus dem Fluß Lethe, der durch die Unterwelt fließt. Trinkt man davon vergisst mal alles was man je war. Es löscht die gesamte Erinnerung an das Leben das man geführt hat.< Ich schüttelte den Kopf. So einfach kann es nicht sein. So einfach kann man nicht vergessen.

>Hör zu! Es sind nicht alle gestorben. Wir kamen zwar spät, aber Einige von ihnen konnten wir retten.< Sagt er das um mir zu helfen? Wie soll ich denn mit dem Wissen leben, das ich meine Familie getötet habe?

>Das stimmt. Sie sind in Sicherheit und sie werden sich an all das hier schon bald nicht mehr erinnern.< Der Blick meiner Mutter glitt über den dunklen Horizont. Ihr Gesichtsausdruck wurde nachdenklich.

>Aber du kannst nicht mehr zu ihnen zurück. Dort würde man zuerst suchen und dann wäre alle Mühe umsonst gewesen.<

>Bitte, warum tötet ihr mich nicht?< Ich kann so nicht mehr leben! Alles was mir lieb und teuer ist habe ich an einem einzigen Tag verloren. Das ist mehr als ich ertragen kann!

>Weil wir dich zu sehr lieben um das zu tun. Ich würde niemals meine Hand gegen dich erheben.< In den Augen meines Vaters schimmerten Tränen und er drückte mich fest an sich.

>Bitte, verlang das nicht von uns. Es ist schon schlimm genug dich so zu verlieren.< Zögernd erwiderte ich seine Umarmung, bevor ich mich an meine Mutter wandte, die mich sobald er mich losgelassen hatte ebenfalls in den Arm nahm.

>Ich verstehe-< Sie legte mir einen Finger auf den Mund.

>Wir werden deine gesamten Erinnerungen und Kräfte versiegeln so das alle in dir nur noch einen einfachen Menschen sehen, aber es wird dich nicht ewig schützen. Eines Tages wird dieses Siegel brechen und dann-< Sie brachte es nicht fertig weiter zu sprechen.

>Dann werden wir dir deinen Wunsch erfüllen, sofern du dich nicht anders entscheidest.< Fassungslos sah ich meinen Vater an.

>Warum? Warum wollt ihr euch so quälen?< Es gelang ihm so etwas wie ein Lächeln zu stande zu bringen. Ich danke euch!

>Weil du uns unendlich viel bedeutest und es uns das Herz brechen würde dich sterben zu sehen.< Meine Mutter schloß sich mit einem Nicken an wobei ihre Tränen an meinem Hals herunter liefen. Vorsichtig streckte ich meiner Hand nach der Phiole aus. Sie ist so klein und unscheinbar. Prüfend hielt ich sie vor meine Augen. Ob er recht hat? Kann mir dieses Wasser wirklich all meine Erinnerungen nehmen?

>Noch etwas solltest du wissen, bevor du es trinkst.< Ich ließ die Hand mit der Phiole wieder sinken und sah meine Mutter an. Ihr Gesicht war von Trauer gezeichnet. Nicht! Sieh mich nicht so an. Ich verlasse euch doch nicht für immer. Eines Tages werden wir uns wiedersehen.

>Deine Erinnerungen werden immer in deinem Unterbewusstsein bleiben, auch wenn du dir ihrer nicht bewusst bist. Du wirst immer spüren, das du etwas besonderes bist oder wenn dir von jemandem Gefahr droht und solltest du es eines Tages für nötig halten, dann kannst du das Siegel aus eigenem Willen brechen. Niemand außer dir kann es sehen oder wird je in der Lage sein es zu brechen. Es wird dich immer beschützen. <

>Genau wie er.< Mein Vater trat einen Schritt zur Seite. Hinter ihm stand Cee in seiner Wolfsgestalt. Er hat überlebt. Danke!

>Er wird dich begleiten und dafür sorgen das dir nichts passiert.< Ich hatte kaum Zeit mir über all das Gedanken zu machen denn im selben Augenblick fügten meine Eltern sich eine Wunde am Unterarm zu und ließen ihr Blut zusammenfließen. Dadurch wurde eine unglaubliche Energie freigesetzt und in ihrem Zentrum nahm sie die Form eines Rubins an. Bevor sich darum nach und nach ein Kreuz formte. Es fiel klirrend zu Boden und wurde von meiner Mutter aufgehoben.

>Sobald es einmal um deinen Hals liegt wird es all deine Kräfte absorbieren.< Ich sah noch einmal zu meinem Vater, der seine Tränen nun nicht mehr zurück hielt. Lächelnd öffnete ich den Verschluß der Phiole und führte sie an meine Lippen. Sie haben recht. Es ist besser so. Remiriel hätte nie gewollt, das ich sterbe. Die Flüssigkeit floß wie Eiswasser durch meinen Körper.

>Leb wohl meine Tochter.< Das war das Letzte was ich hörte bevor ich ohnmächtig wurde. Als ich wieder zu mir kam sah ich direkt in das Gesicht eines Wolfes sah. Panisch sprang ich auf und sah mich nach irgendeiner Waffe um, aber weit und breit nichts zu sehen. Zitternd drückte ich mich an die Wand hinter mir. Anscheinend ist er satt. Sieht jedenfalls nicht so aus als wird er mich im nächsten Moment anspringen wollen. Hinter ihm tauchten zwei dunkel gekleidete Gestalten auf.

>Du musst weg von hier. Sie werden bald da sein.< Es war eine weibliche Stimme, die da zu mir sprach. Ein Blick in die nähere Umgebung reichte um mich vollkommen in Panik zu versetzen. Überall brennt es und es liegen dutzende von Leichen herum. Ohne auf den Wolf zu achten drehte ich mich um und rannte in Richtung Wald. Nur weg! Weg von all dem! Ich muß mich in Sicherheit bringen!

>Paß gut auf dich auf.< Wieder diese sanfte weibliche Stimme. Ist sie vorhin nicht von der männlichen Gestalt getröstet worden? Haben sie etwa beschlossen dort gemeinsam zu sterben? Ich blieb stehen und drehte mich um. Sie sind verschwunden?! Wie?!

Weiter kam ich nicht. Vor mir stürmten fünf bis an die Zähne bewaffnete Männer aus dem Dickicht. Hämisch lachend sahen sich mich an. Ich wußte, das ich kaum eine Chance hatte, aber ich versuchte es. Ich lief so schnell mich meine Füße nur eben trugen, aber ein Abgrund stoppte mich. Anscheinend kannten sie sich in dieser Gegend aus, den sie kamen äußerst gelassen aus dem Gebüsch hinter mir zum Vorschein. Keuchend sah ich mich nach einer anderen Fluchtmöglichkeit um, aber sie hatten mich bereits umkreist. Ich komme nicht weg! Wie auf ein geheimes Kommando stürzten sie sich gleichzeitig auf mich und zerrießen meine Kleidung. Ich konnte ihre gierigen Hände auf meinem Körper spüren und versuchte mich unter ihnen freizukämpfen. Nur gegen diese Übermacht nutzt das herzlich wenig! Aber plötzlich verschwand einer von ihnen, der fast schon auf mir gelegen hatte. Ich nutze den Moment in dem sie zu verwirrt waren um mich weiter festzuhalten und rannte tief in den Wald hinein. Ich achtete nicht mehr darauf was vor oder hinter mir lag. Ich wollte nur noch weg. Weg von all dem! Das alles hinter mir lassen. An einen Ort wo mich niemand mehr aufspüren konnte! Und plötzlich war es dunkel um mich herum. Aber es ist eine angenehme Dunkelheit. Sie riecht gut nach Zedern und Flieder. Erschöpft blieb ich stehen und schöpfte nach Atem. Anscheinend habe ich sie abgehängt. Mit einem kurzen Blick sicherte ich mich nochmals ab, aber sie folgen mir nicht. Ich weiß zwar nicht wo ich bin, aber das ist egal. Es sieht ganz so aus als wäre ich in Sicherheit. Eine bleierne Müdigkeit überfiel mich und ich ließ mich rücklings auf den weichen Boden fallen. Seltsam, warum sind heute keine Sterne am Himmel zu sehen? Oh man bin ich müde, ich könnte einfach so hier liegen bleiben einschlafen und nie wieder aufstehen... nie wieder...

*Ruh dich aus. Ich werde über dich wachen.* Ein angenehm warmes Licht hüllte mich ein. Allmählich begann ich meinen Körper zu vergessen. Es schmerzt nicht mehr. Ich fühle mich sicher.

>Wer bist du?< Aus dem Licht kristallisierte sich für einen Moment ein lächelndes Gesicht, das mich mit sanften Augen an sah.

*Ein Freund.* Mehr brauchte ich nicht um beruhigt einzuschlafen zu können. Zwar wurde ich hier und da immer wieder von Schatten verfolgt, aber ein warmes Licht hinderte sie daran mich zu finden. Es umgab mich wie ein Schutzwall und allmählich verblassten sie, bis sie ganz verschwanden. Je länger ich liegen blieb desto wohler fühlte ich mich. Ich will nie mehr aufwachen. Hier ist es so schön warm und gemütlich. Fast so wie eine sanfte Umarmung...

Lautes Knirschen und sich ständig wiederholende dumpfe Schläge ließen mich auffahren. Nein! Nein, ich will nicht entdeckt werden! Schützend zog ich die Beine enger an meinem Körper.

Nicht! Geht! Laßt mich in Ruhe! An meiner Brust spürte ich etwas Kühles und griff danach. Ein Kreuz?

*Hab keine Angst, alles wird gut werden.* Die sanfte Stimme und das allmählich wärmer werdende Metall beruhigten mich. Das schützende Licht verschwand allmählich in der Dunkelheit und ich war allein. Über entstand ein heller Lichtstrahl und schon bald war mein gesamter Körper vom Licht der Sonne umhüllt.

Nein! Ich will nicht!

 

 

02-02-27

Next: Part 14 – Ancient scar


 
Fertig! Fertig! Fertig! Juchuh! Das war das letzte Kapitel zu Shaos Vergangenheit! ^-^

 

 

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